Gelesen| Neuland von Ildikó von Kürthy

Anfang des Jahres habe ich mir „Neuland“ von Ildikó von Kürhty gegönnt und die anschließende Rezension ziemlich biestig mit „Wenn Garfield eine Gazelle sein möchte“ betitelt, weil ich das Buch einfach nur dämlich fand. Tja. Würde ich so nicht noch mal schreiben. Warum? Weil die Lebenssituation, in der ich das Buch erneut gelesen habe, eine andere ist. Damals hatte ein enges Familienmitglied gerade einen Schlaganfall erlitten, der dummerweise auch noch zu spät als solcher erkannt wurde, und es stand in den Sternen, wie es danach weitergehen würde. Es waren für alle Beteiligten bescheidene Monate. Sehr bescheidene Monate. Und als hübsche Dreingabe hatte ich mir tags vor dem Schlaganfall auch noch heftig den Fuß verstaucht, vermute ich mal, hatte aufgrund der Situation allerdings weder die Zeit noch den Nerv, um zum Arzt zu humpeln, was rückblickend betrachtet sicher eine eher blöde Entscheidung war. Aber shit happens. Merke: Über Pseudoproblemchen [„Meine Haare sitzen nicht, mimimi…“, „Meine Ü40er-Oberschenkel sehen so Ü40 aus“, „Ich wäre ja lieber Usain Bolt als Garfield – fressen möchte ich aber weiterhin wie Bud Spencer“ oder „Wie kann ich zum ätherisch-erleuchteten Elfchen werde, ohne was an mir zu verändern?“] liest es sich halt besser in Situationen, die nicht von echten Problemen überschattet werden. Das sagte sogar die Autorin selbst und zwar am 16.02.16 bei Thadeusz [Klick zur Talkshow]:

„So einen Selbstoptimierungsparcours, wie ich ihn gemacht habe, den kann man sich ja nur leisten, wenn man keine existenziellen Nöte auszustehen hat. Wenn man selbst oder Geliebte schwer erkrankt sind oder man nicht weiß, wovon man leben soll, dann braucht man sich das Buch nicht zu kaufen. Das wäre dann zynisch.“  [Min. 19:23].

Wahre Worte, die ich bestätigen kann. Es liegt also an euch, ob ihr bereit für dieses Buch seid oder nicht, das war mir vor dem ersten Lesen allerdings nicht klar. Das erklärt aber mit Blick auf die Rezensionen auch, warum „Neuland“ so dermaßen polarisiert. Also: Wenn ihr gerade keine echten Probleme habt und es euch gelingt, das Weltgeschehen mal für einen Moment auszublenden und ihr noch ein recht kurzweiliges Buch für den Sommerurlaub sucht, dann begleitet einfach Ildikó von Kürthy auf ihrem Weg der sehr speziellen Selbstverwirklichung.

„Kommt da noch was, oder war es das jetzt? Das Begleitbuch für alle, die Sehnsucht haben, aber nicht genau wissen, wonach. Die Hälfte des Lebens ist vorbei, und es ist noch nicht zu spät. Aber wofür eigentlich: Selbstverwirklichung, Gelassenheit, Idealgewicht? Ist jetzt die Zeit für einen Neuanfang, für ein großes, vielleicht letztes Abenteuer? Oder doch nur für eine Probestunde Pilates und einen anderen Nagellack? […] Neuland ist ein einzigartiger Selbstversuch, bewegend und komisch. Ein Mutmacher für alle, die ihr Leben verändern wollen. Und ein Versprechen: Nachher ist nichts mehr so, wie es mal war.“ (Klappentext)

Ich habe Tränen gelacht, immer wieder mit dem Kopf genickt, weil sie mir aus der Seele schreibt, fühlte mich das eine oder andere Mal böse ertappt und habe eine Passage nach der nächsten mit Klebezetteln markiert, um sie hier zu verbloggen – bis mir auffiel, dass ich dann fast ein Dreiviertel des Buches hätte abtippen können, was natürlich nicht im Sinne der Autorin wäre. Darum hier eine sehr subjektive Auswahl meiner Lieblingspassagen, die morgen schon wieder anders aussehen könnte.

