Kolumne| Das gelbe Wunder…

An manchen Tagen betrübt es mich, dass ich ein über die Maßen begeisterungsfähiges Wesen bin, das willens ist, ziemlich viel zu glauben. Ich glaube nämlich fast alles – wenn es mir in den Kram passt. Und so höre ich sehr genau hin, wenn von dem Wundermittelchen die Rede ist, das mir Schönheit und Gesundheit verschafft. Selbstverständlich gibt es immer nur ein Wundermittelchen, nie mehrere zugleich. Dieses wunderbare Etwas kann sich allerdings nur so lange mit seinem Titel schmücken, bis es von einem neuen, durch Hollywood, Zeitschriften, Instagram und diverse Blogs geisternden Wundermittelchen vom Thron gekegelt wird. Die Halbwertszeit dieser  Wundermittelchen ist ja verdammt kurz ist. So kurz, dass ich sehr genau hinhören muss, ehe ich das Ding nur noch vom Must-have-Thron purzeln höre – und wenn es da runtergefallen ist, will ich’s auch nicht mehr haben. Bin ja kein Müllschlucker.

Ich höre allerdings nicht nur genau hin, sondern auch sofort wieder weg. Nämlich dann, wenn sich herausstellt, dass 10 ml des unglaublichen Wasauchimmers 200 Euro kosten. Oder wenn das Zeug nur im Rahmen zahlreicher Sitzungen – von denen jede Sitzung 200 Euro kostet – in meinen Körper injiziert werden kann. Bin immer sehr daran interessiert, den Wirtschaftskreislauf in Schwung zu halten, aber irgendwann ist auch mal Schluss. Und deswegen werde ich wirklich hellhörig, wenn jemand, der meines Wissens nach kein  Geld daran verdient, ein Wunderding preist, das nicht medienübergreifend gehypt wird, weil es gerade an 20-jährigen Hooywoodbeautys gesichtet wurde. Sondern einfach nur, weil er davon überzeugt ist. Und genau das tut Dr. Bharat B. Aggarwal in seinem Buch „Heilende Gewürze„mit dem Kurkuma-Rhizom. Das „Supergewürz“ Kurkuma ist vor allem in der indischen Küche zu finden und es verhält sich mit dem Zeug ein bisschen wie mit Chuck Norris: es kann alles und es hilft gegen alles.  Frage mich ernsthaft, wie ich 44 Jahre ohne Kurkuma überleben konnte und nach dem Überfliegen des Kurkuma-Kapitels beschäftigt mich nur noch ein Gedanke: Ich brauche dieses Gewürz. Sofort! Sonst falle ich auf der Stelle tot …ähm…. total frustriert um. „Kolumne| Das gelbe Wunder…“ weiterlesen

Beauty| Was Truman und die Joneses mit meinem High Droxy Gesichtsserum zu tun haben…

Ursprünglich sollte dies ein Text über Kosmetik werden. Darüber, dass hier vor ein paar Wochen das teuerste Gesichtsserum einzog, das ich mir je gegönnt habe. Doch dann kam es, wie es immer kommt: Die Autorin kam mal wieder vom Hölzchen aufs Stöckchen…
Erinnert ihr euch noch an das Leben ohne Internet? Das war die Zeit, in der lediglich Zeitschriften und das Fernsehen in schöner Regelmäßigkeit mein „Haben-will“-Zentrum befeuerten. Alternativ fiel mir gelegentlich eine besonders interessante Verpackung auf und hin und wieder landete – Verpackungsopfer, das ich nun mal bin – irgendwas in meinem Einkaufskorb, von dem ich vorher noch nicht mal wusste, dass es das gibt. Geschweige denn, dass ich es haben will – von brauchen möchte ich gar nicht reden. Und dann kam… tadaa….

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Rahua: Ich kann zaubern und Hypes in Flops verwandeln.

Natürliche Haarpflege liegt im Trend und wer zugibt, dass er noch Silikon an seine Haare lässt, könnte ebenso gut gestehen, dass er zum Frühstück ein halbes Schwein frisst. Roh. Nun, ich lasse gelegentlich in kleiner Dosis Silikon an meine Haare, weil ich sie sonst nicht handlen kann. Und ja, ich habe es wirklich ohne versucht und einen desaströsen Ausflug durchs haarige Reich der Naturkosmetik hinter mir. Übrigens inklusive einer Naturhaarfärbung und ich sage mit einer für mich völlig untypischen Konsequenz: nie wieder lasse ich so ein Zeug an meine Haare. Nie wieder. Die restlichen Pflegeprodukte verschiedenster Preisklassen waren bei meinen(!) Haaren auch für die Tonne, während andere voll des Lobes sind. So ist das halt: Es lässt sich einfach nichts verallgemeinern – nicht mal die Wirkung eines Shampoos.

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Olaplex? Nö. Keraphlex. Haarpflege ohne Silikone.

Werfen wir doch mal ein wenig mit Superlativen um uns und reden von einem „Beauty-Meilenstein“, der „hoch gelobt“ oder „in aller Munde“ [„auf jedem Kopf“ wäre treffender] ist und die Haarpflege und vor allem das Färben revolutioniert. Die Rede ist von dem Must-have für die Haare: Olaplex. Gwyneth, J.Lo und andere Stars schwören darauf – beziehungsweise der Coiffeur ihres Vertrauens – und in den USA ist es das große Ding. Riesengroß. Logisch, dass ich das auch haben wollte. Wie wohl jede Frau, die diese wahnsinnig tollen Vorher-Nachher-Bilder gesehen hat und mit dem ihr gegebenen Stroh nicht so ganz glücklich ist.

Nun ist es schön und gut, an Wunder zu glauben. Das tue ich auch, keine Frage, und ich stehe auch dazu. Parallel dazu halte ich es in Fällen wie diesen jedoch für ratsam, auch ein wenig in die Breite zu gehen. Bei der Recherche. Und auch mal in Langhaarforen u.ä. nach Erfahrungsberichten zu schauen. Da finden sich zwar immer noch sehr viele begeisterte Stimmen, aber auch viele, bei denen das versprochene Haarwunder ausblieb.  Auch irritiert mich, dass auf der Facebookseite des Herstellers zwar tolle Nachher-Bildchen gezeigt werden – aber welche Mähne sieht nicht toll aus, wenn sie von Meisterhand gestriegelt, glattgebügelt oder ums Glätteisen gezwirbelt wird? Na eben. Mit Olaplex behandeltes Haar in ungestyltem Zustand hätte mich ehrlich gesagt ein bisschen mehr überzeugt – angefixt war ich allerdings trotzdem. Nur wollte ich mir keinen neuen Friseur suchen müssen, meiner hat dieses Must-have nämlich nicht im Repertoire. Also was tun? Weitersuchen und etwas finden, was mir noch besser in den Kram passt. Gefunden habe ich: Keraphlex.

 

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