Unfair. Der Klamotten-Post, der sich selbst schrieb.

Dies ist der klassische Fall eines Posts, der beim Schreiben ein komplettes Eigenleben entwickelt hat. Das passiert mir recht selten, aber es passiert. Eigentlich wollte ich ja darüber schreiben, dass ich vor einiger Zeit Secondhandshops für mich entdeckt habe – als Käuferin. Und dass ich mir nun quasi die andere Seite angeschaut habe – nämlich die der Verkäuferin. Ich habe, wie geplant, die Gründe aufgeführt, die meine naserümpfende Abneigung gegenüber Secondhandklamotten Stück für Stück aufgeweicht haben – nämlich u.a. die folgenden:

  • Die Billigfähnchen sind nicht billig und irgendjemand muss dafür zahlen.
  • Die Herstellungsbedingungen schädigen die Umwelt.Und die Gifte bleiben nicht vor Ort, sondern landen gelegentlich auch in unserem Kleiderschrank.
  • Und zu guter Letzt freut sich natürlich auch der Geldbeutel.

Doch dann entglitt mir der Post. Zack… weg war er. Und das lag an den oben erwähnten Billigfähnchen! Ich will nun ganz gewiss nicht für H&M, C&A, Tchibo & Co in die Bresche springen – obwohl sich in meinem Schrank diverse Kleidungsstücke dieser Hersteller finden. Allerdings ist es leider viel zu kurz gegriffen, lediglich die Hersteller der Billigklamotten an den Pranger zu stellen, denn die anderen sind auch nicht besser – mögen die Namen auch noch so edel klingen und einem die Preise die Tränen in die Augen treiben. Weil ich nicht unfair sein wollte, habe ich diesbezüglich ein klein wenig recherchiert und schon nahm der Post, der sich fortan quasi von alleine schrieb, seinen Lauf. Shit happens, da müsst ihr jetzt durch.

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Fast Fashion:Warum ich meine Lieblingsjeans manchmal hasse.

Ich liebe Jeans. Vor allem die im Used-Look. Und ein Blick auf Instagram und ähnliche Inspirationsplattformen legt derzeit nahe, dass frau ohne zerfetzte Jeans in dieser Saison wohl ihre Modedaseinsberechtigung verloren hat. Gut, zerstören kann ich meine Jeans alleine, aber ein Leben ohne sie ist für mich schlichtweg nicht vorstellbar. Nachdem ich mich vor einiger Zeit allerdings intensiver mit ihrer Herstellung befasste, erhielt meine Jeansliebe einen gewaltigen Dämpfer. So gewaltig, dass ich keine Lust hatte, mir neue Jeans zu kaufen und zum Glück war das auch nicht nötig. Faire oder umweltvertägliche Herstellung? Und im Himmel ist Jahrmarkt. Da macht es leider auch keinen Unterschied, ob ihr zum 10€-Wegwerfartikel oder der edlen Labeljeans greift- in den Drecktümpeln hinter den Fabriken vereinen sich die Farb- und Giftstoffe von „billig“ und „edel“ und ich muss zugeben, dass mich das am meisten ärgert. Natürlich würde ich für eine tolle und verträglich hergestellte Jeans auch mehr zahlen – aber eben deshalb, weil sie fair hergestellt wird und nicht, weil man sie irgendwelchen VIPs überstreift und die Welt mit Werbekampagnen überrollt.

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#WearTheChange -was ist dir (d)ein T-Shirt wert? + Update: Wie viel ist euch das Shirt denn nun wirklich wert?

Das Thema Fast Fashion habe ich am Beispiel meiner Lieblingsjeans bereits kritsch unter die Lupe genommen. Logisch, dass ich da die Aktion #WearTheChange von Lillika Eden mehr als spannend finde, denn da heißt es: Zahle für das T-Shirt den Preis, den es dir wert ist.

Das Berliner Label Lillika Eden, 2014 von Julia und Daniel Schmidt gegründet, setzt konsequent auf faire Produktion und Nachhaltigkeit. Das heißt: überwiegend GOTS-zertifizierte Bio-Stoffe, keine tierischen Materialien und eine Produktion in Deutschland (Berlin u. Sachsen). Getreu der Philosophie:

Etwas Schönes darf nicht unter hässlichen Bedingungen entstehen.

