Ich werde ernährungswahnsinnig…

Mit schrägen Ernährungsspleens kenne ich mich aus, nicht wenige davon habe ich selbst ausprobiert. Ich habe [wie hier bereits erwähnt] Obst-, Gemüse- und Fastentage gemacht, bis zum Mittagessen nur Obst gegessen oder auf Lauchsuppe (das ultimative Geheimrezept der Französinnen) und Dinner Cancelling gesetzt. Ich habe das Frühstück gestrichen, entweder Low Fat oder Low Carb oder beides gleichzeitig betrieben, diverse Smoothies ausprobiert, Kombucha und Gerstengras in mich reingeschüttet und mich erst vegetarisch und dann vegan ernährt. Und warum all das? Um was für meine Gesundheit zu tun. Und für meine Figur, denn ich hätte Konfektionsgröße 38/40 gerne in Größe 36/38 geschrumpft. Nun ja. Es hat nicht sollen sein – zumindest das mit Größe 36 nicht. Derzeit esse ich intuitiv – also einfach so aus mir heraus, ohne dass mir das jemand beibringen muss.

Gäbe es allerdings nicht gerade ein ähnliches Ernährungskonzept, in dem eben dafür plädiert wird, intuitiv zu essen, wüsste ich nicht, ob ich „einfach nur so essen könnte“, wie ich es tue. Denn mal abgesehen von der seelischen Komponente stellt sich die Frage, ob überhaupt noch irgendwer isst, um einfach nur satt zu werden? Das Essen ist ja schon lange nicht mehr „einfach nur Essen“ – mit den richtigen Lebensmitteln bleiben wir gesund, jung und schön. Umkehrschluss: Wer die falschen Lebensmittel wählt und der Ernährung nicht die entsprechende Priorität einräumt, wird fett, krank und hässlich – selbst verbockt. Da kann einem das Essen kurzfristig doch schon mal im Hals steckenbleiben… 

Dass unsere Gesundheit eng mit unserer Lebensführung verknüpft  ist – und dazu gehört logischerweise auch eine vernünftige Ernährung – ist selbstverständlich. Allerdings neigen die, die andauernd eine neue Ernährungssau durchs Dorf treiben, ohnehin nicht dazu, sich mit Fast Food die Kante zu geben. Stattdessen sind sie ständig auf der Suche: nach dem ultimativen Superfood, dem genialen Stoffwechselbooster und der körperfettfressenden und faltenaufpolsternden Wunderbeere – bitte Bio und bitte recht exotisch. Was dieser Ernährungswahnsinn für absurde Blüten treiben kann, hat Stephan Maus in Steinzeitdiät im Selbstversuch genial auf den Punkt gebracht. Er schreibt unter anderem:

„Dann kommt der Tag, an dem ich einen Marmeladenlöffel ablecke, den meine Familie auf dem Küchentisch hat liegen lassen. Als ich den herrlichen Geschmack im Mund verspüre, gerate ich in Panik: Zucker! Ich fühle mich wie ein Schriftsteller, der zusehen muss, wie sein vollendetes Romanmanuskript bei einem Hausbrand vernichtet wird. Mein Meisterwerk droht zu verpuffen. 12 reine Tage werden gerade durch 40g Zucker pro 100 Gramm Fruchteinwaage unwiderbringlich beschmutzt. […] Ich renne Richtung Klo, um die Marmelade wieder auszuwürgen. Dann halte ich inne. Nico! Alter CrossFit-Quastenflosser! Es reicht! Kein Guru darf mit pseudowissenschaftlichen Argumenten an meinem Stoffwechsel herumdoktern. Wer weiß, was so ein geschäftstüchtiger Start-Up-Nerd noch alles mit meiner Biochemie anrichtet.“

Zum vollständigen und sehr lesenswerten Artikel im Stern geht es hier: Steinzeitdiät im Selbstversuch: Ich war selten so besessen von einem Thema.

Ernährungswahnsinn zum Anschauen habe ich auch noch für euch. Nämlich einen zweiminütigen Clip auf das Erste extra3, in dem eine… nun ja… sehr an gesunder Ernährung interessierte Familie parodiert wird, die auf jede neue Ernährungsstudie anspringt. Treffer versenkt und voll auf die Zwölf, würde ich sagen… aber schaut selbst: Ernährungswahnsinn.

Außerdem im Angebot: 

Und da Zucker-Detox ja auch gerade ein Thema ist, linke ich euch diesbezüglich mal ein bisschen durchs Netz.

