Wer beschützt mich eigentlich vor Influencern?

StandBin neulich auf Facebook über ein Video gestolpert. Über ein „schockierendes Video“, das sich „der hässlichen Wahrheit widmet, die in Frauenzeitschriften steckt [youtube-Klick]“ Weil die Dinger nämlich voller Werbung sind [ach… tatsächlich?! Um das nicht zu realisieren, müsste ich aber schon blind und blöd sein, vor allem bei der Vogue oder der Elle, da tarnt sich die Werbung ja nicht mal, sondern springt einem direkt ins Gesicht…]. Außerdem vermitteln diese Heftchen ein falsches Frauenbild und setzen uns dadurch unter Druck. Im Video heißt es außerdem „Over a third of women who read this are over 40. Guess how many pictures of women over 40 I could find? ZERO.“Ja, ist mir auch schon aufgefallen, dass die Models in den Heften recht jung [und sehr, sehr schlank] sind. Und? Es zwingt mich doch niemand dazu, diese Magazine zu kaufen. Schon gar nicht, wenn ich mich hinterher schlecht fühle – denn genau das wird auch angeführt, dass sich viele Frauen nach dem Konsum einer solchen Zeitschrift schlecht fühlen würden. Nun überlege ich ernsthaft, was mit mir nicht normal ist, denn ich kann durchaus hin und wieder zur Entspannung die Printausgabe der Elle oder der Vogue oder ähnlichen Kram lesen, ohne mich hinterher schlecht zu fühlen. Es sei denn, ich habe gerade einen ganz miesen Tag, dann kann schon mal ein Blogpost dabei rausspringen. Etwa der hier: Superwoman 2.0.

Ich verstehe ja durchaus die Botschaft dieses Clips – wenngleich, wie erwähnt, der Kauf derartiger Magazine meines Wissens nach freiwillig ist und niemand gezwungen wird, sich das reinzuziehen. Außer vielleicht beim Friseur. Zumal frau für diese Heftchen ja auch noch extra in den Zeitschriftenladen gehen und das Zeug bezahlen muss. Das wäre mir definitiv zu viel Aufwand für etwas, was mich runterzieht. Stellt sich mir allerdings ganz ernsthaft die Frage, warum nur die Zeitschriften verteufelt werden [die ich hier ganz sicher nicht in Schutz nehmen möchte, Gott bewahre. Vor allem die Online-Ausgaben sind gruselig, ich erwähnte es bereits…]? Was ist mit Filmen und Fernsehserien und dem Frauenbild, das uns da vermittelt wird – mit den dusseligen Gespielinnen von James Bond fing es an und seither wurde es nicht besser. Im Gegenteil. Und was ist mit der Werbung generell? Schlimm, schlimm, schlimm, was da manchmal auf einen einprasselt und dem kann ich nicht so einfach entgehen wie einer Frauenzeitschrift, es sei denn, ich renne mit Scheuklappen durchs Leben oder ziehe auf eine einsame Insel ohne Strom.

Und: was ist mit Blogs oder Instagram-Accounts – die ich nachfolgend der Einfachheit halber als „Influencer“ bezeichne? Wer schützt uns Frauen davor? Etwa nur der normale Menschenverstand? Skandal! Weiß doch jede(r), dass der aussetzt, sobald man uns ewige Jugend und Schönheit verspricht. Aber mal ernsthaft: Nicht wenige der Influencerinnen [Anm. der Redaktion: Und hier rede ich wirklich nur von denen, die ihre Werbung gar nicht oder nur alle Jubeljahre kennzeichnen, ich habe nicht grundsätzlich was gegen Werbung] finde ich nicht weniger „ohne“ als Zeitschriften – eigentlich sind sie sogar schlimmer. Denn während für Zeitschriften dürre Models von einem Heer von Profis ins rechte Licht gerückt werden, habe ich es in Blogs oder auf Instagram mit Frauen zu tun, die mir suggerieren: ich bin wie du. Total normal. Vielleicht nur ein bisschen attraktiver/schlanker/erfolgreicher als du. 

