Come to the dark side…

In der Onlinewelt des schönen Scheins kocht sie immer mal wieder hoch, die Frage nach der Authentizität. Einerseits verständlich und ich habe mir selbst schon meine Gedanken zum Thema gemacht. Andererseits ist es auch ein bisschen absurd. Wenn ich eine Zeitschrift oder ein Magazin lese, ist es mir wurscht, ob der Schreiberling Staubmäuse unter der Couch hat oder ein schwieriges Verhältnis zu seinen Eltern. Ich will einfach nur unterhalten oder informiert werden – und zwar gut, sonst bin ich weg. Im Falle meiner Friseurin ist es mir sogar schnurzpiepegal, ob und wie authentisch sie ist. Sie macht einen guten Job und ist mir sympathisch – mehr muss ich nicht wissen. Mehr will ich nicht wissen. Weil es mich nichts angeht.

Ich käme auch nicht im Traum auf die Idee, die Authentizität meines Briefträgers anzuzweifeln oder die meiner Nachbarn. Oder die derjenigen, die demnächst unser Bad in Schutt und Asche legen, um es anschließend wieder aufzubauen. Entweder arrangiere ich mich mit dem, was sie mir zeigen oder ziehe schnellstmöglich meiner Wege. Und zwar ohne oberflächliche Bekanntschaften vorher noch mal wissen zu lassen, dass ich sie oder ihr Verhalten ziemlich blöd finde und deswegen nichts mehr mit ihnen zu tun haben möchte. Der Verweis auf die oberflächliche Bekanntschaft ist wichtig, denn das ist die Onlinewelt: oberflächlich. So wie das Verhältnis zu meiner Friseurin oder dem Briefträger: oberflächlich. 

Als Blogger oder Instagrammer soll ich allerdings die Hosen runterlassen und auch mal aus dem Nähkästchen plaudern oder meine unaufgeräumten Ecken zeigen, denn alles andere ist… nicht authentisch.  Böse Beleidigung. Ähnlich böse wie „Du bist nicht gut im Bett“. Da ich selbst noch nicht mal ansatzweise alle Abgründe meiner Persönlichkeit ausgelotet habe, kann ich sie auch nicht öffentlich machen  – selbst wenn ich es wollte, was nie der Fall sein wird. Und dass jeder Mensch, egal ob online oder offine, bestimmte Facetten hat, die er nicht in den Vordergrund rücken wird und dass es auch im hellsten und größten Loft irgendwelche Dreckecken gibt, dürfte jedem klar denkenden Menschen bewusst sein. Und wenn nicht, dann ist das ehrlich gesagt auch nicht mein Problem.

Aber bitte, wenn Carrie, Samantha, Miranda und Charlotte in einer „Sex and the City“-Folge über ihr geheimes Singleverhalten sprechen, verrate ich euch eben was über mein geheimes Bloggerverhalten. Also: Come to the dark side, we have cookies.

  • Ich schreibe meine Blogtexte nicht nackt, so wie die liebe Nila, deren Blog seit Jahren zu meinen Lieblingsblogs gehört, aber ich trage oft meine Yogaklamotten und schwöre im Winter auf meine Kuscheldecke und drei Paar Socken.
  • Ich blogge nicht an einem schneeweißen Schreibtisch. Sondern an einem Esstisch vom Möbelschweden. Der Esstisch steht nicht im Esszimmer, sondern im Wohnzimmer. Wir haben nämlich kein Esszimmer, aber ich esse eh total ungerne am Tisch.
  • Zum Bloggen brauche ich oft schwarzen Kaffee, weil das einfach so ein Psycho-Ding ist. Kaffee ist für mich gleichbedeutend mit Kreativität und wenn nichts läuft, dann lasse ich mir erstmal einen Kaffee durch die Maschine laufen. Und ja, ich trinke Filterkaffee. Von Feinkost Albrecht.
  • Obwohl ich nie über Mann und Sohn schreibe, sind sie doch vorhanden und das ist gut so. Da ich die Privatsphäre der beiden respektiere, spielen sie in meinen Blogtexten allerdings keine Rolle – sie möchten nämlich ausdrücklich nicht als Blogfutter herhalten, was ich sehr gut nachvollziehen kann. Auch wenn es im Sinne der Quote ein bisschen ärgerlich ist, denn nie hatte ich mehr Leser als damals, als ich vor ca. 15 Jahren mit dem Bloggen begann und frisch und frei und vor allem ohne jegliche Hemmungen die Privatsphäre betreffend aus dem Familienleben erzählt habe. Nun kann ich mich nur noch selbst durch den Kakao ziehen, aber irgendeiner muss ja dran glauben.
  • In schöner Regelmäßigkeit liebäugele ich mit dem Gedanken, das Bloggen ganz einzustellen – und phasenweise tue ich es auch. Weil ich mein Geblogge für zu belanglos halte und mich darüber hinaus frage, woher dieser Drang kommt, meine Meinung öffentlich ins Netz blasen zu müssen. Da ich damit aufgewachsen bin, dass es egal ist, ob ich eine Meinung habe – oder welche – war die Bloggerei vor allem in den ersten Jahren ein ewiger Kampf gegen mich selbst. Aber immerhin diesen Kampf habe ich gewonnen, denn wie einigen Texten unschwer zu entnehmen ist, habe ich durchaus eine Meinung. Und ich stehe dazu.
  • Noch nicht vollends niedergekämpft habe ich meine Zweifel das Schreiben betreffend, obwohl das eigentlich völlig absurd ist,  weil wir hier nur von einem privaten Blog reden und nicht davon, dass ich preisverdächtiges Geschreibsel ins Auge fasse. Dennoch halte ich meine Bloggerei immer wieder für nicht gut genug. Und wie zur Bestätigung stoße ich genau in meinen „Ich schreibe nur Grütze“-Phasen auf Blogs mit einer so genialen Schreibe, dass ich dort nicht mal kommentieren würde, weil ich Angst habe, mich mit einem Kommentar als Volltrottel zu outen. Aber ich bleibe dran und denke mir, dass das hier so verkehrt nicht sein kann, denn sonst würdet ihr nicht alle vorbeilesen. Danke dafür!