Neuland – ein paar Einblicke

Über das kurzfristige Ergrauen zu Recherchezwecken: Grau zu werden ist nicht nur eine Frage der Farbe. Es ist eine Frage der Haltung, der Persönlichkeit, und es ist ein ziemlich schwerer Abschied davon, jünger auszusehen, als man ist, so als gäbe es eine unaussgeprochene Verpflichtung, jünger auszusehen, als man ist. Nicht färben ist ein bisschen wie nicht trinken, wie nicht abnehmen wollen oder nicht bei Facebook sein. die einen reagieren mit Mitleid, die anderen mit Bewunderung – irritiert sind alle. Denn wer aus der Reihe tanzt, führt allen anderen allzu deutlich vor Augen, dass sie in der Reihe tanzen. Und das mögen Leute nicht, sich sich als Individuen sehen und auf keinen Fall normal sein wollen. (S.86)

Über das Entschlacken und die Idee, sich neu zu erfinden: „In der Werbung für den Lanserhof heißt es: „Hier können Sie sich neu erfinden“. Ein wohlklingender Quatsch, an den ich hatte glauben wollen. Verreisen, entschlacken und dann im Gepäck ein neues Ich mitbringen wie ein hübsches Souvenir? Man kann sich nicht selbst hinter sich lassen. Dein Ego trottet dir hinterher wie ein getreuer Köter, der sich selbst mit gezielten Tritten und bösen Beschimpfungen nicht abschütteln lässt. Niemand kann so tun, als hätte es ihn bisher noch nicht gegeben. Du kannst fasten, meditieren oder einen Ponyhof in Patagonien eröffnen: Von sich selbst kann sich keiner trennen. (S.125)

Über unzufriedene Frauen ab 42 [denn eine Studie besagt, dass in Deutschland das Alter, in dem die Unzufriedenheit am größten ist, bei 42 liegt]: Die unzufriedene Frau über vierzig ist eine tickende Zeitbombe. Sechs Millionen alleine in Deutschland. Und sie haben eine verheerende Sprengkraft. […] Unberechendbar und nicht zu entschärfen. Fürchtet euch, fürchtet euch fürchterlich, denn sechs Millionen deutsche Frauen zwischen vierzig und neunundvierzig warten nur darauf, ihr Leben zu verändern. In tosendem Aktionismus und wüster Lust auf Selbsterkenntnis werden an und für sich solide Beziehungen mehrmals täglich angezweifelt und unbescholtene Ehemänner, die sich in zwanzig Jahren kein winziges bisschen verändert haben, als emotional verkrüppelte Nähedilettanten gebrandmarkt. Zumba-Kurse werden gebucht und letzte Eizellen mobilisiert. Freche Intimfrisuren werden ausprobiert, und auf dem Kopf dürfen es Strähnchen sein oder, wenn das Bedürfnis nach Erkenntniserweiterung besonders intensiv ausfällt, auch mal ein gewagtes Orangerot. Denn jetzt ist die Zeit, in der noch einmal, ein letztes Mal, alles möglich ist. Oder möglich scheint.[…] Aber das fatale Wort noch spielt dabei eine immer größere Rolle. Und damit gleichzeitig die bange Frage: wie lange noch? (S.162)

Über Rückfälle und Selbstbetrug bei der zuckerfreien Ernährung: Aber interessanter als diese wenigen Entgleisungen sind die Möglichkeiten, die ich fand, mich selbst glaubwürdig zu betrügen. Denn über diverse Schleichwege – Honig,Reissirup, brauner Zucker, Stevia – gelang es mir, meinen ursprünglichen Zuckerkonsum in beachtlichem Ausmaß aufrechtzuerhalten, gleichzeitig aber meinem Vorsatz kein weißer Zucker zu entsprechen. Und wenn ich abends diese wunderbare, cremige, vegane, glutenfreie und ausschließlich mit Rohrzucker gesüßtes Schokolade esse, bilde ich mir durchaus ein, etwas für meine Gesundheit zu tun. Und ein nur mit Honig gesüßter Erdnuss-Krokant-Riegel ist ja im Grunde genommen fast dasselbe wie Obst. (S. 205)

