5 Dinge, die ich als introvertierter Mensch nicht mehr hören möchte.

Ich schreibe selten über meine Introversion, weil ich keinen Sinn darin sehe, das groß zu thematisieren – die Welt wird sich für mich nicht ändern, also muss ich mich irgendwie mit mir arrangieren. Und wenn ich schon darüber schreibe, würde ich ja lieber was sagen à la: Nimm dich so an, wie du bist – du bist absolut in Ordnung so, weil es nun mal introvertierte und extrovertierte (extravertierte) Menschen gibt.

Aber kann man das überhaupt guten Gewissens einfach so schreiben? Das Problem ist ja, dass es keine zweite Chance für den ersten Eindruck gibt. Und dass wir es mittlerweile perfektioniert haben, alles schnell zu scannen und infolgedessen zu entscheiden, wem oder was wir noch mehr Aufmerksamkeit schenken. Doch was mache ich als introvertierter Mensch, wenn ich die Chance habe, einen ersten Eindruck zu hinterlassen? Ich halte mich – wie üblich in ungewohnten Situationen – immer im Hintergrund und schaue mir die Sache erstmal an, gerne auch ein bisschen länger und manchmal eventuell zu lange. Das hinterlässt welchen Eindruck? Im besten Fall gar keinen. Im schlimmsten Fall werde ich irgendwo in die Schuladen „langweilig“ bis „desinteressiert“ oder sehr oft in die Schublade „arrogant“ gepackt. Und ist die Schublade erstmal zu, ist es verdammt schwer, da wieder rauszukommen. Also hadere ich ein wenig mit meiner Introversion und das liegt nicht an der Introversion selbst, sondern daran, dass ich mich in einer extrovertierten Welt behaupten soll. Ebenso gut könnte man sich einen Fisch schnappen und ihm sagen: „Du wohnst ab sofort in dieser Hütte am Strand und wage es ja nicht, hier rumzuzicken und dich blöd anzustellen – es liegt lediglich an dir, was du daraus machst.“ Ja. Natürlich. Und im Himmel ist Jahrmarkt und wenn das Pferd sich nur ein bisschen mehr Mühe gibt, dann können wir demnächst  die Bäume hochreiten. Aber manchmal … also hin und wieder … an einem schlechten Tag, der unter der unheilvollen „Vollmond trifft auf PMS“-Kombination steht, da platzt mir der Kragen. Weil mir mal wieder jemand in mich reinredet, der überhaupt keine Ahnung davon hat, wie introvertierte Menschen ticken…

5 Dinge, die ich als intovertierter Mensch nicht mehr hören möchte

Geh doch mal unter Menschen! Du bist zu viel alleine, das ist doch nicht normal. Antwort: Und wer sagt, dass das nicht normal ist?  Du? Das Aufeinandertreffen mit anderen Menschen streng mich [bis auf wenige Ausnahmen] an und laugt mich im schlimmsten Fall aus. Manche dieser Menschen sind sogar echte Energievampire, die ich – sobald es mir möglich ist – aus meinem Leben verbanne. Und wenn ich zu wenig Zeit für mich alleine habe und zu viel Zeit mit Energievampiren verbringen muss, geht es mir schlecht. Ich bin müde, ausgelaugt, unkreativ, völlig ausgebrannt und muss mir infolgedessen 1-2 Tage die Decke über den Kopf ziehen und Harry Potter lesen, um mich wieder zu erden. Damit es gar nicht erst soweit kommt, haushalte ich vorher mit meiner Energie und sorge dafür, dass ich genügend Zeit mit mir alleine verbringe. Meine Seele hat nämlich ein Sparkonto und es ist mir sehr wichtig, dass da nichts ins Minus gerät.

Warum bist du so still? Antwort: Weil ich einfach nichts (zum Thema) zu sagen habe. Also halte ich die Klappe. Ein Verhalten, das ich nur emfehlen kann, so redet man sich auch bedeutend seltener um Kopf und Kragen.

Du hast doch nur Angst, dich mal auf neue Dinge einzulassen. Antwort: Nein, habe ich nicht. Ich habe nur sehr viel seltener das Bedürfnis, mich auf neue Dinge einzulassen, weil meine Reizschwelle in vielen Bereichen sehr viel niedriger liegt als deine. Gewalt in Büchern oder Filmen kann ich beispielsweise überhaupt nicht ertragen [Ausnahme sind die alten Bud-Spencer-Filme] und alleine eine Inhaltsangabe oder Rezension kann mir wochenlang quer auf der Seele liegen. Und wenn ich etwas gefunden habe, was sich bewährt hat, dann bleibe ich dabei. Bis es sich eben nicht mehr bewährt. Während du also ständig in neue Cafés gehen möchtest, suche ich mir ein Café, das ich mag und mache ein Ritual daraus, dort immer wieder hinzugehen.

Warum kann man mit dir eigentlich so schlecht planen? Antwort: Weil es nur sehr wenige Dinge gibt, die ich fest plane – nämlich die, bei denen ich von der Terminvergabe anderer abhängig bin. Einen Urlaub oder private Treffen plane ich grundsätzlich nicht Monate im Voraus. Niemals. Ich plane nicht mal Wochen im Voraus. Weil ich nämlich am Tag der Planung keine Ahnung habe, ob ich am Sonntag in zwei Wochen überhaupt noch Lust auf das geplante Zeug habe. Eine große Ausnahme bestätigt allerdings die Regel und das ist ein Trip an die Ostsee. Den kann ich Monate vorher planen. Und warum? Weil ich am liebsten dort wohnen würde, weswegen – du ahnst es schon – Ostseereisen nicht repräsentativ für den Rest meiner (nicht existierenden) Planungen sind.