Noch ein letztes Geständnis: Die Kekse auf dem Beitragsbild sind nicht von mir. Aber wenn ich welche backen würde, dann würden sie so aussehen. Darum bin ich auch kein Foodblogger geworden und schwafele nur rum – und gebe mich so authentisch, wie ich das für richtig halte. Aber wenn ihr hier eines Tages nur noch schneeweiße Möbel und Designerklamotten seht … oder feinstes Fingerfood, das Sterneköchen Tränen der Freude in die Augen treiben würde, dann könnt ihr davon ausgehen, dass dieses Blog gekapert wurde. Also seid wachsam… 😉

ZitatMarilyn.jpg

Nachtrag: Schönen Post zum Thema findet ihr auch hier: Who am I – das wahre Selbst

[Beitragsbild: stocksnap.io/Michaela, Grafik erstellt mit Pably by Buffer]

55 Kommentare zu „Come to the dark side…

  1. Ich finde deine Texte immer gut und ich weiß nicht ob man immer seine dreckigen Ecken zeigen muss um erfolgreich zu sein. Manche Dinge funktionieren aber nur gut wenn man gewisse Grundsätze beherzigt damit sie gut funktionieren. Rad fahren hat auch seine Grundsätze, am Besten funktioniert es mit einer bestimmten Geschwindigkeit und mit zwei Beinen. Es funktioniert aber auch anders, nur vielleicht nicht ganz so gut. Somit musst du einfach für dich abwägen, wie wohl du dich fühlst. Das ist doch das wichtigste oder? Vielleicht solltest du auch etwas großzüger sein auf welchen Blogs du Kommentare hinterlässt. Ich kommentiere auch auf Blogs die nicht zu 100% meins sind, aber jeder hat seine Darseinsberechtigung. Manchmal findet man auch bei den nicht ganz so perfekten, treue Leserinnen.
    Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg und Durchhaltevermögen.
    LG Petra

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    1. Danke dir. Ich denke auch, dass jeder seine eigenen Regeln aufstellen muss. Ungeachtet dessen, was nun wieder für „eine Sau“ durchs Online-Dorf getrieben wird. Und klar hat jedes Blog seine Daseinsberechtigung und ich bin schon sehr froh, dass sich hier mittlerweile so viele treue Leserinnen versammelt haben. Habe gar nicht den Anspruch, mit den „großen Bloggerinnen“ mithalten zu müssen. Spaß soll es machen und an meiner Schreibe möchte ich feilen. Und den Austausch mit euch gibt’s gratis obendrauf – perfekt. 😉

      Lieben Gruß!

      P.S: Ich kommentiere eigentlich fast gar nicht in den „perfekten“ Blogs.

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  2. Oh wie schön, Anna wie sie mir gefällt! Authentisch hin oder her.
    Wenn ich mir Blush von Bobbi Brown kaufe, frage ich auch nicht nach, ob sie auch tatsächlich selbst jeden Tag Blush auflegt. Sie zeigt sich mit rosa Apfelbäckchen, also sieht sie für mich so aus!
    Mir gefällt wie du schreibst. Wenn ich hier lese, weiß ich, das ich noch viel dazulernen kann. Und das ist immer gut. 🙂

    LG ❤

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    1. Jetzt bin ich gerührt. Und das mit dem Dazulernen beruht auf Gegenseitigkeit. Bist doch meine Küchenfee und außerdem inspirierst du mich auch sonst in vielerlei Hinsicht. Sogar sehr! ❤

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  3. Ehrlich gesagt, finde ich es langsam ermüdend, wenn man sich als Blogger ständig für seine Inhalte rechtfertigen muss. Ich meine, warum hat jeder einzelne von uns angefangen? Weil er sich mitteilen wollte. Weil er Spaß am Spiel mit dem Wort hat. Egal, ob er nun über Essen, Stricken, Kosmetik oder sein Leben erzählen möchte.
    Der eine mag dies, der andere mag das, das ist doch auch im realen Leben so und trotzdem erhebt man nicht den Anspruch darauf, dass nur das richtig ist, was man selber fabriziert. Es hat jeder seine eigene Meinung und das ist auch völlig in Ordnung. Aber ob ich nun authentisch bin oder nicht, definiert sich doch nicht darüber, wie viel ich von mir preisgebe und ob ich nun will, dass alle Welt auf meine Staubflusen unter dem Sofa starrt und sich ein zweites Loch in den Allerwertesten freut, weil (natürlich!) überall nur mit Wasser gekocht wird.
    Ich schreibe das, was ich will und worüber ich will – weil es in erster Linie MIR Spaß machen soll.
    Und ich verstehe gar nicht, warum sich aktuell (gefühlt) überall mokiert wird, der eine oder die andere schreibe ja gar nicht für sich, sondern für den Erfolg. Ja meine Güte, dann isses halt so – es ist doch niemand gezwungen, die Blogs zu lesen, die einem nicht gefallen, oder??
    Das wird ja immer verrückter hier (in der Bloggerwelt), ist ja wie bei Facebook – ein ewiges Gerenne nach Klicks und Likes und Schielen nach den anderen. Vielleicht bin ich tatsächlich auch zu wenig ehrgeizig, aber für mich bleibt der Spaß am Schreiben das Wichtigste. Wenn ich den nicht mehr hab, hör ich auch wirklich auf.
    Und jetzt könnten wir uns doch alle wieder beruhigen und zum Beispiel eine heiße Schokolade trinken 🙂 Machst Du mit, Anna? 🙂

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    1. Heiße Schokolade ist gut. 😉

      Und ich gestehe dir, dass es mir ähnlich geht, ich empfinde das auch als ermüdend und eben absurd. Wir „Alt-Blogger“, die wir noch just for fun angetreten sind, ehe an die Monetarisierung der Blogs auch nur zu denken war, haben das – wie du schreibst – einfach aus Spaß gemacht. Und nicht wenige der Blogs, die einfach nur „aus Spaß an der Freude“ betrieben u. geschrieben werden, unterhalten mich besser als jede Zeitschrift. Ich lese ja gelegentlich (Frauen)Zeitschriften u. steh dazu, zucke aber immer öfter zusammen, wenn ich für so ein Heft mal eben 4-5 Euro abdrücken soll. Ja, das ist (noch) mein kleiner Luxus, aber das ist auch mehr so ein Psycho-Ding. Denn in vielen Blogs gibt es mittlerweile tolle Bilder und noch bessere Texte und das alles für lau. Darüber freue ich mich – aber ich kann doch keine Ansprüche stellen. Ich kann es bedauern, wenn sich ein Blog in die Richtung entwickelt, die mir nicht gefällt. Oder es schade finden, wenn ein(e) Blogger(in) scheinbar doch nur wenig mit dem zu tun hat, was ich anfangs gesehen habe. Aber dann rufe ich das entsprechende Blog eben einfach nicht mehr auf. Ende. Bin diese Diskussionen (nicht nur in diesem Bereich) allmählich auch leid und das ist mit ein Grund, warum FB für mich nicht geht. Denke da einfach zu viel über mal eben hingerotzte Kommentare von völlig Fremden nach… nee… für so was ist mir meine Zeit echt zu schade. Und meine Energie auch. 😉

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  4. P.S. Ich kümmer mich gar nicht um die Frage, perfekte Blogs oder nicht. Wenn ich was lese, das mich interessiert, berührt oder fasziniert und ich hab das Bedürfnis, mich dazu zu äußern, dann mach ich das auch.
    Ich bin bestimmt eine Grüblerin vor dem Herrn, aber um ALLES mache ich mir nun auch nicht Gedanken 😉
    Ich bleibe dabei „Girls just wanna have fun“ – and me too 🙂

