Food| Wer is(s)t eigentlich noch normal?

Mal angenommen, ich habe ein Glas vor mir, in das ich Wasser aus einer Karaffe gießen möchte. Ich möchte viel Wasser ins Glas gießen. Nämlich mehr Wasser, als das Glas fassen kann. Wie trickse ich das blöde Glas  also aus?!

  • Ich überliste das Glas, indem ich das Wasser zur Hälfte mit Apfelessig verdünne oder Zitronensaft und Cayenne Pfeffer reinschütte.
  • Ich putze das Glas feinsäuberlich mit Glasreiniger, nehme  anschließend die Karaffe, mit der ich dreimal gegen den Uhrzeigersinn um den Tisch renne – und fülle dann das Glas, während ich magische Beschwörungsformeln murmele.
  • Ich nehme kein normales Wasser. Nur das, was in einer regnerischen Vollmondnacht von den Blättern eines Ausbacher Rotapfelbaums tropft – weil davon am meisten ins Glas passt.

Gebe zu, dass der Vergleich zwischen Körper und Glas hinkt, aber ihr versteht sicher, worauf ich hinauswill. Nachdem ich in den vergangenen 20 Jahren diverse Ernährungskonzepte ausprobiert habe, geht mir nämlich das Licht auf, dass sich mein Körper doch nicht in dem Maß für blöd verkaufen lässt, wie es mir lieb ist. Es ist ihm egal, ob ich morgens wie ein König frühstücke und das Dinner cancele oder mich mit Lebensmitteln vollstopfe, die Stoffwechsel und Fettverbrauch ankurbeln sollen. Und es scheint, als läge der Mann an meiner Seite – der in seinem Leben noch nie ein Diätbuch oder einen „Achtung! Neue Wunderdiät! Essen Sie dreimal so viel wie zuvor, aber die richtigen Lebensmittel, und werden Sie so schlank, dass Sie sich in Luft auflösen!!!“-Artikel gelesen hat, gar nicht so falsch.

Eigentlich alles ganz easy: Iss nur, wenn du Hunger hast…

 

Er sagt nämlich sinngemäß: „Iss nur so viel, wie dein Körper benötigt – anderenfalls musst du den mit der Nahrung zugeführten Energieüberschuss mit Sport abarbeiten oder du setzt Fett an.“ Als jahrelang von Frauenzeitschriften geprägtes Etwas kann ich da natürlich nur entgegnen: „Totaler Schwachsinn! Du hast doch überhaupt keine Ahnung. Wenn das so einfach ist, warum gibt es dann so viele Diätbücher, Diätfarmen, Abnehmpillen, Fett-weg-Cremes und Superfoods?“ Dazu sagt er nie was. Aber er rollt mit den Augen…

Iss nur so viel, wie du benötigst, eigentlich ganz einfach. Gäbe es da nicht ein klitzekleines Problem: Meine Seele benötigt gelegentlich völlig andere Dinge als mein Körper! Sie schreit eigentlich auch so gut wie nie nach Gemüse oder Obst. Eher nach Schokolade und Pommes. Und über die Menge, die meine Seele verdrücken kann, will ich gar nicht reden. Meine Seele hat sehr viel Hunger. Wenn sie wütend oder frustriert ist, traurig, einsam, genervt oder ihr eine Regenwolke auf den Kopf gefallen ist oder was weiß ich. Es ist also nicht ganz so einfach, nur dann zu essen, wenn man Hunger hat. Und es war ein nicht so leichter Weg, wirklich nur noch dann zu essen, wenn der Hunger nicht seelengesteuert ist. Manchmal führt mich meine Seele immer  noch aufs Glatteis, aber seltener als zuvor. Und wenn ihr der Sinn mal nach Apfeltaschen (Plural), Schokolade oder Currywurst mit Pommes steht, dann bekommt sie das halt mal und der Kopf („Aber das ist total ungesund! Denk an deinen Cholesterinspiegel!!!“) hat Pause.

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Ich bin ja gar nicht naturschön! Aber ich kann tricksen…

In Wirklichkeit bereitet mir beim Aussehen überhaupt keine Arbeit. Graue Haare habe ich mit 43 noch nicht. Ich weiß, das ist sensationell und ich kann es selbst kaum fassen! Ebenso wenig bereitet es mir Probleme, seit ca. 16 Jahren annähernd meine Figur zu halten. Ich kann ja essen, was ich will und ich nehme nicht zu. Gute Gene, 2 Liter Wasser am Tag, viel Bewegung … ihr kennt die Geschichten. Bla, bla, blaaa.