Gut, das langt erstmal. Und ich lobe mich ja selten selbst, aber das war doch mal ein richtig nahrhafter Post, oder? Wohl bekommt’s… 😉

Zitat B.Franklin.jpg

[Beitragsbilder erstellt mit Canva]

47 Kommentare zu „Ich werde ernährungswahnsinnig…

  1. Ich hab‘ viele Macken, aber zum Glück hat mich die Ernährungs“mafia“ nie gekriegt. Bin zwar bestrebt mir nicht nur Müll rein zu schaufeln, aber generell halte ich es mit der Erkenntnis, dass man einfach nicht mehr spachteln sollte, als man verbrennen kann, um nicht aus dem Leim zu gehen. Sport und nicht jeden Tag 3 Liter Brause und doppelt Currywurst Pommes helfen da…und Leinsamen 😉

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    1. Weise und wahre Worte! Nicht mehr spachteln, als man verbrennen kann. In meinen „ich will mehr essen, als ich sporteln möchte“-Phasen hoffe ich ja tatsächlich, dass es irgendwann diesen Stoffwechselbooster gibt, der Fett und Kalorien in Luft verpuffen lässt… nun ja… die Hoffnung stirbt zuletzt. 😉

      Lieben Gruß
      Anna

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      1. Den gibt es! Clenbuterol…hochdosiert. Ein Astmamedikament. Man verbrennt mehr Fett durch Thermogenese, der Körper steigert also seine Kerntemperatur, das kostet ordentlich Kalorien. Dazu Ephedrin, und alles kocht auf Hochtouren!
        Aaaaber…die Nebenwirkungen sind übelst. Starke Herzprobleme und Rhythmusstörungen sind die Regel. Unbedingt Finger weg! (Nur falls ich es jetzt doch zu „schön“ beschrieben haben sollte)

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  2. Das ist gar nicht mehr so einfach, auf seinen Körper zu hören und zu essen, wenn man Hunger hat. Und dann in diesem Fall einfach etwas zu essen, ohne zu überlegen, welcher Ernährungsvorschrift man momentan gerade folgt.
    Meine Oma hatte als jemand, der 2 Weltkriege, samt der schlechten Zeit dazwischen und danach erlebt hat, solche Probleme überhaupt nicht.
    LG
    Sabienes

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  3. intuitiv essen klingt prima – aber wie soll das gehen wenn schon bei babynahrung zucker zugesetzt wird??? spätestens im kindergartenalter ist der appetit doch schon total verbogen. viele wirklich gesunde nahrungsmittel werden kindern regelrecht vorenthalten weil mama meint das die das eh nicht essen – was sie sich dann durch suggestivfragen auch gleich von ihrem 3-jährigem bestätigen lassen. abgesehen davon dass mama ja auch schon nicht mehr weiss dass es rüben, bohnen, linsen, zig kohlsorten gibt und kartoffeln nicht zwingend zu pommes verarbeitet werden müssen. und reis nicht zu sushi ;-P
    mein körper ist viel schlauer als ich 🙂 der hat schon immer gleich rebelliert wenn ich ihm mit miesem essen kam – sprich fastfood, fertiggerichte, künstlichem aroma, margarine, industriekäse, milch von unglücklichen kühen, billigen süssigkeiten….
    dagegen gabs instant belohnung in form von wohlfühlen bei purem wasser, natürlichem tee, „nackschem“ yogurt, selbstgebackenem brot, wenig zucker und einheimischen obst……
    tiefkühlessen wird mit fressanfällen bestraft – eine portion fleisch direkt vom glücklichem viech reicht wochenlang – gelüstemässig.
    also: solln die mal machen. interessiert mich nicht die bohne – ausser als lacher zwischendurch. und grösse 38 werde ich niemals wieder erreichen – da müsste ich schon an meinen knochen rumsägen 😉
    ich wünsch dir viel gelassenheit um deine neue ernährungsstrategie zu einem gesunden lebensstil reifen zu lassen 🙂
    xxxxxxx

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    1. Ist in der Tat nicht ganz einfach, den Körper einfach mal machen zu lassen. Mir hat es geholfen, diese unheilvollen Kombinationen aufzubrechen. Sprich: Nachmittags keinen Kaffee – der schreit nach Schokolade oder Kuchen (gut… momentan trinke ich nachmittags Kaffee und wat is? Ich will Schokolade…). Und als wir vor Jahren Pepsi-light und andere Light-Drinks gestrichen haben, war das ein Aha-Erlebnis, das fast von selbst eine gesündere Ernährungsweise nach sich gezogen hat und das prägt. Nachhaltig. Hatte für neulich, als es schnell gehen musste, eine Tüte Nasi Goreng aus der Tiefkühltruhe gekauft. Nicht gut. Gar nicht gut. Sättigt nicht, befriedigt nicht, schmeckt nicht. Dass wir das mal gegessen haben…

      Danke. Das wünsche ich mir auch! 😉

      Lieben Gruß!