Du bist selbst schuld, wenn du irgendwann alleine bist, weil du es nicht geschafft hast, dir ein tragfähiges soziales Netzwerk zuzulegen. Antwort: Mag sein, dass ich irgendwann alleine bin. Aber soll ich mich deswegen nach dem Gießkannenprinzip auf alle einlassen, nur damit ich immer jemanden zum Reden habe? Nein danke, Angst war noch nie ein guter Berater [und eher nehme ich mir nen Coach]. Es liegt mir nicht, mich wahllos auf Menschen einzulassen und, Überraschung, ich kann auch sehr gut mit mir alleine sein. Wie steht es eigentlich mit dir und deinem Netzwerk? Wer von deinen Onlinefreunden ist tatsächlich da, wenn du Hilfe benötigst, die über ein Like oder ein „Bitte teile diesen Beitrag“ hinausgeht? Und kannst du wirklich auf deine Offline-Freunde bauen?

Introvertiert und sozial inkompatibel? Oder einfach nur normal?

Wäre jetzt natürlich der ideale Zeitpunkt, um ein paar Tipps der Kategorie „Besser mit der Introversion leben“ rüberzureichen. Dumm nur: Ich habe keine. Und die, die mir bisher untergekommen sind, zünden nicht und mit manchen hadere ich auch. Beispielsweise mit dem, sich für verschiedene Anlässe einen extrovertierten Icebreaker ins Boot zu holen. Scheint auf den ersten Blick logisch zu sein. Doch auf den zweiten? Nehmen wir mal eine introvertierte Frau, die sich auf Partys unwohl fühlt, aber unbedingt mit einem interessanten Mann ins Gespräch kommen möchte und sich deswegen an die attraktive Freundin hängt, die ein Männermagnet ist. Frage: Wie sehr kann die introvertierte Frau da wirken? Bei Rosamunde Pilcher hätte sie sicher eine Chance, weil die Freundin eine kaltherzige Giftbratze ist und sich der Traummann [ Typ Herzensbrecher, der zwar schwer verkorkst ist, aber insgeheim nur auf die richtige Frau wartet, der er dann aus der Hand fressen kann] unsterblich in unser scheues, aber auf seine Weise auch unglaublich schönes und vor allem ach so reinherziges Mäuschen verlieben würde…. hach ja… Gut. Genug gefaselt. Das Leben ist keine Pilcher-Schmonzette und ihr merkt zweierlei. 1. Das war ein sehr plakatives Beispiel. 2. Es ist halt alles nicht so einfach und die Medaille hat immer zwei Seiten, zumal das Befolgen dieses Tipps – zumindest bei mir – dann auch wieder das Gefühl verschärfen würde, irgendwie unzulänglich zu sein. Weil andere Situationen, in denen ich kurz vor dem Kollaps stehe, scheinbar spielerisch meistern.

Was bleibt? Siehe oben. Ich arrangiere mich halt mit dem, was ich habe und mit dem, was ich bin – und versuche dann, alles irgendwie miteinander in Einklang zu bringen. Was nichts anders bedeutet, als dass ich – manchmal mehrmals täglich – versuche, ein Schwein durchs Nadelöhr zu bringen. Und an ganz schlimmen Tagen murmele ich mantraartig: „Nimm dich so an, wie du bist – du bist absolut in Ordnung so, weil es nun mal introvertierte und extrovertierte (extravertierte) Menschen gibt. Punkt.“

zitatchanel

Lesetipps: Tja… Premiere… ich habe keine. Was nicht heißt, dass ich kein Buch zum Thema gelesen hätte, im Gegenteil. Aber es war einfach kein Buch dabei, das ich uneingeschränkt empfehlen kann und davon abgesehen: Was soll ein Buch in diesem Fall bringen? [Und ich hätte nie gedacht, dass ausgerechnet ich das schreibe!] Gibt es ein Buch, das die Welt für Introvertierte angenehmer gestaltet, den Lärm und die Außenreize ein bisschen runterdimmt oder uns ein Treppchen hinstellt, damit wir es leichter über die Hürden schaffen, die für andere keine sind? Nein. Müssen wir alles selbst machen. Also machen wir das. In unserem Tempo. Und lassen uns derweil von niemandem einreden, dass wir „nicht normal sind“. 😉

[Beitragsbild: Canva u. Pablo by Buffer]

46 Kommentare zu „5 Dinge, die ich als introvertierter Mensch nicht mehr hören möchte.

  1. Sehr schön – ich fühle mit, vor allem bei dem Punkt mit dem „tragfähigen sozialen Netzwerk“ – ich habe überhaupt kein Problem damit unter Leuten zu sein, so lange ich selbst entscheiden kann wie lange das zu sein hat. Sport im Verein – spitze, weil ich da 2-3 mal in der Woche bin, nett quatsche aber dann nach Hause gehe, wenn’s mir reicht. Plausch auf der Arbeit mit Kollegen – auch gut, aber dieses ganze „uhhhh…wir gehen noch zum Lauftreff und danach in die Altstadt und blablabla“ weil ja Kollegen auch Freunde sind (sein müssen?), weil wir ja alle (außer mir) so jung und hip sind und die Arbeit lieben *kotz* ähm…ich schweife ab.