Gut, das ist die offizielle Version. Inoffiziell bin ich in Wochen, in denen Bewegung und Ernährung zu kurz kommen und engere Klamotten angesagt sind, die Queen of the Presswursthöschen. Denn Fakt ist: Ich habe was von einem kleinen Gärtchen. Werde ich gehegt und gepflegt (von innen – mit Licht, Luft und Liebe – und von außen), ist alles super. Wenn nicht, dann ähnele ich einem dieser Naturgärten, die die „Ich schneide die Rasenkante mit der Nagelscheren“-Fraktion (Die gibt es wirklich! Ich habe es gesehen!) in den Wahnsinn treiben. Ich liebe Naturgärten – finde ich viel schöner als englischen Rasen – aber ich bin mir nicht sicher, ob ich selbst einer sein möchte. Und darum trickse ich und stehe auch dazu. 😉

1. Frische-Kick mit Trockenshampoo: Um Trockenshampoo habe ich ja lange einen großen Bogen gemacht. Das war für mich alter Muff, der mich an meine Oma erinnert hat. Außerdem fand ich die Vorstellung, die Haare nicht zu waschen, sondern Trockenshampoo auf den fettigen Haaransatz zu nebeln, ziemlich… nun ja… unappetitlich. Und dann schwappte diese „ich nehme auch ein Trockenshampoo“-Welle durch die Blogosphäre und ich stieß durch diese wunderbare Bloggerin (die mittlerweile nur noch auf Instagram zu finden ist) auf die Produkte von Lee Stafford. Nein, wir schauen lieber nicht bei Codecheck, was die zu den Shampoos und Haarkuren von Stafford sagen. Aber ich sage euch, dass ich den Geruch der Produkte phänomenal finde. Ich bin ein bisschen süchtig danach. Shampoo und Kur nehme ich mittlerweile nicht mehr, aber beim Trockenshampoo Lee Stafford Dry Shampoo Original blieb ich kleben. Gibt’s sogar für dunkles Haar und das werde ich demnächst ausprobieren. Das Trockenshampoo nehme ich übrigens nicht nur, wenn ich die Haarwäsche auf den zweiten Tag (länger halte ich’s derzeit beim besten Willen nicht aus) schieben möchte, sondern ich sprühe es gelegentlich sogar ins frisch gewaschene Haar. Warum? Weil es die Haare griffiger macht und schönes Ansatzvolumen verleiht. Die Haare lassen sich danach einfach besser stylen. Und der Geruch… wenn es nicht so abwegig wäre, würde ich das Zeug wohl auch als Deo oder Parfüm benutzen. 😉 „Ich bin ja gar nicht naturschön! Aber ich kann tricksen…“ weiterlesen

Beauty| Auswaschbare Haartönungen im Test

Heute gibt’s einen Post, der schon länger in der Pipeline schlummert, weil er Vorbereitungszeit erforderte. Es geht nämlich um Haartönungen. Und da ich die alle eigenhändig.. äh… eigenhaarig getestet habe, musste dieser Post gewissermaßen reifen. 😉 Im Fokus steht vor allem die Frage, ob eine Haartönung auch mal die Haarfarbe ersetzen kann. Antwort: Ja, das kann sie – bis zu einem gewissen Grad und abhängig davon, welches eure Grundhaarfarbe ist, welche Tönung ihr nehmt und wie eure Haare die Tönung annehmen.

 Eine Haartönung gegen das Grauen – Brünette ausnahmsweise mal bevorzugt

 

Ich bin seit jeher eine Tönungsliebhaberin und habe das Zeug schon vor 20 Jahren gerne mal zur Farbauffrischung genutzt – allerdings wurden die einfachen Tönungen (= die, bei denen wirklich nichts zusammengemischt werden muss!) irgendwann aus den Regalen der Drogeriemärkte geräumt. Intensivtönungen und Haarfarben gab’s weiterhin en masse, einfache Tönungen nur mit sehr viel Glück. Finde ich echt ärgerlich, denn:

  • Tönungen (nicht Intensivtönungen!) sind frei von Amoniak und Oxydantien. Sie dringen nicht ins Haar ein, sondern legen sich farbgebend ums Haar. 
  • Das ist -weil weniger Chemie! –  nicht nur schonender für die Haare, sondern lässt sie auch glänzen.
  • Und sorgt außerdem für eine Farbauffrischung oder schöne Farbreflexe.
  • Farbveränderungen zu einem dunkleren Ton hin sind natürlich auch möglich – wenn’s heller werden soll, muss leider Farbe ran.