Über Genuss, Mittelwege und Mäßigung und über ein Leben in Leichenstarre: Ich will nicht bei lebendigem Leib in Leichenstarre verfallen und, wie mein Journalistenschullehrer Wolf Schneider in seinem Buch Glück schreibt, jenes unfrohe Dasein führen, das „zwangsläufig die Folge ist, wenn man jede Stunde des Lebens in den Dienst der möglichst langen Vermeidung des Todes stellt.“ […] In seinem Buch Warum es sich zu leben lohnt schreibt der österreichische Philosoph Rober Pfaller: „Dem Tod gegenüber gelassen zu sein, ist eine entscheidene Voraussetzung, um überhaupt zu leben. Jene Biopolitiken hingegen, die gegenwärtig unter dem Vorwand, das Leben zu schützen, jeglichen Genuss als gesundheitsschädlich dämonisierem und verbieten, machen schon dieses Leben selbst zum Tod, zu einer Art von vorzeitiger Leichenstarre… Dann haben wir aus lauter Angst vor dem Tod schon das Leben preisgegeben.“ (S. 314)

Über Food-Terroristen und warum das Essen einer Käsestulle einem suizidalen Akt gleichkommt: Wie konnte ich nur so eine Food-Terroristin werden? Ein Nischen-Esser der übelsten Sorte, ein Schrecken der Kellner, ein Spaßverderber bei jeder Essenseinladung und definitiv nicht mehr die verfressene und versoffene Frohnatur, die mein Mann mal geheiratet hat. […] Jetzt bin ich immer ausgeschlafen, sehe leichter und jünger aus und habe wahrscheinlich auch bessere Blutfettwerte, aber es würde mich nicht wundern, wenn er mich demnächst wegen einer runzligen Dicken mit gesundem Appetit verlassen würde. Gut, dass man Mann nicht so intolerant ist wie mein Darm. Wobei, glaube ich, im Grunde seines Herzens mein Darm ein ausgesprochen verträgliches Organ ist. Und wenn man nicht krank ist, sollte man nicht so essen, als sei man krank. Ich will mich nicht länger wie ein Ernährungs-Irre aufführen, nur weil irgendein fragwürdiger Bluttest mir Unverträglichkeiten attestiert, von denen ich bis dahin nicht mal was gemerkt hatte. Ich will wieder essen, statt mich zu ernähren! […] Und die Zufriedenheit, die ich neulich empfand, als ich heimlich zum Frühstück statt Hirsebrei mit Reismilch ein Dinkelbrot (Guten!) mit Butter (Laktose!), frischem Gouda (noch mehr Laktose!) und Gurken (unbedenlich) aß, kann nur gesund sein – auch wenn diese Mahlzeit laut meinem Testergebnis einem suizidalen Akt gleichkam. Gluten ist das neue Böse, vegan ist das neue Gute […].

