Auswaschbare Haartönungen im Test: Maria Nila, Schwarzkopf Brillance, Basler, Glam Colour Advanced

Heute gibt’s einen Post, der schon länger in der Pipeline schlummert, weil er Vorbereitungszeit erforderte. Es geht nämlich um Haartönungen. Und da ich die alle eigenhändig.. äh… eigenhaarig getestet habe, musste dieser Post gewissermaßen reifen. 😉 Im Fokus steht vor allem die Frage, ob eine Haartönung auch mal die Haarfarbe ersetzen kann. Antwort: Ja, das kann sie – bis zu einem gewissen Grad. Abhängig davon, welches eure Grundhaarfarbe ist, welche Tönung ihr nehmt und wie eure Haare die Tönung annehmen. Getestet habe ich für euch die auswaschbaren Tönungen von Schwarzkopf, Basler und La Biosthetique. 

 Eine Haartönung gegen das Grau(en) – Brünette ausnahmsweise mal bevorzugt

Ich bin seit jeher eine Tönungsliebhaberin und habe das Zeug schon vor 20 Jahren gerne mal zur Farbauffrischung genutzt – allerdings wurden die einfachen Tönungen (= die, bei denen wirklich nichts zusammengemischt werden muss!) irgendwann aus den Regalen der Drogeriemärkte geräumt. Intensivtönungen und Haarfarben gab’s weiterhin en masse, einfache Tönungen nur mit sehr viel Glück. Finde ich echt ärgerlich, denn:

  • Tönungen (nicht Intensivtönungen!) sind frei von Amoniak und Oxydantien. Sie dringen nicht ins Haar ein, sondern legen sich farbgebend ums Haar. 
  • Das ist -weil weniger Chemie! –  nicht nur schonender für die Haare, sondern lässt sie auch glänzen.
  • Und sorgt außerdem für eine Farbauffrischung oder schöne Farbreflexe.
  • Farbveränderungen zu einem dunkleren Ton hin sind natürlich auch möglich – wenn’s heller werden soll, muss leider Farbe ran.

Kleiner Wermutstropfen: Da sich die Tönungen nur ums Haar legen, halten sie natürlich auch nicht so lang wie eine Haarfarbe – trotzdem eignen sich wunderbar,  um die  nächste Färbung ein bisschen rauszuzögern. Zumindest einige davon. Und genau darauf kommt’s mir mittlerweile an – bis ich bereit bin, mich mit dem abzufinden, was die Natur da auf meinem Kopf für mich vorgesehen hat. Graue Haare können nämlich schon toll aussehen, aber ganz so eilig hab ich’s halt doch nicht damit. Und darum töne ich überwiegend, zwischendurch gibt es mal eine Intensivtönung und maximal alle Vierteljahre eine Färbung.

Schwarzkopf, Maria Nila, Basler und La Biosthetique 4 auswaschbare Tönungen im Test

1. Schwarzkopf Brillance Creme-Glanz-Tönung: Die macht grauen Haaren ein Ende und zaubert tollen Glanz (mein Favorit)

  • Haltbarkeit: bis zu 15 Haarwäschen (keine Übertreibung!)
  • Einwirkzeit: bis zu 20 Minuten – je nach gewünschter Farbintensität
  • Preis: 3er Pack ca. 8,95€ bei amazon, sonst Einzelpack preisabhängig vom Anbieter
  • Erhältlich: Mit viel Glück (und mit arg eingeschränkter Farbauswahl) im Super- oder Drogeriemarkt, sonst die volle Farbpalette über amazon: Brillance Glanz-Tönungs-Gel.

Meine Erfahrung damit: Das Brillance Glanz-Tönungs-Gel ist definitiv mein Favorit unter den Tönungen, weil es sogar graue Ansätze abdeckt und erstaunlich lange hält. Das Tönungs-Gel, eigentlich eher eine Paste, ist nicht ganz leicht aufzutragen, da es relativ zäh ist. Gebe das Zeug daher immer in ein Glasschüsselchen und trage es mit dem Pinsel auf die Ansätze auf, ehe ich dann  Minuten vor dem Abwaschen noch mal alles mit ein wenig Wasser aufemulgiere und durchmansche. Das Auftragen ist für eine Tönung also relativ aufwändig, die Mühe lohnt sich aber. Graue Ansätze werden für ein paar Wäschen abgedeckt und somit kann ich die nächste Haarfärbung einige Wochen länger rauszögern. Manchmal töne ich auch monatelang, weil ich keine Lust auf Farbe und die damit verbundene Chemiedröhnung habe. Wenn ich ganz faul bin, gebe ich einfach mal nur partiell einen Pinselstrich Tönung auf den Scheitel (denn genau dort graut es und sonst nirgendwo) und lasse das Resthaar unbehandelt.

