Unfair. Der Klamotten-Post, der sich selbst schrieb.

Dies ist der klassische Fall eines Posts, der beim Schreiben ein komplettes Eigenleben entwickelt hat. Das passiert mir recht selten, aber es passiert. Eigentlich wollte ich ja darüber schreiben, dass ich vor einiger Zeit Secondhandshops für mich entdeckt habe – als Käuferin. Und dass ich mir nun quasi die andere Seite angeschaut habe – nämlich die der Verkäuferin. Ich habe, wie geplant, die Gründe aufgeführt, die meine naserümpfende Abneigung gegenüber Secondhandklamotten Stück für Stück aufgeweicht haben – nämlich u.a. die folgenden:

  • Die Billigfähnchen sind nicht billig und irgendjemand muss dafür zahlen.
  • Die Herstellungsbedingungen schädigen die Umwelt.Und die Gifte bleiben nicht vor Ort, sondern landen gelegentlich auch in unserem Kleiderschrank.
  • Und zu guter Letzt freut sich natürlich auch der Geldbeutel.

Doch dann entglitt mir der Post. Zack… weg war er. Und das lag an den oben erwähnten Billigfähnchen! Ich will nun ganz gewiss nicht für H&M, C&A, Tchibo & Co in die Bresche springen – obwohl sich in meinem Schrank diverse Kleidungsstücke dieser Hersteller finden. Allerdings ist es leider viel zu kurz gegriffen, lediglich die Hersteller der Billigklamotten an den Pranger zu stellen, denn die anderen sind auch nicht besser – mögen die Namen auch noch so edel klingen und einem die Preise die Tränen in die Augen treiben. Weil ich nicht unfair sein wollte, habe ich diesbezüglich ein klein wenig recherchiert und schon nahm der Post, der sich fortan quasi von alleine schrieb, seinen Lauf. Shit happens, da müsst ihr jetzt durch.

„Unfair. Der Klamotten-Post, der sich selbst schrieb.“ weiterlesen

Kolumne|Mein Poncho und ich…

An  manchen Klamotten scheiden sich die Geister. Für die InStyle lesende Frau sind sie ein Must-have, dem Mann treiben sie die Tränen in die Augen. Leider sind es keine Freudentränen. Die Rede ist von Haremshosen und Keilabsätzen. Oder von meinem Poncho.

Mein Grobstickponcho mit Fransen und ich… hach… das war Liebe auf den ersten Blick! Ein Poncho ist nicht nur einfach ein Kleidungsstück, das ist eine Lebenseinstellung! Ponocho überwerfen, rein in die bikerähnlichen Boots und nun: Gebt mir meine Harley… ähm… mein Pony! Na gut… ich geh zu Fuß. Als der Mann mich zum ersten Mal in dieser wunderbaren Strickkreation erblickt, sieht er weder Pony noch Harley und den Duft des Wilden Westens riecht er auch nicht. Stattdessen lese ich in seinem verständnislosen Blick ‚Warum hängst du dir nen Teppich um?‘ Die stylishe Frau ignoriert das, träumt vom jungen Terence Hill und lässt sich vom Mann zu einem Spaziergang ausführen, was natürlich das erste Problem aufwirft. Ein Grobstickfransenponcho ist nicht unbedingt großstadtkompatibel. Also ab in die Walachei, genau dorthin wo es weder Chrom noch Glas gibt. Nur Matsch und umgestürzte Bäume. Dort sind mein Poncho und ich richtig, dort fühlen wir uns wohl. Yihaaaa….

