Unfair. Der Klamotten-Post, der sich selbst schrieb.

Dies ist der klassische Fall eines Posts, der beim Schreiben ein komplettes Eigenleben entwickelt hat. Das passiert mir recht selten, aber es passiert. Eigentlich wollte ich ja darüber schreiben, dass ich vor einiger Zeit Secondhandshops für mich entdeckt habe – als Käuferin. Und dass ich mir nun quasi die andere Seite angeschaut habe – nämlich die der Verkäuferin. Ich habe, wie geplant, die Gründe aufgeführt, die meine naserümpfende Abneigung gegenüber Secondhandklamotten Stück für Stück aufgeweicht haben – nämlich u.a. die folgenden:

  • Die Billigfähnchen sind nicht billig und irgendjemand muss dafür zahlen.
  • Die Herstellungsbedingungen schädigen die Umwelt.Und die Gifte bleiben nicht vor Ort, sondern landen gelegentlich auch in unserem Kleiderschrank.
  • Und zu guter Letzt freut sich natürlich auch der Geldbeutel.

Doch dann entglitt mir der Post. Zack… weg war er. Und das lag an den oben erwähnten Billigfähnchen! Ich will nun ganz gewiss nicht für H&M, C&A, Tchibo & Co in die Bresche springen – obwohl sich in meinem Schrank diverse Kleidungsstücke dieser Hersteller finden. Allerdings ist es leider viel zu kurz gegriffen, lediglich die Hersteller der Billigklamotten an den Pranger zu stellen, denn die anderen sind auch nicht besser – mögen die Namen auch noch so edel klingen und einem die Preise die Tränen in die Augen treiben. Weil ich nicht unfair sein wollte, habe ich diesbezüglich ein klein wenig recherchiert und schon nahm der Post, der sich fortan quasi von alleine schrieb, seinen Lauf. Shit happens, da müsst ihr jetzt durch.

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Mit Glamour gegen den Weltuntergang.

Manchmal möchte ich über meine eigene Dummheit weinen. Als ich neulich schrieb, dass ich anfange das zu meiden, was mir schlechte Laune macht, hatte ich vergessen, dass ich im Oktober ein Mini-Abo der Glamour bestellt hatte. Drei Ausgaben der Glamour für 4,90€ – da machste nichts falsch, dachte ich. Auweia… wie kann man in diesem Alter nur so dämlich sein? Die erste Glamour kam an diesem unschönen Samstagmorgen an und beim ersten Blick aufs Cover zeigte sich: Hey, die Laune ist ja noch nicht ganz unten… es geht noch tiefer. Erstaunlicherweise entpuppte sich nicht die Coverstory „Bin ich zu jung für Botox & Co“ als Stimmungskiller, sondern: „Wir sind noch zu retten! Warum die Welt besser ist, als wir denken“

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Ich werde ernährungswahnsinnig…

Mit schrägen Ernährungsspleens kenne ich mich aus, nicht wenige davon habe ich selbst ausprobiert. Ich habe [wie hier bereits erwähnt] Obst-, Gemüse- und Fastentage gemacht, bis zum Mittagessen nur Obst gegessen oder auf Lauchsuppe (das ultimative Geheimrezept der Französinnen) und Dinner Cancelling gesetzt. Ich habe das Frühstück gestrichen, entweder Low Fat oder Low Carb oder beides gleichzeitig betrieben, diverse Smoothies ausprobiert, Kombucha und Gerstengras in mich reingeschüttet und mich erst vegetarisch und dann vegan ernährt. Und warum all das? Um was für meine Gesundheit zu tun. Und für meine Figur, denn ich hätte Konfektionsgröße 38/40 gerne in Größe 36/38 geschrumpft. Nun ja. Es hat nicht sollen sein – zumindest das mit Größe 36 nicht. Derzeit esse ich intuitiv – also einfach so aus mir heraus, ohne dass mir das jemand beibringen muss.