    Mit meinem Umzug zu Herrn Argh habe ich mich damals bewusst dafür entschieden einiges an „Netzwerk“ liegen zu lassen…in Summe kann ich sagen, dass ich vielleicht 1-2 Leute in der alten Heimat habe, um die es mir Leid tut im Bezug darauf, dass wir uns nun nur selten sehen. Bei allen anderen bin ich froh, die Brücken so endlich abgebrochen zu haben. Ich habe gar keine Lust mehr mich mit Pseudofreunden und -bekanntschaften zu umgeben, nur um so zu tun als ob ich einen großen Freundeskreis hätte. Wozu auch. Die meisten von denen kommen eh nur an, wenn sie was wollen und haben eh nie Zeit, wenn man was will…

    Ja, ich tue mich schwer mit neuen Freundschaften, weil ein FREUND für mich auch was besonderes ist. Zur Zeit habe ich es hier auch noch nicht geschafft…Bekannte (siehe Verein) ja, Freunde – nein. Aber was nicht ist, kann ja noch werden…

    Gefällt mir

    1. Reichen Sie mir die Hand, Frau Argh. 😉 Mit Freundschaften tue ich ich auch extrem schwer. Und mittlerweile haben sich statt der Freundschaften eher Lebensabschnittsbekanntschaften rauskristallisiert. Sprich: Menschen kommen, Menschen gehen. Aber Menschen, die mich wirklich seit Jahrzehnten begleiten, gibt es (Familie ausgenommen) eigentlich nicht mehr. Ist aber auch in Ordnung so, denn ich will es mir einfach nicht mehr leisten, Zeit und Energie in Pseudofreundschaften und Energievampire zu stecken. 😉

      Gefällt 2 Personen

  2. Kennst Du das Buch „Still“ von Susan Cain?
    Ich habe es mir kürzlich zugelegt, aber leider noch nicht gelesen. Es handelt von der „Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt“.
    Damit ist schon das Wichtigste gesagt: Introvertierte haben große Bedeutung und Wirkung.
    Einfach so wie sie sind.
    Also, dann… 😀
    Herzliche Grüße von Sieglinde

    Gefällt mir

    1. Ja klar kenne ich das Buch. 😛 Und ich glaube, da hat mich – mal wieder, wie üblich in diesen Büchern – genervt, dass Introvertierte als „besser“ hingestellt werden. Ist ja gar nicht nötig, Intros u. Extros gegeneinander auszuspielen, denn jeder hat Stärken u. Schwächen und idealerweise können wir uns prima ergänzen. Na ja… idealerweise. 😉

      Lieben Gruß!

      Gefällt mir

  3. Also, erstmal finde ich den Spruch von Coco Chanel ja klasse! 🙂
    Und Deinen Artikel auch. Gut erklärt, das mit der Introversion, dem Fisch in der Hütte und dem vertikal reitenden Pferd. 🙂 Ich denke, wenn Du im Allgemeinen zufrieden mit Dir und Deinem Leben bist, also NICHT traurig bist, wenn Du allein bist und NICHT unglücklich, wenn Du nicht ständig neue Sachen erlebst oder kennenlernst, ist es doch gut. Du hast Familie und virtuelle Kontakte – vielleicht reicht Dir das ja? Mir reicht es manchmal tatsächlich auch, in letzter Zeit aber irgendwie nicht mehr so, wobei ich aber auch kein introvertierter Mensch bin – kann mich z. B. auch nur total schlecht auf Lesen konzentrieren. 😉

    Ach so – ich mag übrigens zurückhaltende Menschen meist besonders gern. Ich weiß vor allem, dass sie im Allgemeinen auch aus sich herauskommen KÖNNEN – und das müssen sie ja nun wirklich nicht sofort tun.

    Lieben Gruß
    Gunda

    Gefällt mir

    1. Von der Frau gibt’s ja so viele tolle Zitate. Hach… 😛

      Ich überlege gerade ob ich zufrieden bin. Hm… joa… ich bin nicht unzufrieden, aber natürlich ist noch Luft nach oben. *g* Ich bin eine Frau in den Vierzigern, die ist selten einfach so mit sich und dem Rest des Lebens zufrieden – sagt Ildikó von Kürthy. Aber nein, ich bin nicht unglücklich, wenn ich viel Zeit mit mir alleine verbringe – eigentlich finde ich mich ganz okay und ich bin durchaus eine angenehme Gesellschaft für mich. Meistens. 😎

      Lieben Gruß!

      Gefällt mir

    1. Aber klar, sehr gerne. Und wenn sich hiervon nur 2-3 Leser angesprochen fühlen und denken, das kommt mir sehr bekannt vor, dann hat der Post genau das geschafft, wofür ich ihn geschrieben habe. 😉

      Lieben Gruß!

