Magic Cleaning für die Seele…

Genießt den Jahresausklang und die damit verbundenen Leckereien – spätestens zum Jahresanfang werden wir wieder mit Tipps für Detox- oder Fastenkuren bombardiert. Entgiften, aufräumen und loslassen sind eben echte Dauerbrenner und da passt es, dass Marie Kondo sich – grob zusammengefasst – dem Falten von Klamotten gewidmet hat, damit einen Bestseller landete und es auf die „Time“-Liste der 100 einflussreichsten Persönlichkeiten schaffte. Liegt wohl eher nicht nur an der Ordnung im Kleiderschrank, auf die wir plötzlich alle so erpicht sind, sondern an dem japanischen Sprichwort: „Die Unordnung im Zimmer entspricht der Unordnung im Herzen.“ Demzufolge sind die zusammengerollten Klamotten nämlich nur der Anfang auf dem Weg zu fein säuberlich aufgeräumten Herz- und Seelenkammern und wer hätte die nicht gerne? Kein rumpeliger Dachboden mit Spinnenweben und verstaubten Truhen, der seit Jahren im Dornröschenschlaf liegt, sondern eine fein säuberlich aufgräumte Schublade mit korrekt gerolltem… na was auch immer. Klingt schon schön.

Wobei ich es höchst bedauerlich finde, dass sich gerade die Seele nicht so leicht wie das Bücherregal aufräumen lässt. Nötig hätte sie’s, sammelt sich im Lauf der Jahre halt doch ne Menge Zeugs an und darüber hinaus funktioniert so eine Seele ja auch nicht wie ein Uhrwerk…
Eine der wichtigsten Einsichten in diesem Zusammenhang ist die, dass unser Leben, wie alles Leben im Universum, Aufbauphasen und Abbauphasen durchläuft. Vom physischen Körper erwartet kein vernünftiger Mensch, dass er keine Abfallprodukte erzeugt und ausscheidet, genauso wenig wie man erwartet, dass man nur einmal in der Woche Nahrung aufnehmen muss. Es wäre albern davon auszugehen, dass die Seele nicht täglich gefüttert werden muss und nur einmal in fünf Jahren ausscheidet, was sie aufgenommen hat. Wer meint, dass ein einmal gelöstes Problem auf ewig gelöst bleibt und dass das einmal Gelernte bis dorthinaus bewusst bleibt, begeht einen Irrtum. Das Leben ist ein gigantischer Organismus, der immer an verschiedenen Stellen etwas aufbaut und woanders wieder abbaut.[Clarissa Pinkola Estés, „Die Wolfsfrau“]
Gemäß der Theorie der seelischen Abfallprodukte möchte meine Seele tatsächlich hin und wieder gründlich mit dem Besen durchgekehrt werden, womit ich zugegebenermaßen recht lange gewartet habe. Zu lange. Darum macht das jetzt auch mehr Arbeit, wie das nun mal so ist mit Sachen, die man nicht richtig pflegt. Dass es Zeit wird, den Besen zu schwingen, zeigt mir meine Seele überdeutlich:
  • Begebenheiten, die normalerweise an mir abprallen, hinterlassen auf einmal Spuren und Peanuts werden plötzlich zu Themen.
  • Ich lege Worte und [nicht erfolgte] Handlungen von Menschen, die mir nicht einmal wichtig sind, auf die Goldwaage.
  • Ich sauge umherschwirrende Negativität auf wie ein Schwamm, anstatt sie wie üblich mit Humor entgiften zu können und werde selbst zur Giftmülldeponie.
Und wenn es fünf vor zwölf ist, mache ich mich selbst so dermaßen zur Schnecke, dass nicht mehr viel von mir übrigbleibt, wenn ich mit mir fertig bin. Würde ein anderer Mensch so mit mir reden, hätten wir die längste Zeit gemeinsame Sache gemacht, aber es ist halt noch immer so verdammt schwer, sich von sich selbst scheiden zu lassen. Bis dass der Tod uns scheidet und so. Blöde Sache…