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  4. Ach wie schön, genau mein (Berufs-) Thema. Danke für die vielen Links, gerade gestern kam die Frage auf, welcher Zucker denn gesünder sei …
    Ich kämpfe ja an vorderster Front dafür, dass die Menschen eben nicht jeder Ernährungssau nachrennen, die durchs Dorf getrieben wird, sondern mal ihren gesunden Menschenverstand einschalten und Essen wieder das sein lassen, was es sein soll. Nämlich keine Philosophie und keine Ersatzhandlung für andere Probleme.
    Leider ist der allerbeste Rat nicht sehr populär, weil anstrengend und unbequem: „Guck druff, was drin is!“

    BTW: Gerade habe ich aus – ähm, wissenschaftlichen Gründen (nein, ich brauchte eigentlich nur die Verpackung als Anschauungsmaterial) einen dieser Joghurts mit einer Ecke gegessen, jetzt ist mir richtig bäh.

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    1. Gerne. Habe mal alle Links gesammelt, die ich spannend fand und das nicht nur für euch, sondern auch für mich, damit ich immer mal wieder drauf zurückgreifen kann. So uneigennützig bin ich ja auch nicht. 😎

      Welcher Zucker gesünder ist… ja… das war der Grund, warum ich ein veganes Kochbuch, das extrem gehypt wurde, wieder zurückgeschickt habe. Wie da mit vermeintlich „gesunden Zuckerarten“ gearbeitet wurde… nee, nichts für mich. Meine Idealvorstellung von gesunder Ernährung hat ja nicht so viel mit Tonnen von Agavendicksaft und anderem Zuckerersatzzeug zu tun. Und wenn ich wirklich „sündigen“ möchte – und das habe ich in den letzten zwei Wochen aus verschiedensten Gründen ausgiebig getan – dann esse ich stinknormale „böse Schokolade“ oder Chips oder ein einfaches Stück Kuchen, denn böse ist böse und das wird nicht gesünder, nur weil da ein Zuckeraustauschstoff drin ist oder Bio und/oder „kaltgepresstes Sonnenblumenöl“ (bei den Chips) draufsteht. Denke ich mir. Aber ich bin keine Fachfrau. 😉

      Lieben Gruß
      Anna

      P.S: Nach zwei Wochen, in denen ich es ernährungstechnisch echt habe schleifen lassen, fühle ich mich auch ausgesprochen bäh. Aber manchmal muss eine Frau essen, was eine Frau … äh… essen muss. 😛

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  5. OMG, das waren ja Links ohne Ende … – und ich sitz im Büro (pssst!) und kann nix gucken bzw. will auch gar nicht alles lesen.

    SAGEN wollte ich nur: Deine Essens-Odysseen kenne ich von mir von früher auch. Ist aber echt lange her – diese ganzen Trends mache ich schon ewig nicht mehr mit. Essen nur um satt zu werden finde ich übrigens langweilig – ich bezeichne es immer als mein „größtes Hobby“, aber auch wiederum NICHT im Sinne von hochwertig oder außergewöhnlich – ich esse halt einfach furchtbar gern leckere Sachen. Darum auch praktisch seit IMMER schon mein Problem mit den Kilos … *seufz* – aber in den letzten Jahren hab‘ ich’s ganz gut im Griff. Toi toi toi.

    Liebe Grüße
    Gunda

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    1. Habe bewusst so viele Links reingesetzt. Da kann sich jeder die Themen rauspicken, die ihn interessieren (stell dir mal vor, ich hätte ALL DAS in EINEN Text gepackt… das wäre ein eBook geworden *g*) oder sich den Post gewissermaßen als Lesezeichen abspeichern, um bei Bedarf darauf zurückzukommen. 😉

      Das Essen an sich… hm… unser Verhältnis war lange Zeit angespannt. Seitdem es mir gelungen ist, da den Druck rauszunehmen, geht es sehr viel besser. Und ich hoffe auf den Tag, an dem ich total gerne koche. So aus Spaß an der Freude oder als Meditation. Das ist aber noch ein langer Weg. 😉

      Lieben Gruß
      Anna

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  6. Ich finde schon, dass man das intuitive Essen (wieder) lernen kann, indem man einfach auf seinen Körper hört und unterscheidet, ob man richten Hunger verspürt oder nur Gelüste (beispielsweise auf Chips vor der Glotze). Wenn man sich dessen bewusst wird, ist es viel leichter, dann nicht zum Essen zu greifen. Als Flüssigkeit gibt es bei mir Mineralwasser. Limo etc. ist nämlich auch ein ziemlicher Dickmacher.

