Workout| Fit wie ein Gummiball, durchgeknallt wie eine Heuschrecke.

Oder: Wie ich die Fußball-EM überlebe, ohne hinterher selbst wie ein Fußball auszusehen. 😉 Ich hasse Fitnessstudios, möchte aber gerne so aussehen, als würde ich regelmäßig ein Studio besuchen… äh… und dort dann natürlich auch trainieren und nicht nur einen Smoothie schlürfen. Nun walke ich zwar mehrmals wöchentlich 60 Minuten, aber das reicht mir nicht. Und Yoga im Sinne von Yoga – also kein schweißtreibendes Workout à la Jillian Michaels [und die ist noch harmlos], dem durch ein bisschen Stretching und ein nettes Namasté am Ende der Stunde ein Yoga-Mäntelchen übergeworfen wird – ist auch nicht genug. Ich spüre zwar hinterher, dass ich was getan habe, aber das kardiovaskuläre Training fehlt. Fakt ist: Es gibt (für mich) kein All-in-One-Workout, es muss ein Bewegungsmix sein. 

Also was tun? Rumjammern und die Ungerechtigkeit des Alterns [also die Erschlaffung des Bindegewebes bei gleichzeitiger und sehr willkürlicher Aufpolsterung mit Eigenfett] beklagen? Oder doch ins Fitnessstudio gehen, obwohl ich das hasse? Ach nee, alles blöd. Dann lieber ein eigenes Fitnessstudio einrichten. Zu Hause. In einer kleinen Wohnung. Also demzufolge mit beschränkten Mitteln – räumlich und finanziell, sonst wäre es ja keine kleine Wohnung in der Stadt, sondern ein Haus an der Côte d’Azur oder ein Chalet in Kitzbühel. Sogar meine Bücherregale und das Schuhregal sind heftig überfüllt, vom Rest der Wohnung möchte ich gar nicht erst reden. Da ist kein Platz für tolle Trainingsgeräte! Wo ist die Tine Wittler der „Miniatur-Fitnessbuden @home“, wenn man sie braucht?! Nicht da. Na gut, also selbst ist die Frau…

Fit wie ein Gummiball mit dem Moonhopper. Gute Laune gibt’s gratis…

Andere machen den Moonwalk, ich mache seit einiger Zeit den Moonhop. Nämlich mit meinem Moonhopper, der mir eher zufällig beim Onlinestöbern unterkam – aber Zufallsfunde sind ja oft die besten. Tatsächlich wollte ich mir ursprünglich mal ein Mini-Trampolin zulegen. Tat ich auch. Also, ich bestellte so ein Ding, während der dreimonatigen Wartezeit ging mir Blitzmerker dann aber das Licht auf,  dass ich das Trampolin außerhalb der Trainingszeiten [also 23,5 Stunden des Tages] ja anderswo als mitten im Wohnzimmer verstauen müsste. Nur wo? Das Mini-Ding hatte einen Durchmesser von etwas über einem Meter und ist in zusammengeklapptem Zustand jetzt auch nicht so formschön, dass ich da ständig draufstarren möchte. Es als Deko-Objekt an die Wand zu nageln, wäre demzufolge keine Option. Also bestellte ich das Teil schweren Herzens wieder ab… und stieß kurz darauf auf den Moonhopper. Nostalgiegeflasht wollte ich diesen Ball natürlich unbedingt haben und praktischerweise passte er auch direkt ins Trainings-Konzept, da er mehrere Fliegen mit einer Kappe schlägt: Der Ball ist nämlich gewissermaßen Mini-Trampolin, Balanceboard und Ganzkörpertraining in Personal… ähm… Ballunion.

Was es bringt: Ein Ganzkörpertraining. Die Rumpf- und Beinmuskulatur wird gestärkt, die Gelenkstabilität erhöht [genau deshalb wollte ich den haben ;)], ein super Koordinationstraining [Gleichgewicht/Balanceübungen] ist es ebenfalls und die Kondition profitiert auch davon. Und so ganz nebenbei ist es nahezu unmöglich, während des Hüpfens miese Laune zu pflegen. Es. Geht. Nicht. Zumindest nicht bei einer Hüpfzeit von mehr als drei Minuten.