Besen schwingen leicht gemacht…

Sobald ich über längere Zeit mit einem oder mehreren dieser Zustände zu kämpfen habe und PMS oder Vollmond keine Ausrede mehr sein können, ist mir klar, dass ich auf meinem Dachboden für Ordnung sorgen muss. Ehe ich auf Marie Kondo gestoßen bin, hieß das: eine Menge Sesamstraßen-Fragen (wieso, weshalb, warum) wälzen, die durchzukauen in etwa so angenehm ist wie der Verzehr eines Grünkohlsmoothies. Ich hasse Grünkohl. Seit Magic Cleaning – und  ich habe das Buch immer noch nicht durchgelesen, sondern weiterhin nur darüber gelesen – habe ich das Frageprinzip allerdings erheblich gestrafft. Jetzt schaue ich mir den alten Kram an und es heißt nur noch:
  • Macht mich das noch glücklich?
  • Brauche ich das noch?
Kinderleicht, oder? Tja, reingefallen. Ihr seid hier schließlich in meinem Blog und es heißt natürlich nicht, dass das Ding mit dem Beantworten dieser zwei Fragen vom Tisch ist.

Die unendliche Geschichte – neu verfilmt…

Was Frau Kondo – meines Wissens nach? – leider nicht zur Hand hat, ist ein Vorschlag, wie man mit völlig verklebtem Zeug umgehen soll. Mit Sachen, die sich ungünstig verkeilt haben und ohne größeres Gerät nicht entsorgt werden können. Oder mit Kleinkram, der so klebrig ist, dass er sich partout nicht so einfach entsorgen lässt. Ich kann ja schlecht den kompletten Dachboden abfackeln, wobei ich das in einer sehr meditativen Stunde mit meinem Räuchertöpfchen [Glücksweihrauch! Riecht sehr lecker und macht auch total glücklich, wenn die Rauchschwaden endlich wieder abgezogen sind…] auch schon fast gebracht habe. Meister Propper für die Seele wäre nett -am besten gleich mit Antihaftbeschichtung.  Andererseits… vielleicht gibt’s dieses Wunderzeug ja schon und es nennt sich:  Tu’s einfach!?
Genauer gesagt: Tu das weg, was nicht gut für dich ist und tu das, was dir guttut – und zwar auch noch in einem Jahr [also kein Freifahrtschein für eine mehrwöchige Schokoladenorgie]. Je länger ich das im Geiste durchspiele, desto eher denke ich, dass an diesem Tu’s einfach durchaus was dran sein könnte. Denn ich befürchte fast: ja, vieles kann sehr viel einfacher sein, als ich es mir mache. Zumindest dann, wenn man den Spaß daran verloren hat, alles unnötig zu verkomplizieren und den Mist en detail aufzudröseln – bringt ja auch nichts, wenn der Kram an die 100 Jahre zurückliegt, bereits Schimmel ansetzt und eh nicht mehr zu ändern ist. Shit happens und was habe ich davon, unnötig zu leiden und immer wieder in alten Wunden zu bohren? Nichts.

Drama, Romanze, Comedy?

Wobei es ja durchaus Menschen gibt, die das brauchen. Die sich beim Schreiben der eigenen Lebensgeschichte lieber fürs Drama entscheiden und nie für die Comedy, weil das Drama halt tiefgründiger und facettenreicher zu sein scheint und wer möchte schon die hohle Nuss sein? Nebenbei bemerkt wurde mir kürzlich in einem persönlichen Rückblick erst so richtig bewusst, dass ich selbst so lange zum Drama gegriffen habe, bis es irgendwann zum Automatismus wurde. Ich war immer die, die… [hier alte Geschichte nach Wahl einsetzen]. Peinlich. Und so unnötig. Gewonnen habe ich nichts dadurch und von Mitleid kann ich mir ebenso wenig kaufen wie von der mittlerweile inflationär verwendeten Bezeichnung „tolle“ Frau. Ob ich toll bin, kann nur ich für mich alleine festlegen und wenn ich mich ständig in alte Geschichten verstricke, ist das gar nicht toll, sondern in allererster Linie eine echt schwache Leistung.