Sitze mit dem Mann im Auto und während er fährt, bereite ich mich mental auf meinen stylishen, unglaublich lässigen Auftritt vor – den außer mir kaum jemand miterleben wird, weil ja niemand da ist – als eine Fluse an meiner Nase vorbeisegelt. Wo kommt die jetzt so plötzlich her? Der Mann an meiner Seite wird nervös. Flusen, Fussel und Krümel mag er noch weniger, als eine Frau, die ihre Figur in ein teppichähnliches Etwas hüllt. Hebe den Arm, um die Flusen lässig beiseite zu wedeln, werfe einen Blick auf meinen ehemals schwarz bejeansten Oberschenkel und registriere, dass ich aussehe wie ein Wellensittich in der Mauser! Mein Poncho flust alles voll! Vor allem mich! Wenn ich das Teil noch ein bisschen länger trage und mich noch ein bisschen mehr bewege, sehe ich aus wie Chewbacca! Die Liebe zwischen mir und meinem Poncho bekommt einen haarfeinen Riss.

„Kolumne|Mein Poncho und ich…“ weiterlesen

Gelesen| Der Berliner Stil: (k)ein Verriss. Oder: Sind wir nicht irgendwie alle Französinnen?

#kannSpurenvonIronieenthalten

Und: Warum ich keine echte Berlinerin bin. [Oh mein Gott, ich habe es wirklich nicht gewusst!!!] Irgendwann ist immer das erste Mal und nun hat es tatsächlich ein Buch geschafft, mit einem Satz bei mir untendurch zu sein. In „Der Berliner Stil“ heißt es in der Einführung „Die neue Berlinerin“:

Die meisten Berliner sind „Zugezogene“. So wie ich […]

Ach ja? Ist das so? Und nun soll ich mir  *arroganter Großstadtzickenmodus an* von einer Zugezogenen [sorry, ich habe das nicht ins Spiel gebracht, hätte ich von mir aus auch nie getan!] erklären lassen, wie „wir Berliner“ modisch ticken? Es ist mir wohl bewusst, dass es an Majestätsbeleidigung grenzt, das zu schreiben, weil die Autorin eine große Nummer ist und Berlin kennt wie kaum eine andere. Aber ich darf ja wohl ein bisschen biestig werden, wenn ich erfahre, dass ich Frau Taschens Style Guide zufolge keine echte Berlinerin bin, [und glaubt mir: nach 44 Jahren, in denen ich mich für eine gebürtige Berlinerin hielt, ist das ein echter Schock! Gut möglich, dass ich ein sehr persönliches Buch schreiben muss, um dieses Trauma zu verarbeiten!] , denn merke: „Die Berlinerin geht ungeschminkt, sie trägt allenfalls roten Lippenstift. Ihr Blond kommt aus der Sprühflasche…[…]“

Arschkarte. Ich bin nicht blond und ich besitze keinen Lippenstift. Auch keinen roten. Nur Lipgloss. Und ich benutze immer BB-Creme, Mascara und Kajal, wenn ich aus dem Haus gehe. Schon habe ich eigentlich keine Lust mehr, das Buch zu lesen. Tue ich aber trotzdem, weil ich es bezahlt habe [warum eigentlich?! Andere bekommen Rezensionsexemplare!]  und wenigstens mal einen Blick reinwerfen möchte und weil es ja leider auch stimmt. Denn: Gebürtige Berliner sind in der Minderheit und jeder zweite wurde woanders geboren. Und so viele tolle Rezensionen auf amazon und in diversen Blogs können ja auch nicht irren. Oder?

„Gelesen| Der Berliner Stil: (k)ein Verriss. Oder: Sind wir nicht irgendwie alle Französinnen?“ weiterlesen

Queen of the Presswursthöschen…

Spanx, Shapewear, Presswurstunterwäsche – da hat jeder eine Meinung zu. Ich auch. Es ist noch nicht allzu lange her, dass ich fröhlich rumkrakehlte, dass mir diese Presswurstwäsche nicht ins Haus kommt, weil ich von dieser  Schummelei nichts halte. Interessante Aussage von jemandem, der sich die Haare färbt und sich in Nudetönen schminkt, damit er wie ungeschminkt aussieht. Und somit seinen Teil dazu beiträgt, dass die Mode- und Schönheitsindustrie Quadrillionen mit uns verdient, weil wir uns ja zeigen wollen, wie wir sind – halt nur in optimierter Form.

