Mit Glamour gegen den Weltuntergang.

Manchmal möchte ich über meine eigene Dummheit weinen. Als ich neulich schrieb, dass ich anfange das zu meiden, was mir schlechte Laune macht, hatte ich vergessen, dass ich im Oktober ein Mini-Abo der Glamour bestellt hatte. Drei Ausgaben der Glamour für 4,90€ – da machste nichts falsch, dachte ich. Auweia… wie kann man in diesem Alter nur so dämlich sein? Die erste Glamour kam an diesem unschönen Samstagmorgen an und beim ersten Blick aufs Cover zeigte sich: Hey, die Laune ist ja noch nicht ganz unten… es geht noch tiefer. Erstaunlicherweise entpuppte sich nicht die Coverstory „Bin ich zu jung für Botox & Co“ als Stimmungskiller, sondern: „Wir sind noch zu retten! Warum die Welt besser ist, als wir denken“

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Kolumne|Mein Poncho und ich…

An  manchen Klamotten scheiden sich die Geister. Für die InStyle lesende Frau sind sie ein Must-have, dem Mann treiben sie die Tränen in die Augen. Leider sind es keine Freudentränen. Die Rede ist von Haremshosen und Keilabsätzen. Oder von meinem Poncho.

Mein Grobstickponcho mit Fransen und ich… hach… das war Liebe auf den ersten Blick! Ein Poncho ist nicht nur einfach ein Kleidungsstück, das ist eine Lebenseinstellung! Ponocho überwerfen, rein in die bikerähnlichen Boots und nun: Gebt mir meine Harley… ähm… mein Pony! Na gut… ich geh zu Fuß. Als der Mann mich zum ersten Mal in dieser wunderbaren Strickkreation erblickt, sieht er weder Pony noch Harley und den Duft des Wilden Westens riecht er auch nicht. Stattdessen lese ich in seinem verständnislosen Blick ‚Warum hängst du dir nen Teppich um?‘ Die stylishe Frau ignoriert das, träumt vom jungen Terence Hill und lässt sich vom Mann zu einem Spaziergang ausführen, was natürlich das erste Problem aufwirft. Ein Grobstickfransenponcho ist nicht unbedingt großstadtkompatibel. Also ab in die Walachei, genau dorthin wo es weder Chrom noch Glas gibt. Nur Matsch und umgestürzte Bäume. Dort sind mein Poncho und ich richtig, dort fühlen wir uns wohl. Yihaaaa….

Sitze mit dem Mann im Auto und während er fährt, bereite ich mich mental auf meinen stylishen, unglaublich lässigen Auftritt vor – den außer mir kaum jemand miterleben wird, weil ja niemand da ist – als eine Fluse an meiner Nase vorbeisegelt. Wo kommt die jetzt so plötzlich her? Der Mann an meiner Seite wird nervös. Flusen, Fussel und Krümel mag er noch weniger, als eine Frau, die ihre Figur in ein teppichähnliches Etwas hüllt. Hebe den Arm, um die Flusen lässig beiseite zu wedeln, werfe einen Blick auf meinen ehemals schwarz bejeansten Oberschenkel und registriere, dass ich aussehe wie ein Wellensittich in der Mauser! Mein Poncho flust alles voll! Vor allem mich! Wenn ich das Teil noch ein bisschen länger trage und mich noch ein bisschen mehr bewege, sehe ich aus wie Chewbacca! Die Liebe zwischen mir und meinem Poncho bekommt einen haarfeinen Riss.

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Food| Über Matcha und andere Superfoods…

Trendwellen schwappen ja erst eine Weile durch die Gegend, ehe sie mich erfassen – wenn sie mich denn überhaupt erfassen. An Matcha kommt allerdings kaum jemand vorbei, der sich für Schönheit, Gesundheit und Detox [so man denn daran glauben möchte] interessiert . Außerdem soll der Tee beim Abnehmen helfen, da er aufgrund der enthaltenen Catechine angeblich den Fettabbau unterstützt.  Darf man der Yellow Press glauben, schwören Stars wie Mila Kunis oder Liv Tyler auf das grüne Zeug – was für mich allerdings ehrlich gesagt keine Werbung ist. Im Gegenteil: Schon mal von einem Hollywood-Sternchen gehört, das durch seinen gesunden Lebenswandel und sein liebevolles Verhältnis zu seinem eigenen Körper in die Schlagzeilen geriet? Eben. Und ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass die Damen Kunis und Tyler ohne Matcha nun gleich zum Moby Dick werden würden. Warum habe ich das Matcha-Zeug dann gekauft? Ganz ehrlich? Ich habe keine Ahnung. Ich wollte mir und meiner Gesundheit einfach mal wieder was richtig Gutes gönnen und es kam mir ein bisschen zu profan vor, einfach nur Äpfel und grünen Salat zu essen. Das ist nicht Gesundheit 2.0, sondern… äh… Steinzeit?! Völlige Lifestyle-Verweigerung?! Da kann ich ebenso gut in Fake-Chucks (10€, Deichmann), meiner 10 Jahre alten Yogahose (vom Kaffeeröster, hält besser als das fünfmal so teure Markenteil) und meiner Etro-Tasche, an der noch das Ubup-Schildchen (Secondhand) baumelt, in der Bar vom Waldorf Astoria aufschlagen und ein Dosenbier ordern.

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Rahua: Ich kann zaubern und Hypes in Flops verwandeln.

Natürliche Haarpflege liegt im Trend und wer zugibt, dass er noch Silikon an seine Haare lässt, könnte ebenso gut gestehen, dass er zum Frühstück ein halbes Schwein frisst. Roh. Nun, ich lasse gelegentlich in kleiner Dosis Silikon an meine Haare, weil ich sie sonst nicht handlen kann. Und ja, ich habe es wirklich ohne versucht und einen desaströsen Ausflug durchs haarige Reich der Naturkosmetik hinter mir. Übrigens inklusive einer Naturhaarfärbung und ich sage mit einer für mich völlig untypischen Konsequenz: nie wieder lasse ich so ein Zeug an meine Haare. Nie wieder. Die restlichen Pflegeprodukte verschiedenster Preisklassen waren bei meinen(!) Haaren auch für die Tonne, während andere voll des Lobes sind. So ist das halt: Es lässt sich einfach nichts verallgemeinern – nicht mal die Wirkung eines Shampoos.

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