Und während die Produktion einer Fotostrecke richtig Arbeit macht [schön anzusehen in der Doku The September Issue] und hoffentlich nicht nur Leserinnen über 40 wissen dürften, dass die im Magazin abgebildeten Models weder ihre eigenen Klamotten tragen noch dass sie im wahren Leben so aussehen, wie auf den Bildern, suggerieren die Influencerinnen gerne mal das komplette Gegenteil. Nämlich: Das sind alles meine Klamotten [diese leidige Sache mit nicht gekennzeichneter Werbung, siehe hier, hier,  hier oder hier ] und all die hübschen Schnappschüsse [selbstverständlich in Magazin-Qualität], die du bei  mir siehst, sind mein Alltag – allerdings ein Alltag auf einem etwas höheren Niveau. Und noch fataler: Das Model in der Zeitschrift vermittelt mir nie das Gefühl, mehr als ein Kleiderständer zu sein, geschweige denn, meine Freundin. Influencer hingegen gaukeln gerne mal eine Nähe und eine vermeintliche „Normalität“ vor, die es so definitiv nicht gibt. Gelegentlich, wenn es mich auf dem falschen Fuß erwischt, muss selbst ich mir in Erinnerung rufen, dass ich die hübschen Bilder nicht für bare Münze nehmen darf und dass dahinter [bei den großen Influencern] nicht nur verdammt viel Arbeit, sondern auch ein knallhartes Business steckt und da wird selten die Botschaft verbreitet: Bleib einfach wie du bist, du bist absolut in Ordnung so. Damit verdient man nämlich so schlecht Geld. Und wenn diese „tollen Frauen“ ständig Neues ausprobieren, um noch schöner, schlanker oder faltenfreier zu werden, dann kann ich ja wohl kaum so bleiben, wie ich es bin…. 

Tja, was nun? Werfen wir erst alle Zeitschriften in den Müll und machen dann das Internet kaputt und hinterher alle Fernseher? Ach nee… ich vergaß… ich bin eine erwachsene Frau, die auf sich selbst aufpassen kann. Und muss. Also meide ich ab sofort rigoros alle Botschaften, die mein Selbstwertgefühl untergraben [und da ist es mir wurscht, aus welcher Richtung sie kommen]. Vor allem, wenn die Botschaft an einen vermeintlichen „Tipp unter Freundinnen“ gekoppelt ist. Verweise hier nochmal auf Martin Lindstrom [„Brandwashed: Was du kaufst, bestimmen die anderen“] und sein Experiment, das ich bereits in „Was Truman und die Joneses mit meinem neuen Gesichtsserum zu tun haben“ verbloggt habe. Lindstrom hat in Gestalt der Familie Morgenson „echte Influencer“ ins Real Life entlassen und die Nachbarn kauften fleißig all das, was ihnen die attraktiven, wohlhabenden und sympathischen Morgensons direkt empfahlen oder indirekt durch ihren faszinierenden Lifestyle vorlebten. Innerhalb von vier Wochen erreichten die Morgensons via Mundpropaganda 2100 Menschen und neun von zehn dieser Personen kauften die von den Morgensons empfohlenen Produkte. [1] Als die Nachbarn hinterher darüber aufgeklärt wurden, dass sie Teil eines Experiments waren, reagierten sie positiv und fühlten sich in keiner Weise hintergangen. Im Gegenteil, sie beteuerten die ganze Zeit, dass sie alle von den Morgensons empfohlenen Produkte kaufen würden. […] Die Nachbarn waren überzeugt, dass die Morgensons nur tun würden, was ihren Freunden zugute kommt. [1]

