Food| Warum Smoothies keine Durstlöscher sind

Ich bin ein Anhänger von äußerer und innerer Schönheit. Demzufolge besitze ich natürlich nicht nur eine Fashion-Bibel von Ines de la Fressange [zur Rezension] sondern auch eine Mindstyle-Bibel von Maya Fiennes namens Yoga for Real Life! [zur Rezension] Der Titel ist irreführend, denn die Yoga-Übungen machen nur einen Teil des Buches aus. Und neben der Notwendigkeit, seine Gedanken bewusst auszuwählen und die Gedankenwelt gewissermaßen ebenso sorgfältig zu pflegen wie die Garten- oder Balkonbepflanzung, widmet sich Maya Fiennes auch der Ernährung – unter anderem in Form ihrer selbst kreierten Smoothies und Säfte.

Smoothies sind kein Getränk. Sondern ein Dessert.

 

Ich liebe selbst zusammengemixte Smoothies – allerdings nicht als Getränk, sondern als kleine Mahlzeit oder als Dessert! Als reine Gtränke gelten für mich nur Selter, Wasser oder ungesüßtes Kräutertees. Smoothies nicht. Denn:

Auch die flüssige Konsistenz hat so ihre Nachteile: Wir nehmen Smoothies wie ein Getränk zu uns, obwohl es sich bei ihnen hinsichtlich Nährwert und Kalorien eher um eine kleine Mahlzeit handelt. Aber der Sättigungseffekt von Flüssigkeiten ist gering. Festes Obst müssen wir dagegen erst mühsam zerkauen. „Dadurch dauert das Essen insgesamt länger und wir werden besser satt“, sagt Antje Gahl. [1]

Außerdem sind Smoothies durch ihren Fruchtzucker- und Säuregehalt eine Herausforderung für den Zahnschmelz [2] und für die Zähne ähnlich schädlich wie Süßigkeiten – sagt u.a. der Präsident der Bayerischen Landeszahnärztekammer und Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer. Darum putze ich nach einem Smoothie auch nie gleich die Zähne. Allerdings experimentiere ich nun mal gerne mit gesundem und leckerem Zeugs rum und ein Smoothie als Dessert ist gesünder als Schokolade oder Kuchen – bilde ich mir ein. Und ein bisschen Soulfood braucht der Mensch. Habe mich daher von Maya inspirieren lassen und eines ihrer Rezepte  meinen Geschmacksvorlieben angepasst.

Blaubeer-Kokos-Smoothie

Zutaten für 2 Gläser:

  • 200ml gekühlte Kokosmilch
  • ordentlicher Schwung TK-Blaubeeren  (frisch geht natürlich auch)
  • 1 EL gemahlene Mandeln und/oder eine zerkleinerte Dattel (nicht zwingend nötig)

Zubereitung: Alle Zutaten durch den Mixer jagen, bis sie schön cremig sind – anderenfalls lassen sie sich aber ebenso gut mit einem Pürierstab bearbeiten – Smoothie in zwei Gläser gießen  – fertig.  Warum TK-Blaubeeren? Weil es mit  eisgekühlten Beeren einfach lecker schmeckt. Davon abgesehen sind sie jederzeit verfügbar und zeigen sich bei der Aufbewahrung wesentlich unkomplizierter als das Frischobst. Was den Nährstoff- und Vitamingehalt angeht, steht die Tiefkühlware gar nicht mal so schlecht da – lese ich zumindest immer wieder – allerdings stecke ich nicht in der Beere drin. 😉

Leichtere Variante…

 

Natürlich schmeckt der Shake mit gekühlter Kokosmilch viel besser – zumindest dann, wenn man dieser Geschmacksnote was abgewinnen kann und nicht zu denen gehört, die bei Bounty oder Piña Colada die Nase rümpfen. Gebe jedoch zu, dass Kokosmilch  – im Übermaß genossen – mit einer fettreduzierten Ernährung kollidieren könnte.