Über falsche Vorstellungen, Einsichten und Quälgeister namens Waage: Alles eine Frage der Wahrnehmung und der Einstellung: Wer aufhört, sich mit Kate Moss zu vergleichen, verliert augenglicklich ein paar Kilo – eine ausgeklügelte Diät ganz ohne Jo-Jo-Effekt. Es ist sehr erleichternd, sich von Vorstellungen zu befreien, die man sein halbes Leben mit sich herumschleppt und bei denen man vergessen hat, sie regelmäßig auf ihre Tauglichkeit hin zu überprüfen. […] Mir sind mittlerweile Menschen suspekt, denen ich auf den ersten Blick ansehe, dass sie einen Großteil ihrer Zeit mit dem Training ihrer Oberarme verbringen; ich interessiere mich nicht für Männer mit Waschbrettbauch, und ich habe überhaupt nichts gegen Frauen, denen man ansieht, dass sie zwei Kinder geboren und immer mal wieder einen Kaisermarren zu verstoffwechseln hatten. Ich brauche keine harten Bauchmuskeln, und wie definiert meine Oberarme sein müssen, ist eine Frage der Definition. Ich brauche kein Idealgewicht, mir reicht normal. Wie Heidi Klum auszusehen ist ein Beruf. Alles andere ist ein Hobby. Und ich habe schon einen Beruf. […] Man muss das eigene Gewicht mit Leichtigkeit zu nehmen wissen, und man darf sich auf keinen Fall von der eigenen Waage auf der Nase herumtanzen lassen. (S. 370)

Neuland – mein Fazit

Ist das ein Buch, welches frau gelesen haben muss? Nein. Natürlich nicht. Denn die Aussage, dass sich von Kürthy wie Bridget Jones auf dem Selbstfindungstrip anhört, erhalte ich weiterhin aufrecht. Aber Spaß macht’s trotzdem. Ildikó von Kürthy bringt die Dinge in Neuland gewohnt scharfzüngig auf den Punkt, schreibt sich gnadenlos durch alle Lebensbereiche und schont dabei weder sich noch andere. Das tut manchmal weh, weil sie einem schonungslos den Spiegel vorhält und der Rowohlt Verlag schreibt dazu:

„Neuland gibt ehrliche Antworten von der Sorte, wie man sie nur einer besonders guten Freundin verzeiht.“

Stimmt. Aber zum Ausgleich gibt’s auch genug zum Lachen und einiges zum Nachdenken. Und es ist ja auch nie verkehrt, sich gelegentlich selbst zu hinterfragen und genau dazu regt von Kürthy an. Mag sein, dass diese Schreibe jemandem, der eher weichgespült unterwegs ist und keinen Spaß daran hat, Absurditäten mit spitzer Feder aufzuspießen, wie ein einziger Lästerfeldzug vorkommt. Doch selbst wenn, dann ist von Kürthy die eloquenteste Lästerschwester, die mir je untergekommen ist. Absolute Leseempfehlung von mir für Neuland – mit o.g. Einschränkungen.

NeulandCollage
So viele Klebezettelchen sind die höchste Buch-Auszeichnung, die ich zu vergeben habe. 😉

 

[Beitragsbild: erstellt mit Canva u. privat]

16 Kommentare zu „Gelesen| Neuland von Ildikó von Kürthy

  1. Puh, das war jetzt ganz schön viel Lesestoff. Ich habe immer noch nix von ihr gelesen. Wobei mich folgendes Zitat:
    „Denn wer aus der Reihe tanzt, führt allen anderen allzu deutlich vor Augen, dass sie in der Reihe tanzen. Und das mögen Leute nicht, sich sich als Individuen sehen und auf keinen Fall normal sein wollen.“
    wirklich amüsiert hat, weil es in ganz wenigen Worten eine grundlegende Wahrheit sagt, die wir uns wohl alle jeden Morgen vor dem Aufstehen durchlesen sollten. Vielleicht bleibt sie ja nach 21 Tagen hängen 😉
    Die Sache mit der Selbstfindung hatte ich heute bereits mit einer Kollegin am Wickel. Männer sind da wirklich anders. Und – haut mich bitte nicht – ganz oft viel entspannter. Da dürfen wir uns noch die eine oder andere Masche zur Selbstoptimierung abgucken.
    Liebe Grüße
    Fran

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    1. Doch. Hast du. Du hast in diesem Post was von ihr gelesen. *g* Sogar ziemlich viel. Und ich habe sogar noch einige Passagen rausgenommen, bzw. eine in einen anderen Post geschoben. 😛

      Da hast du dir ein schönes Zitat rausgepickt, das mag ich auch besonders gerne. Und genau dafür bewundere ich die Autorin auch: Dinge (oder grundlegende Wahrheiten wie diese) mit wenigen Worten so auf den Punkt bringen – Chapeau!