Sicher. Sie würden nur das tun, was ihren Freunden zugute kommt… und im Himmel ist Jahrmarkt. Ich gebe mich ja gerne mal Illusionen hin, weil die mir durchaus meinen Alltag versüßen und wie Zuckerwatte für die Seele sind. Aber ich lasse mich ungerne manipulieren, darauf reagiere ich sogar höchst allergisch. Und darum greift mir das durchaus verständliche Bashing der Frauenzeitschriften auch ein bisschen zu kurz. Weil sich das Problem nämlich längst ins Netz verlagert hat. Und da erwischt die Botschaft nicht nur Ü40er-Frauen, die theoretisch auf sich selbst aufpassen können sollten, sondern auch eine ganz andere Zielgruppe, wie es dieser Clip namens Tom Beck und andere YouTube-Manager | NEO MAGAZIN ROYALE mit Jan Böhmermann schön auf den Punkt bringt. Clip angeschaut? Ja? Gut. Und jetzt überlegen wir doch noch mal gemeinsam, wie das mit dem „shocking video“ und „the ugly truth“ ist…

Zitat Beck2.png

P.S: Gedanken zum Thema hat sich auch Gabriele gemacht. Und bei Fran lest ihr, was Influencer mit Gummistiefeln zu tun haben.

[Beitragsbilder erstellt mit Pablo by Buffer]

19 Kommentare zu „Wer beschützt mich eigentlich vor Influencern?

  1. Ja, der Zeitgeist, der weht wie er will.
    Nicht immer sind es linde Lüfte. Dein Post zeigt viele Blogger- und Youtube-Facetten, die mir so nicht ganz so geläufig waren.
    Als meine Jungs klein waren, waren es Panini-Bilder mit Football-Stars oder so…
    Die Wirkung aufs Taschengeld war die gleiche. Aber die Wirkung auf die Teenie-Psyche? Ich weiß nicht.
    Die Beispiele im Video von Böhmermann sind schon beklemmend.
    Und die Kohle, die damit verdient wird, boah!?

    Gloria Becks Zitate sind furchtbar wahr.
    Dennoch einen schönen Feiertag heute. Ich finde einer der wenigen Feiertage, die es wirklich verdient haben, gefeiert zu werden! Wenn auch eher am 9.11..
    LG Sieglinde

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    1. Mit der Wirkung auf die Teenie-Psyche sagst du was… es geht ja an uns Erwachsenen schon nicht spurlos vorbei – sonst würden nicht in schöner Regelmäßigkeit (auch hier) Posts darüber erscheinen, wie sehr uns die Scheinwelt nervt… und beim Böhmermann-Clip blieb mir dann irgendwann auch das Lachen im Hals stecken. 😉

      Lieben Gruß!

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  2. vor allem das letzte zitat ist so wahr – und so traurig.
    und weisste was noch schlimmer ist? wenn jemand – meinereiner z.b. – eben doch selber denkt, seine eigenen schlüsse zieht und reflektiert dann wird er von den konsumopfern behandelt als wäre er ein fall für die klapsmühle…..
    mehr sag ich dazu nicht.
    oder doch. wunderbar geschrieben und pass auf dich auf 🙂
    drückerchen! xxxxxx

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    1. Beate, ich war gestern kurz davor, diesen Post wieder zurückzuziehen, nachdem ich ihn veröffentlicht hatte. Es geht mir nicht darum, mir nur Freunde zu machen (allerdings möchte ich nun auch nicht um des Provozierens willen provozieren), aber mit Posts wie diesen gewinnst du auch nicht unbedingt einen Blumentopf – in der Onlinewelt schon gar nicht. Gehöre ja selbst zu denen, die sich online lieber schöne Sachen anschauen und sich inspirieren oder mal kurz ablenken lassen. Probleme habe ich selbst und meine Psychobaustellen sind auch noch nicht restlos beseitigt (aber es wird) – da muss ich mir nicht fremden Ballast aufladen, weil mir dafür die Kraft fehlt. Aber wenn du sowas thematisierst, rutscht du schnell in die Ecke „Spaßbremse“ oder „Korinthenkacker“ oder so ähnlich. Aber gut, manchmal muss es dann doch raus… 😉

      Die Zitate sind so wahr, so wahr… habe das Buch mal angelesen, habe es dann aber nur noch überflogen und schießlich zur Seite gepackt. Schon krass, wie subtil man Menschen manipulieren kann und wenn ich mir das immer wieder bewusst mache, kann ich hinterher überhaupt nicht mehr gescheit kommunizieren, also bleibe ich lieber weiterhin naiv… im Rahmen meiner Möglichkeiten. *g*

      Drücker zurück!

