#Nostalgieflash. Früher war alles besser. Oder?

Glaube, es liegt derzeit was in der Luft und das nennt sich L’Eau de Nostalgica oder so ähnlich. Erst lief in den letzten Wochen im Radio in Dauerschleife „Stressed out“ von den Twenty One Pilots, woraufhin ich bei jedem „Wish we could turn back time, to the good old days“, einen Nostalgieflash bekam. Obwohl ich definitiv nicht zu denen gehöre, die gerne seufzen: „Früher war alles besser“. Dann war dem Flow-Magazin ein Erinnerungsbüchlein beigelegt, in dem man auf 30 Seiten anhand von Fragen und Anregungen (wie „Zähle 5 Lieblingsgerichte deiner Kindheit auf“ oder „Ob Pippi Langstrumpf, Fünf Freunde oder das Sams: Welche Bücher hast du als Kind gelesen? Welche Filme gesehen? Und was waren in deiner Kindheit und Jugend deine Lieblingsserien?“) in der Vergangenheit schwelgen kann. Und auch beim Konsumkaiser gab’s neulich eine Reise in die 8oer (Stu-Stu-Studio Line… erinnert ihr euch noch?) Nun mal Butter bei die Fische. Wann habt ihr denn das letzte Mal:

  • ein paar Monchichis geknuddelt,
  • den Walkman geschnappt und eine Cassette eingeworfen,
  • abends einen Film aus der Videothek geholt,
  • oder in einem Poesiealbum geblättert?

Na? Lange her, nicht wahr? Stellt sich die Frage, ob das so tragisch ist. Denn was genau war an diesem Kram eigentlich so toll?! Lassen wir das Zeug doch mal Revue passieren…

Monchihi: Pseudo-niedliche Plüschfigur aus den Siebzigern, die an einen Affen erinnert. Gesicht, Hände und Füße sind aus Plastik und hervorstechendes Erkennungsmerkmal  ist, neben dem tränendrüsigen Augenaufschlag, der Plastikschnuller/der in Nuckelposition gebrachte Daumen, der jederzeit in den Mund gepfropft werden kann. Was können Monchichis? Nichts. Nicht mal richtig stehen oder niedlich aussehen.  Logische Konsequenz: Werden heute bei ebay verramscht.

Einige von ihnen weigern sich allerdings standhaft, in der Versenkung zu verschwinden. Und diese Hardcore-Monchihis machen heute ganz zeitgemäß einen auf Tieriertrainer, Krankenschwester oder kommen total niedlich und supisüß im rosafarbenen Pyjama und mit Knuffelhäschen, folkloristisch angehaucht oder mit Hollandse Kledertracht um die Ecke. Macht sie aber nicht schöner. (Ja ist doch wahr…)

Cassette/Kassette: Tonträger zur elektromagnetischen, analogen Aufzeichnung und Wiedergabe von Tonsignalen (lt. Duden). Es handelt sich dabei um ein Magnetband und zwei kleine Spulen, die fest in ein kleines, flaches, rechteckiges Gehäuse aus Kunststoff eingebaut sind (Wikipedia). Das Magnetband neigt gerne dazu, sich irgendwie und irgendwo zu verdrehen, was zum charakeristischen Cassetten-(L)Eiersound führt, infolgedessen der der genervte MC-Nutzer (MC = Musikkassette) das Band kilometerweit aus der Cassette zerrt, um es dann feinsäuberlich wieder aufzuräufeln (eigene Erfahrung). Trotz korrektester Aufräufelei hatte die Cassette allerdings  manchmal an bestimmten Stellen „ein Ding“ weg. Und das hat sich offenbar so auf meine Festplatte gebrannt, dass ich bei einigen Folgen der Drei ??? schon vorab in Erwartung der kommenden (L)Eierei zusammenzucke… obwohl ich die Hörspiele schon vor Jahren auf meinen MP3-Player gezogen habe.

Walkman: Vorsintflutliches Abspielgerät für Cassetten/Kassetten und … ähm… die hässliche Urgroßmutter des iPods? Kann man so sagen, oder? Gewichtstechnisch verhält es sich mit dem Walkman zum MP3-Player etwa so wie mit einer Wassermelone zum Apfel. Hier mal ein Vergleich der Maße zwischen Walkman und meinem MP3-Player (Sony GoGear Ariaz, der mittlerweile leider auch schon wieder veraltetet ist). Walkman: Größe ca. 11,2 x 8 x 3,1 cm (abhängig logischerweise vom jeweiligen Model). MP3-Player: 8,4 x 4,7 x 1,1 cm und 50g schwer. Und was auch immer geschieht: Ich will nie wieder einen Walkman nutzen müssen, schon gar nicht beim Sport!