      Ich hau dich nicht, Wie käme ich dazu? Ich sehe es ja ähnlich. Mit diesem Selbstfindungsding fängst du eher Frauen. Und ich habe auch noch keinen Mann gelesen, der zu Magazinen wie „Happinez“, „Flow“ oder ähnlich gelagerten Heften greift. Na doch… höchstens meiner, weil die hier rumliegen und dann schaut er sehr skeptisch und legt sie schnell wieder zur Seite. 😎

      Lieben Gruß zurück!

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  2. Ich bin auch immer wieder überrascht, dass dieses „zu sich finden“ wohl ein überwiegendes Frauenproblem ist. Oder Männer reden vielleicht einfach nicht drüber. Aber nein, ich denke, es ist ein deutliches (!) Frauenproblem. Ich bin jetzt 47 und mitten in einer Krise und gehöre daher wohl eindeutig in diese Gruppe der Findungswütigen. 😉

    Bei manchen der vorgestellten Passagen musste ich gerade wirklich schmunzeln und habe mich sofort wiedererkannt, andere haben mich genervt. Ich habe früher schon verschiedene Romane der Autorin gelesen, die haben mir auch meistens gut gefallen. Aber ich glaube, dieses Buch ist nichts für mich und wenn ich es hätte, würde ich es wohl „quer“ lesen, also einige Passagen überspringen. Ich finde den Scheibstiel ziemlich überspitzt und für eine Weile kann ich das ertragen, aber nicht längere Zeit.

    Doch danke, dass du das Buch hier so ausführlich vorgestellt hast.

    Liebe Grüße und einen schönen Abend
    Sabine

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    1. Ich gehöre auch zu dieser Gruppe, darum hat mich das Buch ja angesprochen. Allerdings werde ich wohl zeitlebens zu dieser Gruppe gehören, zumindest fing das Schon mit Mitte 20 an und ich glaube, das geht solange weiter, wie ich denken kann. *g*

      Bei mir ist es genau andersrum. Die Romane haben mich eher genervt (Ausnahme „Endlich“) und dieses Buch mag ich wesentlich lieber. Was einfach daran liegt, dass sie beim Schreiben ja gerne vom Hölzchen aufs Stöckchen kommt und das für den Fortlauf der Story echt nervig ist. Hier schreibt sie wie gewohnt und macht auch zig Gedankensprünge, aber da es keinen wirklichen roten Faden gibt, macht es auch überhaupt nichts, dass sie mit den Gedanken ständig abschweift. Dennoch ist es manchmal hart, dass sie einem so den Spiegel vorhält, weil da halt nichts Versöhnliches mitschwingt und abhängig von der Stimmung kann das Buch daher auch ein bisschen desillusionierend sein. Muss man mögen und mit umgehen können und wollen.

      Lieben Gruß!

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  3. Ich hab grade sehr geschmunzelt… denn ich hab mich ja auch mit knapp 42 (eigentlich 41) von meinem damaligen Mann getrennt…. also voll ins Schwarze getroffen. Und auch sonst… sie ist eine kluge Frau! Und ich mag ihre Schreibweise. Ob ich das Buch kaufe? Ich weiß noch nicht… mal sehen… Wäre ja fast ein Verstoß gegen meine eigene Richtlinie, jemals Ratgeberbücher zu kaufen.. hihi.. Danke jedenfalls für die erneute Rezension 😉

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    1. Ein Ratgeber ist das nicht (ich habe schon sehr viele gelesen und die sind ganz anders 😎 ). Ein Roman ist es aber auch nicht. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, worunter man dieses Buch einordnen soll – liest sich eher wie ein zwischen die Buchdeckel gepresstes Blog. Und jep, sie trifft oft ins Schwarze und ist definitiv eine kluge Frau. Vielleicht gibt es deshalb Rezensionen, in denen moniert wird, dass sie klug ist und scheiben kann und dann wieder „nur“ so ein Buch raushaut, also unter ihren Möglichkeiten bleibt. Hm. Spaß macht’s trotzdem, aber die Taschenbuchausgabe reicht, glaube ich, auch. 😉