    Ich will mir nicht mehr zwingend Konfektionsgröße 38 „erhungern“, sondern, dass ich mich wohlfühle und dabei mein Gewicht halte.

    Mir bekommt gesunde Nahrung ebenfalls besser, aber es darf ab und zu mal eine Pizza oder ein Eis drin sein.

    Liebe Grüße Sabine

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    1. Ich hätte es nicht besser formuliere können – danke dir. 😉 Ich merke an mir, dass man das intuitive Essen wieder lernen kann und das war ein harter Weg, der mit „Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt“ und „Du isst den Teller leer“ anfing.

      Mir hat es geholfen, genau zu schauen, WARUM ich jetzt essen möchte. Einfach nur Hunger? Oder doch eher Frust, Langeweile, Einsamkeit, Müdigkeit… seitdem ich das für mich aufgedröselt habe, fällt mir das Essen sehr viel leichter und hin und wieder sind dann auch diese „Frustfresstage“ erlaubt. Gestern etwa. Bewusst zelebriert und das war gut so. Heute kannst du mir Chips unter die Nase halten und ich würde sie weglegen. Brrr…

      Lieben Gruß
      Anna

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  7. Oh ja Du hast so recht. Ich kanns auch bald nicht mehr hören. Das Steinzeitbeispiel ist js süß, im wahrsten Sinne des Wortes. 😉
    Liebe Grüße Tina

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  8. Na, da sieht man’s mal wieder: Nicht nur falsche Ernährung macht krank; alleine der Gedanke ans Essen kann scheinbar wahnsinnig machen, *ggg*!
    Nö, aber im Ernst: Ich kümmere mich nullkommagarnichts um irgendwelche Ernährungsmodeerscheinungen und habe noch nie eine davon mitgemacht. Schlussendlich ist das alles nur Kommerz und dient denjenigen, die diese Produkte herstellen und propagieren. Das elementare Problem an der Sache ist ja einzig, dass der Mensch (zumindest viele davon!) verlernt haben, wie lecker gute, gesunde Lebensmittel sind und dass es nicht viel Mühe macht, sich daraus was auf den Tisch zu zaubern. Immer nur schnell das Tiefkühlgedöhns rausholen, kurz bevor die Kinder von der Schule nach hause kommen. Zwischen zwei Telefonaten im Büro eben ein Sandwich zwischen die Kiemen schieben. Und wozu gibt’s denn Hipp und Konsorten, da kann man sich das olle Babybreichenmatschen doch sparen! Ich wundere mich oft, um welche Zeit ich vormittags noch Mütter mit ihren Kleinkindern in den Cafés sitzen sehe. Bevor hier jetzt ein Sturm der Entrüstung losgeht: Natürlich gönne ich denen den Plausch im Kreise ihrer Freundinnen. Ich frage mich nur: Wie schaffen die es, in den 10 Minuten, bis Mann und Schulkinder nach hause kommen, dann ein halbwegs anständiges Essen auf den Tisch zu kriegen? Also beginnt das Elend mal wieder im Kleinen, der Familie also, wo viele Kinder gar nicht mehr die Erfahrung machen (dürfen), was wertvolles, leckeres Essen ist. Man braucht sich auch nicht ernsthaft nach den Gründen zu fragen, warum es immer mehr Menschen (und Kinder!) gibt, die adipös, diabetisch und wasweissichsonstnochwas sind. Und guck mal am Samstag in die Einkaufswagen, was da oft für ein Mist zusammengekauft wird!
    Da find ich es doch Klasse, dass z.B. Jamie Oliver & Co. Kochkurse für Kinder in Schulen durchführen, damit die spielerisch wieder den Umgang mit frischen Lebensmitteln kennenlernen. Und die Gelegenheit kriegen, ihre verkümmerten Geschmacksknospen wiederzubeleben……
    Ich wiederhole mich, aber hier bei uns wird nur noch frisch und ganz einfach gekocht. Es schmeckt, es macht Spass, und ausserdem halte ich mein Gewicht, seitdem ich jeden Gedanken an Kalorien aus meinem Leben verbannt habe.
    Ich GENIESSE das Essen, ich freue mich darüber und esse das, wonach ich gerade Lust habe. Die Einsicht, dass ich im Leben nie wieder 50 kg schwer sein werde, die macht mein Dasein auf diesem Gebiet sehr entspannt …. ;oD Ich fühl mich wohl, so wie ich bin.
    Übrigens ist der einzige Link, den ich mir angeklickt habe, der mit dem familiären Ernährungswahnsinn. Und ein wenig ist mir da das Lachen im Hals stecken geblieben…..
    War mal wieder interessant bei dir! Ich hol mir jetzt einen Tee und ein Stück vom (handgemachten!) Orangenkuchen aus dem Hofladen. Ohne E’s und ähnlichen Grauslichkeiten.
    Drüücker und herzlichste Grüsse!