Kleiner Wermutstropfen: Da sich die Tönungen nur ums Haar legen, halten sie natürlich auch nicht so lang wie eine Haarfarbe – trotzdem eignen sich wunderbar,  um die  nächste Färbung ein bisschen rauszuzögern. Zumindest einige davon. Und genau darauf kommt’s mir mittlerweile an – bis ich bereit bin, mich mit dem abzufinden, was die Natur da auf meinem Kopf für mich vorgesehen hat. Graue Haare können nämlich schon toll aussehen, aber ganz so eilig hab ich’s halt doch nicht damit. Und darum töne ich überwiegend, zwischendurch gibt es mal eine Intensivtönung und maximal alle Vierteljahre eine Färbung.

 

Schwarzkopf, Basler und La Biosthetique – 3 auswaschbare Tönungen im Test

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Rahua: Ich kann zaubern und Hypes in Flops verwandeln.

Natürliche Haarpflege liegt im Trend und wer zugibt, dass er noch Silikon an seine Haare lässt, könnte ebenso gut gestehen, dass er zum Frühstück ein halbes Schwein frisst. Roh. Nun, ich lasse gelegentlich in kleiner Dosis Silikon an meine Haare, weil ich sie sonst nicht handlen kann. Und ja, ich habe es wirklich ohne versucht und einen desaströsen Ausflug durchs haarige Reich der Naturkosmetik hinter mir. Übrigens inklusive einer Naturhaarfärbung und ich sage mit einer für mich völlig untypischen Konsequenz: nie wieder lasse ich so ein Zeug an meine Haare. Nie wieder. Die restlichen Pflegeprodukte verschiedenster Preisklassen waren bei meinen(!) Haaren auch für die Tonne, während andere voll des Lobes sind. So ist das halt: Es lässt sich einfach nichts verallgemeinern – nicht mal die Wirkung eines Shampoos.

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Olaplex? Nö. Keraphlex. Haarpflege ohne Silikone.

Werfen wir doch mal ein wenig mit Superlativen um uns und reden von einem „Beauty-Meilenstein“, der „hoch gelobt“ oder „in aller Munde“ [„auf jedem Kopf“ wäre treffender] ist und die Haarpflege und vor allem das Färben revolutioniert. Die Rede ist von dem Must-have für die Haare: Olaplex. Gwyneth, J.Lo und andere Stars schwören darauf – beziehungsweise der Coiffeur ihres Vertrauens – und in den USA ist es das große Ding. Riesengroß. Logisch, dass ich das auch haben wollte. Wie wohl jede Frau, die diese wahnsinnig tollen Vorher-Nachher-Bilder gesehen hat und mit dem ihr gegebenen Stroh nicht so ganz glücklich ist.

Nun ist es schön und gut, an Wunder zu glauben. Das tue ich auch, keine Frage, und ich stehe auch dazu. Parallel dazu halte ich es in Fällen wie diesen jedoch für ratsam, auch ein wenig in die Breite zu gehen. Bei der Recherche. Und auch mal in Langhaarforen u.ä. nach Erfahrungsberichten zu schauen. Da finden sich zwar immer noch sehr viele begeisterte Stimmen, aber auch viele, bei denen das versprochene Haarwunder ausblieb.  Auch irritiert mich, dass auf der Facebookseite des Herstellers zwar tolle Nachher-Bildchen gezeigt werden – aber welche Mähne sieht nicht toll aus, wenn sie von Meisterhand gestriegelt, glattgebügelt oder ums Glätteisen gezwirbelt wird? Na eben. Mit Olaplex behandeltes Haar in ungestyltem Zustand hätte mich ehrlich gesagt ein bisschen mehr überzeugt – angefixt war ich allerdings trotzdem. Nur wollte ich mir keinen neuen Friseur suchen müssen, meiner hat dieses Must-have nämlich nicht im Repertoire. Also was tun? Weitersuchen und etwas finden, was mir noch besser in den Kram passt. Gefunden habe ich: Keraphlex.

