Bin dann mal weg. Meine Vergangenheit umschreiben.

Irgendwann habe ich aufgehört zu zählen, wie viele Psychoratgeber ich im Lauf meines Lebens gelesen habe, weil ich die Dinge ja unbedingt selbst lösen möchte. Vor allem die unlösbaren, alles andere wäre zu einfach. Nun erwischte mich neulich in einer seelisch eher instabilen Phase [Überraschung, ich bin nicht immer gut drauf, sondern ziehe mir an manchen Tagen auch einfach mal die Decke über den Kopf und lese von morgens bis abends Harry Potter] eine Passage in einem Buch, die mich sprachlos machte. Da wurde tatsächlich angeraten, das eigene Leben doch mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten! Einfach so! Weil man die Dinge immer anders betrachten kann, wenn man das möchte.

Erste Reaktion meinerseits: Ein rechtschaffen empörtes „Hallo?! Tickst du noch ganz richtig?! Du hast leicht reden. Du hast ja wohl überhaupt keine Ahnung von meinem Leben!“ Dann krabbelte ich aus meinem Loch und sah durchaus ein, dass in der Idee mehr als ein Körnchen Wahrheit steckt. Denn wenn Woody Allen, Polanski, Tarantino oder das Team vom ZDF-Sonntagabendfilm ein vorgegebenes Thema umsetzen würden, kämen mit Sicherheit gänzlich andere Filme raus. Und hätte man Walt Disney, Picasso oder Warhol aufgefordert, eine Maus zu zeichnen, gäbe es wohl auch drei sehr verschiedene Mäusevariationen.

Alles nur eine Frage der Sichtweise? Fragen wir mal Diane, Jackie und Marilyn…

Plötzlich kam mir das in den Sinn, was ich in der Biografie „Die Frau, die ich sein wollte“ von Diane von Fürstenberg gelesen hatte, als sie über ihre Kindheit und ihre Mutter schrieb:

„Wenn ich etwas sagte, das nicht ihre Zustimmung fand oder nicht ihren Erwartungen entsprach, sah sie mich finster an oder kniff mich. Ich musste mich dann mit dem Gesicht zur Wand in die Ecke stellen. Manchmal ging ich alleine in die Ecke, weil ich wusste, dass ich etwas Unrechtes getan hatte.“ [1]

Auch sonst scheint Mutter von Fürstenberg ein Vorläufer der „Tigermom“ gewesen zu sein. Diane musste, noch ehe sie lesen konnte, die Fabeln von La Fontaine aus dem 17. Jahrhundert auswendig lernen und aufzusagen. Und kaum, dass sie schreiben gelernt hatte, orthografisch und grammatikalisch korrekte Briefe verfassen. Zum Austreiben der Schüchternheit wurde Diane bei jeder Familienfeier gezwungen, eine Rede zu halten. Und die Furcht vor der Dunkelheit trieb „Tigermom“ ihrem Sprössling aus, indem sie Diane in die dunkle Abstellkammer sperrte und vor der Tür wartete – damit ihre Tochter lernen konnte, dass es dort nichts gab, wovor sie sich hätte fürchten müssen. Das musste ich erstmal sacken lassen und ich weiß nicht, wie viele Blogs ich hätte schreiben müssen, um das zu verarbeiten, was da für von Fürstenberg an der Tagesordnung war. Doch was sagt die Modeschöpferin über ihre Mutter?

„Sie war sehr streng, aber ich zweifelte nie daran, dass sie mich liebte.  […] Meine Mutter hielt nichts davon, Kinder zu sehr zu verhätscheln oder überzubehüten. Sie wollte mich zu einem unabhängigen Menschen erziehen, der selbst die Verantwortung für sich übernahm.“

Mit dieser Sichtweise gibt von Fürstenberg den Erlebnissen, bei denen ich als Unbeteiligte die Hände über dem Kopf zusammenschlage und die Mutter schütteln möchte, einen völlig anderen Twist. Nicht anders verfuhren übrigens auch Jackie Kennedy Onassis und Marilyn Monroe mit Teilen ihrer Vergangenheit:

  • Jackie O.  vergötterte ihren Vater und stellte ihn stets als „glamourösen Schürzenjäger“ dar. Für andere war er hingegen schlicht ein Alkoholiker, der noch dazu an Jackies Hochzeitstag so betrunken war, dass er seine Tochter nicht mal vor den Traualtar führen konnte, schreibt Pamela Keogh [2]. Auch Jackies Mutter beschreibt Keogh als unnachgiebige und rigorose Frau mit aufbrausendem Temperament, die ihre Töchter gerne mal mit der Haarbürste züchtigte und die durch nichts, was ihre Töchter taten, zufriedengestellt werden konnte.
  • Marilyn Monroe hatte,  was Bildung, sozialen Status und ein solides Seelenfundament angeht, einen wahrhaft schlechten Start. Ihren Vater lernte sie nie kennen. Die Mutter war psychisch labil und wurde später aufgrund ihrer Depressonen in ein Sanatorium eingewiesen, so dass Marilyn ab dem Grundschulalter von Pflegefamilie zu Pflegefamilie weitergereicht wurde, in denen es bisweilen alles andere als familiär und liebevoll zuging, zwischendurch landete sie im Waisenhaus. Im Alter von 12 Jahren kam sie in die Obhut von Grace McKee, eine Freudin von Marilyns Mutter. Grace liebte Filme, ging gerne ins Kino und steckte Marilyn mit ihrer Filmleidenschaft an. 1942 zogen Grace und ihr Mann an die Ostküste und konnten die damals knapp 16-jährige Marilyn, die gerade die Highschool beendete, nicht mitnehmen. Marilyn stand vor der Entscheidung, entweder ins Waisenhaus zurückzukehren oder zu heiraten. [2] Also heiratete sie. Den ersten von insgesamt drei Ehemännern.
Mein streng geheimes Motivationsbuch.

Was zählt eigentlich? Woher du kommst oder wohin du gehen willst?