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    1. Sage ich ja, dass einem da das Lachen im Hals stecken bleibt. Das ist auch ein Grund, warum ich online kaum mehr nach Ernährungsratschlägen suche und wenn, dann nur auf ganz bestimmten Seiten. „Das Netz“ ist nämlich ein Abbild dieser Familie – also abhängig davon, wo man halt landet – und das finde ich furchtbar.

      Dass dieser ganze Ernährungsstress für dich (und die Bahnwärterin 😉 ) kein Thema mehr ist, weiß ich ja. Nicht nur in dem Punkt seid ihr sehr entspannt und vorbildlich unterwegs. Wie man(n) es schafft, in 10 Minuten ein gutes und gesundes Essen ohne TK-Hilfsmittel auf den Tisch zu bringen, weiß ich allerdings nicht – es sei denn, es gibt jeden Tag eine Gemüsepfanne mit Nudeln oder Ebly, da passt das von der Kochzeit her. Ich habe es, als ich nicht von zu Hause aus gearbeitet habe, nicht geschafft, so eine vorbildliche Mutter zu sein. Und da das Kochen für mich (bei so unterschiedlichen Geschmacksvorlieben) auch immer nur Stress war und ich abends nach der Praxis wirklich keinen Nerv hatte, auch noch ewig in der Küche zu stehen, gab es hier logischerweise keinen Vorzeigehaushalt. Gibt es immer noch nicht, aber das Essen wird besser, weil das Kochen langsam mehr Spaß macht. Meistens. 😎

      Herzlichen Gruß ins Hummelland!

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    2. Mein Reden. Und viele Kinder dürfen noch nichtmal erfahren, wie spannend und unglaublich befriedigend es sein kann, sich sein Essen selbst zubereiten zu können, ohne von Lieferanten und Tiefkühlkonsorten abhängig zu sein, vielleicht noch mit Lebensmitteln aus dem eigenen Garten. Oder wie es ist, wenn alle gemeinsam am Tisch sitzen und sich beim Essen austauschen. Sehr schade.

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      1. Traurig ist das. Ich bin wahrlich keine Spitzenköchin und könnte jeden Tag Nudel auf den Tisch bringen (zum Glück essen wir die alle extrem gerne), aber ich habe hier selbst erlebt, wie unterschiedlich Essen „ankommen“ kann. Wenn ich mir die Zeit nehme und „vernünftig koche“, dann werden hier Sachen ausprobiert, von denen ich nicht gedacht hätte, dass ich sie überhaupt auf den Tisch bringen kann. Und mittlerweile stellen sich auch die Herren mal an den Herd. Dann kann ich mir mein Zeug kochen und die beiden brutzeln sich das zusammen, worauf sie Lust haben – das hat eine Menge Druck aus dem Kessel genommen.

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  9. Das Video ist grandios 🙂 Ich nehme bitte die Oma!
    Ich halte es mal wieder mit Frau Hummel. Ich koche nicht wirklich gern, aber fast täglich. Was willste auch machen mit zweimal Nachwuchs, der von Anfang an jedes Fertig-Food verweigert hat und dann, im besten Mc-Doof-Alter zu Veggies mutieren. Abgesehen davon fressen die mir vor allem Gemüse und Obst aus der Hand. Intolerant ist hier keiner – also außer mir. Da hat das aber nix mit Essen zu tun 😉 Also „dürfen“ wir einfach nur gesund und normal essen. Und lecker. Und ich tu Zucker in meinen Kaffee. So.
    Liebe Grüße
    Fran