 

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Food| Meerrettich-Shake, der Virenschreck

Aus gegebenem Anlass möchte ich euch meinen derzeitigen Lieblingsshake vorstellen. Lecker, würzig und gesund, denn er hat es wirklich in sich. Und das Beste: Erkältungserreger mögen ihn nicht. Ich würde sogar behaupten, dass sie ihn wie die Pest hassen, weil er Meerrettich und Kurkuma enthält. Die Meerrettichwurzel hat es wirklich in sich und wurde bereits von den Kräuterheilkundigen des Mittelalters geschätzt. Kein Wunder: Meerrettich wirkt nämlich u.a. antibakteriell, antimikrobiell, antioxidativ, antiviral und mild antibiotisch.[1] Auch Kurkuma rückt zunehmend in den Fokus naturheilkundlich Interessierter. Diverse Studien listen an die 70 Krankheiten von A-Z auf, bei denen der Einsatz von Kurkuma präventiv oder therapeutisch denkbar wäre, womit dieser Wunderknolle ein Spitzenplatz in der Liste der „Superfoods“ gebührt. Aber genug der Vorrede und hin zum Shake. 😉
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Yogalosophy mit Mandy Ingber

Habt ihr euch schon immer gefragt, wo euer Selbst liegt? Ich sage es euch: Das liegt direkt hinter dem Bauchnabel. Woraus folgt: Wer sein Selbst formen möchte, fängt am besten mit ein paar ordentlichen Bauchmuskelübungen an. Und wer im Leben vorankommen möchte… na?! Genau, der beginnt mit einem gescheiten Workout der Beine. So – zumindest sehr vereinfacht zusammengefasst – die hinter Yogalosophy stehende Philosophie die es zugleich ganz schön in sich hat. Wer hier nur entspannt rumsitzen und meditieren möchte, ist falsch am Platz, denn ( Zitat Mandy Ingber): „Viele Menschen glauben, dass es beim Yoga darum geht, ganz still zu sein. Aber ich muss mich richtig verausgaben, damit mein Körper sich wirklich entspannt.“ Und so kombiniert sie in ihrem Programm, das sich Hybrid-Yoga nennt, klassische Yogaübungen mit bewährten Workoutelementen. Übersetzt: Sonngengruß, Krieger, Boot oder Hund treffen auf Kniebeugen, Liegestützen und Crunches. Wie wirksam das ist, kann man nicht nur an Mandy selbst, sondern auch an Jennifer Aniston sehen. Die trainert nämlich mit dem Yogalosophy-Workout und hat als netten Gag einen kleinen Gruß auf der DVD hinterlassen.

Perfekt für Eso-Muffel

Gleich vorweg: Als reine Yoga-DVD sehe ich Yogalosophy nicht, dafür ist mir der Yoga-Part viel zu kurz und auch nicht intensiv genug. Und alle, die den spirituellen Aspekt wirklich so richtig ernst nehmen, könnten sich hier leicht veräppelt fühlen. Daraus folgt, dass Yogalosophy das perfekte Programm für alle ist…

  • … denen herkömmliche Yoga-DVDs zu „esoterisch“ sind.
  • … die Spaß an einem anspruchsvollen Workout für Körper und Geist haben.
  • … die bei einem Mix „kunterbunter Weisheiten“ à la „Wenn der Blick ruht, ruht der Geist“ [Stimmt wirklich! Probiert’s mal aus…] oder „Der Zen-Teil hierbei ist, sich einfach nicht darum zu kümmern, wenn es zieht“, nicht kollabieren.

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Beauty| Die Handcremefalle. Eingeschmiert und ausgetrocknet.

An meinen Händen beobachte ich ein Phänomen, das ich „Großzügig eingeschmiert und doch ausgetrocknet“ nenne.  Die Hände sind knochentrocken. Ich creme sie ein und bin für eine halbe Stunde zufrieden. Dann spannt die Haut wieder. Mehr als zuvor. Und ich creme weiter und weiter und weiter. Aber nichts hilft richtig. Im Gegenteil.

