Informations-Detox. Oder: Drama! Ich habe den Valentinstag verschlafen.

Lebe nun seit sechs Wochen ohne Instagram und seit einer Woche ohne FB. Seit drei Wochen gilt der erste Blick am Morgen nicht mehr diversen Nachrichten-Apps [da schaue ich erst im Lauf des Tages vorbei], sondern der Kaffeemaschine. Katastrophenberichterstatter meide ich grundsätzlich und der Fernseher bleibt aus – Ausnahme: Fußball, Handball [Bundesliga und Champions League] und die Tagesschau sowie ausgewählte DVDs. Meine Seele hat seither 10 kg abgenommen und schläft zum ersten Mal seit langer Zeit wieder durch. Wenn nicht gerade Vollmond ist oder ich ins Grübeln gerate und mir meine Zukunft in Fifty Shades of Black ausmale.

„Informations-Detox. Oder: Drama! Ich habe den Valentinstag verschlafen.“ weiterlesen

Howgh. Die Sterne haben gesprochen.

Neues Jahr, neues Glück. Und ich kann euch schon mal versichern, dass das ein großartiges Jahr werden wird – zumindest für alle, die an ihrer Persönlichkeitsentfaltung interessiert sind. Woher ich das weiß? Das haben mir die Sterne geflüstert. Habe im alten Jahr noch schnell einen Vorsatz [keine Frauenzeitschriften mehr für mich] gebrochen und mir die emotion gekauft. Außerdem läuft das Mini-Abo der Glamour noch und das Beste einer jeden Dezemberausgabe ist zweifelsohne das Jahreshor(r)o(r)skop und derer besitze ich nun gleich zwei. Die emotion verspricht uns allen in ihrem Jahreshor(r)o(r)skop:

„Howgh. Die Sterne haben gesprochen.“ weiterlesen

Vorweihnachtsolympiade? Ohne mich.

Ginge es nach meinem Adventskalender, wäre bei mir heute schon Heiligabend. Habe mir nämlich einen Kosmetik-Adventskalender gegönnt, um meinen November ein wenig aufzuhübschen. Das hat der November bitter nötig, weil das bei mir so ein Monat ist, dem ich dringend auf die Sprünge helfen muss, um seelisch nicht völlig abzukippen. Mit besagtem Kalender und der Grundeinstellung „Tu nur das, was in diesem Monat wirklich nötig ist, blende den Rest aus und lies dich stattdessen ins Nirwana!“ , klappte das überwiegend gut. Von kleinen Durchhängern mal abgesehen. Manchmal bin ich schon sehr dankbar dafür, dass ich mich selbst doch so relativ leicht übertölpeln kann –  wenn ich das möchte. Und dass der Konsumjunkie in mir dem Rest von mir gelegentlich einfach nur mal was mit der Glitzerkeule über den Schädel ziehen kann, damit Ruhe ist – für ein paar Tage.

Und damit meine Stimmung, die ich so mühsam unter Missachtung aller Adventskalenderregeln über den November gerettet habe, im Dezember nicht gleich wieder kippt, bin ich auch weiterhin recht nett zu mir. Läuft unter gesunder Egoismus und dazu gehört, dass ich mich der Vorweihnachtsolympiade und all ihren Wettkampfdisziplinen verweigere – obwohl ich die Vorweihnachtszeit sehr gerne mag. Aber das soll eben so bleiben…

„Vorweihnachtsolympiade? Ohne mich.“ weiterlesen

HalloSpleen

Rund um Halloween darf es gruseliger werden – leider kann ich nicht so richtig gruselig. Nur ein bisschen. Und deswegen widme ich mich Spleens, die ja durchaus gruselige Ausmaße annehmen können. Interessante Einblicke ins spleenige Verhalten eurer Mitmenschen gewährt euch übrigens auch Spleen24. Schon ein kurzer Ausflug dorthin zeigt euch: Ihr seid nicht allein, womit auch immer, und es gibt immer jemanden, der noch ausgetickter ist. Wunderbar, oder? Fühle ich mich doch gleich besser, zumal ich ja auch nicht alle naselang einen Ally Mc Beal-Marathon absolvieren kann, weil Spleens selten charmanter und sympathischer rübergebracht wurden, als von John Cage und Ally und ich mich „in Anwesenheit“ der beiden schlagartig ein bisschen normaler fühle. Doch so zauberhaft die beiden sind, sie sind eben nur fiktiv.

Und da ist es sehr befreiend zu erfahren, dass es echte Menschen gibt, die nie die Wurstzipfel essen können. Oder welche, die schon lange vor der Haustür den Schlüssel aus der Tasche holen [ich auch!] und solche, die beim Anblick von Polizisten nervös werden [moi]. Es gibt sogar Menschen, die immer mit Anlauf ins Bett springen, damit ihnen das Monster unter dem Bett nicht in die Knöchel beißen kann und daneben nehmen sich meine Macken doch vergleichsweise harmlos aus, finde ich …. „HalloSpleen“ weiterlesen

10 Dinge, die Postboten magisch anlocken…

Ihr erwartet Post? Beispielsweise… hm…einen tollen Nagellack, eine neue Wundercreme, das ultimative Supershampoo – also theoretisch –  oder ein Buch und seid schon ganz hibbelig und mit der Geduld am Ende? Dann verrate ich euch, wie ihr gemäß Murphy’s Law ein wenig schneller im Besitz eurer neuen Schätze seid. Wenn ich in meinem Leben nämlich eines gelernt habe, dann folgendes: Egal, wie sehnsüchtig ich den Post- und Paketboten auch erwarte, er klingelt immer in genau diesem einen, in genau diesem winzigkleinen Moment, in dem ich mich eigentlich außerstande sehe, die Tür zu öffnen, weil es gerade absolut überhaupt gar nicht passt oder ich mich am liebsten vor mir selbst verstecken würde…

Einfach mal die Klappe halten?