      Gefällt mir

  4. wow wow wow!!!!!
    danke für diesen post! geht mir in in 4 von 5 punkten genauso – nur mit der planung – da mach ich das komplette gegenteil. feste termine, die mich zwingen aus dem haus zu gehen, finde ich super – da kann ich mich vorbereiten*. und der alte spruch: „wenn man keine lust hat wird´s am schönsten“ hat sich nämlich immer wieder bewahrheitet. dagegen machen mich leute die nur kurzfristig ab- oder zusagen wahnsinnig – weil ich so viel anlauf brauche.
    im 18. jahrhundert hätte man uns als philosophinnen verehrt und sich unsere briefe in goldgeprägtes leder binden lassen!
    soll´n die da draussen mal rumzappeln – mehr als heisse luft kommt dabei sowieso nicht raus.
    xxxxxx
    *gut vorbereitet kann ich ganz wunderbar die rampensau geben 😉

    Gefällt mir

    1. Dankeschön! Habe vor dem Veröffentlichen erst überlegt, ob das überhaupt ein Post für dieses Blog ist, weil das Thema – eigentlich? – ja doch recht speziell ist. Aber scheint so, als hätten sich hier einige Intros versammelt. 😉

      Was die festen Termine im Privatleben angeht: Ja, dazu zwinge ich mich mittlerweile auch – aber es ist immer ein Kampf, das dann wirklich einzuhalten. Und das HomeOffice spielt mir da natürlich genial in die Karten. Allerdings ist es auch wieder Gift, ,weil du dir alles so hinbiegen kannst, wie du es brauchst – und kommst du dann nach draußen… böse Konfrontation mit „der echten Welt“. Ich sag’s ja… Schwein und Nadelöhr. *seufz*

      Hach… das ist ja ne schönen Vorstellung, dass man uns als Philosopinnen verehrt hätte. Das werde ich mal in meine Tagträume einbauen. 😛

      Lieben Gruß!

      Gefällt mir

  5. Wow… wieder ein super Post von dir den ich voll unterschreiben kann. In meinem Job habe ich mit vielen Menschen zu tun und fühle mich abends wie ausgesaugt. Nix wie heim und Türe zu. An meinem freien Tag merke ich oft das ich bis abends mit niemanden (nur mit mir) gesprochen habe und das ist gut so. Mit bald 57 muss ich nicht jede Einladung annehmen nur um BlaBla zu machen. In jungen Jahren kam ich mir aber oft wie ein Außenseiter vor.
    Du hast eine tolle Gabe zum Schreiben.
    LG
    Christine

    Gefällt mir

    1. Danke dir! Oh, das kann ich unterschreiben: „Ich muss nicht jede Einladung annehmen, um BlaBla zu machen“ – aus der Phase bin ich auch raus. Und tatsächlich kann ich es auch sehr gut aushalten, nen ganzen Tag kaum/sehr,sehr wenig zu reden. Das mag auf manche befremdlich wirken, aber so langsam nehme ich das halt so hin, wie es ist: normal für mich. 😉

      Lieben Gruß!

      Gefällt mir

  6. Super Artikel! Toll geschrieben und sehr ehrlich. Ich würde mich als eine Mischung bezeichnen. Ich bin eigentlich schon am liebsten für mich alleine, wenn ich aber unter Menschen bin, quatsche ich eigentlich ziemlich viel und gerne.

    Gefällt mir

  7. Hömm.
    ……..gefolgt von einer langen Pause.
    ………………………….(in der ich deinen Text auf mich wirken lasse…..)
    Dem ist nichts hinzuzufügen. Ausser, dass ich dies alles ohne Widerspruch unterschreibe und obendrein das Gefühl nicht loswerde, dass du mich und mein Leben beschrieben hast. Dass ich „anders“ bin, das war mir schon immer klar. Als Kind hockte ich stun-den-lang alleine im riesigen Boskoop-Baum vor unserem Haus und habe Bücher gelesen. Dicke. Oder ich sass an der Schreibmaschine meiner Grossmutti (Typ Hermes Zweifinger) und schrieb Geschichten (vom Ponyhof, schon klar, ne??), bis mich Mutti ins Bett gescheucht hat. Und heute, im fortgeschrittenen Alter (*gggg*!) ist es mir sowas von Wurscht, was andere darüber denken, dass ich mich so sehr selten bis gar nie unters feierwütige, shoppende oder was auch immer ausserhaus tätige Volk mische und jede Einladung zu irgendwelchen Arbeitsteamfeten oder sonstigen fröhlichen Menschenansammlungen dankend ablehne. Denn in meiner kleinen Welt habe ich alles, was ich brauche und mich glücklich macht. Mehr tue ich mir einfach nicht mehr an!
    Kann es sein, dass wir beide deshalb auch so gerne unsere Gedanken formuliert zu (virtuellem) Papier bringen? Weil wir das nur mit uns selber in bester Gesellschaft tun können und uns dabei nicht dafür rechtfertigen müssen für unsere Empfindungen, Meinungen, Wertevorstellungen und PiPaPo?? (Denn in meinem „öffentlichen“ Leben, dem ich ja, bedingt durch meinen Job, nicht entfliehen kann, habe ich leider die Erfahrung gemacht, dass ich damit kaum bis zu meinem Gegenüber vordringen kann. Das ist alles einfach viel zu wenig angesagt……und oft auch nicht einfach so zu konsumieren. Ohne sich eigene Gedanken dazu zu machen oder sich selber zu hinterfragen. Jaja.).
    DANKE für deine ehrlichen Worte „gredifire“ (also gradeheraus und umgeschönt!)
    Ich weiss schon, warum ich hier so gerne mitlese…… ;oD
    Drüüücker und herzlichste Grüsse!
    PS: Bin übrigens wieder da. Geht einfach nicht ohne Wortakrobatik.