Woher der Sinneswandel? Wurde mir frei Haus geliefert. Gemeinsam mit einem knielangen, auf Figur geschnittenen schwarzen Jersey-Tunikakleid. Was für ein fieses Teil! Das verzeiht nicht nur gar nichts, sondern ist gewissermaßen die Heidi Klum in meinem Kleiderschrank – der Stoff gewordene Makeldetektor, der sofort Alarm schlägt. Es ist grausam. Ein BH-Träger, der einschneidet? Oder ein noch nicht endgültig verstoffwechseltes Mittagessen? Spot an und Aufmerksamkeit, wem keine Aufmerksamkeit gebührt! Naheliegender Gedanke? Natürlich nicht „Schick das Teil zurück!“. Sondern „Hm… wenn du das – oder besser gesagt: dich – ein bisschen optimieren könntest, so hier und da… dann würde das viel viel besser aussehen.“ Tja… wie war das? Von wegen, ich verbiege mich doch nicht, um in meine Klamotten zu passen und die ideale Klamotte schmeichelt mir?!? Goodbye Stolz  – hello Presswursthöschen.

Presswurst? Nö. Nur Wasser und Sport…

Die normale Frau spricht natürlich nicht über ihre geheime Affäre mit Presswurst &Co. Und die Promi-Frau setzt nochmal eins drauf und erzählt stattdessen was von  guten Genen, hartem Training, einem waaaaaahnsinnig tollen Couturier und einem guten Draht zur Schwerkraft und so. Aber ich bin halt nicht normal. Also Zeit fürs Outing. Und somit bekenne ich: Ich trage gelegentlich eine Shapewearehose oder ein Shapewearkleidchen und ich gebe beides nicht mehr her! Nie wieder! Die Hose ist superbequem und im Gegensatz zu allen Horrorstorys, die da kursieren, kann ich in dem Teil atmen, essen und mich auf bequem auf der Couch rumlümmeln. Im Kleidchen ebenso. Ich liebe meine Formwunder, weil sie mich in manchen Situationen einfach besser aussehen lassen, ich mich „gut eingepackt fühle“ und die Laune an diesen blöden „Ich fühle mich wie ein gestrandeter Wal“-Tagen vom Keller in den 1.Stock steigt. Allerdings versuche ich auch nicht, mich einige Konfektionsgrößen kleiner zu quetschen und aus der 38/40 eine 32/34 zu machen. Schon möglich, dass einem das die Luft abschnürt. Ich trage mit meinen Presswurstklamotten eine optimierte 38/40 und das ist absolut in Ordnung so. Vor allem bekomme ich halt auch keinen Nervenzusammenbruch, wenn ich die Teile  ausziehe, da Wunsch und Wirklichkeit eben nicht sooo weit auseinander liegen. 😉

 

Die Preisfrage

Die Preise der formenden Teile variieren beträchtlich. Hatte mich im vergangenen Jahr auf der Suche nach einem hochgeschnittenen Höschenmodell mit angesetztem Bein durch verschiedene Shops geklickt und bin dabei auf eine Bandbreite von ca. 9 – 50 € gestoßen. Dem Preis geschuldet ist meine Zauberunterbüx nicht das Original, sondern die günstige Variante von C&A, von der ich eigentlich nicht allzu viel erwartet hatte. Was soll man schon von einem 12€-Teil erwarten?! Aber siehe da: Passform perfekt und Formstabilität und Langlebigkeit mehr als zufriedenstellend. Ich bin wirklich begeistert – wenn ich nicht überlege, wie die Hose wohl hergestellt sein worden mag.

„Queen of the Presswursthöschen…“ weiterlesen

Fast Fashion:Warum ich meine Lieblingsjeans manchmal hasse.