Und um das eindrucksvoll unter Beweis zu stellen, gibt es anlässlich der diesjährigen Fashion Week ein Experiment im Onlineshop von Lillika Eden. Ihr könnt zeigen, was euch Mode wert ist. In diesem Fall ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Wear the Change“. Möchtet ihr den Primark-Preis zahlen? Den von H&M, Nike oder Chanel? Oder den tatsächlichen Preis? Zur Auwahl stehen die Preiskategorien: „#WearTheChange -was ist dir (d)ein T-Shirt wert? + Update: Wie viel ist euch das Shirt denn nun wirklich wert?“ weiterlesen

Interessante Secondhandshops im Netz

Wie steht ihr zu Secondhandkleidung? Bisher hatte ich damit ehrlich gesagt meine Probleme. Denn wer von uns kann schon wie Carrie in  Sex and the City sagen: „Die Tasche ist Vintage, von Chanel.“ Glamour war so ziemlich das Letzte, was ich mit Secondhandware in Verbindung brachte. Und dann kam eine Tasche, in die ich mich auf den ersten Blick verliebte. Blöderweise stammte die aber aus einem Secondhandshop. Wie von selbst fielen auch gleich noch drei Kleider in den Warenkorb. Und als ich die Sachen zu Hause akribisch untersuchte, warf ich meine Vorurteile über Bord. Secondhand und ich, das war definitiv keine Liebe auf den ersten Blick. Aber manche Sachen brauchen eben etwas länger.  Reden wir mal über Marken und Preise. Obwohl ich das normalerweise nicht mache und ein Label, so es denn überhaupt vorhanden ist, gerne so trage, dass man es nicht sieht. Aber ohne das Wissen um Labels und deren reguläre Preise ergibt das weniger Sinn. Erbeutet habe ich:

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How to| Sale? Shoppen mit Köpfchen.

Nachdem ich mir ernsthaft Gedanken darüber gemacht habe, warum ich im Sale manchmal fühle, als hätte man mich einer Lobotomie unterzogen, komme ich heute zu dem Ergebnis: Ich kann überhaupt nichts dafür. Ha! Der Grund, so bescheinigt es die Evolutionsbiologie, liegt darin, dass der Mensch nun mal aufs Zusammenraffen von Zeug ausgelegt ist. Gut, früher waren es Mammuts und Beeren, heute sind es eben Schuhe und Taschen, wobei – das gebe ich ja zu – unsere Vorfahren überlebensorientierter agierten. Allerdings ist der Mensch, was manche Entwicklungsbereiche angeht, seinen Vorfahren nicht annähernd so überlegen, wie er es wohl gerne wäre. Der männliche Konsument zeigt sich beispielsweise vor allem dann spendabel, wenn die Frauen rar sind – so das Ergebnis einer Studie der University of Minnesota. Damit nicht genug: Je höher der Testosteronspiegel des Mannes ist, desto leichter kann ihm eine leichtbekleidete Werbeschönheit einen… na sagen wir… einen einfachen, gewöhnlichen, leicht angeschrumpelten Apfel für 10 Euro oder ähnlich überteuerte Dinge unterjubeln. [1] 

Natürlich hat es auch einen Grund, dass im Kiosk die Häschen-Hochglanzmagazine mit den unfassbar intelligenten Interviews und die nicht so glanzvollen Billigheftchen liebevoll aufgefächert werden, um die nackten Tatsachen gut sichtbar zu präsentieren. Denn was verlockt die Herren zum Kauf von Knabberzeug oder Zigaretten? Dreimal dürft ihr raten und ich sage euch: An den Interviews liegt’s nicht. Und wenn wir schon so steinzeitlich unterwegs sind, dann gibt es gleich den ersten Tipp für smarte Schnäppchenjägerinnen:

Shoppen mit Eisprung: Die eher praktisch und sportlich veranlagte Frau, die mit tiefen Ausschnitten, rasanten Rocksäumen und Genickbrecher-Heels nichts anfangen kann, sollte niemals, wirklich niemals!, an ihren fruchtbaren Tagen einkaufen gehen. Denn dann greift sie häufig und entgegen ihrer sonstigen Gewohnheit zu so femininer Kleidung, dass sie sich hinterher völlig entgeistert fragt, wie das Zeug in ihren Schrank kommt.

 

Tja… im Zweifelsfall die Hormone fragen – die wissen das und die Wissenschaft hat’s belegt. Dummerweise sind wir nicht nur durch unsere Wurzeln potenzielle Shopaholics. Natürlich werden wir auch gezielt manipuliert – was, sind wir mal ehrlich, bei einem Steinzeitmenschen nicht allzu schwer ist. Beispiele gefällig?

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