Je mehr ich creme, desto schlimmer fühlt sich die Haut an…

 

Die einzig bleibende Erinnerung, die manche Cremes hinterlassen, sind juckende Pickelchen auf den Händen. Wenn’s ganz blöd läuft oder ich meine frisch eingeschmierten Hände versehentlich dem Sonnenlicht ausgesetzt habe. Aus Frust habe ich diesen Cremekreislauf kürzlich unterbrochen. Wenn eh keine Creme richtig hilft, creme ich halt nicht. Da der Zustand meiner Hände jedoch unerträglich reibeisenmäßig wurde, rieb ich die nassen Hände am Wochenende mangels Alternativen mit reinem Olivenöl ein. Das Resultat? Olivenöl steckt jede Handcreme in die Tasche.

Der Glycerin-Kreislauf…

Was hat das Öl, was die Handcreme nicht hat? Es hat vor allem etwas nicht. Werfe ich mal einen Blick die Inhaltsstoffe meiner Handcremes, fällt mir nämlich folgendes auf:

Überall ist Glycerin drin – das ist einer der Inhaltsstoffe, die an vorderster Stelle geführt werden. So weit kein Problem, dachte ich, weil Glycerin als guter Feuchtigkeitsspender gilt.  Das stimmt jedoch nur,  wenn nicht zu viel davon in der Creme enthalten ist. Anderenfalls trocknet es die Haut nämlich aus. [1,2] Und führt zu ebenjenem Effekt, den ich bei meinen Handcremes spüre: 

  • Meine Hände sind trocken, also creme ich sie mit Handcreme ein.
  • Die Haut fühlt sich besser an und ist vermeintlich bestens gepflegt, weil frisch eingecremt.
  • Kurz darauf spannt die Haut schon wieder. Was mache ich? Greife aufgrund meiner knochentrockenen Hände erneut zur Creme und schmiere weiter, womit der Kreislauf nur verstärkt wird.

 

Dummerweise hat der vermeintliche Feuchtigkeitsspender nämlich die Angewohnheit, Wasser an sich zu binden. Auch Hautfeuchtigkeit. Und während ich fleißig Cremeschicht um Cremeschicht auflege, zieht mir die Creme die letzte Feuchtigkeit aus der Haut – so die vereinfachte Wiedergabe dessen, was ich an verschiedenen Stellen gelesen habe. Es gibt sogar Fachleute, die die feuchtigkeitsspendende und feuchtigkeitsbewahrende Wirkung des Glycerins gänzlich anzweifeln, weil es sich lediglich als Film auf die Oberhaut legt, in tieferen Hautschichten also gar nicht wirkt. [3]

Dass es wohl auch ohne Glycerin geht, zeigen diverse Rezepturen für selbstangerührte Cremes, die sehr oft ohne diesen mit Fingerspitzengefühl zu dosierenden Feuchtigkeitsspender auskommen und stattdessen auf verschiedene Öle, Bienenwachs oder Sheabutter setzen.

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Beauty | Traubenkernöl fürs Gesicht

Wenn man unzufrieden ist, geht man manchmal interessante Wege. Bei mir war es vor anderthalb Jahren ein Pflegenotstand im Gesicht, der mich massiv nervte. Wie konnte es sein, dass komplette Pflegeserien für Misch- und fettige Haut versagen und nichts von dem eintrat, was versprochen wurde? Die Haut war fahl, müde und verlieh mir ein absolut urlaubsreifes Aussehen. Die Poren waren so groß wie eh und je und hinsichtlich des Glanzfaktors in der T-Zone zückte ich nach zwei bis drei Stunden erstmals die Puderdose. Ungeschminkt aus dem Haus gehen? Nicht mit dem Teint. Kurz und gut:  Ich sah in den Spiegel und konnte mich selbst nicht mehr leiden. Also dachte ich nach und vergaß kurz darauf alles, was ich bisher über Gesichtspflege zu wissen glaubte. Und stampfte eine neue Theorie aus dem Boden.

Wenn ich fettige Gesichtshaut mit aller Macht entfette, revanchiert sie sich, indem sie nur noch mehr nachfettet. Und wenn ich die großporige Haut mit Silikon verstopfe, steckt das, was die Poren verstopft, vollends fest und macht sie nur noch größer. Also gehe ich mal einen ganz anderen Weg.

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