(Offline)Videothek: Gewissermaßen Youtube 1.0. … ach was… -10.0 und eine unfassbare Servicewüste – vor allem für Kunden von Netflix, amazon Prime & Co. Da wird nix frei Haus geliefert und die Filmchen starten auch nicht per Klick. Hier muss der Filmfreund noch das Haus verlassen und die favorisierte Videothek ansteuern, so er denn noch eine findet, um sich dann einen Film auszusuchen (Gnade dir Gott, wenn du kein Mainstream-Fan bist und keinen Bock auf „Krach, Bumm, Bäng, Happy Metzel“-Filme hast…), der in einer formschönen schwarzen Plastikkassette über den Thresen gereicht wird. Zu Hause kommt der Film dann in den Videorecorder [quasi ein monströs großer Walkman für Filme] und wer Kapitel einfach überspringen möchte, kann lange warten. Hier wird der Vorlauf betätigt und das dauert…

Poesiealbum: Der Alptraum eines jeden Schülers, der weder schreiben noch zeichnen wollte. Oder konnte – also zeichnen. Nix mit standardisierten Steckbriefen, in denen WPoesieunschberuf, Lieblingsbands- oder Lieblingsfernsehserien abgearbeitet werden und denen man sofort ansieht, welches Kind den Steckbrief alleine ausgefüllt hat und bei welchem Mutti im Hintergrund stand [„Ich möchte Paläontologe werden und höre am liebsten Mozart, meine Lieblingsnascherei sind Kohlrabischnitze“]. Im Poesiealbum waren ein geistreicher Spruch [„Der Teufel soll dich holen, mit Messern und Pistolen, wenn du vergisst, wer XYZ ist“], Schönschrift und hübsche Zeichnungen oder kleine Lackbildchen gefragt. Und engelsgleiche Geduld seitens des Albumbesitzers, denn wenn man das Album ab der 3. Klasse durch die Reihen gereicht hat, konnte man froh sein, wenn man es in der 6. Klasse im Stück zurückbekommen hat.

Hach ja… das waren noch Zeiten, nicht wahr? Nicht mal mein nostalgiegeflashtes Hirn kann diesem Kram noch besonders viel abgewinnen, wobei das Poesiealbum durchaus einen gewissen Unterhaltungswert hat. Früher war eben doch nicht alles besser, einiges war allerdings gar nicht so übel. Und ich habe richtig Lust, mal wieder Hanni und Nanni zu lesen oder zwei meiner liebsten Kinderserien anzuschauen: „Die Märchenbraut“ und „Luzie, der Schrecken der Straße“ (viel Spaß mit den Ohrwürmern). Und die Fünf Freunde oder die drei Fragezeichen höre ich eh jeden Abend. Das freut den Kindskopf in mir und hält außerdem jung und macht glücklich… 😉

P.S: Apropos Ohrwürmer… damit sich das so richtig lohnt, packe ich gleich noch Captain Future und Sindbad drauf.  Und wenn ihr jetzt Lust auf eine Blogparade zum Thema habt, dann findet ihr hier eine namens: Kindheitserinnerungen.

[Beitragsbilder: privat]

37 Kommentare zu „#Nostalgieflash. Früher war alles besser. Oder?

  1. Hach ja die Märchenbraut. Was hätt ich für so einen Ring gegeben… ich denke, das „früher war alles besser “ hat etwas mit Verantwortung zu tun.
    Nochmal Kind sein und um alle wichtigen Sachen kümmern sich die Erwachsenen… Mittagessen kochen, Termine planen, Geld verdienen, Wäsche waschen… mir egal ich geh raus spielen 😊 manches war so einfach. Deshalb bemüh ich mich mein Inneres Kind abbund an mal raus zu lassen Das befreit ungemein 😂😉 Liebe Grüsse Dani

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    1. Das denke ich auch, wobei mein inneres Kind manchmal schon stärker ist, als es mir lieb ist. Aber mal wieder die alten Kinderklassiker rausholen, das ist wie Urlaub für die Seele… man kann ja auch nicht immer ans Meer fahren. 😛

      Lieben Gruß!