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    1. *gnihihihi* Geht mir auch so. Ich grübele mich ja nun wirklich dumm u. dämlich, aber ob ein Blog nun perfekt ist oder nicht… das ist mir wurscht. Für mich ist es perfekt, wenn ich die Schreibe (oder von mir aus die Bilder) mag und die Person, die ich dahinter vermute, sympathisch finde. Ende und aus. 😉

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      1. Nee, das bezog sich auf Deine Aussage, dass Du in manchen Blogs gar nicht erst kommentieren magst, weil sie Dir ob ihrer Schreibart so perfekt erscheinen, dass Du glaubst, Dein eigenes Wort könnte zu gering dagegen wirken.
        Diese Einschätzung von Dir über Dich erinnert mich übrigens an etwas, das ich vor Jahren mal gelesen habe und (leider) nur sinngemäß wiedergeben kann: „Die Besten zweifeln stets und ständig an sich selbst. Nur das Mittelmaß ist von sich überzeugt.“

        Was ich gestern noch vergaß hinzuzufügen zu Deiner Anmerkung hinsichtlich der Friseuse oder des Briefträgers: Ich glaube, Authentizität drückt sich (für mich) vor allem darin aus, ob ich meinem Gegenüber abnehme bzw. glaube, was er mir sagt oder erzählt. Sonst sollen sie einfach still sein – und so handhabe ich das auch: Ich sage nicht immer alles, was ich denke, aber ich sage wirklich nichts, das ich nicht denke!
        Wenn mir eine Friseuse also irgendwas vorschlägt oder sich zu einer Frisur äußert, dann will ich ihr das glauben können und nicht den Eindruck haben, dass sie mir irgendwas „verkaufen“ will, das gar nicht zu mir passt.
        Und so geht es mir mit Deinem Blog: Wenn Du über eine Zeitschrift, einen Kosmetikartikel oder irgendeinen Modetrend schreibst, dann spüre ich jemanden dahinter, der genau DAS meint, was er schreibt. Deine eigene Meinung dazu, Deine eigene Erfahrung – und das mag ich.

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        1. Ah so, habe ich falsch verstanden. Aber ja, diese elende Zweifelei ist ermüdend. Und dieser Spruch (Zitat von irgendwem? Ich weiß es leider nicht) kam mir auch schon öfter unter. Einerseits tröstlich, andererseits bin ich mir da nicht so sicher. Unheimlich sind mir die Menschen, die nie an sich zweifeln, aber ich wage dennoch zu bezweiflen, dass nur die Besten an sich zweifeln. Wobei die Vorstellung schon schön ist. 😉

          @“Ich sage nicht immer alles, was ich denke, aber ich sage wirklich nichts, das ich nicht denke!“ – ja… darauf läuft es seit einigen Jahren hinaus und das hat mich nicht redseliger gemacht. 😛

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  5. Ach Anna Du bist mir so sympatisch.ich bin ein Fan von Dir und hoffe Du hörst nie auf… und ich bin froh dass Du Deine Posts nicht nackt schreibst 🙂
    Wünsche Dir einen schönen Abend, ganz liebe Grüße Tina

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    1. Ach Tina, du bist mir auch sympathisch, aber so was von. 😉 Und unter uns: ich kann meine Posts nicht nackt schreiben, das würde mich zu sehr ablenken. Baustellen machen mich immer fix und fertig und ich muss die nicht ständig knallhart vor Augen haben. 😎

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  6. Jetzt wollte ich schon in Aaahs und Oooohs ob Deiner Backkunst ausbrechen, von der Du seit Jahren behauptest, sie nicht zu haben!
    Aber stattdessen sage ich Dir, Du schreibst wunderbar. Immer! Ich bewundere Dich dafür so sehr und wenn Du dazu schwarzen Kaffee und Yogaklamotten brauchst, bin ich voll dafür. Hauptsache Du schreibst, wie Du magst!

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    1. Ich setze sogar noch was drauf: Wenn ich diese Kekse backen würde, dann nur mit Fertigkeit aus dem Kühlregal. Die einzigen Plätzchen, die ich halbwegs gut hinbekomme, sind Bethmännchen. Die sehen zwar nicht schön aus, ist aber egal. Sie sind lecker und werden schnell aufgegessen. Meistens von mir. 😉

      Danke. ❤

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        1. Gilt auch für dich, gelle? Und nicht nur im Blog. ❤

          Habe den Post gerade noch um ein wunderbares Zitat von Marilyn Monroe ergänzt, dem ich nichts weiter hinzufügen kann. Außer: so isses. 😉

          "Ich bin egoistisch, ungeduldig und oft unsicher. Ich mache Fehler, bin unbeherrscht und oft ziemlich schwierig. Aber wer meine schlimmsten Seiten nicht zu nehmen weiß, der hat auch meine besten nicht verdient."

          (Marilyn Monroe)

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  7. Liebe Anna, ich finde diese Diskussion um die Authentzität in Blogs recht merkwürdig. Warum muss man denn in seinen Beiträgen unbedingt aus dem Nähkästchen plaudern? Was ist das nur für ein seltsames Phänomen?

    Ich finde nämlich, dass man auch dann authentisch ist, wenn man einfach über das schreibt, womit man sich wohlfühlt – und wenn jemand nur über die schön dekorierte Küche oder das perfekte Essen schreiben will, dann soll er/sie das doch tun! Nicht jeder muss sein Privatleben auspacken, damit sich fremde Menschen daran ergötzen können!

    Wobei ich persönlich auch die andere Seite kenne von Menschen, die mir z.B. sagen, ich sei „merkwürdig“, weil ich in ihren Augen nicht soviel von mir erzählen dürfte. Das ist dann dieses „man redet in der Öffentlichkeit nicht darüber, wie man sich fühlt oder was einem auf der Seele liegt“. Mich juckt das nicht, weil das nur deren Glaubenssatz ist und für den fühle ich mich ganz sicher nicht verantwortlich.

    Ich glaube, man findet im Bloggerland eben jede Ansicht und Meinung – man darf sich das echt nicht so reinziehen. Sollen doch andere Menschen ihre Überzeugungen haben, wie sie wollen – nur aufdrängen sollte man die niemandem. Als Leser entscheide ich ja selbst, was und wieviel ich mir „reinziehe“ an Blogs – ich habe mich noch nie geärgert, weil jemand nur über Design oder Mode usw. schreibt, habe aber schonmal mitbekommen, wie jemand ganz böse angegriffen wurde, weil „man sei ja nicht authenthisch, wenn alles nur schön ist“. Ehrlich, was ist das für ein Schwachsinn? Authentizität beschränkt sich nicht aufs Hosen runterlassen – authentisch ist alles, was mir entspricht und was ich deshalb mit anderen teilen möchte – auch ein Schuhfetisch kann ein authentischer Teil von einem selbst sein. Manche Menschen sollten ihre neugierige Nase einfach mal aus dem Leben anderer Leute nehmen.

    Schreib Du einfach, wie Du schreiben willst. Du machst das toll und Du weisst, dass Du auch schmutzige Wäsche hast – die geht aber eben keinen was an. Solange Du Dich mit Deinem Blog wohlfühlst, ist doch alles in bester Ordnung.