Gäbe es allerdings nicht gerade ein ähnliches Ernährungskonzept, in dem eben dafür plädiert wird, intuitiv zu essen, wüsste ich nicht, ob ich „einfach nur so essen könnte“, wie ich es tue. Denn mal abgesehen von der seelischen Komponente stellt sich die Frage, ob überhaupt noch irgendwer isst, um einfach nur satt zu werden? Das Essen ist ja schon lange nicht mehr „einfach nur Essen“ – mit den richtigen Lebensmitteln bleiben wir gesund, jung und schön. Umkehrschluss: Wer die falschen Lebensmittel wählt und der Ernährung nicht die entsprechende Priorität einräumt, wird fett, krank und hässlich – selbst verbockt. Da kann einem das Essen kurzfristig doch schon mal im Hals steckenbleiben…  „Ich werde ernährungswahnsinnig…“ weiterlesen

Grenzwertig. Im Land der Lügen…

Dachtet ihr, es geht um die Bloggerwelt? Falsch gedacht. Ich habe vor einiger Zeit [okay… es war im April und ich wollte das schon längst verbloggen, aber dann kam mir mein „ich blogge nur leichte Kost“-Flash dazwischen… nun ja…] die Dokumentation Im Land der Lügen gesehen. Sehr sehenswert. Worum geht’s? Um unsere Gesundheit und letztendlich um den flapsigen Spruch „Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“…

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Fast Fashion:Warum ich meine Lieblingsjeans manchmal hasse.

Ich liebe Jeans. Vor allem die im Used-Look. Und ein Blick auf Instagram und ähnliche Inspirationsplattformen legt derzeit nahe, dass frau ohne zerfetzte Jeans in dieser Saison wohl ihre Modedaseinsberechtigung verloren hat. Gut, zerstören kann ich meine Jeans alleine, aber ein Leben ohne sie ist für mich schlichtweg nicht vorstellbar. Nachdem ich mich vor einiger Zeit allerdings intensiver mit ihrer Herstellung befasste, erhielt meine Jeansliebe einen gewaltigen Dämpfer. So gewaltig, dass ich keine Lust hatte, mir neue Jeans zu kaufen und zum Glück war das auch nicht nötig. Faire oder umweltvertägliche Herstellung? Und im Himmel ist Jahrmarkt. Da macht es leider auch keinen Unterschied, ob ihr zum 10€-Wegwerfartikel oder der edlen Labeljeans greift- in den Drecktümpeln hinter den Fabriken vereinen sich die Farb- und Giftstoffe von „billig“ und „edel“ und ich muss zugeben, dass mich das am meisten ärgert. Natürlich würde ich für eine tolle und verträglich hergestellte Jeans auch mehr zahlen – aber eben deshalb, weil sie fair hergestellt wird und nicht, weil man sie irgendwelchen VIPs überstreift und die Welt mit Werbekampagnen überrollt.

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mit-teilens-wert #4 Über Halbwissen, Aluminium und andere „böse“ Inhaltsstoffe…

Ich tue es manchmal, obwohl ich es eigentlich besser weiß. Ich führe mir eine vermeintlich seriöse Doku oder einen ebensolchen Bericht zu Gemüte, in dem eine neue Sau durchs Beauty-Dorf getrieben wird und bin empört. Und trage anschließend meinerseits in Form von Blogbeiträgen dazu bei, diese Sau noch weiter und noch schneller durchs Dorf zu treiben. Manchmal muss ich mich auch schwer zusammenreißen, um nicht missionierend und vermeintlich besserwissend in den Kommentaren durch die Blogosphäre zu ziehen, weil „der Rest der Unwissenden“ ja wohl offenbar noch nicht weiß, wie schädlich und böse bestimme Dinge sind! Aber ich weiß es jetzt! Weil ich ja diese Doku gesehen/diesen Bericht gelesen habe und voll informiert bin…

Wenn uns das Halbwissen um die Ohren fliegt…

 

Was kommt dabei raus? Nichts Gutes. Weil andere nämlich ebenso verfahren und prompt wächst diese gigantische Blase aus Halbwissen noch weiter an, bis sie uns schließlich um die Ohren fliegt und wir das Gefühl haben, nicht mal mehr atmen zu dürfen, weil uns selbst das töten wird. Nicht zu atmen ist allerdings auch keine Alternative. Was nun? Erstmal wieder durchatmen. Und sich dann einiges bewusst machen.