Mir persönlich fällt es erstaunlich leicht, die Balance auf dem Ball zu halten, andere haben ganz schön rudern müssen oder winken gleich dankend ab. Wer aber Spaß an Balanceübungen hat, könnte wirklich Gefallen an dem Moonhopper finden. Netterweise fällt dieses Trainingsgerät auch nicht durchs Faulpelzraster. Denn alles, was ich erst mühsam auf- oder zusammenbauen oder aus dem Keller holen muss, verliert schnell seinen Reiz. Schuhe anziehen und los, und zwar wann ich möchte – wenn es nicht so läuft, läuft es gar nicht oder zumindest nicht lange, denn dann verliere ich die Lust. Der Hopper liegt nun dekorativ unter/vor/neben meinem Schreibtisch [je nachdem, wo ich ihn gerade habe liegenlassen] und wird täglich mindestens 2x fünf Minuten genutzt, gelegentlich hüpfe ich auch einfach mal zwischendurch los [youtube-Link], z.B. wenn ich mich bräsig im Kopf fühle oder schlechte Laune habe. Und manchmal hüpfe ich auch mit diversen Schlenkern durchs Wohnzimmer vom Schreibtisch bis zum Flur, wenn ich mir einen Kaffee machen möchte. Selbstverständlich hüpfe ich nicht mit der Kaffeetasse in der Hand zurück, aber ich arbeite dran. 😉

Tipp für entspanntes Hüpfen: Den Moonhopper niemals, aber auch niemals in Gegenwart von Menschen nutzen, die ihn argwöhnisch – und ein bisschen neidisch, weil sie das Ding nie beherrschen werden – anstarren und permanent faseln: „Das ist gefährlich. Du wirst hinfallen und/oder irgendwo reinkrachen.“ Und sonst: Einfach für genügend Platz sorgen, sehr guten Sport-BH anziehen, evtl. Musik anwerfen und loshhüpfen. Sei es auf der Stelle oder twistend oder mit den Händen boxend.

[Meinen Ball habe ich von amazon – siehe 1. Link – und dieses Modell wurde fix und fertig geliefert. Nur auspacken und loshüpfen. Ist stabil und funktioniert genauso, wie er soll – über die Qualität der anderen Modell kann ich nichts sagen.]

Togu Moonhopper für Erwachsene 110kg

Die durchgeknallten Heuschrecke. Oder: mein Flexi-Bar

Da Liegestützen ja leider nicht mehr so meine Sache sind [mag die linke Schulter nicht und rebelliert da recht schnell], ich aber heroisch gegen fiese Winkeärmchen ankämpfe, habe ich mir vor Jahren in weiser Voraussicht einen Flexi-Bar gekauft. Ja, das Originalteil. Und nein, fragt mich nicht, was da in meinem Kopf vorging, denn das Ding ist ja kein Schnäppchen, aber damals gab es halt noch keine „Nachmacher“.

Was es bringt: Der Flexi-Bar trainiert durch die Vibration die tiefere Muskulatur, die durch reines Krafttraining nicht erreicht wird. Und abhängig von den gewählten Übungen bewirkt er noch ganz andere Wunderdinge und ist wirklich eine Wohltat für die verspannte Rücken- u. Schultermuskulatur. Der Schwingstab ermöglicht darüber hinaus ein wunderbares Multifunktionstraining, weil er nämlich zugleich die Koordination schärft. Und das vorausschauende Denken. Etwa mit Überlegungen wie diesen:

  • Kann ich diesen Swingstick so halten oder reiße ich dann die Obstschale vom Tisch?
  • Ist der Abstand zum Fernseher groß genug?
  • Habe ich genügend Platz, um im Baum/auf einem Bein stehend mit dem Flexibar zu hantieren oder nehme ich dann wieder den Couchtisch mit, so ich aus der Position fallen (ist alles schon mal vorgekommen) sollte?

Da das Teil 1,50m lang ist, muss die Trainingsfläche entsprechend bemessen sein, aber sonst gilt auch hier: Flexi-Bar in die Hand nehmen und loslegen. Sehr praktisch. Netterweise reichen 3x 10 Minuten/Woche aus – sagt der Hersteller und ich sage ganz ehrlich: das reicht mir auch. Denn ich hasse das Teil, ich hasse es wirklich. Weil es anstrengend ist – was logischerweise auch daran liegt, dass bei meiner Armmuskulatur… ähm… Luft nach oben ist. 10 – 15 Minuten mit unten verlinkten Youtube-Übungen und ich habe die Nase voll. Aber es wirkt und meine Schulter mag das Ding, das auch in der Physiotherapie verwendet wird, auch sehr gerne. Und davon abgesehen gibt es ja durchaus auch 10 Minuten, die mir noch länger erscheinen. Etwa beim Zahnarzt, beim Friseur oder… na lassen wir das… 😉

Die passenden Übungen gibt’s z.B. hier:


[Ich verwende ein Original Flexi-Bar, ob und wie gut die dem Original nachempfundenen Teile sind, kann ich nicht sagen.]

Die sich den Wolf steppt…

Steppen und nicht von der Stelle kommen – wer macht denn das?! Ich. Weil ich ja nicht eine halbe Stunde lang im Hausflur hoch- und runterrennen kann, die sperren mich doch ein. Da das Steppen aber gut für Beine und Hintern ist [und s.o. die Walkingrunde nicht reicht] habe ich mir zum Geburtstag einen Stepper gewünscht. Und ich nutze ihn seither 2-3x/Woche.

Was es bringt: Trainiert Beine und Po und bietet ordentliches Cardiotraining auf engstem Raum.