Gut, vielleicht war die Zeit vorher einfach noch nicht reif für diese Erkenntnis – jetzt ist sie es, möge das so bleiben. Von daher werte ich es nicht als Zufall, dass mir neulich beim Entrümpeln zwei Bücher in die Hände fielen, die sich damit beschäftigen, die eigene Lebensgeschichte wie ein Drehbuch oder einen Film zu betrachten und ihr eben den Twist zu geben, den man gerne haben möchte. Drama, Romanze, Comedy? Hauptrolle, Nebenrolle oder Statist… im eigenen Leben? Da lässt sich einiges durchspielen. Einen früheren Teil meiner Vergangenheit habe ich im mir möglichen Rahmen bereits umgeschrieben, als es an der Zeit war. Auf die Idee, das mal weiter auszudehnen, bin ich allerdings gar nicht gekommen. Klar. Dann hätte ich auch sehr viel genauer hinschauen müssen, wo mein Anteil an der jeweiligen Situation liegt. Na mache ich das jetzt – das Schöne an der eigenen Geschichte ist ja, dass sie einem nicht weglaufen kann.

Also Zeit für weniger Drama, mehr Romanze, mehr Comedy und das vielleicht unter der Prämisse: Schau nach vorne, aber vergiss nicht, woher du kommst. Hätte nicht übel Lust, die Geschichte in die Hände von Nancy Meyers zu geben, damit sie mir meine eigene Version von „Liebe braucht keine Ferien“ oder so ähnlich auf Leib und Seele schneidern kann. Aber so wie’s aussieht, muss ich das wohl selbst tun und ich bin gespannt, was am Ende dabei rauskommen wird. Papier ist geduldig und ich werde es auch sein… 😉

 [Beitragsbild: StockSnap.io/PawelKadysz]

27 Kommentare zu „Magic Cleaning für die Seele…

  1. Einfach mal machen sage ich dazu ganz einfach 🙂

    Hilft Dir jetzt leider auch nicht weiter …

    Zu dem Verklebten: ja, dann den Haufen in einem Rutsch entsorgen!

    Liebe Grüße
    Ines

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    1. Doch, hilft mir weiter. Bestätigt ja das, worüber ich nachdenke. *g* Und die Male, in denen ich „einfach gleich gemacht habe“, ehe der Kopf das zerpflücken konnte, waren auch vielversprechend. 😉

      Lieben Gruß!

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  2. Genau einfach Augen zu und durch. Mein Leben als Film fänd ich auch cool. Nur welcher Film? Wer kann sich da entscheiden;)
    Liebe Grüße Tina

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  3. Ganz ehrlich? Das ist mir alles viel zu kompliziert *grins*
    Ich will keine bis ins Letzte aufgeräumten Schränke mit lauter zusammengerollten Pullovern, so dass man auf den ersten Blick erkennt, wie viele graue Pullover mit V-Ausschnitt und mittlerer Ärmellänge dabei sind. Das finde ich langweilig. Da freu ich mich lieber, wenn ich einen alten Pullover wiederentdecke, den das Schicksal nach ganz hinten gestoßen hat.
    Meine Seele entgiften – hm. Ich fürchte, da ist kein Gift drin. Das brülle ich nämlich in der Regel einfach raus und dann isses weg. Und wenn was klebt, dann kommt es auch weg. Klebriges Zeug kann ich nicht ausstehen. Wenn noch was dazwischen hing, was ich eventuell noch mal gebraucht hätte, wenn beim nächsten Vollmond Pluto den Jupiter trifft – herrje, dann ist es halt weg. Bisher war nix dabei, was mich komplett umgehauen hätte. Ein paar Mal sah es fast so aus, aber ich bin immer noch da und bin immer noch ein genau genommen ziemlich glücklicher Mensch. Auch wenn ich mich liebend gern über völlig unnötige Dinge echauffiere. Hab ich halt Spaß dran 🙂
    Das Drehbuch für mein Leben, das schreibe ich wie wir alle selbst. Aber immer nur stückchenweise. Ich muss mich schließlich immer mal selbst überraschen 🙂
    Liebe Grüße
    Fran