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  2. Früher war gar nicht alles besser. Aber es war gut. Und es wäre immer noch gut, wenn man die Finger davon gelassen hätte – frei nach Jochen Malmsheimer. Kennste sein „Wurstbrot“? Falls nicht: Suchen und hören.
    Der Walkman war zwar groß und zum Musikhören beim Joggen völlig ungeeignet. Aber er war so unglaublich coooool. Meiner war rot. Damit war ich die Königin 🙂 Hanni und Nanni haben mir immer die anderen in der Bücherei weggeschnappt. Kaufen durfte ich die nicht – das war nach Ansicht meiner Mutter Schundliteratur. Sie war die mit den Kohlrabischnitzen 😉
    Und das Größte überhaupt war, aus Mel Sandocks Hitparade auf WDR 2 ein Tape zusammenzustellen, ohne dass er reinquatscht. Hach, waren das noch Zeiten…
    Liebe Grüße
    Fran

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    1. „Wurstbrot“ suchen? Mach ich. Und dann ein Käsebrot – nicht nur das von Helge Schneider. *g* Käsebrot ist beruhigend und jedem Sternemenü vorzuziehen. 😉

      Du durftest keine „Hanni und Nanni“-Bücher kaufen? Oha. Hast du darüber schon mit nem Therapeuten gesprochen? Meins kann ich dir leider nicht borgen- ich kann das nicht verleihen. Weil ich es nämlich bestimmt in dem Moment lesen möchte, in dem ich es in den Briefkasten geworfen habe. 😎

      *muahaha* Tapes zusammenstellen, ohne dass wer reinquatscht… oh ja… DAS waren noch Zeiten. Gruselig. *g*

      Lieben Gruß!

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      1. Nein, durfte ich nicht. Auch keine Asterix-Heft. Oder Mickey Maus. Oder so ganz üble Dinge wie die Bravo. Nix davon. Dafür war ich stolze Besitzerin der größten Sammlung von Shakespeare-Dramen als Reclam-Heften diesseits des Äquators, schätze ich. Was bei meinen Mitschülern jetzt aber nicht so der Burner war…
        Und Therapeut? Also bitte. Wo denkst du hin? MAN geht da nicht hin 😉 Wenn DAS die Nachbarn… neee.

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        1. Oh weia. Das klingt nach einer ziemlich harten Kindheit. Durftest du etwa auch keine Yps-Hefte lesen?! (Bravo musste ich auch heimlich lese – blöder Dr. Sommer *g*). Shakespeare statt Mickey Maus… Mannmannmann… dafür hast du dich aber gut rausgemacht. 😛

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  3. Posiealben – die habe ich noch. Und meine Kinder besitzen noch ein paar meiner alten Cassetten 😉 Wobei ich auf letzteres verzichten könnte (Die Kinder wahrscheinlich auch, aber so ein Sammel- und Festhaltetrieb erledigt sich erst nach der Pubertät.) Ja man, die gute alte Zeit. Mit einem Betonklotz joggen und in der Videothek den Traum meiner schlaflosen Nächte (Jogginghose , Addiletten, top gepflegt) treffen. Es gibt wirklich Dinge, die ich nicht vermisse.

    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. *gnihihihi* Da sind Netflix & Co (ich schaue ja noch ganz vorsintflutlich DVD und auf amazon Prime gibt’s nur Schrott) doch sehr viel besser. Ich kann entspannt in der Yogahose auf der Couch rumlümmeln und muss mich nicht vorher in Schale werfen. 😛

      Das mit den alten Cassetten finde ich ein bisschen schade – waren so viele Folgen der Drei ??? dabei und nun müssen viele Folgen auf CD nachgekauft werden – aber gut, der Hörspaß ist größer. 😉

      Lieben Gruß!