    Lieben Gruss
    Clara

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    1. Wahre Worte! Und diese Diskussion ist mal wieder ein schönes Beispiel dafür, dass du es einfach nie allen recht machen kannst. Die Gründe, warum z.B. ich bestimmte Blogs lese, sind so vielfältig wie die Blogs selbst. Ob Hochglanz-Bilder, Kosmetik, Mode oder tolle Texte – alles hat seine Berechtigung und ich käme auch nicht auf die Idee, denn jeweiligen Blogger nun blöde anzumachen, weil er bestimmten Themen auf seine Art verbloggt. Ich mag das, was mir gezeigt wird… oder ich mag es nicht. Wenn ich es allerdings nicht mag und dann nicht einfach weiterziehen kann, ohne nochmal nachzutreten… dann habe ICH ein Problem, um das ich mich kümmern sollte.

      Glaube wirklich, dass es hilfreich ist, online weniger rumzulesen und manches (FB, die Rezensionen betreffende Kommentare bei amazon) ganz zu meiden. Gibt nur Falten und graue Haare. 😉

      Lieben Gruß!

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  8. Muahaha Anna diese Kekse könnten ehrlich gesagt von mir sein 🙂
    Nur meine Ecken sind eine Nuance schwärzer 😉
    Tja, wie lange kennen wir beide uns jetzt schon? Ich denke eine gaaaanze Weile. Ich mochte deinen Schreibstil vom ersten Artikel weg, den ich bei dir vor ca. 10 Jahren gelesen hatte.
    Damals noch viel von der Familie, was mir an so manchen Tagen, an denen ich mich selbst nicht mehr erkennen konnte einen kleinen Auftrieb gab.
    In der Hinsicht, als ich las und dachte -> „Hallo, die hat den gleichen Stress wie ich…..“
    Ja klar, wir sind gewachsen, Haben uns ausprobiert. Das eine oder andere Projekt wieder in den Boden gestampft. Und noch mehr kann ich verstehen, dass dein Sohnemann sich verbietet von ihm zu schreiben.
    *Flüster* Darum ist auch ein Pseudonym oft wirklich ganz gut. Sonst hätte ich wohl auch Zuhause von der Familie sozusagen „Den Scherrm auf“.
    Ja, du schreibst jeder sollte das machen bzw. bloggen was er will. Da stehe ich auch voll dahinter.
    Trotzdem fesseln mich PERSÖNLICH egal ob auf einem Blog oder auch in diversen Zeitschriften immer die Texte am meisten, in denen man ein bisschen die Persönlichkeit des Autors dahinter vermuten kann.
    (egal ob sie jetzt zu kommerziellen Zwecken oder nur zum Hobby geführt werden)
    Deren Schreibstil einen in seinen Bann zieht.Und dazu muss meines Erachtens der Autor ein wenig blank ziehen.
    So wie du meine LIebe, wenn auch im Yogagewand mit 3 Paar Flauschisocken *grins*
    Perfekte Blogs gibt es mit Sicherheit nicht. Und doch ärgert mich dieser Klickgeile Internethype mächtig. In Form von Blogger/innen und Instagramer wie Daggi Bee oder wie die Sie alle heißen. Die eine zeigt unserer Jugend per Blogpost, dass es ganz normal sei sich seinen Körper perfekt aufzuspritzen, die anderen zeigen ihre perfekte stylistische Welt in Form „Das musst du haben“ oder „genauso soll dein Leben aussehen“ usw…..
    Blogs und Instagram sind IN. Und ich sehe mich damit jeden Tag konfrontiert. Die Kinder (bei mir auf der Arbeit) sehen so manchen Post als absolut normal an und eifern ihren Vorbildern nach. -> Ja, du hast richtig gelesen. Bei mir auf der Arbeit. Den heutzutage ist es ganz normal, dass 7jährige ihr erstes Handy+Internetverbindung bekommen.
    Diese genannten Poster wiederum übernehmen keinerlei Verantwortung -> Hauptsache die Klickrate stimmt und sie verkaufen ihre am Blog schwer angepriesenen Produkte.
    Ein komplett verzerrtes Bild wie man zu leben hat wird den Kids oder auch ihren Eltern einsuggeriert..
    Liebste Anna. Ich hoffe du bleibst uns allen noch lange mit deinem Blog erhalten und lässt uns an deinen Gedanken teilhaben.
    In diesem Sinne
    Ganz liebe Grüße
    Nila

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    1. Ich habe keine Ahnung, wie lange wir uns „kennen“ – fast unser ganzes Bloggerleben, vermute ich. ❤ Pseudonym? Ich dachte, jetzt stehe ich nach all den Jahren halt endlich mal mit meinem Namen und meinem Gesicht zu meinen Texten – ist ja auch der beste Zensor, den du dir einbauen kannst. Würde ich das noch mal so machen? Hm. Keine Ahnung, aber ich zieh das jetzt einfach durch. 😉

      Sonst sprichst du natürlich einen wichtigen und wunden Punkt an und da bin ich bei dir. Habe das Thema schon verbloggt (1x, 2x, noch öfter?) und es sieht immer so ein bisschen wie Influencer-Bashing aus, allerdings war es so nicht gemeint. Denn wie du schreibst: Da wird ein Bild gezeigt, das nicht der Realität entspricht und das zielt eben auf eine Zielgruppe ab, die noch nicht erkennt, dass sie da schlichtweg nur abgezockt werden soll. Andererseits… wer soll die Kinder beschützen? Erwachsene, die selbst völlig abgehobenen Idealen nacheifern und immer auf der Suche nach dem nächsten Kick sind, weil das Leben ja nicht langweilig sein darf? Schwieriges Thema…

      Lieben Gruß und stell DU ja nicht das Bloggen ein! 😉

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  9. Tja, wenn ich den Briefträger oder die Frisörin beleidigen will, muss ich das denen ins Gesicht sagen. Das ist schwierig. Online ist das einfacher, so fein aus der Deckung raus. Authentisch oder nicht, ich lese bei einigen sehr gerne. Die Blogs sind zum Teil sehr unterschiedlich und die Motivation, dort zu lesen, auch. Gute Texte, Inspiration….
    Hier lese ich auch ohne Bilder gerne 🙂 Und das wir alle ganztägig auf Hammer-High Heels durch die Welt laufen und in der chicen Lifestyle -Wohnung sitzen, glaube ich eh nicht 🙂
    Komm gut durch den Tag und liebe Grüße
    Andrea

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    1. Das stimmt. Online kann man viel entspannter rumpesten. Mir ist schon klar, dass so ein Kommentar missverständlich rüberkommen kann oder oder stimmungs- u. themenabhängig auch mal im falschen Hals landen kann. Dürfte selbst in nicht wenige Fettnäpfchen getreten sein und saß hinterher oft nur kopfschüttelnd da und habe überlegt, wie blöde u. missverständlich sich das nun wieder liest, aber shit happens. Gibt allerdings auch diese Pestbolzen, die anderen ungefragt und ungefiltert ihre Meinung um die Ohren knallen und da frage ich mich schon, für einen Moment, was da schiefgelaufen ist… *kopfschüütel* Und was diese tollen Bildchen angeht: für mich sind sie letztendlich wie eine Zeitschrift. Ich schau mir das an, freue mich (idealerweise) drüber oder klicke genervt weg und gut is. 😉