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    1. Kompliziert?!? Wenn das die Kondo liest. Pfft. Ich werde übrigens eher Ordnung in der Seele haben, beim Klamottengrab aka Kleiderschrank isses hoffnungslos. So viele schwarze Oberteile aller Couleu kannst du nicht gescheit sortieren. Geht einfach nicht. Immer wieder eine Überraschung, welches schwarze Teil ich da wohl rausziehe. 😎

      Und „stückchenweise“- guter Einwand! Habe gerade überlegt, wie viel Zeit ich mir denn dann zubilligen würde, wenn die bisherige Story ungeschrieben ist, aber das ist ja auch krank. *g* Lieber kurz und schön, als lang und qualvoll… na schau’n mer mal, was die Wundertüte bereithält. 😉

      Lieben Gruß!

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  4. Also mein Leben als Film…. Oh Gott, ich wüsste gar nicht ob ich es unter Drama, Komödie, Mystery, Thriller oder Romanze einordnen sollte. Vielleicht unter „Schwarzer Komödie“ ?
    Ich habe mir eine „Komplettentrümpelung“ sowohl seelisch als auch Psychisch für 2017 vorgenommen. Angefangen wird am Dachboden. Und ich weiß jetzt schon, dass es bei so manchem Gegenstand zum heulen wird.Klebriges Zeugs?-> gibt es genug. Aber der Kleber wird mit Sicherheit sachte abgelöst.
    Wie schon so schön oben beschrieben – Augen zu und durch. Es kann nur besser werden 🙂
    Liebe Grüße
    Nila

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    1. *g* Bei mir wäre es bisher Drama mit gelegentlichem Comedy-Einschlag. Und die Zuschauer wüssten immer mehr als die Darsteller und würden aufgrund der unfähig-vertrottelten Hauptfigur (Typ Ally-Bridget) ständig den Kopf auf den Tisch hauen.

      Und dir wünsche ich gutes Gelingen für die Komplettentrümpelung. Ob das einer der Vorteile des Älterwerdens ist? Das alte „Spielzeug“ wird plötzlich so unfassbar langweilig und nutzlos… In diesem Sinne: Augen zu und durch. Genau. 😉

      Lieben Gruß!

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  5. Allein beim Überlegen, wie das mit dem Entrümpeln der verklebten Seelenteile denn so gehen soll, verkompliziere ich das Ganze vermutlich schon wieder so, dass ganz am Ende lediglich ein paar Teile in der Raummitte weggefegt sind – wenn überhaupt! Da ist nicht viel mit magic …

    Lieben Gruß
    Gunda

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    1. Na ja, sind wir doch mal ehrlich: wenn das alles auch nur irgendwie einfach wäre, gäbe es nicht meterlange Regale voll mit Ratgebern. Und Psychologen, Coaches &Co könnten umschulen, weil niemand sie mehr brauchen würde. Also nee, das ist nicht einfach, sondern ziemlich kompliziert, aber ich versuch’s einfach mal mit Selbstbetrug und rede mir ein: ist alles total einfach. Magic, gewissermaßen. 😉

      Lieben Gruß!