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  3. naja, eigentlich wäre es schon der richtige Weg, alle Zeitschriften wegzuschmeißen, die Fernseher kaputt zu machen, das Netz zu kappen (OmG – NEIN!!!)
    Ich glaube, dass es viele gibt, die sich auch mit Ü40 manipulieren lassen und sich dessen nicht bewußt werden können…. Ich denke da auch an Bloggerinnen, die sich eine Gefolgschaft aus erwachsenen Frauen aufbauen und diese nutzen, um andere auszuschalten. Gerade erst wieder passiert auf IG….
    Was für eine Werbeplattform für GreenGate, Streifchen und Blümchen und Zuckerwatte und Kaffeebecher….
    Und eben auch kleine Onlineshops, die das nutzen und dabei andere so manipulieren, dass sie ohne Rücksicht gegen noch kleinere Shops schiessen.
    Ich möchte mir auch immer wieder vorstellen, dass die Welt voller mündiger Bürger und Bürgerinnen ist.
    Das ist sie aber nicht. Im Gegenteil. Deshalb können eben auch viele eben nicht selbst entscheiden. ob sie eine Zeitschrift mit Supermodells einfach links liegen lassen.
    Alter schützt vor Torheit nicht.
    gnihihihihihiii…. aber irgendwie ist das was Wahres dran.

    Hab einen schönen Einheitstag,
    vany

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    1. Oh Mann, das klingt so gar nicht nach der heilen Zuckerwattenwelt, in der alles gut wird, wenn du die richtige Tasse hast. Die selbstverständlich von Greengate ist. Aber ohne Scherz: Ich habe neulich in einem dieser kleinen Läden Zeug fürs Homeoffice bestellt (Sammelmappen und so, aber ohne Sterne, ich hasse Sterne. Es müssen Streifen oder Punkte sein 😛 ) Da habe ich selbstverständlich recherchiert, wo ich das Zeug am günstigsten bekomme und war ein wenig verwundert, weil es da scheinbar nur nen Einheitspreis gibt und zwar den, für den du das Zeug auch beim Hersteller selbst ordern kannst. Ähem. Durch die BWL-Lektionen im Fernkurs habe ich mich damals nur gequält (ebenso Buchführung), es war die Hölle. Aber wie diese kleinen Läden Gewinn erwirtschaften wollen, zumal das Sortiment ja auch sehr oft nahezu identisch ist… hm… das würde mich schon interessieren. Glaube ich gerne, dass da mit verdammt harten Bandagen gekämpft wird.

      Mündige Bürger… hm… ich habe echt eine Zeit lang gedacht, dass ich gegen Werbegedöns relativ immun bin. Das war die Zeit, in der ich meine Harry-Potter-Sammlung darauf hätte verwetten können, dass ich nie Birkenstock-ähnliche Latschen trage werde. Nun habe ich zwei Paar davon. Warum? Weil ich sie soooo oft gesehen habe, dass ich dachte: sind gar nicht so hässlich, die Teile….

      Lieben Gruß!