    Gefällt mir

    1. Frau Hummel!!!! Wie schön, du bist wieder da! ❤

      Ich muss ja gestehen, dass ich zwischendurch eine recht extrovertierte Phase hatte – für meine Verhältnisse. *g* also ich war nie eine Rampensau, aber ich bin gerne und immer shoppen gegangen, am Wochenende war weggehen angesagt und Konzerte o.ä. fand ich toll – Sachen, die man halt so macht. Aber Ende der Zwanziger kippte da wieder total um und ich war so introvertiert wie in der Grundschule. Pfft. Da habe ich schon extrem mit mir gehadert, weil man sich mit der Art halt auch öfter mal im Weg steht und sich inmitten von Extros auch "fehl am Platz" fühlt. Aber mittlerweile denke ich mir auch, dass ich zu alt für diesen Mist bin und mich nicht krampfhaft anpassen muss – ich erwarte ja auch von anderen nicht, dass sie sich meinetwegen verbiegen und es ist ja auch nicht nötig, alles zusammen zu machen. Und wenn einer lieber Party macht, dann soll er das tun – ich will nicht mitgehen und wünsche ihm viel Spaß. *g* Aber dafür möchte ich mir dann eben nicht unterjubeln lassen, dass ich "nicht normal bin", weil mir das keinen Spaß macht. Da werde ich dann biestig.

      Hm… ich überlege gerade, warum ich schreiben "muss" (und das muss ich wirklich)… ich kann's dir nicht sagen. Aber die Schriftform ist einfach meine Ausdrucksform und da bin ich besser als in vielen anderen Dingen, die ich tue und es spielt sicher auch mit rein, dass ich im eigenen Blog (fast) schalten und walten kann, wie ich will (private Dinge, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind, mal ausgenommen). 😉

      So, und jetzt schaue ich mal bei dir vorbei. Bis gleich! 😉

      Gefällt mir

  8. Wieder was gelernt 🙂 Früher mal, da war ich auch introvertiert und fühlte mich irgendwie „falsch“. Heute zähle ich vermutlich eher zu den extrovertierten Menschen, aber introvertierte Phasen habe ich auch. Und wer dann mit solchen Sprüchen wie oben kommt, der sollte sich warm anziehen. Das mag mancher als sozial inkompatibel bezeichnen – soll er gern. Mir ist`s egal.
    Liebe Grüße
    Fran

    Gefällt mir

    1. *g* Also eigentlich stecke ich diese Sprüche mittlerweile weg, ohne darauf zu reagieren. Aber an einem falschen Tag in einem ganz falschen Moment… *hüstel* … da kann ich dann doch explodieren. Was darauf hindeutet, dass ich die Sprüche wohl doch nicht so einfach wegstecke. 😉

      Ich war früher krankhaft schüchtern. Meine Grundschulzeugnisse sprechen eine klare Sprache – ich habe nämlich in der Schule meine Sprache verloren. Nun ja. Dafür blogge ich jetzt. Die Worte müssen halt anderweitig raus. 😎

      Lieben Gruß!

      Gefällt mir

  9. Ich hätte nie gedacht, dass du introvertiert bist, liebe Anna! So redselig, wie du hier auf dem Blog rüberkommst!
    Ich finde es eigentlich nicht (mehr) schlimm, introvertiert zu sein. Klar, manchmal ist man frustriert, weil diejenigen, die lauter schreien die besseren Jobs, mehr Freunde und eventuell auch die hübscheren Männer abbekommen. Aber ganz ehrlich: Wenn ein Mensch nicht bereit ist, zweimal hinzuschauen und mir noch eine Chance zu geben, dann passt es zwischen uns vermutlich sowieso nicht.
    Früher, als Kind und Jugendliche, war ich nicht nicht nur introvertiert, ich war krankhaft schüchtern. Das war nicht so lustig. Aber ich habe mich zum Glück doch etwas weiterentwickelt seitdem. Ich finde es ist ein großer Unterschied zwischen „Ich schweige zu dem Thema, weil mir nichts dazu einfällt“ und „Ich würde ja so gerne etwas dazu sagen, aber ich trau mich nicht“. Im ersteren Fall ist alles in Ordnung!

    Gefällt mir

  10. Ach ja, noch was: Ich finde auch (wie die Bahnwärterin), dass das mit dem Planen nicht unbedingt in diese Reihe gehört. Ich bin absolut unspontan und möchte Termine eine gewisse Zeit vorher wissen, damit ich mich „darauf einstellen kann“. Dafür bin ich aber auch zuverlässig, was das Einhalten der Termine angeht und kann es nicht ausstehen, wenn andere Leute kurzfristig absagen. Und ich kenne noch andere introvertierte Menschen, denen es mit den Terminen genauso geht.

    Gefällt mir

    1. Ja, ja… das ist die übliche Reaktion… 😉

      Ich habe lange und hart daran gearbeitet, mir eine Alltagsmaske zurechtzubasteln (nicht nur die Introversion betreffend, aber die auch) und diese Maske ist wohl offenbar sehr überzeugend. Mit dem Resultat, dass ich dann halt oft als arrogant gelte – weil ich ja eben nicht introvertiert wirke – oder mich selbst wie ein Schauspieler fühle, der dauerhaft in (s)einem (eigenen) Theaterstück mitspielt. Wie man’s macht, isses verkehrt.

      Und stimmt, es ist ein großer Unterschied, ob man schweigt, weil es einem die Sprache verschlägt oder ob man einfach nichts zu sagen hat. Manchmal ist es (bei mir) aber auch eine Mischung aus beidem – ich halte das, was ich zu sagen habe, für nicht wichtig genug und darum sage ich nichts. Und blogge halt. Hier drücke ich dem Leser ja nichts aufs Auge, denn wem es hier nicht gefällt, der schaut eben nicht mehr vorbei.