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  6. Nun, das ist wohl so ein Punkt, wo ich sagen kann „Ich hab sie alle gelesen!“ – Ja, auch Frau Kondo. Inzwischen hab ich fast alle Bücher dazu wieder weggegeben, außer ein, zwei, die mir wirklich „gut tun“.
    (Wie sagte der MannMitHut mal so treffend auf meine Frage, wie ich denn bloß Ordnung und weniger Kram bekomme? „Kauf keine Bücher über Ordnung mehr!“)
    Ich hab so ein bißchen mein Problem mit der „Seelen-Aufräum-Denke“. Immerhin macht mich ja mein gelebtes Leben aus, und dass die Seele da nicht nagelneu glänzend dabei bleibt, ist ja auch klar. Natürlich muss man manchmal Dinge für sich abschließen, aber ich glaube nicht, dass man einen Menschen um 180 Grad drehen kann …

    Wie immer, Mensch sehnt sich nach einfachen Lösungen. Deswegen verkauft sich Frau Kondo und Co. auch so gut. 🙂

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    1. Ich wollte Magic Cleaning ja unbedingt lesen, weil ich schon so viel darüber gelesen habe, aber ich bekam schon einen Aufräumflash nach dem nächsten, als das ungelesene (!) Buch nur hier lag. Klare Sache: das Buch ist böse. *g* Ich hab’s wieder verkauft. 😉

      Und @Seelenputz: Stimmt. Die bisherigen Erlebnisse machen einen aus. Aber beim Putzen wirst du auch nie eine niegelnagelneue und unversehrte Seele bekommen. Das liefe ja dann unter… keine Ahnung… Abriss und Wiederaufbau? Ans Loslassen glaube ich aber unbedingt. Und ich glaube auch, dass man sich in einem gewissen Rahmen ändern kann, sprich: alte Glaubenssätze und Verhaltensweisen loslassen und neue Verhaltensweisen üben und irgendwann zum Automatismus werden lassen. Das ist es, was ich unter „lebenslanges Lernen“ verstehe. Aber ehrlich: die einfache Lösung wäre mir auch lieber… 😉

      Lieben Gruß!

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  7. Liebe Anna, mir persönlich hat das Schreiben sehr geholfen beim Seele entrümpeln. Dabei kam eine Art Biografie heraus, die ausser mir keiner lesen muss, aber mir hat es im Rückblick sehr geholfen zu verstehen und loszulassen. So eine Art Drehbuch über das eigene Leben schreiben und dem ganzen eine andere Wendung geben – hört sich zumindest interessant an. Ich kenne die Technik aus der Traumatherapie, da soll man der traumatischen Situation auch einen anderen Ausgang geben. Ich persönlich habe das abgelehnt, aber dafür gab es spezielle Gründe. Wie ich meinen Weg gegangen bin, mit sämtlichen Drama-Einlagen, war für mich genau stimmig und heilsam. Aber so ist für jeden Menschen etwas anderes stimmig und heilsam – also nur zu, schreibe Dein Drehbuch. Ich wünsch Dir dabei jedenfalls viele, hilfreiche Erkenntnisse und eine leichtere Seele 🙂

    Lieben Gruss
    Clara

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    1. Genau das ist es: „Für jeden Menschen ist etwas anderes stimmig und heilsam“. Und jeder hat sein eigenes Tempo und seine ganz andere Geschichte. Kompliziert, das. Aber reizvoll der Gedanke, das Komplizierte einfach mal ein bisschen zu entkomplizieren. 😉 Und was das Schreiben angeht: oh ja, das ist ungemein hilfreich, nichts klärt den Kopf (für mich) besser…

      Lieben Gruß!