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  10. Wie jetzt, du schreibst die Posts gar nicht nackt? Also da weiß ich jetzt nicht, ob ich hier noch länger lesen soll. Das ist ja voll un-authentisch. Echt jetzt.
    Um zum Ernst des Lebens zurückzukehren: Kein Mensch muss mir seine Staubmäuse oder seine noch nicht optimierten Charakterzüge auf die Nase binden. Die interessieren mich schlichtweg nicht. Ich kenne meine, das reicht für ein Leben aus. Aber ich denke schon, dass zumindest ein Gefühl der Authentizität beim Leser dabei hilft, eben diesen zu „influencen“. Das ist ja gerade das, was Blogs als Werbeträger so interessant macht. Sie sind angeblich eben nicht die Hochglanzzeitung, sondern das pralle, wahre Leben. Deshalb sollte man, will man kommerziell erfolgreich sein, eben auch das Gefühl der Authentizität – auch genannt das beste-Freudin-Syndrom – erzeugen. Und dazu gehört ein auch ein gewisser Style. Wer will sich schon von einem Menschen inspirieren lassen, den er als total durchschnittlich, langweilig und öde mit vielen Staubmäusen und ungezügelter Wäsche empfindet?
    Die gute Nachricht: Du zielst nicht auf Gewinnmaximierung. Also brauchst du auch gar keine Fotos von Nackt-Bloggen zeigen. Schade eigentlich *gröl*
    Liebe Grüße
    Fran

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    1. Nein, tue ich nicht. Bei dem Anblick könnte ich nicht arbeiten. 😎

      Stimmt. (Vermeintliche) Authentizität ist Geld wert. Aber irgendwie schmerzt es, dass Influencern immer noch Authentizität unterstellt wird, denn demnach sind auch die „Gummiviecher“ von Ha*ri*bo gesund, weil… sind ja Vitamine drin. Und ich versteh es ja, dass sich 10-Jährige von ihrem Zielgruppen-Influencer blenden lassen, aber Erwachsene? Bei denen denke ich echt manchmal, haste nicht besser verdient. Zumal du von denen, die sich blenden lassen wollen, ja auch blöde angemacht wirst, wenn du mal ein bisschen an der Fassade popelst. Wenn ich das von Nila beschriebene Problem mal auslasse, brauche ich echt mehr Rambo im Leben: „It’s not my business.“ (Oder: Lasst euch doch verar***en, wenn es euch gefällt.) Und ehrlich… die Bloggerei als Business? Nicht für mich. Strippen ziehen im Hintergrund? Jederzeit. „Strippen“ vor der Kamera? Nein. Will auch keiner sehen und ich bin doch nicht geisteskrank und konkurriere mit 25-jährigen russischen Models. 😛

      Lieben Gruß!

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      1. „Nicht besser verdient“ denke ich nicht nur manchmal, das denke ich ständig. Gerade bei Erwachsenen. Die haben nämlich das gelernt, was Kinder noch nicht können: Sich in jede Richtung verbiegen und das Rückgrat am Eingang deponieren. Nur finden sie den Eingang und das Rückgrat ganz oft nicht wieder. Und natürlich ist Haribo gesund. ich futtere täglich mindestens 100 Gramm davon. MUSS gesund sein *kau*.
        An Fassaden popeln macht mir manchmal Spaß, und dann frage ich mich wieder, wo der Sinn ist, zumindest bei Online-Fassaden. Also pople ich einfach im real life, das macht mehr Spaß. Das hat dann wenigstens einen Sinn, weil sich was ändert. Manchmal 🙂

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        1. Ich sag’s doch immer wieder: Nicht die Kinder lernen von uns – WIR lernen von den Kindern. Leider wissen wir das nicht und verbiegen sie stattdessen. Schade.

          Popele auch gerne an Fassaden und ich glaube, im RL würde ich gerne mal deine Praktikantin sein. *g*

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  11. die frage ist doch – was ist AUTHENTIZITÄT ??!!
    wenn jemand auf fotos super stylish tut und IRL im schlunzanzug in einer rumpelbude haust und TKpizza mampft oder ein biederes lieschen im reihenhaus ist – dann IST das für ihn/sie authentisch – er/sie ist jemand der/die der welt gern ein gefälliges bild zeigt (aus ego- und/oder materiellen gründen) ohne es ernsthaft leben zu wollen.
    ich habe es ja aufgegeben „gefallen“ zu wollen – war nicht leicht, denn dazu wurde ich erzogen: „wie andere über dich denken ist wichtig, egal WIE diese anderen sind“. jetzt will ich nur noch mir selbst gefallen. und ich bin da seeehhhr tolerant 🙂
    ich bastele posts übrigens am liebsten im bett – ich kann so schlecht auf stühlen sitzen. also habe ich auch gar keinen schreibtisch……..und das esszimmer ist immer noch eine baustelle………
    😉
    drückerchen! xxxxxx

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    1. Was ist Authentizität? Du kannst doch jetzt nicht so eine Frage ins Blog werfen! Für die Onlinewelt gilt: Wenn dir irgendwer mangelnde Authentizität (im weiteren Verlauf nur noch A. genannt) ankreidet, dann bist du nicht authentisch. Weil du dich nämlich überhaupt nicht so gut kennst wie die Leser, die dich noch nie gesehen habe, sich aber ein perfektes Bild von dir gemacht haben. Und wenn du diesem Bild nicht entsprichst, dann fehlt dir die A. Punkt.

      Habe es überwiegend auch aufgegeben, anderen gefallen zu wollen. Das hatte ich jahrelang echt gut drauf und ich war ziemlich erfolgreich, aber da habe ich mir selbst nicht gefallen. Also habe ich damit aufgehört. Mit dem Ergebnis, dass ich zwischendurch phasenweise niemandem gefallen habe – nicht mal mir selbst. Aber jetzt wird’s besser. Mag mich überwiegend gut leiden – von innen und außen – und bin immer wieder überrascht, wenn mich auch andere mögen. Manchmal lache ich in mich hinein und denke, du weißt ja gar nicht, was ich weiß… aber hey… warum gleich die Dreckecken zeigen? :mrgreen:

      Lieben Gruß!