Diane von Fürstenberg, Jackie O. und Marilyn Monroe hätten zweifelsohne Gründe genug gehabt, um sich in einem eigenhändig geschaufelten Loch zu verkriechen und die Vergangenheit zu verfluchen – was sie aber stattdessen taten, ist bekannt. Sie haben ihre Vergangenheit frisiert und umgeschrieben, mal mehr – wie Marilyn, die verschiedene Variationen präsentierte – mal weniger, so wie Jackie. Sie entschieden, was sie sein wollten. Und sie entschieden, was sie hinter sich lassen oder zu ihrem Vorteil nutzen wollten. Als ich das habe sacken lassen, hätte ich mir gewünscht, mehr inspirierende Biografien und weniger Psychobücher gelesen zu haben. Denn:

„Alle Frauen besitzen Geschichten, die an Tragweite und Unglaublichkeit den Märchen in nichts nachstehen.“

(Clarissa Pinkola Estés in „Die Wolfsfrau“) 

Die Männer wohl auch, vermute ich. Jeder von uns hat seine Päckchen zu tragen, auch wenn es manchmal nicht so scheint. Es ist wichtig und richtig, die eigene Geschichte zu kennen und sie in gewissem Maß aufzudröseln, weil einem sonst das Verständnis für bestimmte Zusammenhänge oder eigene Handlungsweisen fehlt – vor allem für die, die einem Automatismus gleichen, den man einfach nicht durchschaut. Aber irgendwann ist es auch mal gut und es stellt sich mir nicht mehr die Frage, woher ich komme, sondern wohin ich gehen will. Und dabei halte ich für mich einen nach vorne gerichteten Blick für wesentlich sinnvoller als das Stochern in alten Geschichten. Denn:

Sind diese Geschichten einmal etabliert, dann wählen, modifizieren und verdrehen wir neue Erlebnisse, sodass sie zu unseren Erwartungen passen. Was wir für „die Wahrheit“ halten, ist tatsächlich eine ausgeklügelte und von unserem eigenen Verstand wohl durchdachte Fiktion. Sich klarzumachen, dass Ihre Geschichte geradezu willkürlich ist, dass es unzählige andere Sichtweisen gibt, die durch und durch genauso korrekt sein können, öffnet die Gefängnistür Ihres Glaubenssystems und erlaubt Ihnen, hinauszugehen, wenn Sie dies möchten. [3]

Nicht umsonst hieß es bei Dostojewski, dass man Gefangene am besten an einem Ausbruch aus dem Gefängnis hindert, indem man sie gar nicht wissen lässt, dass sie im Gefängnis sitzen. Wie blöd, wenn ich mich durch meine immergleichen und eingeschränkten Sichtweisen in mein eigenes Gefängnis sperre. Und als ich diese Ideen für mich annehmen konnte, stieß ich in der Flow auf einen passenden Artikel, die alten Geschichten betreffend. Auch Philip Zimbardo, Professor für Psychologie an der Stanford University, hält eine positive Sicht auf die Vergangenheit für eine gute Basis, um die Gegenwart zu gestalten. Im Artikel heißt es:

„Warum es sinnvoll sein kann, all diese Untiefen [Anm. der Vergangenheit] schlicht links liegen zu lassen und allein die schönen Episoden zu sammeln und wertzuschätzen, begründet Zimbardo so: Unsere Erinnerungen seien nicht objektiv, wir wissen oft nicht einmal genau, ob sie wahr sind. […] Außerdem sei die Psychologie heute der Ansicht, dass unsere Kindheit uns zwar beeinflusst, aber eben nicht so stark, wie es Psychologen wie Siegmund Freud früher dachten. Deshalb ist es auch nicht notwendig, jeden Winkel unserer Vergangenheit zu kennen. „Unsere Einstellungen gegenüber vergangenen Ereignissen sind wichtiger als die Ereignisse selbst“, sagt Zimbardo. [4]

 „Unsere Einstellungen gegenüber vergangenen Ereignissen sind wichtiger als die Ereignisse selbst“

Das ist mal eine Aussage. Jeder, der nicht in Bullerbü aufgewachsen ist, mag da zuammenzucken und mir ging es nicht anders. Aber es passt zu den Puzzleteilchen, die ich mir anderswo abgespeichert habe, weil ich sie mir zunutze machen möchte. Tatsächlich gibt es die Erinnerungsverfälschung und  Elizabeth Loftus, Prof. an den Instituten für Psychologie, Kriminologie und Rechtswissenschaft der University of California in Irvine, sagt: „Das Gedächtnis sei suggestiv, subjektiv und formbar.[5] Das Gedächtnis verzerrt die Erinnerungen allerdings nicht nur, es lässt sich sogar übertölpeln und sich Erinnerungen unterschieben, die wir nie gemacht haben:

Noch leichter als durch erzählte Geschichten lässt sich die Erinnerung durch Bilder manipulieren. Die Psychologin Loftus zeigte Probanden Fotos, auf denen sie sich als Kind zusammen mit einem Verwandten in einem Heißluftballon schweben sahen. Die Hälfte der Befragten erinnerte sich später genau an die auf-regende Ballonfahrt. Doch auch die hatte niemals stattgefunden. [Quelle: Falsche Erinnerungen – das Leben eine einzige Erfindung?] 