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  8. was für ein post! „toll“ wäre eine beleidigung. du hast einfach nur recht und ich ziehe meinen hut vor dir. sich einzugestehen dass man jahrelang sinnlose dramen inszeniert hat ist sehr mutig und zeugt von einer gehörigen menge reflektion!!
    ich bin ja mit melodramen aufgezogen worden. und ich habs gehasst – nur leider wusste ich nicht wie´s anders gehen kann mangels vorbild. zum glück traf ich menschen – im allerletzten moment – die mir andere wege zeigten. also habe ich mit 32 nochmal von vorn angefangen mit meiner persönlichkeit – meine 30er waren wie eine 2.kindheit – seelisch gesehen. nochmal alles neu gelernt.
    und mit dem neuem wissen guckt man auf den beuligen rucksack mit dem man sich bisher abgebuckelt hat und fängt an auszuräumen – pfui teufel – was da alles in den ecken rumkriecht. unütz und ein klotz am bein. manche sachen bekamen nochmal ´ne chance – die haben sie aber nicht genutzt – auch interessant. also weg damit.
    es wandert sich sooo wunderbar mit leichtem gepäck!!!!!
    und da man jetzt nichtmehr den kopf zur erde beugen muss, wegen dem schwerem rucksack, sieht man plötzlich die welt WIRKLICH – und nicht nur den boden direkt vor den eigenen füssen!!
    wir treffen uns oben!
    xxxxxxx

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    1. Musste gerade so lachen… „die 2. Kindheit“, ja, das trifft es irgendwie. Du merkst plötzlich, dass mindestens ein Dreiviertel von dem, was du gelernt hast, für die Tonne ist und dass du damit in dieser Welt und in diesem Leben keinen Schritt weiterkommst. Und dann stehst du da. Merkst einerseits, dass das so nicht geht, ziehst aber andererseits munter Menschen an, die dich in deinem alten Verhalten bestärken oder eben hochgradig verwirrt reagieren, wenn du plötzlich nicht mehr so tickst, wie sie das gewohnt sind. Es ist… interessant. 😉

      „es wandert sich sooo wunderbar mit leichtem gepäck“… das sackt gerade… und es fühlt sich gut an. ❤

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  9. Meister Propper für die Seele, ja den könnt ich durchaus manchmal brauchen. Ich bin ja so ein total wirren Zwischenwesen. Vieles kann ich bestens Loslassen. Meine Schwester zieht da oft den Hut und fragt wie ich da jetzt bitte mal so unheimlich gelassen und voll „erwachsen“ sein kann und dann sind da die kleine, feinen, fiesen Dinge. Die kleben echt, fix und fest. Da sollte der Propper mal ordentlich durchwischen! Alles Drama raus.
    Aber hey, neues Jahr bald und neues Glück…es wird schon werden.
    Lass es uns anpacken! Liebe Grüße Ela

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    1. War gestern kurz davor, den Post wieder zu löschen. Theoretisches Geschwafel. Ich kann mir im Geiste noch so viel hinspinnen, wie es mir gefällt, aber die Fakten bleiben halt bestehen und da stößt du schnell immer wieder an deine persönliche gläserne Decke, die halt manchmal sehr niedrig hängt. Nun gut. Neues Jahr, neues Glück. So sei es. 😉

      Lieben Gruß!

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  10. Liebe Anna, lösch das bitte niemals! Du bist soooo gut!!! Ich kann es garnicht richtig ausdrücken, bin begeistert von Deiner Fähigkeit, die Dinge auf den ironischen und doch ernsten Punkt zu bringen. Auch wenn ich gerade nicht die schnellste Reaktion auf den Post abliefere, ich bin hin und weg. Wünsche dir schöne Weihnachtstage und freue mich, wenn wir uns in 2017 mal wieder über den Weg walken. Liebe Grüße von Sandra

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    1. Ja toll… du machst mich verlegen und jetzt fehlen mir gerade echt die Worte….Mensch. 😛

      Und wir werden uns auf alle Fälle wieder beim Walken übwr den Weg laufen. 😉

      Liebe Grüße und schöne Feiertage für euch!

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Kommentare machen das Bloggen bunter und ich freue mich, wenn ich hier keine Selbstgespräche führen muss. ;)

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