      @Termine: So ging es mir zuerst auch. Ich habe Vorbereitungszeit gebraucht und war absolut unspontan, also habe ich Termine gemacht. Währendessen habe ich allerdings Blut und Wasser geschwitzt, den Teufel an die Wand gemalt und war – bis der Termin dann anstand – fix und fertig mit mir und der Welt. Darum mache ich jetzt so viel wie möglich spontan. Ich werde dann einfach von mir selbst und der Situation überrumpelt, habe keine Zeit zum Grübeln und hinterher wird es oft sehr viel besser, als ich das erwartet habe. Darum: keine Termine mehr für mich, Spontaneität funktioniert für mich erstaunlicherweise echt besser. 😉

      Gefällt mir

  11. Schöner Artikel Anna, glaube das sich viele in deinen Worten wieder finden. 🙂
    Selbst bin ich nicht so, aber ich konnte mich beim lesen wirklich hineinfühlen in deine Gedanken ❤

    Hab ich schon gesagt das es cool ist das der Sommer vorbei ist und du wieder bloggst 🙂 ,lg

    Gefällt mir

    1. Danke dir. ❤ Und ja, in diesen Worten scheine sich wirklich viele wiederzufinden – erstaunt mich gerade selbst, dass der Post bereits SO oft gelesen wurde. 😉

      Lieben Gruß!

      Gefällt mir

  12. Toller Post liebe Anna,

    ich bin zwiegespalten. Eigentlich bin ich ein extrovertierter Mensch. Manchmal gehe ich mir damit selbst auf die Nerven. Denn eigentlich mag ich mich ganz gern mal zurückziehen. Aber das geht irgendwie nicht. Von daher kann ich es gut verstehen, wenn nicht jeder Mensch gleich euphorisch ist, wenn er mir begegnet.

    Elendig lange Termine im Voraus mag ich eigentlich auch nicht. Anscheinend geht das heute nicht mehr anders. Das ist sehr schade. Die Menschen sind einfach „verplant“.

    Liebe Grüße Sabine

    Gefällt mir

    1. Die perfekte Mischung aus beidem wäre ideal. leichter zur Ruhe kommen zu können oder eben gerne und öfter mal die Zurückgezogenheit verlassen. Schade, dass man seine Persönlichkeitsanteile nicht so einfach wie eine Backmischung zusammenwerfen kann. 😉

      Die Verplantheit geht ja schon in der Schule (oder sogar im Kindergarten!) los….

      Lieben Gruß!

      Gefällt mir

  13. Hm keine Ahnung, aber ich habe gewisse Dinge aufs Alter geschoben. Isses das jetzt vielleicht gar nicht? Ich beschäftige mich liebend gern in Ruhe, stundenlang, ohne jemanden um mich rum. Da kommt das bloggen mir sehr entgegen. Ich hab tatsächlich auch oft keine Lust mehr auf die ausgemachten Termine, wenn sue dann da sind. Ich bin manchmal lieber allein mit mir, als in anstrengender Gesellschaft. Wenn ich von der Arbeit komme, will ich Ruhe und selten quatschen. Okay ich sitz an der Anmeldung in der Praxis;) . Ich hasse telefonieren. Mach ich privat fast gar nicht mehr, aber online antworte ich zügig.
    Rausgehen? immer? in der Freizeit? puh nee.
    Toller Text Anna. Ich finde ja immer jeder wie er Lust hat. 🙂
    Liebe Grüße Tina

    Gefällt mir

    1. *gnihihihi* Aufs Alter kann ich das leider nicht schieben, da hätte ich ja schon in der Grundschule mit anfangen müssen. 😛

      Dass du nach der Arbeit deine Ruhe haben willst, kann ich voll und ganz nachvollziehen. Dass ich hingegen erst als Friseurin und dann als Arzthelferin gearbeitet habe, kann ich nicht mehr nachvollziehen. Was hat mich da nur geritten?

      Lieben Gruß!

      Gefällt mir

  14. Ich glaube bei mir ist dss zum Glück sehr ausgewogen. Als Vorgesetzte muss ich natürlich hin und wieder ran, wenns eskaliert. Da ist dann entschiedenes Auftreten, geradliniges Handeln und Führungsstärke gefragt. Ich bin ein recht offener, freundlicher und hilfsbereiter Mensch. Addizman das zu meinen Führungsfähigkeiten… Perfekt. Damit geht fast alles durch, weil mein Verhalten nicht aggressiv ist, sondern kollegial. Trotzdem bin ich zwischenzeitlich gern allein, muss nicht reden, nur damit die Luft scheppert. Es entspannt mich nichts mit anderen zu planen und mir nichts vorzunehmen, was Außenwirkung hat. Ich hab Feierabend. Und bin foh, dass nichts ansteht, die nächsten 2,5 Tage und ich tun kann, was ich mag.
    LG Sunny

    Gefällt mir

  15. Ein wirklich sehr guter Beitrag. Teilweise erkenne ich mich, arrogant habe ich auch schon öfter gehört. Wobei es – je älter ich werde – einfacher für mich geworden ist. Die Schüchternheit etwas hat abgenommen.
    Ich glaube, dass liegt auch daran, das es mir mittlerweile meistens ziemlich egal ist, was andere von mir denken.
    Liebe Grüße
    Juniwelt
    P.S. Du bist genau so richtig wie du bist!!!