Hätte ich davon mal was in meinen Ratgebern gelesen, hätte ich einige Dinge anders gewichtet und mir nicht immer wieder alte Geschichten erzählt, die mich letztendlich nur schwächen, das könnt ihr glauben. Aber besser spät als nie – das sagte schon der Gemischtwarenändler Mr. Hobbs in „Der kleine Lord“ und dem möchte ich keinesfalls widersprechen, weil mit dem bestimmt nicht gut Kirschen essen ist. Genau darum werde ich ab sofort ein bisschen besser aufpassen, welche Geschichten ich mir über mich selbst und über meine eigene Geschichte erzähle. Und nein, ich werde es nicht „Münchhausens tolldreiste Lügengeschichten“ nennen. Na ja… oder vielleicht doch… 😉

arilyn pappt, wie oben erwähnt, selbstverständlich in meinem Motivationsbüchlein. Mehrmals. Die Postkarten gibt’s bei amazon im 10er-Pack und ich musste sie haben, weil ich sie… äh… haben musste. Punkt. 😉 

Anmerkung: Dieser Post ist nicht als Aufruf zu betrachten, irgendwas unter den Tisch zu kehren und sich „Dinge schönzureden“. Auch steckt hier keinesfalls die Botschaft drin: Das ist alles gar nicht so schlimm (gewesen), stell dich nicht so an. Es handelt sich hierbei lediglich um meine Gedanken zu einem Thema, das mich schon sehr lange und noch ein bisschen länger umtreibt. Wenn ich euch damit inspirieren kann, schön. Wenn nicht, macht einfach so weiter, wie ihr das für richtig haltet. 😉

Quellen, Infos & Leseklicks:

[4] Flow Nr. 16, „Weißt du noch, wie es damals war?“
[5] welt.de: Erinnerungen können nachträglich manipuliert werden
[3]Martha Beck: Enjoy your life: 10 kleine Schritte zum Glück
[2]amazon:Pamela Keogh: Und wer sind Sie: Jackie oder Marilyn?
[1] amazon:Diane von Fürstenberg: Die Frau, die ich sein wollte: Mein Leben

[Beitragsbild: erstellt mit Canva u. privat]

46 Kommentare zu „Bin dann mal weg. Meine Vergangenheit umschreiben.

  1. Liebe AnnA :)du hast dich mir sehr gut verständlich gemacht. Ich hätte es auch gar nicht anders interpretiert 😉 Gehen wir nicht eh davon aus, dass der Post auf deinem oder meinem Blog unsere subjektive Sicht darlegt? Weil-ist ja dein oder mein Blog…kicher.
    Ejal. Ich glaube ich habe von Jackie jedes erdenkliche Buch im Schrank. Und das die Haltung sehr wichtig ist, denn damit bewerten wir ja das Ereignis, halte ich für eine zentrale Erkenntnis. *ichbindasarmeopfer* hat aber seine Vorteile, von denen man erstmal lassen muss…nicht immer so einfach 😉 Kuss und schönes Wochenende! SAbinA

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  2. Ich sage dazu:

    „Wahrheit ist relativ!“

    Zu der Erkenntnis zu kommen, hat mich einige Jahre gekostet, 15 etwa.

    Neulich habe ich fest geglaubt, bei meiner Einschulung eine großkarierre Hose angehabt zu haben. Und wer steht in besagter Hose neben mir auf dem Foto? Die kleinere Ausgabe der Familie. Ich trage einen Rock aus dem Stoff. In meinen Gedanken habe ich bis heute die Hose an. Schräg, oder?

    Die Vergangenheit kannst Du nicht mehr ändern, die Zukunft aber gestalten. Mach daraus etwas, das Dir gefällt.

    Bis dahin wünsche ich Dir erstmal ein schönes Wochenende!

    LG Ines

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  3. Sehr wahr. Dazu fällt mir nur ein, dass eine gewisse Freundin jahrelang immer wieder nach dem gleichen Automatismus gehandelt und die gleichen Fehler wiederholt hat. Wenn etwas immer wieder passiert, macht es Sinn mal genau nachzudenken und nicht alles immer nur auf Pech im Leben etc. zu schieben. Das kann man natürlich auch mal haben, gar keine Frage. Aber manche Menschen wiederholen gewisse Dinge ja wirklich immer und immer wieder.

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  4. Eine sehr gute Sichtweise, Dinge mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, ist immer lohnenswert!
    „Die Dinge sind nie so, wie sie sind. Sie sind das, was wir daraus machen.“ Hat ein kluger Mensch gesagt (wer, weiß ich gerade nicht), und das stimmt wirklich.
    Die Karten von Marilyn sind klasse!
    Herzliche Grüße,
    Salanda

    P.S.: Was ist denn nun mit den Sprichwendungen von Biff???

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  5. Hallo liebe Anna,
    ich kann hier auf jeden Fall einiges unterschreiben. Vor allem, da ich einigen Menschen begegnet bin, die seit Jahrzehnten an ihrer Kindheit laborieren und nicht damit aufhören können, darin herumzugraben und sich selbst zu bedauern. Ja, ich weiß, dass die Erlebnisse, die diese Menschen hatten, schlimm (teilweise SEHR schlimm) und schwer wegszustecken waren. Und es ist keineswegs so, dass ich über diese Zeit sagen würde „ja, aber jetzt vergiss das alles endlich“… Doch was ich diesen Menschen gesagt habe, war folgendes: Du kannst sagen, AB JETZT haben diese Menschen, die mir das angetan haben, keinen Einfluss mehr auf mich. Du kannst sagen, AB JETZT lebe ich so, wie ich will. Denn ich lasse mir von euch nicht auch noch das RESTLICHE Leben verderben!!!
    Hier noch ein Ausspruch von Niki de Saint Phalle: „Jeder Mensch wird in die Familie hineingeboren, die er zu seiner Entwicklung braucht.“ Wenn man Nikis Geschichte kennt, weiß man, die Frau hat lange an den Folgen von Mißbrauch und Unterdrückung laboriert, bis sie gelernt hat, sich davon zu befreien und sie selbst zu werden. Die eigene Vergangenheit umzuschreiben oder die Vergangenheit zumindest nicht mit permanentem Selbstmitleid zu betrachten ist bestimmt ein guter Weg dorthin.
    Meine Mutter, knapp 90 und eigentlich noch nicht dement, aber mit ein paar Erinnungslücken, hat sich ihr Leben auch schon zurechtgeschneidert. Sie ist (abgesehen von ihrer körperlichen Bewegungsunfähigkeit) eine mit ihrem Leben zufriedene Frau, denn sie hatte ein spannendes, interessantes Leben mit vielen Reisen und einen wunderbaren Mann. Jedenfalls sind das die Dinge, an die sie sich erinnert. Ich weiß, dass nicht alles so wunderbar war – aber ich finde es gut, dass meine Mutter, statt sich an die schlechten Stationen ihres Lebens zu erinnern, an die positiven erinnert. Das macht sie zu einem Menschen, der glücklich auf die Vergangenheit zurückblicken kann…
    Lesenswerte und beeindruckende Frauenbiografien in Kurzform findest du auf dem Blog von Astrid K in der Rubrik Great Women: https://lemondedekitchi.blogspot.co.at/search?q=great+women
    Herzlichst, die Traude
    http://rostrose.blogspot.co.at/2016/06/ein-knackwurstmobil-und-zwei-geburtstage.html