Ich liebe Jeans. Vor allem die im Used-Look. Und ein Blick auf Instagram und ähnliche Inspirationsplattformen legt derzeit nahe, dass frau ohne zerfetzte Jeans in dieser Saison wohl ihre Modedaseinsberechtigung verloren hat. Gut, zerstören kann ich meine Jeans alleine, aber ein Leben ohne sie ist für mich schlichtweg nicht vorstellbar. Nachdem ich mich vor einiger Zeit allerdings intensiver mit ihrer Herstellung befasste, erhielt meine Jeansliebe einen gewaltigen Dämpfer. So gewaltig, dass ich keine Lust hatte, mir neue Jeans zu kaufen und zum Glück war das auch nicht nötig. Faire oder umweltvertägliche Herstellung? Und im Himmel ist Jahrmarkt. Da macht es leider auch keinen Unterschied, ob ihr zum 10€-Wegwerfartikel oder der edlen Labeljeans greift- in den Drecktümpeln hinter den Fabriken vereinen sich die Farb- und Giftstoffe von „billig“ und „edel“ und ich muss zugeben, dass mich das am meisten ärgert. Natürlich würde ich für eine tolle und verträglich hergestellte Jeans auch mehr zahlen – aber eben deshalb, weil sie fair hergestellt wird und nicht, weil man sie irgendwelchen VIPs überstreift und die Welt mit Werbekampagnen überrollt.

„Fast Fashion:Warum ich meine Lieblingsjeans manchmal hasse.“ weiterlesen

#WearTheChange -was ist dir (d)ein T-Shirt wert? + Update: Wie viel ist euch das Shirt denn nun wirklich wert?

Das Thema Fast Fashion habe ich am Beispiel meiner Lieblingsjeans bereits kritsch unter die Lupe genommen. Logisch, dass ich da die Aktion #WearTheChange von Lillika Eden mehr als spannend finde, denn da heißt es: Zahle für das T-Shirt den Preis, den es dir wert ist.

Das Berliner Label Lillika Eden, 2014 von Julia und Daniel Schmidt gegründet, setzt konsequent auf faire Produktion und Nachhaltigkeit. Das heißt: überwiegend GOTS-zertifizierte Bio-Stoffe, keine tierischen Materialien und eine Produktion in Deutschland (Berlin u. Sachsen). Getreu der Philosophie:

Etwas Schönes darf nicht unter hässlichen Bedingungen entstehen.

Und um das eindrucksvoll unter Beweis zu stellen, gibt es anlässlich der diesjährigen Fashion Week ein Experiment im Onlineshop von Lillika Eden. Ihr könnt zeigen, was euch Mode wert ist. In diesem Fall ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Wear the Change“. Möchtet ihr den Primark-Preis zahlen? Den von H&M, Nike oder Chanel? Oder den tatsächlichen Preis? Zur Auwahl stehen die Preiskategorien: „#WearTheChange -was ist dir (d)ein T-Shirt wert? + Update: Wie viel ist euch das Shirt denn nun wirklich wert?“ weiterlesen

Kolumne| Fashion-Drama: Wenn einen die Clutch zum wassermelonentragenden Baby macht.

Ich liebe Taschen. Na gut, nicht alle. Nur die großen. Und es ist mir auch total egal, dass das eine Steilvorlage für dumme Kommentare wie ‚Wo will denn die große Tasche mit der kleinen Frau hin‘ oder ‚Tragen wir heute unser Hauszelt spazieren‘ provoziert. Ich bin klein, aber ich kann verdammt große Taschen tragen  – und ich kann sie leider Gottes auch mühelos vollstopfen. Es leuchtet selbst einem Taschenjunkie wie mir ein, dass es wohl nicht normal ist, drei Tage lang einen Handball (Größe 2) mitzuschleppen, ohne was davon zu merken! Oder neulich eine Salatgurke. Die lag zwei Tage lang in meiner Tasche und hat mich nicht gestört!