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  4. Also, nun weiß ich nicht, ob ich das Buch wirklich noch lesen werde…
    Danke für die erneute und mutige Rezension. Finde ich sehr beeindruckend, dass Du so reflektiert ein zweites Mal drangegangen bist.
    Ich habe auch die TalkShow angesehen im Video. Frau von Kürthy ist ja wirklich eine sympathische und ehrliche Autorin. Bisher kannte ich nur die Brigitte Kolumnen von ihr.
    Aber ich persönlich bin einfach inzwischen zu alt für dieses Buch und in einer anderen Lebensphase mit anderen Themen.
    Vor 25 Jahren mit Anfang 40 habe ich beruflich viele Seminare mit und für Frauen gehalten, die genau diese Themen hatten. Viele Frauen haben Dinge in dieser Zeit gemacht, die ihr ganzes Leben – meist sehr positiv – verändert haben. Ich selbst habe da auch nochmals einige Weichen neu gestellt für mein Leben.
    Zwischen 40 und 50 ist die Zeit eines Frauenlebens, die meiner Meinung nach – auch aus der Rückschau – , am kraftvollsten sein kann.
    Da sind so viele Dinge (noch) möglich und denkbar, dass es einfach eine wunderbare und sehr interessante Zeit sein kann. Auch gerade mit und trotz Krisen.
    „Selbstoptimierung“ hätte es damals wohl niemand genannt, das ist ein Ausdruck der momentanen Zeit.
    So wie Fran schreibt, dass Männer da oft entspannter sind und Frauen sich was abschauen könnten, finde ich einen interessanten Aspekt. Würde mal eine Vertiefung lohnen.
    Liebe Grüße von Sieglinde

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    1. Und genau darum habe ich erwähnt, dass ich noch eine Rezension schreibe. Weil ich mir bei dir überhaupt nicht vorstellen kann, dass das Buch was für dich ist. 😉

      Die Zielgruppe können eigentlich nur Frauen sein, die noch nicht in dem Alter sind, aber gerne über dieses und jenes hadern oder Frauen, die mitten in ihrer Selbstfindungsphase stecken. Und das auch nur, wenn sie mit dem Schreibstil und der Herangehensweise was anfangen können. Alle anderen dürften von dem Buch hochgradig genervt sein oder es schlicht nach ein paar Seiten beiseite legen. Und ich danke dir für deinen Kommentar, denn der widerspricht – zum Glück! – ein bisschen dem, was sie im Buch schreibt. Ich denke auch, dass frau in der Zeit einige Weichen stellen kann (manchmal auch stellen muss) und dass da durchaus einiges durcheinandergewirbelt werden kann. Der Tenor in von kürthys Buch ist eher „alles Schwachsinn, Veränderungen sind eh unmöglich und Frauen in dieser Lebensphase sind ein bisschen spinnert“ (was ja manchmal durchaus so rüberkommen kann). Aber da kommt für mich dann eben wieder raus, dass sie das alles aus einer sehr priveligierten Stellung schreibt (toller Job, der ihr Spaß macht und für mehr als das nötige Einkommen sorgt, gesunde Familie, Mann, der ihr den Rücken freihält, wenn sie jobmäßig abtaucht, um zu recherchieren) und das ist eben nicht unbedingt der Normalzustand. Von daher betrachte ich das Buch als nette Unterhaltung und hatte durchaus meinen Spaß damit (im zweiten Anlauf), aber letztendlich liegen die Lebensrealität von Frau von Kürthy und mir doch sehr weit auseinander. Also werde ich weiterhin versuchen, einige Weichen zu stellen – in realistischem Maß und nicht mit der Vorgabe, dass ich die neue J.K.Rowling werden möchte. 😛

      Danke dir herzlich für deinen Kommentar! 😉

      Lieben Gruß!