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  6. Ein wunderbarer Post liebe Anna. Ich denke, darüber könnte man noch viel mehr schreiben und diskutieren. Ich interessiere mich ja auch sehr für Psychologie, habe auch Unmengen an Literatur verschlungen und mich damit beschäftigt, bis hin zu einem Psychologiestudium, welches ich aber (noch?) nicht zu Ende gebracht habe.

    Ich stimme Dir in Deiner Meinung und Erkenntnis völlig zu, denn auch ich bin nach all dem dahingekommen, dass die Vergangenheit nur ein kleines Puzzleteil ist und es viel sinnvoller ist, sich auf die Zukunft auszurichten. Natürlich gehört dazu ein Blick in die Vergangenheit, um zu verstehen woher dies oder jenes kommt. Aber ich hab den Eindruck, dass viele Menschen dort viel zu lange hängenbleiben. Auch unter Psychologen ist es ja sehr verbreitet Wochen, Monate oder Jahrelang in altem Mist herumzustochern.Ich weiss nicht, ob das wirklich so hilfreich ist.

    Mir wurde von außen auch schon sehr oft angetragen, dass in meiner Kindheit ja so viel schief lief. Bestimmte Verhaltenweisen werden darauf geschoben, was mich gelinde gesagt ziemlich ankotzt, denn ich empfinde es nun mal gar nicht so. Klar gabs wie bei so vielen anderen auch ein paar Sachen, die anders liefen als in ganz heilen Familien (gibts die überhaupt?), aber ich hab nun mal eine sehr schöne Erinnerung an meine Kindheit und Jugend und die lasse ich mir weder von Freunden, noch von irgendwelchen Leuten kaputtreden. Auch dann nicht, wenn mir meine zutiefst als wahr angenommenen Gefühle und dann wieder als Verdrängung ausgelegt werden 😉

    Man kann also machen was man will, egal was man sagt, es kann einem immer ein Strick draus gedreht werden. Eigentlich müsste es bei den Pychologen auch sowas geben wie bei der Kripo: „Wir weisen sie darauf hin, dass alles was sie sagen, gegen sie verwendet werden kann.“

    Das umdeuten von negativen Erinnerungen wird ja auch in der Hypnose und NLP oft verwendet, mit guten Erfolgen. Bin ein großer Fan von Milton Erickson, das war ja ein Genie auf dem Gebiet der Hypnose.

    Und dass sowas funktioniert, merkt man auch daran, wenn man mal gelogen hat. Man bastelt sich erfolgreich eine glaubhafte Lüge zusammen und später weiss man irgendwann nicht mehr genau, wie es denn wirklich war 😉

    Ich persönlich bin inzwischen auch schnell genervt, wenn jemand immer wieder all seine Probleme auf die schwere Kindheit schiebt oder auf die bösen Eltern oder wen auch immer. Ich denke dann immer: Hey, als Kind konntest du nichts ändern, aber jetzt bist du erwachsen, also übernimm die Verantwortung für dein Leben und schau nach vorn.

    Natürlich gibts auch Fälle, wo wirklich ein Kindheitstrauma vorliegt, aber aus meiner Erfahrung heraus, sind das oft Menschen, die davon gar nichts mehr wissen und eben nicht jammern wie schlimm alles war. Diesen Menschen kann man allerdings oft helfen, wenn man eine Reise in die Vergangenheit macht und das mal aufdröselt.

    Aber wie immer im Leben muss jeder selbst für sich entscheiden, welche Lebenseinstellung zu ihm passt. Und vieles entwickelt sich ja eben auch im Laufe der Zeit. Man lernt dazu, Einstellungen und Blickwinkel ändern sich. Jeder geht halt seinen Weg und alles hat seine Zeit.

    Genauso ist es mit der Esoterik und Spiritualität: in dieses Thema einzutauchen ist irre spannend und sehr lehrreich. Aber darin hängen zu bleiben betrachte ich als nicht als erstrebenswert.

    Mitnehmen, Aufnehmen, Wissen aneignen, verarbeiten und weitergehen.. das ist meine Devise.

    So jetzt ist mein Kommi fast genauso lang wie Dein Post..lach

    Ganz liebe Grüße
    Bianca

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  7. Bei der Geschichte von Diane v.F. hab ich spontan gedacht: Mist, und ich dachte, ICH hätte eine furchtbare Kindheit gehabt… aber es ist, wie sie es schreibt. Man muss sein Leben ja sowieso nehmen wie es kommt und kann dann nur das Beste daraus machen. Gerade gestern habe ich wieder mit meinem Bruder über unsere Kindheit und Jugend gesprochen und wir sind beide der Meinung, dass wir aus dem, was wir zur Verfügung hatten, das Beste gemacht haben. Und zwar besser, viel besser, als unsere Eltern. Wir haben stabile, gute Beziehungen und ein Leben, in dem wir uns wohlfühlen. Und das ist nicht selbstverständlich. Natürlich hadern wir ab und zu (also besonders ich!), aber das sind nur Phasen und dann mache ich es wie dein Ratgeber: ich betrachte mein Leben von außen und merke: Ganz so schlimm scheint es ja doch nicht zu sein…. lach..
    Ich habe schlicht und einfach auch keine Lust mehr, mir mein Leben damit zu vergällen, indem ich nur drüber nachdenke, was hätte sein können und was wäre gewesen, wenn. Ist halt nicht, basta. Also aufstehen und weitermachen. Ich kenne leider genügend Fälle von Leuten, denen das nicht möglich ist und diese Menschen tun mir sehr sehr leid.
    Danke dir für diesen sehr persönlichen und schönen Beitrag! Hab ein wunderschönes Wochenende und hab dich lieb. Liebe Grüße!

