Ausrangiert: Drei, zwei, eins – deins.

Neulich haben wir gemeinsam den Kleiderschrank entrümpelt und möglicherweise kommen bei der #Schrankmonster-Aktion von Ela noch weitere Fehlgriffe zutage. Somit stellt sich nun logischerweise die Frage: Wohin mit den ausrangierten Sachen? Wegwerfen ist bei einigen Stücken einfach keine Option. Eigentlich hätte ich mich jetzt dem Flohmarkt widmen wollen. Nur… wer stellt sich schon bei diesem Wetter auf den Flohmarkt? Ich nicht. Gebe aber zu, dass mir auch die knallharte Feilscherei („Ich gebe dir 50 Cent für die Hose“ „50 Cent? Für die Hose, an der noch das Etikett hängt? Ach nein. Lass mal. Ich schenk sie dir!“) den Spaß ein wenig verleidet hat und ziehe daher bequemere und wärmere Varianten vor. Und da gibt es einige: Secondhand-Boutiquen (und das auch in der Onlinevariante) oder Swap-Partys. Und natürlich freuen sich auch diverse karitative Organisationen über Sach- und Kleiderspenden. Ich habe da mal ein paar Links zusammengesammelt.

Beginnen wir mit der Secondhand-Boutique. 

 

 

Dort lässt es sich nämlich nicht nicht nur wunderbar einkaufen, sondern auch ebenso gut verkaufen, da man die ausrangierten Sachen in Kommission geben kann. Normalerweise und wenn der Laden nicht aus allen Nähten platzt. Das klappt allerdings nur bei aktueller Saisonware, denn wer möchte sich den Laden schon im Frühling mit Winterjacken vollknallen? Auch klar: Je hochwertiger die Stücke, desto eher werden sie einem aus der Hand gerissen und abhängig von der Boutique kann es auch gut sein, dass generell nur Designer-Teile abgenommen werden. Doch egal ob Chanel oder C&A: Mit Sachen, die nicht mindestens gut bis hervorragend erhalten sind, kann man sich den Weg sparen – das gilt zumindest in den Boutiquen, in denen ich auch selbst stöbern würde. Ich mag diese Variante, um meine ausrangierten Stücke loszuwerden, allerdings gibt es neben all den Vorzügen einen Wermutstropfen…

Pro

  • Die Verkaufspreise werden generell höher angesetzt, somit ist der Gewinn theoretisch auch höher – allerdings wird auch eine ordentliche Provision abgezogen. Das rechnet sich vor allem für Markenteile, die man auf dem Flohmarkt unter Wert verkaufen würde.
  • Der Kommissionszeitraum ist großzügig bemessen und die Chancen, die guten Stücke an den Käufer zu bringen, sind ziemlich gut. Meine favorisierte Secondhand-Boutique behält die Sachen bis zu einem Vierteljahr und das klingt doch schon mal ganz anders als die acht Stunden, innerhalb derer mir auf dem Flohmarkt ein Käufer über den Weg laufen muss.
  • Gehen die Teile wider Erwarten mal nicht weg, habe ich sie trotz allem kostenlos und sehr bequem zwischenlagern können. Und manchmal, wenn ich meine Schätzchen nach einem Vierteljahr wieder abhole, entflammt die Liebe erneut und ich frage mich, warum ich diese Schuhe eigentlich loswerden wollte – bei der nächsten Ausmistaktion fällt’s mir dann allerdings wieder ein. 😉

 

Contra 

  • Die Provision! Die ist mit bis zu 60% leider so hoch, dass sie mich doch immer wieder auf den Flohmarkt treibt, vor allem dann, wenn die Sachen zwar schön, aber eben „No Name“ sind. Allerdings ist meine favorisierte Secondhand-Boutique dahingehend kompromissbereit, dass ich bei relativ schönen Stücken einen Festpreis angeben kann, den ich beim Verkauf unbedingt haben möchte. Ich habe meine „Verkaufsboutique“ durch Zufall gefunden, weil ich meine Umgebung zur Abwechslung mal mit offenen Augen angeschaut habe. Anderenfalls hilft: googeln, den eigenen Kiez mal genau unter die Lupe nehmen oder Freunde und Nachbarn ausquetschen.