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  5. Ich lese gerade mein erstes Buch von der von Kürthy (Sternschanze) und auch wenn es stellenweise witzig und spannend ist, so habe ich doch manchmal Schwierigkeiten, mich da weiter durchzukämpfen. Immer wieder geht es um den Gegensatz: Fress-Sauf-Genießerleben vs. Salatknabber-Tussi-Leben, so als gäbe es a) keinen Mittelweg und b) kein anderes Thema. Ich schätze, dass diese Thematik in „Neuland“ noch stärker vertreten sein wird, also werde ich das wohl nicht lesen.
    Hihi, das mit der 42 finde ich jetzt witzig: So alt muss die Ex von meinem Freund gewesen sein, als sie ihm abgehauen ist. Bin gespannt, ob ich das dann auch mache… 😀

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    1. Muss dir sagen, dass ich die Romane von ihr schwierig finde. Ich habe „Mondscheintarif“ (gar nicht meins), „Endlich“ (hat mir mit Abstrichen am besten gefallen) und „Sternschanze“ (okay) gelesen und finde „Neuland“ am besten, WEIL sie in meinen Augen einfach nicht die Geschichtenerzählerin ist, aber klasse schreibt und interessante Gedankengänge hat. Letztendlich liest sich „Neuland“ wie ein Mischung ihrer Romane und Kolumen,nur eben ohne roten Faden und ohne Story und das ist gut – eigentlich sogar besser so – weil ihre Storys ja eher… na ja… irgendwie keine richtigen Storys sind? 😛 Sache ist aber auch: Kennste ein Buch von ihr, kennste alle, weil die Figuren immer über ähnliches Zeug schwadronieren und einfach sehr viel von Kürthy in jeder ihrer Hauptfiguren steckt. Von daher ist mir „Neuland“ das liebste Buch, weil es gar nicht versucht, ein Roman zu sein und dadurch gewinnt es in meinen Augen. 😉

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      1. Und bei mir ist es gerade anders herum. Ich kenne ihre Kollumnen nicht, dafür ihre Bücher. Zumindest die reinen Romane. Ich habe sie sehr gerne gelesen. Einfach unterhalten werden und wenn möglich mit Happy End. Ihre „Erfahrungsbücher“ möchte ich nicht lesen. Die lese ich sowieso sehr selten, wenn ich mal richtig überlege fällt mir spontan auch nur Waris Dirie ein.
        Und Mondscheintarif, diese Missverständnisse von Cora, ich fand sie so menschlich. Hast du den Film gesehen? Mit Musik von unter anderem Reamon? Einer der wenigen Filme die mit dem Buch bestehen können.

        Und ja, bei vielen Autoren ist es so, kennst du eines, kennst du alle. Und gerade deshalb liebe ich diese Autoren. Es ist so vorhersehbar. Das sind meist meine „Herz-Schmerz-Bücher“. Wenn ich dringend ein Happy End brauche. Wirklich dringend …. dann lese ich mir bekannte Autoren die nicht aus ihren Muster ausbrechen. Und so sind alle am Ende zufrieden 🙂

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        1. „Kennst du eines, kennst du alle“ war auch nicht so abwertend gemeint, wie es mir beim Lesen gerade selbst vorkommt. Ich wäre ja bescheuert, wenn ich mir ein von Kürthy- Buch nach dem nächsten kaufe, obwohl ich sie blöd finde. Das ist schon Mäkeln auf hohem Niveau. 😉 Ich bin total enttäuscht, wenn meine liebste Schmonzettenschreiberin (so wie G. Engelmann in ihrem aktuellen Roman) plötzlich versucht, andere Wege zu gehen. Das ist so, als… als würde uns Rosamunde Pilcher das Happy End verweigern und ich mag es nicht. 😛

          Wie du sagst: Einfach unterhalten werden und das (zwingend!) mit Happy End. Dafür gibt’s hier meine Apotheke für die Seele, die mit Büchern und DVDs bestückt ist, die ich mir wieder und wieder reinziehe. Brauche da keinen komplizierten und schwer verdaulichen Stoff, kompliziert und schwer verdaulich bin ich an diesen Tagen selbst.