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    1. Oh Mann, ich wünschte, ICH hätte Veggies hier, das hätte einiges leichter gemacht. Aber so habe ich in „Glanzzeiten“ – obwohl ich NICHT gerne koche – drei verschiedene Gerichte auf den Tisch gebracht (und das mit dem entsprechenden Abwasch, denn wir haben keine Spülmaschine) und das ist ein Vollzeitjob. Nach einem Jahr habe ich die Segel gestrichen und wurde wieder entspannter Flexitarierer. Ich esse immer noch so gut wie gar kein Fleisch und außer mal ner Scheibe Käse auch eher keine Milchprodukte, bereite den Herren aber ihr Fleisch zu – so sie es nicht selbst machen. Entstresst wird das dadurch, dass es immer irgendeine Art von Gemüsepfanne (wahlweise mit Nudeln, Reis oder Kartoffeln) gibt – für mich nur eben fleischlos. Und gegessen wird das, was auf den Tisch kommt und wer darauf absolut keine Lust hat, kann zum Dönermann „umme Ecke“ gehen. Ich habe keine Lust, Jahre meines Lebens damit zu verschwenden, dass ich nur mit dem Essen (Was kochst du? Was ist drin? Wie gesund ist es? Zubereitung und Abwasch etc.) zu verbringen. Und ich tu Zucker in meinen (richtigen) Cappuccino (mit echter Milch). Immer. Ein ganzes Tütchen, das muss so sein. 😉

      Lieben Gruß
      Anna

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  10. Natürlich sollte man schon auf seine Ernährung achten, aber bis zu welchem Verhalten ist das noch „gesund“? Ich denke mal, dass man sich in erster Linie mit seiner gewählten Ernährungsform wohl und nicht gestresst fühlen sollte. Ich persönlich empfinde es als krankhaft, wenn für jemanden ein „Ich muss dieses essen und darf jenes nicht essen“ dazu kommt. Oder wenn eine Person anfängt, andere missionieren zu wollen. Das kann ich überhaupt nicht leiden. Die eigene Ernährungsform muss nicht für die Allgemeinheit gelten. Aber gerade Leute, die extrem in ihrem Essverhalten sind, versuchen gerne, die Anderen davon zu überzeugen.

    Ich kann den Wunsch, eine Kleidergröße kleiner tragen zu wollen, schon verstehen. Für mich geht das allerdings nicht ohne ausreichende Bewegung. Nur allein mit einer Ernährungsumstellung dürfte das doch kaum zu bewältigen sein.

    Und ein vernünftiger Umgang mit dem Essen sollte Alltag sein. Aber wenn es dann mal (!) eine ganze Tafel Schokolade oder eine Tüte Chips nebst Cola usw. sein muss, dann ist das eben so. Ist vielleicht nicht so figurförderlich, aber gut für die Seele. 🙂

    Lieben Gruß
    Sabine

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    1. Das ist eine interessante Frage, bis zu welchem Verhalten das noch „gesund“ ist. Wäre auch interessant zu wissen, ob die Orthorexia nervosa zeitgleich mit den ganzen Superfoods aufgetaucht ist… 😉

      Und ich bin da ganz bei dir: Jeder soll das essen, was er mag – aber wenn mir jemand in meine Ernährung reinquatschen möchte, dann werde ich biestig. Wir hatten das bei dir mit den „Kunstprodukten“ ja schon mal besprochen. Bedenklich finde ich außerdem „ernährungsoriginelle“ Eltern, die ihren Kindern oder sogar Babys das aufdrücken, ohne dass die sich wehren können. 😦

      Eine ganze Tafel Schokolade? *hüstel* Kann ich. Momentan fehlt die Sonne und ich habe mal getestet, ob die vielleicht in Schokolade steckt, aber nein… tut sie leider nicht. 😛

