Wie mein Kleiderschrank in die Öko-Test kam.

Fans der Shopaholic-Reihe um Becky Bloomwood erinnern sich vielleicht an den grünen Schal? Das Markenzeichen von Becky, die eigentlich bei einem Modemagazin arbeiten möchte, stattdessen aber eine Kolumne in einem Finanzmagazin bekommt und sich dort als „Die Frau mit dem grünen Schal“ einen Namen macht? Als Finanzexpertin bin ich zwar beinahe ebenso nicht halbwegs so qualifiziert wie Becky, mein Markenzeichen kristallisiert sich trotz ausbleibender Kolumne allerdings schon mal heraus. Und leider ist es kein grüner Schal. Sondern mein oller Kleiderschrank. „Wie mein Kleiderschrank in die Öko-Test kam.“ weiterlesen

Es lebe die Drama Queen.

#kann_Spuren_von_Ironie_enthalten

#muss_aber_nicht

Vor einiger Zeit kam mir ein Artikel unter, der mich wie ein HB-Männchen hochgehen ließ. Glückliche und zufriedene Menschen wären langweilig, hieß es. Das hat mich so auf die Palme gebracht, dass mich erst der Schock darüber, dass ich schon so alt bin, dass ich das HB-Männchen noch im Kino gesehen habe, wieder runterpurzeln ließ. Pah, was für ein Blödsinn… würde ich jetzt gerne schreiben. Allerdings steckt da vielleicht doch ein Körnchen Wahrheit drin. Dachte ich zumindest neulich, als ich es mit einem dieser genügsamen, sich selbst genügenden Menschen zu tun hatte. Die Art von Mensch, die ich eigentlich selbst irgendwann mal werden wollte.

Jemand, der unnötigem Konsum ebenso entsagt wie unnötigen Gedanken. Und der total abgeklärt und so was von gechillt sowie maximal minimalistisch in seiner schneeweißen Butze lebt. Jemand, der von jetzt auf gleich seine gesamte Habe in zwei winzige Köfferchen packen und ins neue Domizil umziehen könnte – die schuhkartongroße Höhle auf dem Berg der Erleuchteten, garantiert WLAN-frei und der nächste Laden drei Tagesreisen entfernt. Die personifizierte Gelassenheit, die für alles und jeden Verständnis hat – vor allem für sich selbst. Ja, so ein Mensch wollte ich werden und ich habe es in den vergangenen drei Monaten wirklich versucht. Nur: warum eigentlich? Was genau ist daran so erstrebenswert? „Es lebe die Drama Queen.“ weiterlesen

Chakka, ich bin ein Einhorn!

Mit all der Konsequenz, die ein inkonsequenter Mensch besitzt, habe ich vor einiger Zeit den Frauenzeitschriften abgeschworen [Rückfälle bisher: drei, allerdings habe ich online drei Ausgaben der emotion gekauft, das zählt eigentlich anders]. Seither lese ich meine Bücherregale leer und schränke parallel dazu meinen Social-Media-Konsum erheblich ein und das ist auch besser so, denn sobald ich meine zwischen die Buchdeckel gepresste Welt verlasse, bekomme ich die Krise. Offenbar schlägt die Welt, die wir uns selbst geschaffen haben, mittlerweile vielen von uns so dermaßen aufs Gemüt, dass es an jeder Ecke Lebensweisheiten to go gibt.

Im Supermarkt leuchtet es auf dem knalloragenfarbenen Cosmopolitan-Cover: „Aufregend anders. Was unperfekte Frauen so unwiderstehlich macht.“ Und daneben rotzt die emotion: „Wir sind unperfekt – na und?“ Stellt sich mir allerdings die Frage: Wie unperfekt ist denn unperfekt… für die Cosmopolitan und die emotion? Vermutlich rangiert das bei denen eher in der Kategorie „Julia Roberts oder Megan Fox zeigen sich ungeschminkt auf Instagram!“ … woohoo… so was von unperfekt aber auch. Da kann ich doch gleich mal entspannt durchatmen. Online schießen ebenfalls überall kleine Motivationsgurus aus dem Boden, die uns für umme erklären, wie der Hase läuft. Vor allem der „Chakka, you go girl!“-Bereich ist überrepräsentiert und ich vermute, dass fleißige Heinzelmännchen über Nacht sämtliche Lebenshilferatgeber durch den Fleischwolf gedreht und die Häppchen anschließend feinsäuberlich eingescannt haben, so dass nun die mehr oder weniger verhackstückten Weisheiten fröhlich durchs Netz poltern, um in diversen Onlinemagazinen und sozialen Netzwerken wieder aufzuploppen. Dort werden sie dann wiedergekäut und wiedergekäut und wiedergekäut, immer schön gemäß dem Motto: A Sprüchlein a day keeps the Stimmungstief away – und nun krieg deinen Arsch hoch, du Schluffi und mach dir ja keinen Stress, während du die Weltherrschaft anpeilst, darunter läuft’s nicht.

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