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  4. So schlimm oder ärgerlich empfinde ich das gar nicht. Mag aber daran liegen das ich Instagram nicht nutze. Was mich aber dennoch stört sind Blogs auf denen geworben wird, ohne diese Werbung zu kennzeichnen. Nicht das ich darauf „reinfalle“ , ich finde es nur extrem unsympathisch. Ich lese manchmal ganz gerne von neuen Produkten für die geworben wird, möchte es eben nur gerne oben gleich stehen haben 🙂

    Liebe Grüße ❤

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    1. Letztendlich sind wir ja alle, die wir online (Blog, Instagram oder sonstwo) unser Zeug (aus Spaß) präsentieren, Influencer. Manche kleine, andere große. Und es gibt nicht umsonst den Hashtag #instagrammademebuyit. Habe den sogar selbst schon benutzt, weil mir 5x die Flow von irgendwem vor die Nase gehalten wurde und als ich sie zum 6. Mal gesehen habe, dachte ich, och… die könntest du auch mal wieder lesen. 😛 Da werden halt Bedürfnisse geschürt, die du vorher nicht hattest. Aber es macht für mich auch nochmal einen gewaltigen Unterschied, ob mir jemand aus Spaß/aus Überzeugung seine Sachen präsentiert oder weil da ein System hintersteckt. Letzteres mag ich nur, wenn für mich klar ersichtlich ist, worauf ich mich einlasse – sprich: die Werbung ist gekennzeichnet. Anderenfalls kaufe/klicke ich aus Prinzip nichts, was von dieser Person/auf diesem Account beworben wird. Da bin ich zickig. 😉

      Lieben Gruß! ❤

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      1. Ihr Lieben meine Meinung dazu kennt ihr ja..lach…was die mangelnde Kennzeichnung angeht bei Instagram. Wobei es bei den großen Bloggern fast klar ist, dass das nicht „real“ ist. Die vergleichsweise köeinen Fische sind das wirkliche Ärgernis wie ich finde. Das ist an dreister Schleichwerbung schon nicht mehr zu übertreffen. So jetzt wieder noch eine Weile auf Tauchstation…Liebe Grüße von Sabina xxxx

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        1. Dass es bei den großen Bloggern fast klar ist, ist glaube ich nur denen klar, die viel im Netz unterwegs sind und sich auch mal mehr mit der Materie beschäftigen. Andere, die gerade erste Schritte im Netz machen oder da nicht so vertraut mit den Gepflogenheiten sind, nehmen das schon für bare Münze. Beim Böhmermann-Video ist einigen erwachsenen Internetnutzern die Kinnlade runtergeklappt. Mir irgendwann auch… 😉

          Lieben Gruß und frohes Abtauchen 😉

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  5. Ich finde es schon schade, dass die Realität, die erfolgreiche Bloggerinnen auf ihren Blogs zeigen ( anscheinend zeigen müssen, um erfolgreich zu sein), mit ihrem echten Leben nicht mehr so viel zu tun hat. Schließlich bin ich mal angefangen, mich für Blogs zu begeistern eben, weil die so authentisch waren. Ob ich allerdings die Designertasche oder die vorgestellte Schönheitsbehandlung wirklich brauche, das bilde ich mir ein, immer noch selbst entscheiden zu können. Aber sicher bin ich irgendwie auch beeinflußt.

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    1. Ja, geht mir auch ein bisschen so. Die Realität der erfolgreichen Influencer hat mit meiner eigenen nicht mehr viel zu tun. Und deswegen konsumiere ich sie mittlerweile ähnlich wie Zeitschriften. Lust auf schöne Bilder oder hochpreisiges Zeug (nur mal zum Anschauen), quasi als hübsche Illusion, die mich mal kurz einlullt? Dann klicke ich mich rein, aber sonst sprare ich mir das. Das geht mir auch zu sehr ins Geld. Natürlich kann ich selbst entscheiden, was ich brauche und kaufen möchte – bilde ich mir ein. Aber plötzlich nisten sich dann doch kleine Spinnereien im Hirn ein (die du vielleicht ein paar Mal zu oft auf irgendwelchen Blogs gesehen hast) und die dämlichen Cookies, die dir das einmal angeklickte Zeug dann überall zeigen, tun den Rest. Deswegen muss ich beim Surfen weitaus bewusster sein, als beim Lesen von Zeitschriften. Was nicht zuletzt auch daran liegt, dass ich bei Zeitschriften erstmal den Laptop anwerfen und das Zeug gezielt ansurfen müsste – das mache ich aber nicht. Aber online? Och… ist doch nur einen Klick entfernt…

      Lieben Gruß!