Von meinem günstigen Mini-Stepper habe ich bei dem Preis (von 90€ reduziert auf 59€) ehrlich gesagt nicht so viel bis gar nichts erwartet – und bin positiv überrascht. Natürlich fängt das Ding nach einigen Step-Durchgängen an zu quietschen, aber dann gibt’s eine Portion Öl und gut ist’s. Und im Gegensatz zu anderen Modellen, die ich vorher hatte, lässt sich der Trainingswiderstand hier sogar so verstellen, dass man es tatsächlich auch ein bisschen merkt – das ist bei diesen Winzmodellen nicht selbstverständlich. Auch der kleine „Trainingscomputer“ funktioniert, zumindest gibt er die Trainingszeit korrekt an. Wie es sich mit dem Wahrheitsgehalt von geleisteten Steps und dem Kalorienverbrauch verhält, kann ich nicht beurteilen. 30 Min. steppen mit knapp 2000 kcal zu berechnen, scheint mir allerdings ein bisschen arg großzügig zu sein.

Das Teil kann natürlich nicht mit einem „echten Stepper“ aus dem Fitnessstudio mithalten und mit einem Crosstrainer schon gar nicht. Aber er bringt mich während der 25 – 30 Minuten gut ins Schwitzen und ich merke am nächsten Tag, dass ich was getan habe. Mehr erwarte ich von so einem Gerät in Sparausführung auch nicht, denn wenn ich Hightech-Fitnessgeräte haben möchte, muss ich wohl tatsächlich ins Studio pilgern.

Tipps für gut geöltes Steppen: Sobald ihr das Teil einmal mit Öl/Silikonspray behandelt habt, empfehle ich dringend, den Stepper während des Trainings immer auf ein altes Handtuch zu stellen. Anderenfalls kann sich während des Steppens doch mal ein Öltröpfchen auf den Teppich verirren. Den Stepper nach dem Training außerdem unbedingt abkühlen lassen und nicht gleich zur Seite räumen. Das Teil wird nämlich relativ heiß und das bedeutet ebenfalls: Tropfalarm.

Workout vor dem Fernseher…

Hanteln, Therabänder, Faszienrolle und anderer Schnullifax, der sehr dekorativ in der Ecke verstaubt,  erwähne ich hier mal nicht, wohl aber meine derzeit liebste DVD mit Mandy Ingber: Yogalosophy [Klick zur Review], die ich nach wie vor heiß und innig liebe und wirklich empfehlen kann. Allerdings komme ich langsam tatsächlich von Workout- u. Yoga-DVDs ab und das liegt an interessanten Fitness- und Yogachannels auf youtube. Besonders angetan haben es mir derzeit HappyandFit Yoga sowie HappyandFit Pilates und hierbei vor allem Amiena Zylla und Miriam Krause. Meine auch für Esomuffel geeigneten Workout/Yoga-Favoriten derzeit:

Ihr seht also: Platz ist in der engsten Hütte und selbst der fieseste Schweinehund lässt sich gelegentlich austricksen… 😉

Und noch ein Balance-Goodie 66fit für Geübte…

Allen, denen die Balanceübungen auf dem Moonhopper zu einfach sind, lege ich dieses Balanceboard aus Holz ans Herz, welches ebenfalls aus dem Physio- u. Reha-Bereich stammt. Und das Board hat es wirklich in sich.

Was es bringt: Schult Balance und Koordination, trainiert Unterkörper- u. Rumpfmuskulatur. Und soll außerdem – und genau darum war es für mich interessant – die Muskeln rund um das Sprunggelenk stärken.[1]

Mittlerweile schaffe ich es zwar, einige Sekunden [also 2-3] zu balancieren, aber sobald ich das realisiere [„Hey, ich kann es! Ich schaffe es, yeah!“] ist Schluss mit lustig und die Balance ist futsch, dagegen ist der Moonhopper ein Kinderspielzeug. Nichtsdestotrotz setzt das Ding so einen „Jetzt erst recht“-Mechanismus in Gang, was dazu führt, dass ich – um mal einen Bogen zum Eingangssatz und der EM zu schlagen – während der 90 Minuten nicht stur auf der Couch sitze, sondern immer mal wieder aufs Balanceboard steige und wenn ich da mal drauf bin, vergeht die Zeit wie im Flug. Und das geht nicht nur auf die Beine, sondern ich wette, dass durch die ungewohnten Bewegungen auch Muskeln angesprochen werden, von denen ich vorher noch nicht mal was geahnt habe. Da das Balancieren auf diesem Board wirklich schwierig ist, werde ich es jetzt mal auf ein Handtuch stellen und den Schwierigkeitsgrad dadurch etwas entschärfen, sonst leidet meine Motivation doch ein bisschen… 😉

  • und beim Hersteller:  66fit

[1] siehe Apotheken-Umschau oder Fuß-Sprunggelenk-Akademie

[Beitragsbild: erstellt mit Canva, Rest privat]

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