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  8. Liebe Anna,

    ich verstehe, was Frau von Fürstenberg da meint – wenn man es schafft, die Blickrichtung zu wechseln, dann hört man auf, sich ewig im kindlichen Opferteil aufzuhalten und wird zur Erwachsenen, die vieles auch aus der Distanz anders betrachten kann.

    In meinen Augen ist das allerdings auch die große Kunst, die man niemandem vorwerfen kann – diesen Unterschied zwischen „Selbstmitleid“ und „Reflexion, Verarbeitung, Gefühle rauslassen“ zu finden bzw. zu erkennen. Wann wiederhole ich einfach nur mein Drama und wann steige ich tatsächlich aus? Das für sich rauszufinden ist eben die Kunst und wird einem auch in keiner Therapie beigebracht.

    Es ist ein verdammt großes Feld und weil jeder Mensch an einem anderen Punkt steht, kann es für den einen wichtig sein zu erkennen, dass er überhaupt zum Opfer wurde (und seinen Gefühlen Berechtigung zu verleihen, die einem ja so gerne schonmal abgesprochen werden), für den anderen ist eben die Zeit gekommen, sich nicht mehr als dieses Opfer von damals wahrzunehmen. Beides hat seine Berechtigung.

    Es freut mich jedenfalls, dass Dir Frau von Fürstenberg da offenbar etwas „mitgegeben“ hat durch ihre Erkenntnisse.

    Hab ein schönes Wochenende!

    Liebe Grüsse
    Clara

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  9. Liebe Anna,

    vielen Dank für diesen anregenden und nachdenklich stimmenden Beitrag.
    Da kommt mir gerade die Idee, mein eigenes Märchen zu schreiben 🙂 Das könnte ein ziemlicher Spaß werden! 🙂 Danke für die Literaturtipps!

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  10. Die eigene Geschichte zu kennen, ist gut. Seinen Frieden zu finden mit unabänderlichem, ist wichtig. Wenn Frau dafür die Perspektive wechselt, ist das in Ordnung, wenn es zurecht gerückt wird, auch. Und irgendwie sind wir ja alle Produkte unserer Umgebung und unserer Erlebnisse. Die dann mal mehr oder weniger dramatisch ausfallen, also nicht wir selbst, sondern die Ereignisse.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  11. applause * applause * applause * !!!!!!!!!
    BRAVO!
    ja – wir müssen unsere vergangenheit kennen und verstehen – aber dann sollten wir sie beerdigen und nach von schauen.
    wenn ich das nicht getan hätte – wer weis. wäre wohl eine stumpfe alkoholkranke die sich vom ihrem mann/männern verprügeln lässt (worst case scenario). auf jedenfall hätte ich weder den bahnwärter noch ein designdiplom. und könnte hier auch keine klugen ratschläge geben für ein positives leben 😉
    sei <3lich umärmelt! xxxxxx

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  12. Ein großartiger Post! Ich schließe mich vollumfänglich Beate an :-). Vergangenheit ist Vergangenheit. Mit all ihren negativen und positiven Auswirkungen. Aber das Jetzt und das Morgen, das gestalte ich selbst. Und wenn ich mich dabei auf den „Opfer der Vergangenheit“-Standpunkt stelle, dann werde ich nix ändern. Sondern weiter unter der Vergangenheit leiden. Und wem nützt das? Niemandem. Erst recht nicht mir.
    Liebe Grüße
    Fran

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  13. Vielen Dank für den tollen Post!
    Unsere Erinnerungen verändern wir sowieso im Laufe der Zeit. Manche zu unserem Vorteil, andere eher so, dass es negativ für uns ist. Warum sollten wir da nicht aktiv nachhelfen und uns das Leben etwas leichter machen?
    Liebe Grüße,
    Sonja

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  14. Wieder ein tolles Thema! Du zeigst immer Dinge auf, die unser Leben irgendwie „bestimmen“ , das finde ich gut 🙂
    Ich habe darüber noch nicht nachgedacht, aber seit deinem Beitrag schon. Und ja, man darf und soll sich alles so zurechlegen, wie man es eben wahrgenommen und empfunden hat. Vieles war natürlich auch in meiner Kindheit unangenehm, aber heute profitiere ich von vielem doch.
    Du liebe Anna, bereicherst meine Blogroll ungemein ♡ 🙂

    Happy Sonntag zu dir!

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  15. Ich hab jetzt so ein wenig Gänsehaut. Das ist nicht Tigermom, sondern böse Mom! Da bin ich streng, sowas geht nicht. Drill für Kinder und dann mal ehrlich, mir ist klar warum Dunkelheit manchmal gruselig is.
    Und mit der Vergangenheit ist das wirklich so eine Sache, manchmal spielt sie mir ja einen Streich die Erinnerung daran. Aber ich denk auch gern mal an einiges
    Liebe Grüße Ela

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  16. Da bin ich bei dir. Es ist schön für Diane v.F., dass sie das für sich so ummünzen kann, ich persönlich finde es allerdings grausam und solche „Erziehungsmethoden“ sind indiskutabel. :/

    Lieben Gruß! 😉

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  17. Eben hatte Ela Gänsehaut und nun hab ich eine. Danke dir für deine Worte. Ich freu mich sehr, dass ich deine Blogroll bereichern darf und ehrlich… das Kompliment gebe ich gerne zurück. <3

    Lieben Gruß! 😉

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  18. Ich danke dir für deine Worte! Richtig, so sehe ich das heute auch. Warum nicht einfach nachhelfen, wenn es möglich ist? Wenigstens versuchen kann man es… 😉

    Lieben Gruß! 😉

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  19. Dankeschön! Ein „großartiger Post“ von dir geht ja nun auch runter wie Öl. *g*

    Jep, deinen Worten kann ich nichts mehr hinzufügen. Gar nichts mehr.