          Mondscheintarif habe ich tatsächlich noch gar nicht gesehen. *blush* Ich wusste nicht mal, dass das Buch verfilmt wurde. Die Bildungslücke werde ich mal schließen. 😉 Und in „Neuland“ lies mal rein, wenn dir das Buch irgendwo in die Hände fällt. Denn wenn dir die Romane gefallen haben, könnte das interessant sein. Es läuft zwar (glaube ich) unter „Selbsterfahrung“, aber irgendwie hatte ich ständig Vera aus Endlich und Nicola aus Sternschanze vor Augen. Steckt halt einfach viel Ildikó in ihren Romanfiguren – schließe ich nach dem Lesen von Neuland. 😉

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  6. Ich habe bisher nur Kolumnen von ihr gelesen (die aber immer sehr gut und witzig waren). Das Buch hatte ich noch nicht in der Hand, sollte ich aber doch mal ausprobieren. Immerhin fand ich sie schon während Interviews in der Vergangenheit und nun dieser Thematik immer sehr lustig. 😉 In vielen Situationen findet man sich dann einfach wieder.

    Dankeschön übrigens für dein Lob zu unseren Meerjungfrauen-Fotos! Und ja, diese Muschelbikinis sind einfach unheimlich hässlich… ich musste glatt lachen als ich das gesehen habe. Da war schnell klar, dass die Fotos so eher lächerlich wirken würden.

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    1. Na dann kann ich dir das Buch nur empfehlen, denn das hat ein bisschen was von einer geballten Kolumnensammlung. Aber vielleicht tut’s auch die günstige Taschenbuchausgabe, wenn die dann draußen ist. 😉

      Gerne! Die Fotos sind wunderschön! 🙂

      Lieben Gruß!

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  7. Ich habe die Passagen nicht gelesen, weil ich das Buch noch lesen möchte. Denn ich lache immer Tränen beim Lesen ihrer Bücher. Weil sie oft ziemlich gut ins Schwarze trifft.
    Sich mit sich selbst auseinander setzen ist seit je her ein Luxusproblem. Bedürfnispyramide und so…wer nix zu Essen hat oder um sein Leben fürchten muss hat schlicht keine Zeit und keinen Kopf, sich mit seiner Schönheit auseinander zu setzen oder nach dem Sinn des Lebens zu suchen.
    Uns was sagt mir das? Solange ich Zeit und Interesse an einem Fashionblog habe, bin ich auf der Sonnenseite des Lebens, zumindest überwiegend.
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Ah wie schön. Ich dachte schon, außer mir liest keiner die Bücher von Ildikó. 😛

      Sie hat’s wirklich drauf, schreibenderweise ins Schwarze zu treffen. Ich wäre beim Bloggen zeitweise gerne mal ein bisschen mehr in die Schreibrichtung gegangen, bin dann aber nach winzigen Testballons wieder davon abgekommen. Als Blogger bist du zu nah am Leser und biestige Kommentare von denen, die nun mal eine andere Art von Humor haben oder überhaupt nicht über sich lachen können, sind da schnell rausgedonnert und ich verdiene mir eben keine goldene Nase dadurch, sondern kann mir hinterher nen Bodyguard zulegen. *g* Aber „rumpöbeln“ können und den Lesern den Spiegel vorhalten UND damit noch richtig Kohle verdienen? Chapeau. Alles richtig gemacht. 😛

      Jep. Das sind zweifelsohne Luxussorgen. Und wenn ich Bücher dieses Kalibers lese, dann weiß ich, dass es mir entweder zu gut geht oder ich mal wieder den Kopf in den Sand stecke. 😛

      Lieben Gruß!

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