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  4. Also Hanni und Nanni hatten aber null literarischen Wert. Ich hatte mal ein Exemplar vom Flohmarkt, das die Vorbesitzerin überarbeitet hatte. Es hatte sich nämlich gezeigt, dass nahezu jede wörtliche Rede mit XYZ sagte: “ … eingeleitet wurde. Und die Vorbesitzerin hatte sich über mehrere Seiten die Mühe gemacht mit Bleistift rief, flüsterte, raunte, schrie usw. zu ergänzen. Sonst wäre mir das Ganze gar nicht aufgefallen.
    Für mein Monchichi habe ich Forumchecks in den Intershop getragen. Mein Walkman war ganz in Ordnung (Die Ärzte: „Wie nennt man einen musikalischen Walfisch zum mitrumtragen? Wal-kman, ha ha.“. ) Erst der tragbare CD-Player hat mir dann Ärger gemacht, weil die CD immer sprang. Mein Poesiealbum ist verschollen, leider, denn wir haben damals auch Passbilder eingeklebt.
    Ich wünsche mir die 80er nicht zurück. Meine Kaltwelle in der 8. Klasse war allerdings schon ziemlich sensationell (Scheiße).

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    1. Ja das ist das Problem mit Hanni und Nanni! Da wurde wahrscheinlich der Grundstein für meine Vorliebe für Schund“literatur“ gelegt. Mit literarisch wertvollem Zeug kann ich ja nicht viel anfangen – sollte neulich bei einer Gedichtinterpretation helfen und ich habe mich in einer Tour gefragt, wer um Himmels willen so ein Zeug schreibt und warum?! Enid Blyton hat mich verkorkst… 😛

      Tragbarer CD-Player… hach… ich hab noch einen und bis vor drei Monaten habe ich den jeden Abend genutzt. Für die Drei ???. *g* Nun hat das Ding eine Macke und ich muss schauen, wie ich meine Hörspiele auf den MP3-Player bekomme. Mann. Nur Ärger. Ich will meinen CD-Player… sofort…

      Lieben Gruß!

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  5. Haha Anna. Wieder voll auf die Zwölf:)
    Ehrlich, ich bin so froh nicht mehr mit Kassetten, ob Video oder Musik, hantieren zu müssen. Argh Bandsalat grrrr….
    Ich liebe Netflix, Amazon prime und das internet. Mp3, Tablets und Handys. Ich finde die Blicke der Jugend nur immer klasse, wenn man von Münzen für Telefonzellen erzählt und Schallplatten :))
    Liebe Grüße Tina

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    1. Voll auf die Zwölf? Kann ich. Habe gerade einen guten Lauf. 😉 *gnihihi* Oh ja, die Blicke der „Jugend“ oder des Juniors… da fühlt man sich manchmal, als ob man direkt aus der Steinzeit kommt. Und wenn mir dann manchmal ein „Zu meiner Zeit gab es kein Internet und kein Wikipedia, ich weiß gar nicht, wie ich damals meine Hausaufgaben gemacht habe“, rausrutscht, dann möchte ich nur noch weinen. So redet eine alte Frau… *jammer*

      Lieben Gruß!

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  6. Nee, das war nicht alles besser. Ich sage nur „Bandsalat“ bei den Kassetten. Was habe ich mich darüber geärgert, wenn meine Lieblingsmucke im Bandsalat endete. Von daher erfreue ich mich der heutigen Technik 🙂

    Liebe Grüße Sabine

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  7. Och, Poesiealben sind doch schön! Freundebuch hatte ich keins und ich habe es gehasst in die Dinger reinschreiben zu müssen.
    Tja, die gute, alte Zeit! Ich glaube es liegt nicht an der Anwesenheit des Walkmans, oder der Abwesenheit des Smartphones, dass wir die gut finden, sondern daran, dass wir uns noch nicht so viel mit dem „Ernst des Lebens“ auseinandersetzen mussten.

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    1. Da stimme ich dir zu. Früher konntest du eher mal die Decke über den Kopf ziehen und sagen: „Mama mach mal“. Heute musst du alles selbst erledigen. Nicht immer leicht…

      Lieben Gruß!