    Lieben Gruß! 😉

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  20. Danke! ;D *knicks* 😉

    Worst-Case-Szenario mag ich mir gar nicht ausmalen. *g* Ich mal mir mal lieber die Zukunft bunt aus, das ist viel schöner. ;))

    Lieben Gruß! ❤

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  21. Das freut mich, wenn ich dich inspirieren konnte. Und die Idee mit dem Märchen ist klasse. Deinen Prinzen, der trotz Höhenangst beinahe unmögliche Dinge vollbringt, hast du ja schon. ;D

    Lieben Gruß! 😉

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  22. Oh ja. Da fallen mir spontan Begebenheiten ein, in denen ich auch alles wiederholt habe. Wieder und wieder. Bis ich irgendwann lernte, mal genauer hinzuschauen. Ja, das kann mal Pech sein. Blöd gelaufen. Aber wenn es immer wieder an ähnlichen Punkten hakt, dann tue ich gut daran, mal genau hinzuschauen…

    Lieben Gruß! 😉

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  23. Oh ja, da lieg der kluge Mensch ganz richtig. Wenngleich es in manchen Situationen wirklich fast unmöglich ist, den Gedanken an die andere Sichtweise überhaupt anzunehmen. Das kann man nur für sich selbst rausfinden, denke ich.

    Lieben Gruß! 😉

    P.S: Oh Mann, ich komm nicht drauf! Ich hab die Filme schon so lange nicht mehr gesehen. Aber warte… da war irgendwas mit einer räudigen Ente, glaube ich. 😉

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  24. Eigentlich ist es klar, dass ein Blog lediglich die subjektive Sichtweise des Schreiberlings wiedergibt. Aber praktisch kannst du in den Kommentaren heftig auf die Mütze bekommen, wenn du einen Standpunkt hast und den auch deutlich machst. Wie oft wird das gleich als persönlicher Angriff gewertet…

    Das stimmt. Von diesen „mir wurde übel mitgespielt“-Vorteilen muss man erstmal lassen können. Aber auch das ist ne Sache, auf die du nur selbst kommen kannst. 😉

    Lieben Gruß! 😉

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  25. Oh ja. Willkommen im Club. Bei mir waren es mehr als 15 Jahre. Aber, siehe Post, besser spät als nie. 😉

    Witzig, dass du das mit der verfälschten Erinnerung aus eigenem Erleben bestätigen kannst. Glaube, das ist auch so ein Aha-Erlebnis.

    Lieben Gruß! 😉

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  26. Wahre Worte! Ich muss es nicht jahrelang zulassen, dass bestimmte Dinge/Menschen mich negativ beeinflussen. Sagt sich natürlich so leicht und da steckt ein knallharter und sehr langer Lernprozess hintner, aber man kann ja schon im Kleinen anfangen. Sich nicht über versteckte Provokationen ärgern oder über unhöfliche Verkäufer/Nachbarn/was weiß ich und sich dann den großen Aufgaben widmen. 😉

    Siehst du, und ich kenne jemanden, der sich eher an die schlechten Dinge erinnert und denen schon immer mehr Bedeutung beigemessen hat. Und nun rate, wer ein zufriedeneres Leben führen dürfte… deine Mutter oder meine Bekannte? ; Darum lerne ich auch sehr viel von negtiven Beispielen. Manchmal sogar mehr als von den anderen…

    Lieben Gruß! 😉

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  27. Musste gerade lachen, denn das habe ich mir neulich auch gedacht. ;D Gemessen an den Ausgangsbedingungen habe ich wirklich einiges „aus der Sache“ rausgeholt und ich bin noch lange nicht fertig. *g* Das ist halt die Sache mit den Vergleichen. Ich kann nicht Äpfel mit Birnen oder Nüssen vergleichen und gemessen an manch anderen Lebensläufen ist meiner… na ja. Aber gemessen am Startpunkt ist es gut bis sehr gut. Punkt. Und nein, ich habe echt auch keine Lust mehr, wertvolle Zeit mit dem Konkunktiv zu vergeuden. Bringt doch nichts. 😉

    Lieben Gruß! 😉

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  28. Das stimmt. Beides hat seine Berechtigung und ich glaube, dass es auch extrem wichtig ist, sich da Menschen zu suchen/mit Menschen zu umgeben, die „ähnlich ticken“. Oder an einem ähnlichen Punkt stehen. Auch wenn das manchmal bedeutet, dass man halt zwischenzeitlich alleine ist oder Menschen loslassen muss. Ich hatte Phasen, in denen mich diese sehr nach vorne schauenden Menschen extrem genervt haben, weil es für mich einfach nicht gepasst hat. Ebenso gab es allerdings Phasen, in denen ich mich von Menschen trennen mussten, die mir zu sehr in der Vergangenheit verhaftet waren.

    Ein echt schwieriges Thema und jeder kann nur seinen Weg gehen. Aber schön, wenn man zwischendurch nette Wegbegleitung hat. ;))

    Lieben Gruß! 😉

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  29. Oh ja, das ist ein Thema, über das man stundenlang diskutieren könnte und es gäbe noch viele, viele Posts her. ;D

    Und wieder Gemeinsamkeiten. Zitat: „Mitnehmen, Aufnehmen, Wissen aneignen, verarbeiten und weitergehen… das ist meine Devise.“ Ganz genau das. Ich scheue da auch kaum vor einer Richtung zurück und es darf gerne auch mal esoterisch sein – aber aus all dem koche ich mir dann halt mein Süppchen und nehme nur das mit, was ich gebrauchen kann.