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  12. Liebe Anna, jetzt hab ich mir mal wieder so meine Gedanken gemacht zu deinem Post und zu diesem spannenden Thema. Gelesen hab ich ihn gestern Abend, aber ich schreibe ja selten sofort einen Kommentar- ich muss mir das alles immer erst durch den Kopf gehen lassen.
    Und so bin ich, genau wie die Bahnwärterin, auf die Frage gekommen, was Authentizität denn eigentlich ist, bzw. was sie ausmacht. Der Punkt ist ja wahrscheinlich, dass jeder Authentizität (im Folgenden nur noch A. genannt! ;oD) anders definiert. Aber eigentlich bedeutet A., im Bezug auf Menschen, nichts anderes als dass „das Handeln einer Person nicht durch äussere Einflüsse gesteuert wird“. Dass man seinen Vorstellungen, seinen Meinungen und seinem höchstpersönlichen Stil treu bleibt. Natürlich darf man hin und wieder seine Art, sich zu kleiden, ändern, wenn einem der Sinn danach steht. Man darf auch seine Wohnung anders einrichten oder vom Konsumjunkie zum Minimalisten mutieren. Denn schliesslich macht jeder Mensch in seinem Leben eine Entwicklung durch, und das ist gut so. Wenn man allerdings dabei auch gleich andauernd noch seine Werte verändert und der Situation anpasst, DANN ist das für mich nicht mehr authentisch. Da sagt die Bahnwärterin was sehr Wahres: Um authentisch rüberzukommen muss man es aufgeben, gefallen zu wollen. Denn wenn du es jedem Recht machen willst, dann musst du dich unentwegt verbiegen und deine Werte in Frage stellen. Und dabei dein eigenes Ich auf der Strecke lassen.
    Gelebte A. ist anfänglich ziemlich anstrengend. Denn du bist einfach nicht mehr „massenkonform“, eckst mitunter an mit dem, was du tust und vertrittst. Aber von dem Moment an, wo es dir so richtig und ehrlich egal ist, was andere von dir denken, entspannt A. dein Leben auf ganz frappante Art und Weise. Es ist absolut erstrebenswert, sein Leben ganz beruhigt und entkrampft angehen zu können. Jeden Tag zu geniessen ohne den Druck, irgendetwas zu sein, zu haben oder zu tun, was einem eigentlich wiederstrebt und das man nur tut, weil „man“ und alle andern es halt so tun.
    Aber dafür muss man sich erst mal eine ziemlich dicke Haut zulegen, denn DIESE Haltung wird von vielen lieben Mitmenschen hinterfragt. Und für nicht „normal“ befunden…….
    Was will ich aber eigentlich damit sagen? ;oD
    Dass ich dich haue, wenn du aufhörst zu bloggen, nämlich. Ich will hier weiter mitlesen! (Ich weiss. „Ich will“ sagt ein anständiges Mädchen nicht. Aber so ist das mit der A. Da darf man das, *ggg*!)
    Du bist ehrlich, witzig, gradeheraus. Du schreibst keinem nach dem Mund und bringst mich zum Grinsen. Du machst aus dem ollsten Thema einen wirklich lesenswerten Post.
    Und DU machst dir Sorgen um deine A.?????
    Ich bitte dich.
    Drüüücker und herzlichste Grüsse!
    PS: Wenn irgendwas NICHTS mit A. zu tun hat, dann Wollmäuse. Die zeugen eher von der Tatsache, dass da jemand andere Prioritäten setzt im Leben als regelmässig zu putzen. Wenn ich es mir allerdings recht überlege, dann könnte man das, mit viel gutem Willen, natürlich auch schon wieder als A. bezeichnen……..
    Ich sags ja: Spannendes Thema! ;oD

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    1. Frau Hummel, wir hatten das in deinem Blog ja schon besprochen, aber: deine Kommentare sind eigentlich immer nen eigenen Post wert. Oder anders: Ich lese so manchen Post/Artikel, der nicht halb so gehaltvoll ist, wie deine Kommentare. Und genau darum bin ich froh, Leserinnen wie euch alle zu haben, denn eure Kommentare sind quasi das i-Tüpfelchen für mein Geschreibsel. ❤

      Und ich stimme dir zu: gelebte A. ist anstrengend. Eigentlich bist du für andere ja schon problematisch, wenn du in keine Schublade passt, aber warum soll ich mich da einschränken lassen? Ich mache Yoga und trinke vorher Kaffee. Ich esse wochenlang vegetarisch oder vegan und sterbe plötzlich für Currywurst oder nen Grillteller vom "Jugoslawen". Ich dröhne wochenlang alles mit Disturbed und Slipknot zu und möchte anschließend nur noch den "Ally McBeal"-Schnulzen-Soundtrack hören. Mache ich nicht absichtlich, um irgendwen zu verwirren, aber so bin ich nun mal. Auch auf die Gefahr hin, dass das für manche inkonsequent zu sein scheint. Frage mich eh, warum es so oft "entweder… oder" sein muss – warum nicht alles? Nebenbei bemerkt: Wo soll das hinführen, wenn es uns allen egal ist, was andere über uns denken? Skandal. Da bricht doch alles zusammen, wenn es uns wurscht ist, ob wir schön und sexy (noch wichtiger!) sind. Oder wenn wir nicht mehr glauben, uns gegen alles absichern zu können und wenn es uns schnurzpiepegal ist, ob wir die richtige Marke tragen. Glaube nicht, dass das gewollt ist. 😎 Echte Augenöffner in dieser Hinsicht sind einige Bücher von Osho. Ich unterschreibe nun wahrlich nicht alles, was er von sich gegeben hat und auch sonst kann man sehr gut über ihn diskutieren (wenn man denn diskutieren möchte), aber ich finde Querdenker interessant und diverse seiner Gedankengänge sind schon… erhellend und vor allem: ganz und gar nicht Mainstream und sehr erfrischend. *g*

      Herzlichen Gruß ins Hummelland!

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  13. Hallo Anna, ich muss mich heute als sonst stille Leserin deines Blogs mal melden… Jeden deiner Beiträge lese ich gerne. Und wenn wir schon von „authentisch“ sprechen, dann bist du es ganz bestimmt! Aus deinen Worten spricht so viel Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit, die man in einigen anderen Blogs lange suchen muss.

    Liebe Grüße
    Renate F.

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    1. Liebe Renate, ich danke dir ganz herzlich für das Feedback. Und bei all dem Gerede von „ich blogge für mich selbst“ (stimmt) oder „ich muss niemandem mehr gefallen“ (stimmt auch) ist es doch spannend mal zu lesen, was ihr Leser davon haltet. In meiner kleinen und spinnerten Welt kann ich mir ja sonst was einreden – die Frage ist nur: was kommt bei euch an? 😉

      Lieben Gruß!

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  14. Jetzt bin ich aber sehr enttäuscht Anna 😉 du schreibst nicht nackt? Ich hatte da wohl ein völlig falsches Bild vor meinen Augen 😎 😆

    Finde aber deine Yogaklamotten zum schreiben auch sehr sympatisch, passen zu meinen Jogginghosen beim schreiben 😬
    Und ob nun Authentisch oder nicht können sich andere drüber streiten, deine Texte machen Spass und das ist mir das wichtigste 😊
    Bin schon gespannt was du als nächstes in die Tasten haust 😊
    Lg Aurelia

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    1. So ein Bild hattest du von mir? Wahrscheinlich, weil ich zu oft geschrieben habe, dass ich Marilyn Monroe mag. *g* Ich sage nur: Chanel No. 5 und sonst nix. Oder bei mir je nach Laune: „Not for everybody“ von Bruno Banani (ein selten blöder Name) oder „Cašmir“ und dazu… drei Paar Socken und Yogaklamotten. 😎

      Du bist auf meinen nächten Texte gespannt? Ich auch… 😳

      Lieben Gruß!