    Gefällt mir

    1. Danke dir! ❤ Und da sprichst du wahre Worte – mir geht es auch so. Je älter ich werde, desto weniger jucken mich manche Dinge. Und wenn ich eh gerne mal als arrogant abgestempelt werde, dann kann ich mich (wenn ich Lust drauf habe und die Situation einfach danch schreit) auch so geben. Kommt aber selten bewusst vor. 😉

      Lieben Gruß!

      Gefällt 1 Person

  16. Liebe Anna, die Ferien sind vorbei hier in Bayern und endlich komme ich wieder mal dazu, bei Dir zu lesen und zu kommentieren!
    Und dann gleich so ein toller Post! Ich habe mich darin sehr oft wieder erkannt, nicht nur mich selber, auch meine Familie. Ich glaube, wir sind eine echte „Intro-Familie“ und stossen ganz oft auf Unverständnis, weil wir gerne unter uns sind und sogar die Kinder große Menschenmengen und laute Veranstaltungen meiden. Und das hier im bierzeltlastigen Bayern!
    Das Witzige ist, dass ich erstmal sehr extrovertiert wirke, weil ich (meist) freundlich bin und viel lache. Da wundern sich viele dann umso mehr, wenn ich sage, dass ich nicht gerne mit vielen Menschen in einem Raum bin oder ähnliches. Für mich selber ist das völlig in Ordnung wie ich bin,aber mit den (pubertierenden) Kindern gibt es immer wieder Diskussionen, sie tun sich schwer, mit sich selber. Aber es ist, wie du sagst weder besser, noch schlechter introvertiert zu sein – es ist eben, wie es ist!
    Viele, liebe Grüße von Marion

    Gefällt mir

    1. Oh weh, da kann ich mir lebhaft vorstellen, dass ihr komische Blicke erntet. Und wenn ich Bilder von „eurem“ Oktoberfest (besonders aus dem Bierzelt/den Bierzelten?) sehe, dann wird mir auch ganz anders. Da bekäme mich keiner rein. 😛 Schön für euch ist allerdings, dass ihr euch als Familie gegenseitig versteht und ihr euch da nicht noch für eure Art rechtfertigen müsst. Theoretisch könn(t)en sich Intros und Extros ja gut ergänzen, aber in der Praxis ist da echt viel Toleranz nötig. Ständig.Und mein Erleben ist eigentlich, dass sich eher die Intros „anzupassen haben“, weil die Extros in der Überzahl sind und für dieses Einsiedlertum in der Regel nicht so viel Verständnis aufbringen. Und unter uns: Wenn ich sehr genervt bin und wirklich keine Lust auf Diskussionen habe, dann breche ich einen Streit vom Zaun und schon habe ich meine Ruhe. Nicht immer leicht, das… und auch nicht immer nett. Aber frau muss sich halt zu helfen wissen… 😉

      Lieben Gruß zurück! Freu mich sehr, wieder von dir zu lesen – also außerhalb von Instagram. ❤

      Gefällt mir

  17. Applaus-Appplaus-Applaus! Du sprichst mir aus der Seele, Anna!
    Auch ich gehöre zu der Intro-Truppe + hochsensibel dazu…Es gibt Tage, da muss ich mir die Decke über den Kopf ziehen wegen der Reizüberflutung von Geräuschen, Gerüchen, Informationen, Gesprächen und schlafe dann 12 Stunden durch, um die Festplatte wieder aufzuräumen. Ich glaube, für uns wurde das Bloggen erfunden: Hier können wir Kontakte mit der Außenwelt haben, ohne die manchmal kräftezehrende Anstrengung echter menschlicher Kontakte zu erleben. Ich kann das Buch „Hochsensibel durch den Tag“ von Sabine Dinkel empfehlen, weil sie darin ganz konkrete und wirklich praktikable Alltagstipps für Job und Partnerschaft gibt, ohne das übliche „wir sind die besseren Menschen“. Das geht mir nämlich total auf den Keks in allen Foren und Büchern zum Thema. Ich kann außer der großen Empathie (die mir aber manchmal zum Verhängnis wird, da ich fast körperlich mit anderen mitleide) nicht viel positives daran entdecken, ständig unter allen möglichen Außenreizen und Schüchternheit zu leiden und viel Energie aufwenden zu müssen, halbwegs eine Extro-Fassade im Job aufrechtzuerhalten.
    Welchen Satz möchte ich nicht mehr hören?: „Sei doch nicht immer so empfindlich!“ Grrr…
    Liebe Grüße,
    Annett

    Gefällt mir

    1. Danke, danke, danke! Ich werde das Buch sofort bestellen! Ein paar praktikable Tipps hätte ich ja schon gerne, denn Decke über den Kopf ziehen und den Harry-Potter-Marathon einlegen, ist ja auch nicht immer ne Lösung. *seufz*

      Und stimmt, die Hochsensibilität spielt da sicher noch mit rein – die habe ich hier gar nicht bewusst thematisiert. Denn was bringt’s? Wer nicht so gestrickt ist, versteht es einfach nicht (mich nervt es ja selbst manchmal) und dann kommen wirklich Aussagen à la „Sei doch nicht so empfindlich“. Habe sogar mal bewusst versucht, mich abzuhärten (mit härteren Filmen), aber das ging grandios in die Hose. Seither stehe ich über Sprüchen wie „Dann schau halt nur noch Biene Maja“. Na bitte. Biene Maja finde ich toll. Und Sindbad auch – aber nur die Originalserie aus den 70ern. 😛