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  8. Ich oute mich …! Früher war vielleicht nicht immer alles besser, aber „im Nachhinein“ schöner! Ich will die Erinnerung daran nicht missen. Allein die Entwicklung der Urlaubsfotos, die Spannung, wenn sie dann abgeholt werden konnten und du nicht wusstes was man fotografiert hatte. Und ja, jeden Sommer hole ich meinen Walkman und die alten Urlaubs-MCs heraus, mixe mir einen Drink, holt ein schönes Buch und begebe mich auf meine Hängemappe. I love it! Ich vermisse die Entschleunigung, das Warten auf Dinge, den Kontakt von Angesicht zu Angesicht.
    Ach, mit Hanni und Nanni begann meine Lesesucht, die mit 8 Jahren los gang und bis jetzt anhält. Habe übrigens gestern im Schulunterricht erfahren, dass ein Großteil meiner Kinder Hanni und Nanni lesen oder zumindest als Bücher kennen. Und dazwischen liegen fast 50 Jahre. Da wurden meine Glückshormone frei. Vielleicht ist es das, dass die Erinnerung an die „gute, alte Zeit“ uns mit Glückshormonen bombardiert. 😉
    Liebe Grüße
    Claudia (die seit neustem vom Pubertier mit 80er Song torpediert wird, so schööön …)

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    1. Oooh… der Entwicklung der Fotos trauere ich ja gar nicht hinterher. Was daran liegt, dass ich immer gehofft habe, richtig tolle Fotos rauszubekommen. Und was war? Murks. Die Vorstellung von dem, was hätte sein sollen, war immer schöner als das, was ich bekommen habe… ist heute zum Teil immer noch so, allerdings nicht mehr die Fotos betreffend. 😛

      Aber bei Hanni und Nanni (oder Dolly) bekomme ich auch glänzende Augen. Damit wurde auch der Grundstein für meine Lesesucht gelegt. 😉

      Lieben Gruß zurück!

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  9. Das, was an der Vergangenheit mit Sicherheit besser war: Der Lebensrhythmus. Ich kann mich nicht erinnern, dass damals (also zu Zeiten, als FrauHummel noch ein kleines Hummelchen war!) die Menschen so Vollgas unterwegs waren wie heute. Und DAS hätte ich gerne zurück! Allerdings hat jede Epoche ihre guten und schlechten Seiten, ihre Vor- und Nachteile. Irgendwas war doch immer! Früher wurde man noch von einer pupsordinären Grippe dahingerafft, heute sind es multiresistente Keime, die uns bald grossen Ärger bereiten werden. Früher haben irgenwelche Grafen ihre Untertanen geknechtet, heute bedrohen machthungrige und wirtschaftshörige Politiker den Weltfrieden. Undsoweiterundsofort.
    Aber natürlich pflege auch ich viele schöne Erinnerungen an die „vergangenen Zeiten“! Die haben aber weniger mit Walkman und Co zu tun (ich hatte keinen, strenggenommen war und bin ich eh‘ ein Neandertaler, was angesagte Elektronik anbelangt- hab ja nicht mal ein Smartphone!!), sondern vielmehr mit Ferien auf der Alp, stundenlangem Lesen IM Boskoopbaum vor dem Haus (jaaaaaa! Hanni & Nanni, 5 Freunde und Co!) oder heimlichen Besuchen beim Pferd eines Bauern hier im Ort. Ach so: und Elvis. Elvis war auch eine ganz grosse Leidenschaft von mir! Ich war als Kind wohl das, was man einen Einzelhänger nennt (und ich mutiere heutzutage gaaaanz langsam wieder in die Richtung…….) und ausserdem bestimmt schon damals ziemlich minimalistisch veranlagt. Aber einen Cassettenrecorder hatte ich, damit wurde am Sonntagnachmittag die Hitparade aufgenommen (indem man das Mikrofon vor den Radiolautsprecher gehalten hat- die Qualität war dementsprechend!) und die dann rauf- und runtergedudelt, bis einem irgendwann das Band aus dem Recorder entgegenquoll….. :oD Und er hatte eine grosse Beule, mein Recorder, weil ich beim Üben mit dem Nunchaku ebendieses mit voller Wucht auf das Gerät krachen liess. Eine Beule auch deshalb, weil die Geräte damals noch aus Metall und von eigentlich unkaputtbarer Qualität waren. Ach so- das war auch besser damals. Heute sind die Dingens ja alle aus Plaste. Würde man heutzutage so ein Gerät mit dem Nunchaku barbeiten, es würde schlicht zersplittern……
    Und was erschliesst sich mir aus diesem wirren Geschreibsel? Das Beste wird wohl sein, einfach jeder Zeit ihr Schönes abzuringen und was Gutes aus ihr zu machen!
    Hab einen entspannten Tag, ganz herzliche Grüsse!