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  15. Es ist absurd im Netz Authentizität tu erwarten. Vor allem wenn es virtuell bleibt ist es doch völlig egal. Da kann ein Fiktiver Blogger als Metaich einer realen Person so echt sein wie jede andere Fiktion. Der Leser kann gar nicht und muss auch unterscheiden zwischen realer Person oder fiktiver Metaperson. Völlig egal , nur die Fiktion die sich im Kopf des Lesers über den Schreiber manifestiert ist seine Realität.

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    1. Das stimmt. Sehe ich mittlerweile auch so. Wobei ich zugeben muss, dass ich am Anfang meiner „Bloggerkarriere“ tatsächlich Authentizität erwartet habe. Aber man lernt ja dazu. 😉

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      1. Hat ja beides was, fiktive Person oder möglichst reale aber dieses ist wohl eher wichtiger für den Blogger als für den Leser……ich habe mich für real entschieden, trage michaber manchmal mit dem anderen Gedanken.

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        1. Beneide die, die sich als fiktive Person inszenieren können. Habe das mal kurzzeitig versucht (auch als Schreibübung) und musste leider einsehen, dass ich keine Geschichtenerzählerin bin.

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          1. Hm, das hängt wahrscheinlich davon ab was dich treibt. Wenn du Dinge deiner realen Person los werden willst, bringt es ja nichts. Du musst also schon eine alternative Person in dir haben, die selbst das Verlangen hat. So wie Schauspieler ja auch eintauchen in das Ego der Person die sie darstellen.
            Vielleicht ist es also einfach nur ein ein Zeichen dafür, dass du deinen Mittelpunkt hast und nicht einen Ausweg suchst zu entfliehen. Diese parallel Personen müssen ja nicht ein ausdruck eines gesunden Verstandes sein 😉

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            1. Die Gesundheit meines Verstandes lassen wir jetzt mal lieber außen vor. Aber stimmt… mit diesem Blog scheine ich tatsächlich „zur Ruhe zu kommen“. 😉

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  16. Viele reden aber doch einer vorgeblich fehlenden Authentizität das Wort, weil der eigentliche Grund sie selbst in einem weit weniger hübschen Licht erscheinen ließe: Der blanke Neid^^.
    Jeder gibt im Netz doch genau DAS von sich, was er möchte, er setzt sich selbst sein Licht und entscheidet, ob Schatten fallen dürfen. Oder nicht.
    Mich stören die zahlreichen weiß-in-weiß-auf-weiß-Deko-Blogs nicht – aber erstens finde ich sie nicht interessant und zweitens kenne ich NIEMANDEN, dessen Wohnzimmer | Küche | Haus | Garten SO aussieht.
    Und ich vermute mal, dass das jetzt nichts über MEINEN UMGANG aussagt sondern eher über die Blogs^^.

    Mir wurde auch schon gesagt, dass der Blogmensch klare Unterschiede habe zu dem, den man persönlich kennengelernt hat. Das wird wohl so sein.
    Nichtsdestotrotz haben beide „Wesen“ ihre Existenzberechtigung – das Eine gäbe es ohne das Andere nicht.

    Das muss ich mir selbst auch immer wieder vergegenwärtigen, wenn ich beim blog-binging augenrollend
    vor dem 26. DIY- und Deko-Blog sitze…:-D

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    1. Sie schauen sich DIY- und Deko-Blogs an? Schau mal an, das hätte ich nicht gedacht. Mir war so, als wäre die Gattin bzgl. der hauseigenen Deko der Platzhirsch. 😉

      Stimmt. Jeder inszeniert sich im Netz (idealerweise) nur so, wie es ihm gefällt. Und ich verrate Ihnen was: ich mach das nicht nur im Netz so. Böse, aber so isses. Ich gehe nämlich nicht als der Waldschrat auf die Straße, der manchmal am Laptop sitzt. Nee, ich knödele mir nen Bloggerdutt und ziehe mehr oder weniger gescheite Klamotten und sogar Schuhe an. Ich grüße, obwohl mir nicht danach ist und haue niemandem, der mir in der Kassenschlange zu dicht auf die Pelle rückt, die Tasche in den Bauch. Bin ich jetzt weniger authentisch? Ich gebe Ihnen aber Brief und Siegel drauf, dass es zwischen der bloggenden und der nicht bloggenden Anna Unterschiede gibt und dass ich offline weitaus introvertierter bin, als es online den Anschein hat. 😉

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      1. Nachtrag: Ihr Neid-Einwurf ging mir glatt durch die Lappen. Oder anders: Ich tue mich schwer, den Neid da reinzuziehen, darum habe ich länger darauf rumgekaut. Warum sollte es mich scheren, wenn sich irgendwer im Blog als schillernde Kunstfigur aufbaut, die dann in der Realität wie eine Seifenblase zerplatzt? Das ist doch nicht mein Problem. Sondern eher das desjenigen, der in der Realität nicht das hält, was online zu vermuten war? Aber vielleicht denke ich da zu schlicht, weil ich noch nie jemanden so verschreckt habe, dass er (oder sie) mich wortlos hat stehen lassen. 😉

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  17. Schreib bitte einfach weiter so. Mir gefällt es. Sehr sogar. Und wem es nicht gefällt, dem steht es frei hier nicht zu lesen…
    Manchmal begreife ich die Leute einfach nicht. Obwohl…will ich auch gar nicht 🙂
    Dir wünsche ich ein zauberhaftes Wochenende
    Liebe Grüße
    Juniwelt

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    1. Danke dir. Und ja, so ist es. Wem irgendwas nicht gefällt, der muss es nicht lesen. So halte ich das mit Büchern, Zeitschriften, dem Fernsehprogramm oder dem Essen etc.. Ich wähle einfach nur das, was mir gefällt und ignoriere den Rest. Vielleicht braucht’s ein gewisses Alter, um das einzusehen, wobei ich mir da nicht so sicher bin.

      Herzlichen Gruß zurück! ❤

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  18. Hallo Anna,
    schon alleine Äußerungen wie: „Jetzt mal ehrlich“ oder „Ich muss ehrlich sagen“ lassen mich umgehend den Rückzug antreten. Die Vermutung, dass der Sprecher oder Schreiber sonst nicht die Wahrheit sagt liegt für mich auf der Hand. Genau so geht es mir auf bestimmten Blogs, denn auch sich „nackisch“ machen hat ganz sicher nichts mit Aufrichtigkeit oder Authentizität zu tun. Eher mit reißerischer und nach Erfolg haschender Absicht. Zu bloggen, seine Gedanken mitteilen und zu seiner Meinung zu stehen bedeutet für mich keineswegs, sich in Gänze preiszugeben.
    Dein Blog ist großartig und ich lese Dich supergerne.