Abhilfe: Statt Kokosmilch Kokoswasser verwenden oder die Kokosmilch mit Wasser oder einer anderen Milch (normale, Hafer- oder Sojamilch) verdünnen, allerdings geht so natürlich auch der cremige Effekt verloren und das ist schade. Besser vielleicht: Den Shake einfach genießen – und zwar im Bewusstsein, sich etwas Gutes zu tun. Und ihn als vollwertige Mahlzeit ansehen. Denn obwohl ich gerne esse und nicht wie ein Spatz auf dem Teller rumpiekse, muss ich gestehen, dass ich nach einem Glas pappsatt bin und – ganz wichtig! – mich innerlich schon mal unheimlich schön fühle.

Facts:

  • Kokosmilch: Enthält u.a. Selen, Biotin, Folsäure und Kalium, die nicht nur wichtig für Haut und Haare sind, sondern die zugleich die seelische Verfassung und den Wasserhaushalt im Gleichgewicht halten – grob vereinfach gesagt. Und obwohl Kokosmilch nicht gerade ein Leichtgewicht ist und gesättigte Fettsäuren enthält, rangiert sie aufgrund der besonderen Verstoffwechselung nicht als Dickmacher. Zudem wirkt sie sich positiv auf die HDL-Werte („gutes“ Cholesterin) aus. Woraus folgt: Fett ist nicht per se böse.  [3]

 

  • Mandeln: Was den Geschmacksfaktor anbelangt, sind die im Shake meiner Meinung nach nicht zwingend nötig – obwohl es im Rezept vorgesehen ist. Allerdings sind sie wahre Vitalstoffkraftpakete und darum lasse ich sie drin. Mandeln liefern u.a. Calcium, Eisen, Fluorid, Kupfer, Magnesium, Mangan, Zink und die Vitamine B2 und E. Dazu mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Proteine, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Alles in allem eine extrem gute Kombination, die schon Hildegard von Bingen dazu veranlasste, Mandeln als Heilmittel zu betrachten. [4] Abgesehen davon sind die fetthaltigen Mandeln gar nicht so ein Schwergewicht wie bislang angenommen. Der Körper hat es in dieser Kombination nicht nur schwerer, das in den Mandeln vorhandene Fett zu „knacken“  – er kommt auch nicht so gut an an das Fett aus der Restmahlzeit[5] – so heißt es zumindest derzeit. Aber es gibt sicher auch Untersuchungen, die das Gegenteil beweisen. 😉

 

Info und Leseklicks

Himbeeren.jpg

April, April: Das auf dem oberen Bild ist übrigens kein Blaubeer-Smoothie, sondern ein Himbeer-Smoothie. Schmeckt ebenfalls superlecker. Und zwar wahlweise mit Kokosmilch oder mit Alpro Soja Vanille. Ja, es muss Vanille sein. Damit schmeckt’s nämlich am allerbesten. 

[Beitragsbilder: privat]

 

13 Kommentare zu „Food| Warum Smoothies keine Durstlöscher sind

  1. Das Smoothies eine Mahlzeit sind und kein Getränk finde ich ganz wichtig zu sagen. Gut, ich bin am Gewicht reduzieren und so ist es mir erst bewußt geworden, wie viele Kalorien in so einem Smoothie enthalten sein können.
    Das es trotzdem fein ist, den langsam und mit Genuß zu schlürfen ist Ok,
    Danke für deinen Artikel
    Liebe Grüße
    Ganga

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    1. Danke dir. Ich finde das auch wichtig zu erwähnen, weil das gerne mal unter den Tisch fällt. Wenn ich aber gerade bei grünen Smoothies sehe, WIE viel Zeug ich da zusammenschütten muss, um ein Glas zu bekomnen, dann stelle ich fest, dass ich so viel Gemüse/Obst am Stück nicht esse. Es sei denn, es ist eine vollwertige Mahlzeit, die sättigt dann aber auch besser, weil ich was zu beißen habe. Nur Flüssignahrung ist ja nicbt meins, ich kau lieber. 😉

      Lieben Gruß!