      Und ganz ehrlich? Ich kann dem Intro-Ding auch nicht so viel Positives abgewinnen. Passt man nicht auf und kämpft ständig dagegen an, rutscht man schnell ins Intro-Loch (da muss ich gerade sehr aufpassen) und die „Eingliederung ins echte Leben“ ist noch schwerer als ohnehin schon. Setzt man sich aber ne tolle Extro-Maske auf und zeigt sich dann mal so, wie man wirklich ist, kommen entgeisterte Reaktionen à la „ich wusste ja gar nicht, dass du soooo (komisch) drauf bist“. Tja. Nicht leicht, sich da so anzunehmen, wie man ist. Und wo ich ne Bereicherung für „die (Um)Welt sein soll, wenn ich ständig mit mir selbst beschäftigt bin, weil ich ehrlich gesagt auch nicht so wirklich…

      Lieben Gruß!

      Gefällt mir

  18. Oh ja, in Sachen Planung gehts mir genau wie Dir. Das hängt aber auch mit meiner gesundheitlichen Situation zusammen. Seitdem gibts bei mir nur noch spontan. Ich mache auch nur feste Termine wenn es sich nicht vermeiden lässt. Und die stressen mich immer.

    Ich halte mich bei neuen Leuten auch immer erst zurück und beobachte. Und ja, auch von mir denken die Leute dann oft ich sei ein schüchternes Mäuschen oder eben arrogant. Aber wer mich dann besser kennenlernt ist oft überrascht 😉

    Liebe Grüße
    Bianca

    Gefällt mir

    1. Ach ist das schön. Ich fühle mich endlich mal voll verstanden! Die Bloggerei u. Social Media scheinen für introvertiertere Menschen wirklich ideal zu sein – hier laufen wir in Rudeln rum. 😛

      Dann ist es für dich ja nochmal schwerer, Termine zu machen. Bei mir ist es nun nicht so, dass ich welche mache und dann wieder absage – die, die ich mache, halte ich auch (es sei denn, es kommt wirklich was dazwischen). Aber ich stehe für langfristige Planungen (außer es ist beruflich oder mir sehr, sehr wichtig) einfach nicht mehr zur Verfügung. 😉

      Lieben Gruß!

      Gefällt mir

  19. Toll geschrieben. Beschreibt mich super … Ich lande automatisch in der „die ist ja arrogant Schublade, wenn ich auf neue Menschen treffe.“ Meine Mutter wollte mich früher auch immer von meinen Büchern weglocken, weil sie so viel draußen gespielt hat als Kind. Ich bin ein Einsiedlerkrebs. Ich brauche keine Menschen. Oder nur die, die ich lange kenne und denen ich mich nicht erklären muss. Meine Kollegen zum Beispiel. Ich könnte noch ewig weiterschreiben. aber es ist ja dein Blog. Jedenfalls Treffer versenkt.

    Gefällt mir

    1. Ach was, tu dir mal keinen Zwang an. Ich freu mich ja, dass ich endlich mal nicht das Gefühl haben muss, ein „kleiner Spinner“ zu sein. Und die Bezeichnung Einsiedlerkrebs trifft es schön auf den Punkt. 😛

      Lieben Gruß!

      Gefällt mir

  20. Der Artikel ist sehr schön (wenn das die passende Bezeichnung ist).

    Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Meiner Meinung nach ist nicht der stille, umsichtige, überlegende Mensch seltsam, sondern die Welt, die scheinbar nicht anders kann als schnell, laut, bunt, direkt…

    Du kennst sicher Herman van Veen. Hatte eigentlich das Video zum Lied gesucht, aber nur den Text gefunden:
    http://muzikum.eu/de/123-85-38449/herman-van-veen/sie-sagt-nicht-viel-songtext.html

    Gefällt mir

    1. Da stimme ich dir zu: die Welt ist seltsam. So kommt sie mir zumindest immer öfter vor. Nichtsdestotrotz müssen introvertierte Menschen nicht zwangsläufig umsichtiger oder weniger direkt sein – ich kann sehr direkt sein – aber nur, wenn ich die Menschen besser kenne. 😉

      Lieben Gruß!

      Gefällt 1 Person

  21. Holy Shit, sehr schönes Statement.^^

    Was die Wirkung auf Andere angeht, habe ich für mich festgestellt, gilt oft folgende Faustregel:

    Wenig Selbstbewusster Intro = Schüchtern
    Selbstbewusster Intro = Arrogant

    Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.

    Wobei das mit dem nicht-planen-wollen irgendwo interessant ist. Kenne ich auch von mir selbst, habe ich so aber nie irgendwie als Intro-Klischee gesehen…

    Gefällt mir

    1. Danke. 😉 An deiner Faustregel ist was dran. Würde ich direkt so unterschreiben, wenn ich meine eigene Entwicklung im Lauf der letzten Jahre betrachte. Und den vorletzten Punkt (Planung oder eben nicht) würde ich so vielleicht auch nicht noch mal in einen Intro-Post packen. Eigentlich schade. Ich dachte, ich hätte da die perfekte Erklärung für meine Planungsaversion gefunden. 😉

      Lieben Gruß!

      Gefällt mir

Kommentare sind geschlossen.