    NLP finde ich interessant und ich habe damit natürlich auch ein wenig rumexperimentiert – aber auch das ist nur eine kleine Zutat meiner Suppe. *g*

    Und dieses Stochern in der Vergangenheit… ich tu mich schwer damit. Vor allem, wenn es zu lange dauert. Und darum habe ich damals [mit sehr viel persönlicheren Texten] auch mit dem Bloggen begonnen – meine Art der Vergangenheitsbewältigung.

    Wahre Worte: „Jeder geht halt seinen Weg und alles hat seine Zeit.“ So ist es! Und wie tragisch ist es, nach vorne gehen zu wollen und dabei immer nur nach hinten zu schauen?! Nee, habe ich lange genug gemacht. Zeit, nach vorne zu schauen. 😉

    Lieben Gruß! 😉

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  30. Ich weiß, das eigentliche Thema ist ein anderes, aber ich hab ehrlich gesagt bei der Stelle mit der dunklen Kammer nicht entsetzt aufgeschrien, weil meine Interpretation sich an dem Satz „…wartete vor der Tür“ festhält: Sie war ja da. Ich sehe das so: Die Botschaft war vielleicht: „Guck, probier es aus, ich kann dir beweisen, dass da nichts ist, wovor du dich fürchten musst, du kannst das, und ich bin hier.“ (ich habe übrigens Tigermoms Buch gelesen und fand, dass sie in einigen Punkten ziemlich missverstanden wurde. Und damit sage ich nicht, dass ich alles, was sie durchgezogen hat, gutheiße…).
    Permanentes Kreisen um die schwere Kindheit usw. finde ich auch eher destruktiv, aber es ist manchmal hilfreich, sagen zu können: Ich reagiere auf das und das so, WEIL… Das kann man ja dann weiterbauen zu: …und weil ich das weiß, kann ich jetzt, im Heute, so und so (also positiv) damit umgehen (mir persönlich half das jedenfalls weiter, weil ich sehr lange Zusammenhänge nicht hergestellt habe, aber das führt nun zu weit).
    Niemand verstanden, was ich meinte? Auch nicht schlimm 😀

    LG, BB

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  31. Ein wunderbarer Beitrag, liebe Anna. Vielen lieben Dank dafür.

    „Die Dinge haben nur den Wert, den man ihnen verleiht“ (Molière).

    Man kann sehr wohl seine Sicht auf die Vergangenheit ändern, wenn man sich mit seiner Biografie befassen möchte. Alten Zwist ausräumen, Dinge verzeihen, sich fragen, warum der andere wohl so gehandelt hat und dann damit abschließen. Ich denke, wenn man sein ganzes Leben irgendwelche großen Altlasten mit sich herum trägt, wird es irgendwann unerträglich. Außerdem wird man älter und weiser und die Sicht der Dinge ändert sich auch dadurch. Man wird milder, finde ich zumindest. Vieles, was mich früher total aufgeregt hat, ringt mir heute nicht mal mehr ein müdes Schulterzucken ab. Zum Glück!

    Viele liebe Grüße
    Sabine

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  32. Ich bin ja nun keine von diesem „wir diskutieren das aus“-Müttern, sondern erteile auch gerne klare Ansagen. Aber das mit der dunklen Kammer finde ich ehrlich gesagt grausam. Die Botschaft dahinter verstehe ich – aber dann sperre ich mein Kind nicht alleine in die Kammer und warte vor der Tür, sondern zerlege das in kleine Schritte. Zuerst gehen wir vielleicht gemeinsam rein. Dann kannst du die Tür einen Spalt offenlassen und davor warten und irgendwann hat das Kind dann auch den Mut, kurz alleine in der Kammer zu bleiben und merkt: Da ist nichts, wovor ich Angst haben muss. Aber von Hauruckmethoden halte ich in so einem Fall nichts. Vielleicht, weil man mich damals auch ins Wasser geworfen hat nach dem Motto „Tu nicht so, du kanst doch schwimmen“. Nein. Konnte ich nicht. Und das war nicht witzig und der Sache nicht zuträglich. 😉

    Was du im letzten Absatz schreibst: Genau das habe ich gemeint mit „Es ist wichtig und richtig, die eigene Geschichte zu kennen und sie in gewissem Maß aufzudröseln, weil einem sonst das Verständnis für bestimmte Zusammenhänge oder eigene Handlungsweisen fehlt…“ 😉 Genau das. Ich reagiere so, WEIL… und dann kannst du ein bisschen netter zu dir sein und fragst dich nicht ständig, warum du so tickst, wie du tickst, sondern kannst vielleicht sogar mal andere Wege gehen. Irgendwann. 😉

    Lieben Gruß! 😉

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  33. Ich danke dir! Auch für das Zitat von Molière. Solche Zitate mag ich, aber nur in bestimmten Situationen. Manchmal, z.B. nach einem Schicksalsschlag, sind sie einfach auch nur zynisch.

    Jep, wenn man nur Altlasten mit sich rumträgt, wird das Leben unerträglich. Das ist auch kein Leben mehr. Eher… lebendig versteinert sein. Und ich mag ja zurecht ordentlich Groll auf wen auch immer hegen, weil manche Dinge einfach unverzeihlich sind, aber wenn ich mir mein Restleben auch noch verbaue, ist es vielleicht Zeit, nicht „einfach so“ weiterzumachen wie bisher. Für mich und mein Leben.

    Lieben Gruß! 😉

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  34. Der andere Blickwinkel ist wirklich wichtig, um die Vergangenheit aufzuarbeiten und vor allem um aus Fehlern zu lernen. Man darf sich nur nicht darin vergraben, sondern muss irgendwann einmal damit abschließen und nach vorne schauen.

    Würde auch sagen: Böse Mutter, die ihre Kinder in dunkle Kammern sperrt.