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  2. Nur mal so theoretisch: Könnte man den auch mit richtiger Milch machen? Eventuell noch Joghurt oder Quark und etwas Honig dazu? Kokosmilch kenne ich nicht, aber Kokoswasser habe ich mal probiert und fand den Geschmack ziemlich fies.
    Und ja klar, in so nem Smoothie sind mehr Kalorien als in Wasser. Und mehr als in Fruchtsäften.
    LG
    T.

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    1. Kokoswasser ist auch nicht meins, aber die Milch finde ich lecker. Und ich denke schon, dass der Smoothie auch mit Milch funktioniert. Schau mal online nach Smoothierezepten, da gibt’s ja nichts, was es nicht gibt. 😉

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  3. So ein süßer, leckerer Dring mit Vanille oder Kokos fällt bei mir nicht unter Smoothie, sondern unter Milchshake. Smoothies sind bei mir grün, gesund und leider nicht wirklich lecker. Auch wenn Melone, Zitrone, Pfefferminze oder Ingwer es erträglicher machen. Dass ich sie trotzdem trinke liegt daran, dass es morgens ab und zu schnell gehen muss und ich dann alles Mögliche in den Mixer stopfe. Um diesen Berg Grünzeug zu vertilgen, würde ich sicher eine Stunde brauchen. Erfeulicher Weise hält mich dieses Getränke echt eine Weile satt. Das kann aber durchaus auch an der Menge liegen.

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    1. Milchshake?! Da fällt mir diese komische Werbung „Don’t call it Schnitzel“ ein. Ich kann doch nicht so ein Design auffahren und dann über einen Milchshake schreiben. *g* Hut ab, dass du morgens grüne Smoothies runterbekommst. Schaffe ich nicht. Was komisch ist. Gerstengras habe ich auch mal morgens getrunken… aber ich war froh, als die Packung leer war. 😉

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  4. Hallo Anna, ab und zu trinke ich auch einen Smoothie. Aber wie Du schon schreibst nicht als Getränk. Manchmal nach dem Essen bwenn ich Lustvauf etwas Süßes habe. Als Nachtisch. Dann aber fruchtlastig, weniger Gemüse. 🙂
    Wünsche ein wunderschönes Wochenende, liebe Grüße Tina

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    1. Hier ebenso. Ein leckerer Dessert-Smoothie. Oder momentan ein Klecks Apfelkompott mit Zimt und da Joghurt drauf. Ersetzt jeden Apfelkuchen. Okay. Fast jeden… 😉

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  5. Vor allem die jungen Damen im Haus lieben Smoothies und kurbeln den Obstverbrauch heftig an. Grün aus Gemüse mag hier niemand so recht. Und käme auch nicht auf die Idee, das irgendwie mit Zitrone oder Ingwer erträglicher zu machen. Dann doch bitte ein Salat, der ist wenigstens lecker 🙂

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    1. Das glaube ich, dass die Smoothieliebe den Obstverbrauch mächtig ankurbelt. Und wenn ich sehe, was wir hier an Lebensmittelbergen anschleppen, dann habe ich echt keine Lust, noch kistenweise Obst und Gemüse für Smoothies ranzukarren. Ich ess das Zeug lieber so. Aber halt nicht morgens. Da brauche ich irgendwas, worauf ich rumkauen kann und das muss zwingend lecker sein. 😉

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    1. Wenn du so viel Obst isst, kannst du ja quasi nie die Zähne putzen, weil sich der Zahnschmelz erst noch von der Säureattacke erholen muss. 😛 Schon heftig, was man alles zu beachten hat – wenn man das denn möchte. Ich hau mir nach der Obstfutterei immer einen zuckerfreien Kaugummi rein, aber selbst die sind böse (hat mir neulich jemand bei Ald*i an der Kasse gesagt. Nun ja…). Wie du’s machst, machste’s falsch. 😉

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