Hätte ich die Tasche nicht auf der Suche nach meinem Lipgloss durchwühlt, hätte ich meiner kleinen Gurkenbegleitung auch weiterhin die Stadt gezeigt und ihr vielleicht noch einen kleinen Gesellschafter [bisschen Obst oder anderes Gemüse] spendiert. Das wirft Fragen auf. Etwa: Wenn ich zwei Tage diese Gurke in meiner Tasche spazierentrage, OHNE es zu merken, ist meine Tasche dann zu groß oder war die Gurke zu klein? Und was sagt das über mein Gedächtnis aus? Wären Achtsamkeitsübungen eine gute Idee? Muss ich mein Kaufverhalten überprüfen? Warum kaufe ich Sachen, die ich offenbar nicht vermisse?! Oder sollte ich mir vielleicht lieber mal eine kleinere Tasche zulegen? Eine, in die eine Salatgurke gar nicht erst reinpasst?

„Kolumne| Fashion-Drama: Wenn einen die Clutch zum wassermelonentragenden Baby macht.“ weiterlesen

How to| Minimalismus im Kleiderschrank

Bekam neulich im Rahmen einer mond- und hormongesteuerten Dramaquee-Phase wieder einen Nervenzusammenbruch, weil mein Kleiderschrank zu klein ist. Gut, das sagt so ziemlich jede, aber meiner ist wirklich klein! Ich zumindest finde meinen Dreitürer (135cm breit, Doppeltür mit Kleiderstange und hinter der anderen Tür die Fächer) für eine an Kleidung interessierte Frau klein. Hätte ja am liebsten einen begehbaren Kleiderschrank. Oder ein Ankleidezimmer mit Blick aufs Meer! [Bei mir soll alles Blick aufs Meer haben….Küche, Arbeitszimmer, Lesezimmer/Bibliothek, Ankleidezimmer, Schlafzimmer, Sport/Yogaraum… und das möchte ich alles in einem Cottage unterbringen. Dürfte ein interessantes Haus werden. Sollte ich jemals in die Verlegenheit kommen, das in die Tat umzusetzen zu wollen, kann sich der Architekt schon mal die Karten legen…], solange ich das aber nicht habe, muss ich mich dem anpassen, was ich habe.

Ein kleiner Kleiderschrank zieht große Probleme mach sich…

 

Ein kleiner Kleiderschrank ist nicht nur lästig, er nötigt mich seit geraumer Zeit auch dazu, regelmäßig Ordnung zu schaffen und bewusst zu shoppen. Was passiert, wenn ich es nicht tue? 

 

  • Da ich sehr viele schwarze Oberteile besitze, verliere ich logischerweise irgendwann den Überblick, obwohl meine Trefferquote immer besser wird.
  • Sachen geraten somit schlichtweg in Vergessenheit, weil ich sie nicht regelmäßig trage.
  • Und schon setzt sich ein Teufelskreis in Gang: Ich greife immer zur  bewährten Kombi, weil der Rest nach hinten gerutscht ist und wundere mich dann, warum das so langweilig (weil immer gleich) aussieht. Also  möchte ich neue Sachen kaufen, um mehr Abwechlsung reinzubringen. Da sich aber mittlerweile mein eigener Stil rauskristallisiert hat, greife ich wie ein Trüffelschwein zu den Sachen, die eh in mein Beuteschema passen und die schon irgendwo im Schrank liegen… ich seh sie halt nur nicht.

Also miste ich regelmäßig meinen Kleiderschrank aus– und zwar immer dann, wenn ich Sommer- u. Wintersachen umschichte, macht zweimal pro Jahr. Was bei der aktuellen Inventur rauskam, ist nach Jahren des regelmäßigen Entrümpelns dennoch nicht wirklich minimalistisch. Andererseits: Wie viele Klamotten darf ein Minimalist – der ich ja eh nicht bin-  haben? Die Sachen müssen ja auch gewaschen werden und eine Waschmaschine, die nur zu einem Viertel gefüllt ist, ist auch nicht optimal, oder?

„How to| Minimalismus im Kleiderschrank“ weiterlesen

Gelesen|Pariser Chic von Ines de la Fressange. Und: Was hat es mit diesem „Je ne sais quoi“ auf sich?