      Lieben Gruß
      Anna

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  11. Ich bin Fan vom goldenen Mittelweg.
    Damit will ich sagen, dass ich zu 95% jeden Tag frisch koche. Trotzdem gibt es diese Tage, in denen ich fix und fertig über die Haustürschwelle stolpere und dann eine Nudelsuppe aus einem Gemüsesuppenwürfel oder eine Pizza aus dem Gefrierschrank „herhalten“ muss.
    Von den ganzen „Superdiäten“ und “ Modernen Ernährungswegweisern“ halte ich auch nichts. Von Kohlsuppe bis Zitrusfrüchtediät hatte ich schon alles ausprobiert. Jetzt bin ich momentan in der Phase angelangt, dass ich ohne irgend eine Diät, das esse, was ich gerade möchte. Im Klartext. Ein ganz normales Frühstück. Mittag esse ich meist Jogurt mit Früchten (da immer etwas davon in der Arbeit übrig bleibt)- oder eine Suppe, und am Abend ein warmes Essen.
    Wenig Süßigkeiten. Vielleicht einmal am Wochenende oder bei Kindergeburtstagen in der KITA einen Kuchen. Denn alles was ich mir ganz verbiete wir umso interessanter für mich *seufz*
    Dann bekommt den berühmten „ICH WILL DAS HABEN -> JETZT SOFORT“ Effekt
    Ich hoffe, dass ich mit dieser Ernährung mein Gewicht auf Dauer halten kann. Zusätzlich plage ich mich 2-3 Mal die Woche ins Fitnessstudio.
    Ganz stolz bin ich auf meine 2 großen Mädels. Beide kochen fast jeden Tag in ihrem Studentenzimmer frisch.
    Über Whatsapp bekomme ich fast täglich Fotos von ihren selbstfabrizierten Speisen mit der Frage ob dies so aussehen soll oder ob zum Beispiel der Teig so richtig sei.
    Da sie Kräuter aus unserem Hexengarten gewohnt sind, hat sich jede der Beiden eines ihrer Fenster mit Kräuterkisten zugepflastert.
    Leider sehe ich gerade bei mir auf der Arbeit, dass in Sachen Ernährung noch viel zu wenig Aufklärung statt findet.
    Immer wieder wird den Kindern als Jause eine Milchschnitte, ein übergezuckerter Fruchtzwerg oder auch Toastbrot mit Nutella mitgegeben. Wenn ich mich in einer stillen Minute mit ihnen in die Kuschelecke setze und mal frage, was zuhause so auf den Tisch kommt, dann stellen sich bei mir sozusagen „die Krausbirnen“ auf.
    Mc. Donald steht ganz hoch im Kurs. Auch Kenntucky Friend Chicken. Weil die Kids halt unheimlich gerne paniertes Hühnchenfleisch essen. Oder die Mamas kochen gar nichts mehr. Dann gibt es Brote…..
    Zum Trinken wird eindeutig Eistee bevorzugt.
    Schwieriges Thema.
    Liebe Grüße
    Nila

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    1. Liebe Nila, genau das, was Du schilderst, tut mir in der Seele so weh! Es gibt nämlich durchaus auch Kinder, die gerne anders essen würden – weil sie ja merken, dass sie sich so nicht wohlfühlen -, aber das häusliche Umfeld gibt ihnen eben wenig bis keine Gelegenheit dazu. Und so essen sie eben das, was sie kennen bzw. vorgesetzt bekommen.
      Schwieriges Thema, ja. Auch weil es ganz tief in viele Zusammenhänge und private Angelegenheiten hineingeht.

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    2. Nila, ich bin mittlerweile auch wieder ein Fan vom goldenen Mittelweg – also von dem, was ich dafür halte. 😉

      Bei Milchschnitten und Fruchtzwergen als Mahlzeit stellen sich mir auch die Nackenhaare auf. Dazu muss ich allerdings sagen, dass es hier auch mal Milchschnitten gab und noch immer gibt es Nutella-Ersatz (von Aldi ohne Palmöl) oder Schokomüsli – aber das läuft unter Naschkram, was auch so kommuniziert wird und das funktioniert auch nur, weil hier lediglich Selter/Mineralwasser getrunken wird und kein Zuckerzeug. Wir sind keine Ernährungsheiligen, aber auf einem guten Weg. Und was deine Mädels da machen, finde ich großartig. Da hast du einiges richtig gemacht, würde ich sagen. 😉

      Lieben Gruß
      Anna

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  12. Ach herrje, bin ertappt. Es ist schon ein wenig so, das ich gerne herumprobiere, das ist mein Hobby 🙂
    Finde es selbst natürlich völlig harmlos, aber meine Umgebung wahrscheinlich eher weniger. 😀

    Liebe Grüße ❤

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  13. Das wollte ich noch schreiben, habe grade erst gestern einen Beitrag zum Thema gepostet. Da erkläre ich ein wenig meinen Wahnsinn .. wir zwei bloggen im Gleichklang, gell Anna! 🙂