Als ich neulich in meinem liebsten Café saß, musste ich leider feststellen, dass ich nicht alleine dort war. Die Rede ist nicht von anderen Gästen, sondern von dem Zeug, das ich allen Ernstes mitgeschleppt hatte. Und so habe ich mich nicht über den leckeren Cappuccino und die tolle Aussicht gefreut, sondern u.a. an die Mail an den Steuerberater gedacht, die ich dringend schreiben muss – seit 5 Wochen – und an einigen anderen Kram. Doch am meisten Raum nahm der Gedanke an eine Unterhaltung ein, die neulich online begonnen hatte und offline weitergeführt wurde. Es ging darum, dass ich meinen Stil und meinen Lifestyle nicht nur durch meine Kleidung, meinen Ernährungsstil oder meine Kosmetikprodukte zeige, sondern auch durch meine Haltung. Und Haltung zeigt man ja immer – sogar dann, wenn man keine Haltung zeigt – und besonders dann, wenn man den Mund aufmacht…

Warum kann ich nicht einfach mal meine Klappe halten?

 

Und genau das ist mein Problem, denn ich kann hin und wieder einfach nicht meine Klappe halten und schlage mich dabei scheinbar mit Themen rum, die für andere keine sind. Das nervt mich. Wie kann es sein, dass ich schon so lange an mir arbeite, dabei aber offenbar noch keinen Schritt weiter bin? Wo ist sie, die Erleuchtung, die sich nach jahrelanger Home-Yoga-Praxis endlich mal einstellen sollte? Außerdem bin ich Stier, Aszendent Waage [der Aszendent soll sehr viel aussagekräftiger sein, habe ich irgendwo gelesen] und habe zur einen Hälfte ein Gemisch aus schwäbischen [die haben ja teilweise diese stoische Ruhe weg] und österreichischen [sehr charmant!] Genen in mir – warum also bin ich nicht tolerant, gelassen und weise? Warum bin ich nicht so ein kleines Sonnensch(w)einchen, sondern die Kackbratze, die ich bin? Warum kann ich über Dinge, die mich irritieren, nicht einfach hinwegsehen und meine Klappe halten, ohne das on- oder offline in irgendeiner Form thematisieren zu müssen? Andere können das doch auch…

„Einfach mal die Klappe halten?“ weiterlesen

Was ich schreiben kann und was nicht. Und was das über mich aussagt.

Es gibt Tage, da überfällt mich schon morgens beim Blick in Feed- u. Newsreader eine latente Übelkeit. Mein Facebook-Newsfeed scheint ein Best-of von „Suchphrasen aus der Hölle“ zu sein. zu sein, aber nein! Das sind ja gar keine Suchphrasen, sondern die Schlagzeilen des Tages aller relevanten Frauemmagazine, die in meinem Newsfeed aufploppen und die den Anschein erwecken, als kreisten die Gedanken der Leserinnen vorrangig um zwei Dinge: um den Bauch und um Männer. Genauer gesagt: um den schlanken Frauenbauch speziell und eine tolle Figur überhaupt und um das, was Männer an uns Frauen toll finden. Das liest sich dann so [und nein, das sind nicht gesammelte Schlagzeilen der letzten Woche, sondern die beliebiger 24 Stunden aus verschiedenen Magazinen]…

„Was ich schreiben kann und was nicht. Und was das über mich aussagt.“ weiterlesen

Leben| Über das Bewahren der alltäglichen Leichtigkeit

aIch weiß nicht mehr, wann es anfing. Aber seit einigen Jahren denke ich beim Anschauen der Nachrichten oder beim Überfliegen der Zeitung regelmäßig: „In was für einer kranken Welt leben wir eigentlich?“ Ich denke das, wenn mir mal wieder bewusst wird, dass wir uns so benehmen, als wären wir die „Wanderheuschrecken“ aus Independence Day. Wir lassen es zu, dass Regenwälder gerodet werden, damit man uns „billiges“ Palmöl in Pizza, Creme und Lippenstifte manscht. Oder dass übermüdete und unter“bezahlte“ Näherinnen, die unsere Klamotten fertigen, von Fabriktrümmern begraben werden. Dass Menschen verdursten, weil sie keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Und Kinder auf der Suche nach einem sicheren Ort im Mittelmeer ertrinken. Oder dass irgendwo auf dieser Welt Menschen gequält und vertrieben werden, weil es irgendwem in den Kram passt, während wir uns zurücklehnen, weil es ja sooo weit weg ist und uns nicht betrifft. Bis es uns dann eben doch betrifft.

Ich darf erst glücklich sein, wenn alles perfekt ist…

Die Masse an üblen Nachrichten, die täglich  auf einen einprasselt,  bleibt natürlich nicht folgenlos. Und so habe ich mir eine Zeit lang eingeredet, dass ich erst dann glücklich sein darf, wenn alles gut ist. Und mit alles ich meine alles: mein Leben, das Leben derjenigen, die ich mag und das Leben derjenigen, denen man Nachrichten und anschließende Brennpunkte widmet. Irgendwann  ging mir das Licht auf, dass ich da ziemlich lange warten kann. Weil ja immer irgendwas ist. Bei irgendwem und irgendwo. Da wurde ich zickig, missgünstig und ein bisschen unleidlich. Und unglücklich sowieso – weil ich ja nicht glücklich sein durfte oder konnte, wenn es irgendwem auf dieser Welt schlecht geht.

„Leben| Über das Bewahren der alltäglichen Leichtigkeit“ weiterlesen