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    1. Da stimme ich dir zu! Das Lebenstempo war ein anderes und da Entschleunigung ja heute hoch im Kurs steht (es gibt sooo viele Magazine und Blogs, die sich mit diesem Thema beschäftigen), denke ich, dass genau dieses Tempo mit ein Grund für den Nostalgieflash ist. Und das Gefühl, immer funktionieren zu müssen – und zwar auf höchstem Niveau. Habe neulich auf Facebook etwas gelesen, was mir sehr zu denken gab: „Eine Generation, die zunehmend in den besten Lebensjahren mit Burn-out zu kämpfen hat, entwirft für ihre eigenen Kinder einen Lebensweg mit noch mehr Tempo, noch mehr Leistung, noch mehr „Förderung“. Sie funktioniert Kindergärten zu Schulen um, weil sie glaubt, Kinder, die früh Mathe lernen, sind schneller am Ziel. Moment einmal – an welchem Ziel?“ (Quelle: https://www.facebook.com/287594291363666/photos/a.287612551361840.67835.287594291363666/679300945526330/?type=3)

      Tja… an welchem Ziel… und wie hoch ist der Preis…

      Lieben Gruß!

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  10. Klasse, ich denke auch gerne an die 80er, meine Jugendzeit, zurück. Hanni und Nanni hatte ich auch als Hörcassette. Ich wollte auch immer ins Internat 😉
    Die Musik der Zeit liebe ich immer noch sehr, aber auch die der jetzigen Zeit finde ich gut. Genauso wie natürlich das Internet, Amazon Prime usw. Musik im Radio aufnehmen war aber auch klasse. Allerdings nervig, wenn der Moderator dazwischen gequatscht hat oder plötzlich der Verkehrsfunk kam. Fotos nach dem Urlaub bei Schlecker abholen war für mich auch immer ein Highlight, wobei ich es nicht missen möchte, mal eben mit dem iPhone Fotos zu schießen und schnell per WhatsApp zu versenden 😬
    Ganz besonders freue ich mich auf unser Jahrgangstreffen im November. Da machen wir nämlich 80er Jahre Party 😃👍🏻🎉👯 LG Andrea

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    1. Wollte auch immer ins Internat. Und von Hanni u. Nanni hatte ich mir kürzlich zwei Folgen auf den MP3-Player gezogen und irgendwie haben sie bei einer der Folgen die Sprecherinnen „vertauscht“, auf jeden Fall wurde Nanni plötzlich von Jenny gesprochen. Was für ein Ärger. Das kann ich mir nicht anhören. 😛

      Und das Aufnehmen der Mix-Tapes… wie oft habe ich den Moderator verflucht… ganz schlecht fürs Karma. *g*

      Lieben Gruß!

      P.s: Und ich wünsche euch eine fantastische Party! 😉

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  11. hm.
    eigentlich müsste ich ja nostalgiker sein mit meiner liebe für vintage und alten kram….
    aber die dinge die ich mag sind sehr viel älter als ich. und meine kindheit will ich garantiert nicht zurück. sindbad, tschechische und russische märchenfilme, ferienlager, omas garten und erfrorene zehen wegen stundenlangem spielen im schnee sind zwar drollige erinnerungen für lange abende bei rotwein und pfefferkuchen – aber „rumkulten“ muss ich dafür nicht. 🙂
    den sinn von poesiealben hab ich schon damals nicht verstanden – meine mutter hat mich quasi gezwungen eins anzulegen – und es mir jahrzehnte später feierlich überreicht – ich habs dann ungelesen und heimlich in den ofen geschmissen……
    xxxxx

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    1. Da bin ich ganz bei dir. Ich möchte meine Kindheit auf keinen Fall zurück und ja, es sind mal nette Erinnerungen und es ist schön, gelegentlich einen alten Film oder ein altes Buch auszugraben, aber das war es dann auch. Und die alten Sachen grabe ich auch nur aus, weil die neuen einfach kein Ersatz sind.

      *gnihihihi* Das mit dem Poesiealbum ist gemein. Ich habe ja hier auch einiges an „Kram“ (Bilder, erinnerungsträchtiges Zeug) für den Junior zur Seite gelegt und plane, ihm das zum 18.Geburtstag in die Hand zu drücken. Mal schauen, was er damit anfängt… 😛

      Lieben Gruß!

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Kommentare machen das Bloggen bunter und ich freue mich, wenn ich hier keine Selbstgespräche führen muss. ;)

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