Was fällt mir zu Ines de la Fressange ein? Ganz einfach: Wow, was für eine tolle und faszinierende Frau. Kein „Schau! Mal! Wie sexy und verführerisch ich bin“-Hascherl, das den Ausschnitt noch ein bisschen weiter runter und den Rocksaum noch ein bisschen weiter hoch zieht und sein American-Soap-Darstellerinnen-Mähnchen schüttelt und dabei versucht, total lässig und unverkrampft zu wirken. Die Fressange ist lässig und unverkrampft und strahlt genau das aus. Für mich gehört die mittlerweile 58-jährige zu den Frauen, die mir zeigen, dass eine phänomenale Wow-Ausstrahlung kein Vorrecht von 20-jährigen Styling-Klons ist – wenn frau gut auf sich achtet und mit sich im Reinen ist. Einen Sympathiebonus bekommt die Fressange von mir für ihre Aussage, dass sie den Alterungsprozess dadurch meistert, dass sie weniger in den Spiegel schaut. [1] Sehr sympathisch. Geht mir genau so – auf einem anderen Niveau. Ich bin also ein Fressange-Fan und musste mir logischerweise ihr Buch zulegen.

Das Buch: Da Ines de la Fressange für viele als der Inbegriff „der Pariserin“ gilt, ist es nur folgerichtig, dass sie einen Stil-Ratgeber namens „Pariser Chic – Der Style-Guide verfasst hat. Der Ratgeber umfasst 240 Seiten und gliedert sich in vier Kategorien:

  • Was trägt die Pariserin
  • Wie pflegt sich die Pariserin
  • Chez moi
  • Ines‘ Paris

Ich mag das Buch so gerne, dass ich es immer wieder zur Hand nehme. Es ist witzig illustriert, die Texte sind locker-flockig geschrieben und es ist mit tollen Fotos aufgelockert, so dass ich mich während des Schmökerns gleich ein wenig stylisher fühle. Klar auch, dass Ines de la Fressange das Rad nicht neu erfindet, sondern auf altbewährte Styling-Tipps setzt, den ich hier mal in eigenen Worten wiedergebe.

„Gelesen|Pariser Chic von Ines de la Fressange. Und: Was hat es mit diesem „Je ne sais quoi“ auf sich?“ weiterlesen

Ausrangiert: Drei, zwei, eins – deins.

Neulich haben wir gemeinsam den Kleiderschrank entrümpelt und möglicherweise kommen bei der #Schrankmonster-Aktion von Ela noch weitere Fehlgriffe zutage. Somit stellt sich nun logischerweise die Frage: Wohin mit den ausrangierten Sachen? Wegwerfen ist bei einigen Stücken einfach keine Option. Eigentlich hätte ich mich jetzt dem Flohmarkt widmen wollen. Nur… wer stellt sich schon bei diesem Wetter auf den Flohmarkt? Ich nicht. Gebe aber zu, dass mir auch die knallharte Feilscherei („Ich gebe dir 50 Cent für die Hose“ „50 Cent? Für die Hose, an der noch das Etikett hängt? Ach nein. Lass mal. Ich schenk sie dir!“) den Spaß ein wenig verleidet hat und ziehe daher bequemere und wärmere Varianten vor. Und da gibt es einige: Secondhand-Boutiquen (und das auch in der Onlinevariante) oder Swap-Partys. Und natürlich freuen sich auch diverse karitative Organisationen über Sach- und Kleiderspenden. Ich habe da mal ein paar Links zusammengesammelt.

Beginnen wir mit der Secondhand-Boutique. 