    Liebe Grüße Sabine

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  35. Liebe Anna,
    ich bin kein Fan davon, auf Berühmtheiten zu schauen (oder überhaupt auf andere Menschen) um Vergleiche zu ziehen. Ich finde uns alle einfach nur einzigartig und vielleicht prallen auch deshalb die ganzen Ratgeber an mir ab. Ich boxe mich selber durch, nach meinen Regeln und als ich doch mal in einer Sackgasse steckte und die Altlasten mich massiv behinderten, habe ich mir einfach professionelle Hilfe angedeihen lassen. Das war noch im alten Jahrtausend und seit dem ich einen Haken an das Übel in der Kindheit machen konnte geht es mir richtig gut – auch wenn ich noch egoistischer geworden bin. Es ist doch mein Leben und ich stehe auf Spaß 😉
    Manchmal denke ich, Du nimmst alles viel zu schwer.
    Liebe Grüße
    Bärbel ☼

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  36. Ich finde die Lebensgeschichten anderer Menschen sehr inspirierend – egal ob berühmt oder nicht. Und wenn ich Menschen interessant finde, lese ich auch gerne die dazugehörige Biographie, was bei Marilyn und Jackie zugegebenermaßen leichter möglich ist als bei Erna aus Buxtehude. 😉

    Das freut mich, dass du deinen Weg gefunden hast.

    Lieben Gruß! 😉

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  37. Der andere Blickwinkel ist immer wichtig. Natürlich besonders in diesem Fall, klar. Aber alleine bei kleinen Streitigkeiten ist es schon hilfreich, einen anderen Blickwinkel einzunehmen und schon wird aus einer Mücke kein Elefant. 😉

    Jep, da bin ich bei dir. In dunke Kammern sperren finde ich auch böse.

    Lieben Gruß! 😉

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  38. Ich liebe Biografien. Zeigen sie einem doch, wie unterschiedlich Leben verlaufen kann und wie unterschiedlich man mit Situationen umgehen kann. Daraus habe ich viel gelernt und könnte nun bald selbst eine schreiben… Keine Angst, das wird nicht passieren.
    Dass mal eine junge Frau die „Wolfsfrau“ zitieren wird, hätte ich nicht mehr gedacht. Ich bin sehr beglückt!
    Danke für diesen weisen Post sagt Sieglinde.

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  39. Liebe Sieglinde, ich liebe Biografien auch. Sehr sogar. Auch aus dem Grund, den du beschreibst und weil ich einfach mehr über die Menschen wissen möchte, die mich interessieren. Sonst würde ich auch immer nur um mich kreisen und das wäre mir zu langweilig. 😉

    Der „Wolfsfrau“ habe ich in „Meine Seele hat ein Sparkonto“ schon mal einen Post gewidmet, weil sie zu den Büchern gehört, die mich mit am nachhaltigsten beeinflusst haben. Vielleicht ist das Buch sogar mein Augenöffner. Ich mag es sehr. 😉

    Lieben Gruß
    Anna

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  40. Liebe Anna,
    ja, das Buch ist wirklich ein Augenöffner. Ich habe es vor 23 Jahren gelesen. Meine Ausgabe ist von 1993.
    Damals und noch viele Jahre lang, habe ich viel damit in Frauengruppen gearbeitet, ebenso wie mit echten Volksmärchen, die sich wunderbar dafür eignen und manchmal Sternstunden der Erkenntnis hervorgebracht haben.
    Bitte gib mir noch den Tipp wo ich „Meine Seele hat ein Sparkonto“ bei Dir finde. Zwar lese ich auf einigen Blogs, aber wie die jeweils funktionieren, das erschließt sich mir nicht so leicht. Also, wo sind die alten Posts, bzw. dieser eine bestimmte bei Dir zu finden?
    Vielen Dank und herzliche Grüße,
    Sieglinde

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  41. Ich lese Biografien auch total gerne. Das sind die einzigen Bücher, die ich lese. Alles andrer (Romane und Sachbücher höte ich ja nur noch).

    Ich gucke auch gerne in das Leben der anderen, seit mir meine Großmutter ein Buch über Maria Sibylla Merian gab. Veruschka, Romy, Marlene, Hilde, Udo, Lissy vonner Insel, Karl etc – sie interessieren mich, aber ich richte mich nicht nach ihnen. Klar, es gibt Sachen, da denkt man, DAS KENNE ICH, SO WAR DAS BEI MIR AUCH. War es aber eben nicht, es waren immer andere Situationen und Hintergründe, deshalb habe ich oben geschrieben, dass ich kein Fan davon bin, die Leute aus den Büchern oder aus dem öffentlichen Leben mit der eigenen Welt zu vergleichen.
    😉

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  42. Nee, ich richte mich auch nicht nach denen. Warum auch? Ihr Leben. Mein Leben. Wenn's Parallelen gibt, finde ich das witzig und spannend, aber es ist eben ihr Leben. Aber ich finde es interessant zu sehen, wie andere mit bestimmten Situationen umgehen. Und die Biografie von Karl MUSS ich unbedingt noch lesen. Seitdem ich damals auf Arte (im Rahmen der Fashion Week oder so) eine Doku über ihn gesehen habe, bin ich Karl-Fan. 😉

    Lieben Gruß! 😉

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  43. Toller Post!!
    Ich glaube, man neigt oft dazu Sachen eher aus dem nagativen Blickwinkel zu betrachten. Leider bringt das nicht weiter. Viel eher könnte es helfen, wenn man das, was gewesen ist so analysiert und interpretiert, dass man daraus Lehren, aber auch Motivation für die Zukunft ziehen kann. -Und genau das haben die drei Damen gemacht.
    Und ich arbeite auch dran 😉

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  44. Danke! 😉 Und nochmal danke für die perfekte Zusammenfassung dieses Posts. So isses. Und ich arbeite da ebenfalls dran. Klappt nicht immer, aber immer öfter. 😉

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Kommentare machen das Bloggen bunter und ich freue mich, wenn ich hier keine Selbstgespräche führen muss. ;)

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