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    1. Den Post habe ich gelesen und musste so lachen – wir bloggen wirklich im Gleichklang, das ist schon unheimlich. 😉 Und nein, du bist nicht ertappt. Seit ich dich/dein Blog „kenne“, ist auch die Ernährung dein Thema und ich finde nicht, dass du „eine Sau nach der nächsten durchs Dorf treibst“ – wenn das so wäre, würde ich gar nicht bei dir mitlesen. Du ziehst da deinen Stiefel durch und das mag ich sehr. Weil ich bei dir nämlich so einige inspirierende Rezepte finde. 😉

      Herzlichen Gruß
      Anna

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  14. Ich mag es gerne natürlich und esse deshalb am liebsten das, was man früher wohl als Vollwertkost bezeichnete. In einer netten Runde wurde ich kürzlich darüber aufgeklärt, dass das jetzt Neudeutsch Clean Eating heisst und voll ihm Trend liegt…aha. Wie auch immer, mir schmeckts, und das ist doch die Hauptsache:)

    Alles Liebe!
    Stella

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  15. Tja, die immer neuen Ernährungstipps. Ist schon eine tolle Sache, was uns da so immer angepriesen wird. Einfach mal auf die vielen industriell verarbeiteten Lebensmittel verzichten würde wahrscheinlich mehr bringen als jede neue Richting. Und sich Zeit zum Essen nehmen. Kleine „Tricks“ große Wirkung.
    Ich werde jetzt gleich in die Küche wackeln, meine Superfood-Tomaten kleinhächseln, aufkochen und würzen und schon habe ich eine zuckerfreie Tomatensouce. Ganz ohne hippe Ernährungsneuheit, preiswert und lecker.
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Jep, da sagst du was: „einfach nur“ selbst kochen und das industriell verarbeitete Zeug ignorieren, dazu ein bisschen weniger essen [ich bin ganz überrascht, wie gering das Fassungsvermögen des Magens eigentlich ist, habe von einer Menge gelesen, die in die zusammengelegten Hände passt…] und schon hätten sich viele Probleme erledigt. Vermute ich.

      Lieben Gruß
      Anna

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  16. Toller Beitrag ! 🙂 Vor ein paar Jahren fand ich einige Ernährungstipps noch sinnvoll. So habe ich seitdem z.B. auch Cola und Brausen gestrichen und war geschockt, wieviel Zucker sich in einem einfachen Joghurt befindet. Aber mittlerweile nehmen diese Tipps so überhand, dass ich es nicht mehr hören kann. Das Video Ernährungswahsinn trifft es auf den Punkt. Ich hab auch gelacht, als ich es das erste mal gesehen habe. Wie ADHS scheint es ja immer mehr Krankheiten zu geben, von denen man früher nie gehört hat. Mich gruselt es regelrecht wenn ich das alles lese. sicher, es gibt Leute, die haben gewisse Unverträglichkeiten, aber durch den Hype werden es immer mehr. Das kann echt immer mehr. Wie kann da Essen noch Spass machen?
    Ich esse relativ aufgewogen, mag frisch gekochtes und fühle mich mit Bioprodukten besser. Aber im Grunde esse ich schon immer worauf ich Appetit habe. Der Körper weiss schon was er braucht. Meiner jedenfalls. Da gibts Tage, da brauch ich was „ungesundes“ und das genieße ich auch. Und dann gibts Tage, da brauch ich eben was gesundes: Gemüse oder so. Ich esse auch nie zu festen Zeiten, immer nur wenn ich eben Hunger oder Appetit habe. Damit komme ich gut durchs Leben 🙂
    Liebe Grüße
    Bianca

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    1. Danke! Mir geht’s da in allen Punkten ähnlich. 😉

      Anfangs habe ich derartige Tipps aufgesogen und mich gefragt, wie ich ohne sie leben konnte. Nun ja. Neulich stieß ich dann auf ein Rezept für den ultimativen Kakaoersatz – so gesund und viel besser als Schokolade und auch noch vegan. Wat ist? Da wird mit Mandelmus gearbeitet und das empfohlene Kakaoersatzpulver ist nicht weniger zuckerlastig als Kakaopulver – vom Preis für all die Zutaten mal ganz zu schweigen. Nee, ich mag das nicht mehr. Ich schau mir Rezepte von meinen Favoriten ab (Gruß an Love T.) und schalte sonst wieder meinen normalen Menschenverstand ein. Und wenn ich mal schwächeln sollte, zieh ich mir den Videoclip rein – der erdet zuverlässig. 😛

      Lieben Gruß!

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Kommentare machen das Bloggen bunter und ich freue mich, wenn ich hier keine Selbstgespräche führen muss. ;)

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