Fazit: Ich liebe diese Tönung. Sie kaschiert die Ansätze optimal, lässt die Haare toll glänzen und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist unschlagbar. Fing neulich an zu hyperventilieren, als die Tönung bei amazon nicht mehr erhältlich war (draußen finde ich sie nirgendwo und wenn, dann nicht in meinem Farbton) und ich meine letzte Packung anbrechen musste. Die Panik war aber unbegründet, denn dem Tönungs-Gel wurde nur ein neues Gewand verpasst und nun stehen wieder verschiedene Rot- und Braunnuancen zur Auswahl. Muss ich also noch nicht grau werden und kann mir damit noch ein paar Jährchen Zeit lassen.

2. Maria Nila Colour Refresher: Kur mit leichter Farbauffrischung ohne Grauabdeckung

  • Haltbarkeit: bei mir 2 – 3 Haarwäschen
  • Einwirkzeit: 3-10 Minuten – je nach gewünschter Farbintensität
  • Preis: 13,95€ bei amazon
  • Erhältlich: habe den Colour Refresher bei amazon bestellt, da gibt’s auch die volle Farbpalette: Maria Nila Colour Refresher

Meine Erfahrung damit: Der Colour Refresh soll die eierlegende Wollmilchsau sein, die die Haarfarbe auffrischt/intensiviert, leichte Farbveränderungen möglich macht und die Haare sogar intensiv pflegt. Klar, dass ich das probieren musste – es klang zu verlockend.

Der Colour Refresher lässt sich nach dem Haarewaschen wie eine normale Haarkur auftragen – doch Vorsicht: unbedingt Handschuhe tragen, das Zeug färbt höllisch! Die Einwirkheit habe ich ein wenig verlängert und die Tönung 20 Minuten einwirken lassen. Anschließend war ich positiv von der doch intensiver wirkenden Farbe überrascht. Leider liegt die Grauabdeckung bei null. Sprich: In den Haarlängen hatte ich ein schönes Ergebnis, die Haaransätze allerdings waren weiterhin aschblond und vereinzelte graue Haare nicht getönt.

Fazit: Für mich kein Nachkaufprodukt. Farbintensivierung ist zwar schön und gut, ohne Grauabdeckung bringt’s mir aber nicht viel. Auch Glanz zauber dieser Colour Refresher bei mir nicht ins Haar –  dafür ist es mir dann doch zu teuer, zumal der Verbrauch bei längeren und dicken Haaren auch einfach zu hoch ist. Da reicht dieses Döschen vielleicht für zwei Verwendungen.

Maria Nila Colour Refresher

3. Basler Professional Schaumtönung Mousse colorante: Leichte Schaumtönung ohne Grauabdeckung

  • Haltbarkeit: ca. 6-8 Haarwäschen
  • Einwirkzeit: 10-20 Minuten – je nach gewünschter Farbintensität
  • Preis: 30ml/ 3,99€
  • Erhältlich: Basler-Haarkosmetik.de 

Meine Erfahrung damit:  Lässt sich – wie bei Schaumtönungen üblich – super auftragen. Kleckert nicht, tropft nicht. Ist eine tolle Tönung, um mal eben die Farbe zu intensivieren. Die grauen Ansätze werden aber leider nicht vollständig abgedeckt – nur ein bisschen kaschiert. Auch die Haltbarkeit könnte länger sein. Die Kupfer-Nuance ist allerdings mein Retter, wenn mir die Haarfarbe versehentlich zu braunstichtig oder zu kühl geworden ist, weil ich die nötige Wärme reinbringen möchte.

Fazit: Habe verschiedene Nuancen zum Mischen ausprobiert und werde sie auch verbrauchen. Nachkaufen werde ich allerdings lediglich den Kupferton zur Farbrettung.

4. La Biosthetique Glam Color Advanced: Toller Glanz, leicht aufzutragen, keine Grauabdeckung

  • Haltbarkeit: ca. 3-5 Haarwäschen
  • Einwirkzeit: 3-10 Minuten – je nach gewünschter Farbintensität.
  • Preis: 100ml/ 24,99€
  • Erhältlich: La Biosthetique.de  oder bei jedem „La Biosthetique“-Friseur

Meine Erfahrung damit: Die Tönungscreme ist leicht aufzutragen, tropft oder kleckert nicht. Zaubert tolle Farbreflexe und schönen Glanz ins Haar. Vor weißen oder grauen Haaren (gilt auch für das leidige Ansatzproblem) kapituliert sie allerdings – zumindest meine Ansätze wurden damit nicht komplett abgedeckt, nur dezent kaschiert. Das ist allerdings auch schon was, wenn’s mal eine schnelle Farbauffrischung benötigt, für alles andere aber keine Zeit ist.