    Gabriele

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    1. Jetzt musste ich lachen, denn „mal ehrlich“ oder „ich muss ehrlich sagen“ verwende ich auch glegentlich. Das liegt daran, dass ich zu viel Chick-Lit (u.a. Bridget Jones, Shopaholic) gelesen habe, da wird das gerne mal geschrieben und was im Hirn hängenbleibt, kannst du dir ja auch nicht immer aussuchen. Denn mal ehrlich: Wenn das so wäre, würde ich nicht die Namen u. Vereine diverser Handballer runterrattern können, sondern irgendwas, womit ich wirklich was anfangen kann. 😎

      Eine Bloggerin (leider vergessen, wann und wo das war) hat zu demThema „wie viel sollte ich von mir preisgeben“ mal was geschrieben, was ich für meine Art des „aus dem Nähkästchen Schreibens“ gerne berücksichtige. Trägt es dazu bei, dass der Leser für sich was mitnehmen kann, dann schreibe ich es – auch wenn es vielleicht ein bisschen persönlicher wird. Geht es nur darum, meinen „Müll loszuwerden“ oder „Dampf abzulassen“, dann lasse ich es und hole das alte Tagebuch aus der Schublade oder mache Sport. Heißt aber nicht, dass ich diese Art des Bloggens für das Nonplusultra halte – es ist nur meine Art. 😉

      Herzlichen Gruß!

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  19. Das Thema ist mal wieder voll getroffen, liebe Anna. Super gemacht!

    Das Wort Authentizität scheint ja wohl gerade richtig in zu sein. Überall wird gefordert, dass man authentisch sein soll, sonst hast du als Bloggerin verloren. Wenn ich mir eine Zeitschrift anschaue, interessiert es mich gelinde gesagt einen Sch… , ob da irgendjemand authentisch ist. Weil ich ja im Grunde weiß, dass es nicht so ist. Die Models sind bezahlt, die Werbeanzeigen sind bezahlt, die Redakteure werden bezahlt, überall wird gesponsert usw. Und ich bezahle die Zeitschrift.

    Aber bei den Blogs, die ich kostenlos konsumieren darf, muss es dann authentisch zugehen. Pfffffft…..

    Ich möchte auf meinem Blog so natürlich rüberkommen, wie ich auch im realen Leben auch bin. Das darf gerne mit Ecken und Kanten sein, aber das bin allemal ich. Es würde gar nicht zu mir passen, wenn ich auf einmal eine Rolle spielen würde und auf Diva oder ähnliches schalte. Das ist meine persönliche Authentizität. Das heißt aber nicht, dass das jetzt in Stein gemeißelt ist. Vielleicht kriege ich es ja irgendwann im Kopf und fange an, die Grand Dame zu spielen oder eine Werbung nach der anderen zu schalten, haufenweise Affiliate-Links zu schalten oder was auch immer…

    Wenn jemand aber gerne vorgibt, ein anderer, tollerer und hipperer Mensch zu sein, als er eigentlich ist, dann ist das auch okay. Mir steht es ja als Leser frei, ob ich das konsumieren möchte oder nicht. Wenn es mir nicht „authentisch“ genug ist und ich großen Wert darauf lege, dann mache ich einen Bogen darum. Man könnte es allerdings auch mit einem Augenzwinkern betrachten und müsste es nicht ganz so ernst nehmen. Macht man bei den Printmedien ja auch nicht.

    Lieben Gruß
    Sabine

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    1. Deinem Kommentar kann ich nichts mehr hinzufügen. Und vor allem: „Bei Blogs, die ich kostenlos konsumieren darf…“ finde den Fehler. Wenn mir irgendwas kostenlos zur Verfügung gestellt wird, neige ich nicht dazu, irgendwelche Ansprüche zu stellen, sondern freue mich über das, was ich bekomme. Und wenn mir irgendein „Blogprogramm“ gar nicht mehr passt, was durchaus vorkommt, dann schaue ich einfach anderswo vorbei oder kaufe mir eine Zeitschrift. Habe ich neulich wieder gemacht und mir ein Mini-Abo der InStyle gegönnt. *g* Das dürfte nicht ohne Folgen bleiben, ich glaube, ich muss das verbloggen, wenn mein Hirn das nach 4 Zeitschriften noch hergibt. 😉

      Lieben Gruß!

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  20. Ach, ich weiß nicht … muss man sich denn ständig Gedanken über das Bloggerdasein machen? Ich finde nicht. Ich blogge zu Themen, die mir gefallen – und gehe dann einfach davon aus, dass sie meiner Zielgruppe auch gefallen. Und wenn nicht, dann halt nicht. Dann halt beim nächsten Mal wieder.

    Über Glaubwürdigkeit und Authentizität mache ich mir höchstens dann Gedanken, wenn es um Werbung geht. Aber sonst? Nein. Alles, was ich schreibe, ist doch ein Teil von mir – sonst würde ich doch nicht darüber schreiben. Ich habe es tatsächlich auch noch nie erlebt, dass meine Authentizität angezweifelt wurde. Und davon gehe ich auch bei allen anderen Bloggern aus. Selbst bei den Hochglanzbloggern in weißen Wohnungen … 🙂

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    1. Ob „man“ sich ständig über das Bloggerdasein machen muss, weiß ich nicht. Aber ich weiß, dass ich das gelegentlich machen muss, weil ich nun mal Bloggerin bin und mir über alles Gedanken mache, was zu meinem Leben gehört. 😉

      Mangelnde Authentizität hat mir aber auch noch keiner vorgeworfen. Besser ist das. Und wenn ich irgendwo das Gefühl habe, dass es mehr Schein als Sein ist, dann lese ich einfach anderswo mit. Die Bloggerwelt ist so groß, dass ich mich nicht mit denen befassen muss, die mich ärgern oder immer wieder die A-Frage aufwerfen. 😉

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  21. Liebe Anna
    Ich weiss nur, dass sobald ich eine Mail in meinem Postfach habe, mit dem Hinweis, du hättest soeben einen neuen Beitrag online, ich mir sofort die Zeit nehme um eben diesen zu lesen.
    Dies nicht, weil ich wissen will, ob du gerade nackt geschrieben hast oder in einem Astronautenanzug. Nein, mich interessiert deine Meinung zum Thema und alles andere darfst du natürlich gerne schreiben, ist aber für mich persönlich nicht ausschlaggebend, ob ich deinen Blog und deinen Stil mag oder nicht!
    Drum schreib so wie du willst und gib soviel preis von dir wie du magst aber bitte nicht aufhören!
    Liebe Grüsse
    Veronica

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    1. Bin ganz gerührt. Danke dir für deine lieben Worte! ❤ Und nein, ich höre in absehbarer Zeit sicher nicht mit dem Bloggen auf, ich fange ja doch immer wieder von vorne an. 😉

      Herzlichen Gruß!

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