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  6. Vor langer Zeit und bevor das Blogger-Business eine Menge Geld versprach, war es vermutlich tatsächlich noch so, dass Blogs einen Gegenentwurf zu Zeitschriften und dem Frauenbild der restlichen Medien bildeten. Aber das ist längst vorbei. Funktionieren tut es trotzdem noch hervorragend, gerade weil wir ja auf Blogs und Instagram den Frauen begegnen, die vermeintliche „Freundinnen “ sind und eben „ganz normale“ Frauen – also das Gegenteil von dem, was uns die Printmedien in Form von Model-Superstars servieren.

    Ich mag diese Entwicklung auch nicht. Und noch weniger all diejenigen, die ihren „Freundinnen“ dann Werbung völlig ohne Kennzeichnung unterjubeln – aber unter Freundinnen muss das wohl mal drin sein 😉 Was bleibt ist, vielleicht einfach mal genauer hinzugucken. Und vor allem die nächste Generation dazu zu befähigen, hinter die gestylte Fassade zu gucken. Fragt sich, welche Wege die Unternehmen gehen, wenn das alle tun und das Marketing via Blog nicht mehr zieht. Ich bin sicher, die haben was im Köcher.

    Liebe Grüße
    Fran

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    1. Tja… „Freunde“ müssen eine Menge abkönnen und wenn man das Experiment von Lindstrom berücksichtigt, dann scheinen sie das auch zu können. Hm.

      Jep, das sehe ich auch so. Blogs sind längst nicht mehr der Gegenentwurf zu Zeitschriften, zumindest nicht im Mode- u. Lifestylebereich. Es gibt zweifelsohne Blog-„Perlen“, die zu lesen richtig Spaß macht und natürlich ist die Ansprache persönlicher und du hast einen direkten Draht zum Schreiber. Aber Gegenentwurf? Nein.

      Das Marketing via Blog/Insta/Youtube wird noch eine ganze Weile ziehen, denke ich. Vielleicht genug Zeit, um ein Fach in Richtung Medienkompetenz aus dem Boden zu stampfen. Nur… WER soll das unterrichten? Wir „Vorbilder“ hängen doch selbst drin… 😎

      Lieben Gruß!

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  7. Danke für die tollen Videos, die werde ich mir gleich mit meiner 11jährigen Tochter angucken, die auch schon das eine oder andere YouTube – Video gesehen hat. Und ich glaube, diese Videos bewirken mehr als liebe Worte von Mama.
    Das gerne mal ohne Kennzeichnung geworben wird, ist ja nichts neues und wenn es um mich selbst geht, bin ich daraus tolerant, denn ich falle selten auf Werbeversprechen rein und ich bin durchaus kritisch. Aber bei einem Personenkreis, der noch nicht so gefestigt ist, sehe ich das ganz anders. Aber das gab es früher mit der „singenden“ Nationalmannschaft der Fußballgötter, Sammelbildern, Sponsoren in Stadien und für die Sportleroutfits….tja. Da hilft wahrscheinlich nur gute Aufklärung.
    Ich könnte jetzt noch viel schreiben, aber das gibt mein Zeitfenster nicht her.
    Deshalb wünsche ich dir einen schönen Tag und freue mich immer, dass du dich so kritisch mit den Dingen auseinander setzt.
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Ich drück die Daumen, dass diese Videos was bewirken, denn als Elternteil kannst du dir oft den Mund fusselig reden – es hilft nichts. Darum ärgere ich mich auch immer mal wieder, wenn die Verantwortung einfach nur auf die Eltern geschoben wird, manchmal bist du nämlich auch relativ machtlos – verglichen mit YT-Stars oder so. 😛

      Lieben Gruß und danke fürs Vorbeischauen! 😉

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