 

 

Dort lässt es sich nämlich nicht nicht nur wunderbar einkaufen, sondern auch ebenso gut verkaufen, da man die ausrangierten Sachen in Kommission geben kann. Normalerweise und wenn der Laden nicht aus allen Nähten platzt. Das klappt allerdings nur bei aktueller Saisonware, denn wer möchte sich den Laden schon im Frühling mit Winterjacken vollknallen? Auch klar: Je hochwertiger die Stücke, desto eher werden sie einem aus der Hand gerissen und abhängig von der Boutique kann es auch gut sein, dass generell nur Designer-Teile abgenommen werden. Doch egal ob Chanel oder C&A: Mit Sachen, die nicht mindestens gut bis hervorragend erhalten sind, kann man sich den Weg sparen – das gilt zumindest in den Boutiquen, in denen ich auch selbst stöbern würde. Ich mag diese Variante, um meine ausrangierten Stücke loszuwerden, allerdings gibt es neben all den Vorzügen einen Wermutstropfen…

„Ausrangiert: Drei, zwei, eins – deins.“ weiterlesen

Interessante Secondhandshops im Netz

Wie steht ihr zu Secondhandkleidung? Bisher hatte ich damit ehrlich gesagt meine Probleme. Denn wer von uns kann schon wie Carrie in  Sex and the City sagen: „Die Tasche ist Vintage, von Chanel.“ Glamour war so ziemlich das Letzte, was ich mit Secondhandware in Verbindung brachte. Und dann kam eine Tasche, in die ich mich auf den ersten Blick verliebte. Blöderweise stammte die aber aus einem Secondhandshop. Wie von selbst fielen auch gleich noch drei Kleider in den Warenkorb. Und als ich die Sachen zu Hause akribisch untersuchte, warf ich meine Vorurteile über Bord. Secondhand und ich, das war definitiv keine Liebe auf den ersten Blick. Aber manche Sachen brauchen eben etwas länger.  Reden wir mal über Marken und Preise. Obwohl ich das normalerweise nicht mache und ein Label, so es denn überhaupt vorhanden ist, gerne so trage, dass man es nicht sieht. Aber ohne das Wissen um Labels und deren reguläre Preise ergibt das weniger Sinn. Erbeutet habe ich:

„Interessante Secondhandshops im Netz“ weiterlesen

Gelesen| Paris in Style

Obwohl ja oft und gerne über den Stil „der“ Pariserinnen geredet und gerätselt oder von ihm geschwärmt wird, gibt es doch erstaunlich wenig Ratgeber, die sich mit dem Thema befassen. Oder habe ich da nur noch nie richtig hingeschaut? Bislang fiel mir lediglich der „Pariser Chic“ von Ines de la Fressange in die Hände. „How to be Parisian“ ist zwar sehr französich, aber eben kein Fashionguide. Natürlich musste ich da nicht lange überlegen, ob ich mir „Paris in Style – Der persönliche Fashionguide“ zulege. Ich weiß nicht genau, woran es liegt, aber der französische Look – wobei mir schon klar ist, dass sich diese Verallgemeinerung eigentlich verbietet! – fasziniert mich. Das hebt sich für mich halt schon deutlich vom bemühten Perfect-Style der Amerikanerinnen ab. Oder dem Sophisticated-Look der Italienerinnen und dem… ähm… was für einen Stil haben die deutschen Frauen eigentlich? Bin da aber zugegebenermaßen auch nicht ganz objektiv, weil man mich, wie bereits erwähnt, mit nahezu allem ködern kann, was mit einer Kombination aus „Paris“ und „Style“ beworben wird.

Aber zurück zum Fashionguide…

Der wurde von Isabelle Thomas und Frédérique Veysset geschrieben. Thomas, ehemals Modejournalistin und –redakteurin arbeitet heute als Personal Stylist und Veysset ist Modefotografin, woraus folgt, dass da zwei Profis am Werk sind und man einiges vom Buch erwarten darf. Der Fashionguide hat 192 Seiten und gliedert sich in folgende Kapitel:

  • Einleitung: Was ist das Besondere des French Style?
  • Finden Sie Ihren Stil
  • Muss man jeder Mode folgen? Oder muss die Mode uns folgen?
  • Was man uns Frauen weismachen will – Klischees, denen man noch immer Glauben schenkt
  • À la vie à la mode – Freunde, auf die man zählen kann
  • So ändern Sie Ihre Silhouette – Details, die Ihr Aussehen aufpeppen
  • Günstig und gut gestylt – Verleihen Sie Klamotten von der Stange das gewisse Etwas
  • Eine Geschmacksfrage – Manches hat einen schlechten Ruf und doch…
  • Eine Jeans für jeden Tag – Von Montag bis Sonntag gut gekleidet
  • Die Tasche fürs Leben – der man auch mal untreu sein kann
  • Das kleine Schwarze – Sein guter Ruf eilt ihm voraus
  • Willkommen im Land der Bourgeoisie – Die Garderobe der französischen Oberschicht
  • Im Kleiderschrank der Anderen – Was sich Brauchbares in fremden Kleiderschränken finden lässt
  • Schick aus zweiter Hand – Zweite Hand und Vintage-Look
  • Kann ich das noch tragen? Altersbeschränkungen
  • Anhang: Die besten Adressen in Paris (Shopping, Restaurants)

 

„Gelesen| Paris in Style“ weiterlesen

Kleideschrank-Zen: Entrümpeln, aber richtig.

Ich habe nichts anzuziehen. Davon allerdings recht viel. Mein Kleiderschrank ist voll. Und zwar voll mit „nichts zum Anzuziehen“. Wobei es „nichts“ nicht ganz trifft. Ich greife einfach routinemäßig zu meinen erprobten und für gut befundenen Lieblingsoutfits, womit „nichts“ gleichbedeutend mit „immer dasselbe“ ist. Mehr oder weniger. Solange ich mir nicht darüber im Klaren bin, ob „immer dasselbe“ vielleicht mein persönlicher Stil ist, führt das in schöner Regelmäßigkeit zu folgendem Szenario: Hochgradig genervt von meiner styletechnisch nicht vorhandenen Kreativität öffne ich die Pforten der Hölle – übersetzt: den Kleiderschrank – reiße alles raus, was nicht niet- und nagelfest ist, schichte es in einem Haufen vor mir auf, um das Nichts genauer in Augenschein zu nehmen… und dann möchte weinen, weil es mich gefühlt zwei Tage kosten wird, um dieses Chaos zu beseitigen. Neue Klamotten kaufen und die irgendwo dazwischenstopfen, wäre leichter – aber darum soll es hier nicht gehen. Denn das heutige Thema lautet: Den Kleiderschrank sach-und fachgerecht ausmisten, da hat jeder seine eigene Strategie. Und meine möchte ich heute mit euch teilen. Benötigt werden:

  • Die entsprechende Laune [s. Punkt I]
  • Umzugskartons oder große Müllsäcke
  • Zeit! Viel Zeit! Mindestens ein Nachmittag!
  • Gute Musik, Nervennahrung, Telefonnummer vom Pizzadienst

I.Timing ist alles: Einen Kleiderschrank kann man nicht einfach „irgendwann“ aufräumen und das gilt vor allem für die, die mit den Kleidungsstücken bestimmte Erinnerungen verbinden. ‚Ach… die Jeans habe ich beim ersten Date getragen… und in dem Kleid habe ich meinen Mann kennen gelernt… hach…‘ seufz. Dass die Jeans ihre besten Tage lange hinter sich hat und das Kleid erst in 30 Jahren wieder in sein wird, wird dabei gerne vergessen und das ist schlecht, denn der Kleiderschrank vergisst nichts und ist irgendwann mal voll. An Tagen, an denen man irgendwo zwischen Melancholie, Nostalgie und „Laissez-faire“ schwankt und unheimlich tolerant ist, ist das Ausmistvorhaben tendenziell zum Scheitern verurteilt! Ich würde da lieber Kaffee trinkend und Kuchen essend ein Modemagazin durchblättern und die Zeit sinnvoll nutzen. Ideale Ausmisttage sind die, an denen man sich sogar von sich selbst scheiden lassen würde und mit allem und jedem ratzfatz kurzen Prozess macht. Wenn es also mal wieder so weit ist: Schrank auf, alle Klamotten rausreißen und los geht’s…

„Kleideschrank-Zen: Entrümpeln, aber richtig.“ weiterlesen