Fazit: Die Tönung lässt sich sehr angenehm auftragen. Sie wirkt quasi beim Duschen ein und hinterher sehen die Haare einfach gut aus, so als hätten sie eine Kur mit Farbauffrischer erhalten. Ist gewissermaßen (m)eine SOS-Tönung für Tage, an denen ich mir einbilde, dass alles gut wird, wenn nur die Haare mitspielen. Ob ich sie bei dem Preis nachkaufen werde, weiß ich allerdings noch nicht. Wahrscheinlich eher nicht.

Für die Arbeit mit allen Tönungen gilt: 

  • Handschuhe tragen! Un-be-dingt!
  • Außerdem alte Handtücher benutzen und evtl. Flecken im Bad/auf der Kleidung sofort entfernen – vor allem aber bei der Schwarzkopf-Tönung!
  • Sauber arbeiten! Je weniger der Tönung auf der Stirn- u. Schläfenpartie oder hinter den Ohren landet, desto weniger muss hinterher runtergeschrubbt werden. Wichtig: Farbkleckereien gleich entfernen – nicht erst nach 20 Minuten!
  • Tipp: Wer vorher die Stirn- u. Schläfenpartie (ruhig auch) dicker mit einer Allzweckcreme (z.B. einfache Nivea) einreibt, bekommt Farbreste hinterher leichter ab. Creme aber nicht auf die Haaransätze schmieren, sonst deckt die Tönung nicht gut.
  • Auch nach 2-3 Haarwäschen noch vorsichtig sein, weil die Farbe evtl. weiter „ausblutet“ – vor allem bei der Schwarzkopf-Tönung.

 

Tipps für alle Tönungen: Es darf gemischt werden…

Da mir selten eine Farbe so gefällt, wie sie erhältlich ist, mische ich sehr gerne innerhalb einer Herstellerfamilie. Bei der Schwarzkopf Brillance Creme-Glanz-Tönung beispielsweise Naturbraun (für den Ansatz) und Kastanie (für den Rest) – manchmal gebe ich aber auch gleich naturbraune und kastanienfarbene Tönung in das Schälchen, vermische es kurz mit dem Pinsel und trage es dann auf. Die Schaumtönung lässt sich ebenfalls gut im Schälchen mischen. Und bei der  Glam Color Advanced ginge das sicher auch- probiert habe ich es allerdings nicht, da ich dafür logischerweise zwei Tönungen hätte kaufen müssen und mir hat preislich schon die eine gereicht.  Der Kreativität könnt ihr beim Tönen also freien Lauf lassen und wenn es doch in die Hose geht: das ist alles auswaschbar.

Kleiner Tipp für die Ansatztönung: Ich handhabe das hier tatsächlich so wie bei der Farbe und gebe die Tönung zuerst wirklich nur auf den Ansatz und nicht aufs ganze Haar, weil mir das sonst zu dunkel wird. Nach einer (Ansatz)Einwirkzeit von 10-15 Minuten emulgiere ich die Tönung kurz mit Wasser auf, kämme vorsichtig alles mit einem grobzinkigen Kamm durch und spüle die Tönung nach weiteren 5 Minuten ab. Ist mühsam, verhindert aber diese viel zu dunklen Haarlängen und ist es somit doch wert.

Bliebe die Frage, warum ich überhaupt die Mühe des Tönens auf mich nehme, oder? Klare Antwort: Ich kann und will noch nicht grau rumlaufen, aber ich möchte mir auch nicht alle 4-6 Wochen (ich bin da ein bisschen perfektionistisch veranlagt) die volle Chemiedröhnung auf den Kopf kippen. Also ist die Tönung das kleinste Übel. Und selbstverständlich habe ich es auch schon mit Naturhaarfarben probiert. Hier wiederhole ich das, was ich schon beim Matcha schreib: nie wieder. Aber eine Einwirkzeit von bis zu zwei Stunden, noch nach Tagen nachdunklende Ansätze und Haarlängen und ein völlig offenes Färbeergebnis mit miserabler Grauabdeckung sind echt zu viele Kröten, die es da zu schlucken gilt. Da werde ich lieber erst blond und dann grau. 😉

Und wie haltet ihr es mit eurer Haarfarbe?

Färben, tönen oder zu dem stehen, was die Natur mit euch macht?

 

Selfie 2016 - Kopie

 Und hier seht ihr die Haarfarbe, um die es geht. Und natürlich die Tönungen, die Mutter Natur auf die Sprünge helfen. 😉

 

 

Maria Nila Colour Refresher

Anm.: Keinerlei Sponsoring. Alle Produkte habe ich selbst gekauft. Beitrag erschien zuerst auf WeibsWort.

 

[Beitragsbild: erstellt mit Canva u. privat]