Ende der Diskussion.

Muss gestehen, dass mich derzeit nur wenig so kopfschüttelnd und ratlos zurücklässt, wie online geführte Diskussionen – wobei die Bezeichnung „Diskussion“ eigentlich nicht zutreffend ist, denn die wäre laut Wikipadia folgendes:

„Eine Diskussion ist ein Gespräch (auch Dialog) zwischen zwei oder mehreren Personen (Diskutanten), in dem ein bestimmtes Thema untersucht (diskutiert) wird, wobei jede Seite ihre Argumente vorträgt. Als solche ist sie Teil zwischenmenschlicher Kommunikation.“ Quelle: wikipedia

Diskussionen 2.0 haben eher was von einem Gladiatorenkampf. Es wird geätzt, gelästert und beleidigt. Ziel: Recht haben und keinen Millimeter vom eigenen Standpunkt abweichen. Akzeptanz? Fehlanzeige. Verständnis? Eher friert die Hölle zu. Höfliches Nachhaken? Ist als Kriegserklärung zu werten. Den eigenen Horizont erweitern? Unnötig – man ist allwissend. Und dabei ist es schon erstaunlich, wie schnell sich manche Menschen persönlich angegriffen fühlen, nur weil sie irgendwas lesen, was ihnen nicht in den Kram passt. Witzigerweise sind das oft diejenigen, die für  sich Toleranz einfordern und die kurz darauf alles durch den Fleischwolf drehen, was dem eigenen Konzept zuwiderläuft. Es scheint ein Ding der Unmöglichkeit zu sein, sich anderslautende Meinungen einfach nur mal anzuhören und drei oder fünf Sekunden darüber nachzudenken – ohne gleich reflexartig draufzuhauen oder aus dem Hinterhalt zu schießen.

„Ende der Diskussion.“ weiterlesen

Zum Glück hatte Marilyn kein Internet.

Schrieb ich neulich noch, dass mein Alter für mich selten ein Thema ist, weil ich schlichtweg nicht ständig darüber nachdenke, muss ich das nun ein wenig korrigieren. Fühle mich nämlich gelegentlich doch wie ein aus der Zeit gefallenes Fossil. Alle, die keinen Bock auf Text haben, folgen jetzt einfach mal diesem Link, der wunderbar die heutige Art der Selbstdarstellung aufs Korn nimmt: Schatz ich hab ein Bild von deiner Oma gefunden – 2016 u. 2090. Der Rest kann weiterlesen. Ich bewundere Audrey Hepburn, Grace Kelly oder Jane Russell und ich liebe Marilyn Monroe. Ich möchte nun nicht zum platinblonden Männertraum werden, aber Marilyn inspiriert mich aus verschiedenen Gründen in vielerlei Hinsicht.

Stellt sich die Frage: Würde ich Marilyn auch bewundern, wenn sie mich auf Instagram, Snapchat, youtube und auf ihrem Blog an ihrem Leben hätte teilhaben lassen? Morgens ein #nomakeup-Schmollmund, dann ein #healthybreakfast. Im Lauf des Tages ein paar #fromwhereistand-Posts mit Blick hinter die Kulissen und ein paar #meandmyfriends-Bildchen mit den berühmten Kollegen. Auch immer  mit dabei: das #yummy #healthyfood vom #lunch und abends natürlich ein vermutlich etwas alkohollastiges #Duckface und das #cozy-Gedöns auf Satin. Dazu gäbe es intime Details, gerne auch mit entsprechenden Bildern garniert, denn Marilyn hätte viel zu erzählen gehabt. Und viel zu zeigen. Selbstverständlich hätte sie auch den einen oder anderen Seelenstriptease hingelegt, denn die seelenkatergebeutelte Marilyn hätte vermutlich und verständlicherweise auch immer mal wieder ihre traumatische Pflegefamilien-Vergangenheit thematisiert. Oder darüber sinniert, wie frustrierend es für sie war, permanent das „blonde Dummchen“ geben zu müssen, weil das nun mal der Kunstfigur entsprach, die sich so gut verkaufte. Vielleicht hätte Marilyn uns zwischendurch auch immer mal wieder ein paar Produkte ans Herz gelegt, etwa #chanelno5, ihre neuen #valentinoshoes oder ihre eigene Schmuckkollektion.

„Zum Glück hatte Marilyn kein Internet.“ weiterlesen

Magic Goals für Spatzenmenschen.

Überraschung: 2017 steht vor der Tür! Das weiß ich sehr genau, weil ich Menschen folge, die sich Organisation und Life-Coaching auf die Fahnen geschrieben haben und weil ich darüber hinaus auf Facebook einige Male zu oft entsprechende Posts gelikt habe, so dass mir nun ständig Blogeinträge oder Werbeeinblendungen für Kalender, Organizer oder „Plane dein neues (bestes) Jahr und dein Leben“-Workbooks und ähnliches um die Ohren fliegen. Nebenbei bemerkt sind diese Werbeeinblendungen gut. Passgenau. So passgenau, dass ich gar nicht wissen will, was FB noch über mich weiß, aber das ist jetzt nicht das Thema. Nach zwei Werbeinblendungen war mir klar: ich brauche einen Organizer. Nach einem Dutzend Werbeeinblendungen und dem Konsum meiner favorisierten Blogs umd Instagramaccounts wusste ich: einer reicht nicht, ich brauche zwei Organizer. Mindestens. Am liebsten sogar für jeden Lebensbereich einen, andererseits hätte ich dann zu viel Organizer für zu wenig noch zur Verfügung stehende Zeit. Auch blöd.

Außerdem brauche ich Ziele! Viele Ziele! Warum? Weil ich es nötig habe und weil ich nie wieder in einem Workbook schon auf den ersten Seiten ins Straucheln geraten möchte. Nämlich bei den Fragen, wie die bisherigen Ziele aussahen und was ich gerne sonst noch in 2016 erreicht hätte. Nachdem sich diese Fragen einige Tage fröhlich in mein Hirn frästen, wurde mir nämlich klar, dass ich keine konkreten Ziele hatte – nur Wünsche. Und dass diese Wünsche im Sinne der persönlichen Weiterentwicklung nichts taugen. Gar nichts. Ich bin da einfach zu schlicht gestrickt und das fängt schon damit an, dass mich die Tatsache nervt, dass Ziele heute nicht mehr Ziele heißen. Sondern Magic Goals. Klar, das klingt gehaltvoller und nach mehr Sternenstaub und Feenglitzer.

„Magic Goals für Spatzenmenschen.“ weiterlesen