  • Nicht jeder, der schreiben kann, hat auch wirklich Ahnung von dem, worüber er da schreibt. Und gut gemeint (beste Absicht) ist nicht immer gut gemacht.
  • Einmal gewonnene Erkentnisse sind nicht für die Ewigkeit in Stein gemeißelt. Vielleicht ist die Welt irgendwann doch wieder eine Scheibe und wir fallen alle runter.
  • Es gibt keine allgemeingültige Wahrheit. Weder in Blogs noch in irgendwelchen anderen Medien. Denn:

 

Autoren, egal ob Blogger oder Journalisten, sind keine allwissenden Heiligen, sondern Multiplikatoren von Informationen, die durch die eigenen Erfahrungswelten eingefärbt sind.(Quelle: Konsumkaiser)

 

Eines meiner Lieblingszitate, denn so ist es: Multiplikatoren von Informationen – und mitunter eben blöderweise auch Multiplikatoren von Halbwissen oder völlig verqueren Ansichten (und da nehme ich mich nicht von aus), die gelegentlich allerdings sehr glaubwürdig rübergebracht werden. Was auch immer da jedoch verbreitet wird- es wird nicht zwangsläufig richtig, nur weil’s einem mehrmals täglich in verschiedenen Darreichungsformen auf drölfzig Blogs serviert wird. Fakt ist: Niemand hat die Weisheit mit Löffeln gefressen und es ist illusorisch zu glauben, dass ihr nur „diese eine“ Seite ansurfen müsst, auf der euch dann „die eine Wahrheit“ (die es eh nicht gibt) auf dem Silbertablett serviert wird.

Inhaltsstoffe: Was nun? Böse oder mehr davon?

 

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Beauty| Hautsache: Reden wir über Silikone, Parabene, Tenside und (Natur)Kosmetik

Ich schmiere mich täglich mit Silikon und Erdöl ein. Und nutze für die Haarwäsche ein Tensid, das auch in Putzmitteln enthalten ist. Was die berechtigte Frage aufwirft, ob ich vielleicht ein wenig verwirrt bin?  Tja, hätte ich in einem Moment der Langeweile doch lieber Schokolade gegessen, anstatt meine neue Bodylotion genauer unter die Lupe zu nehmen und mich mit den Inhaltsstoffen (INCI) zu beschäftigen. Anschließend wusste ich nämlich etwas, was man nur wissen will, wenn man sofort handlungsbereit ist.

Die erste Frage, die sich beim Überfliegen der Inhaltsstoffe stellt: Was hat Silikon (in diesem Fall: Dimethicone) in meiner Bodylotion zu suchen? Nächste Frage: Steckt das nur dort drin oder lasse ich – mal abgesehen vom Shampoo – noch mehr Silikon an meinen Körper? Ernüchternde Feststellung:  Das Zeug steck überall drin. Vor allem in Cremes und Lotions, die die Haut schöner, reiner, feinporiger und glatter machen sollen.

 

INCI – Der kleine Chemiebaukasten

Ich bin verwirrt und gebe zu, dass ich bei meiner Kosmetik voll auf den „guten Namen des Herstellers“ setzte. Auch winkte ich Cremes von Herstellern, die sich plakativ und sehr werbewirksam „Natur“ auf die Fahnen schreiben, nahezu ohne Blick auf die Inhaltsstoffe durch. Okay, das ist naiv, aber an irgendwas muss man ja glauben.  Allerdings wäre ich auch im Traum nicht auf die Idee gekommen,  dass irgendwer Silikon in Cremes und Bodylotions mischt.

Zugegeben: Es ist nicht leicht, diese viel zu klein gedruckten Angaben zu verstehen, die unter INCI = International Nomenclature of Cosmetics Ingredients [übersetzt: Internationale Namensbezeichnung für kosmetische Zutaten] geführt werden. Und wer von euch kann mit diesen verklausulierten Bezeichnung von Silikon was anfangen? Silikonöl oder Silikonwachs wird u.a. nämlich gerne wie folgt bezeichnet:

 

Dimethicone, Polysiloxane, Cyclomethicone, Methicone, Dimethiconol, Stearyl Dimethicone, Cetyl Dimethicone.

 

Alles klar? Generell gilt: Augen auf bei fachchinesischen Unverständlichkeiten mit der Wortendung „-cone“ oder „-xane„.

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