 

Die guten Stücke lassen sich natürlich auch online an die Frau bringen.

Wobei das eigentlich schon wieder Flohmarktcharakter hat, aber egal. Wenn ich nicht in aller Herrgottsfrühe aufstehen und meinen Flohmarktstand bestücken muss, sondern die Sachen bequem von zu Hause aus verticken kann, dann gehört das – dem Bequemlichkeitsfaktor geschuldet – in diese Rubrik. Zu den Online-Platzhirschen zählen natürlich ebay oder Kleiderkreisel. Interessante Neuentdeckungen gibt’s allerdings auch und hier habe ich euch  einen Schwung Secondhandshops im Netz aufgelistet.

 

Swap swap hooray: Es darf getauscht werden… 

Neben dem Flohmarkt und Secondhand-Boutiquen gibt’s noch weitere Optionen. Und die heißt: Back to the roots. Oder: Let’s swap. Die Idee des Tauschens ist nun beileibe nicht neu. Und prinzipiell ist es eine hervorragende Idee, die Sachen im Freundinnenkreis reihum wandern zu lassen, gäbe es da nicht einige Probleme…

Spaß macht die Tauscherei meiner Meinung nach nur, wenn man sich auf einem Niveau bewegt, was Konfektionsgröße, Kleidungsstil und den Wert der zu tauschenden Sachen angeht. Denn sonst kann so manches Teil einen tiefen Keil in die Freundschaft treiben, weil die sich – konfrontiert mit „Tausche Mango gegen Chanel“ oder „Esprit gegen Kik“- möglicherweise als doch nicht so belastbar herausstellt. Kein Wunder, dass man die Tauscherei auf neutraleres Terrain verlegte. Und so wurde das Tauschen im Rahmen verschiedener Swap-Partys zum Event und lauwarmer Prosecco und Wohnzimmercouch gegen Cocktails und ‚Wow-Location‘ getauscht. Mittlerweile scheinen die „Swap and the City“-Partys allerdings auf Eis zu liegen, denn die letzte Party ist schon ziemlich lange her. Kleidertausch-Partys finden allerdings weiterhin statt – einfach mal die Suchmaschine des Vertrauens bemühen.

 

Kleiderspende leicht gemacht

Und zu guter Letzt noch ein paar Links für alle, die ihre Sachen lieber in Pfadfindermanier loswerden möchten.

  • Wohin damit? Online-Plattform, auf der ihr ganz einfach die loszuwerdenden Sachen auswählen könnt und wenn ihr eure PLZ eingebt, werden euch geeignete Einrichtungen in der Nähe gezeigt, die sich über eure Spende freuen. Infos: wohindamit.org
  • Packmee: Klamotten aussortieren und damit ‚Care‘ oder die Stiftung ‚RTL Wir helfen Kindern‘ unterstützen? Wer mit dieser Idee liebäugelt, muss noch nicht einmal mehr das Haus verlassen. Einfach die zu spendenden Sachen in einen großen Karton packen und – kostenlos ab einem Gewicht von 5 kg – von Hermes oder DHL an der Haustür abholen lassen. Alternativ gibt es aber auch rund 30.000 Abnahmestellen, die die Spendenkartons annehmen. Derzeit pausiert Packmee, an einem Neustart wird allerdings gearbeitet. Infos:  packmee.org 
  • Platz schaffen mit Herz: Funktioniert ähnlich wie Packmee,  wurde aber vom Versandhändler Otto ins Leben gerufen. Die ausrangierten Sachen in einen Karton packen, Paketschein ausdrucken und die Kleiderspende portofrei mit Hermes versenden. Infos: platzschaffenmitherz.de
  • Givebox: Zu finden vor allem in größeren Städten – so sie nicht dem Vandalismus zum Opfer fielen. Einfach ungeliebte, aber gut erhaltene Sachen reinlegen und wer mag, kann sich sogar was Neues mitnehmen. Ob’s eine Givebox in eurer Nähe gibt, erfahrt ihr hier: klick.
  • Nicht unterschlagen möchte ich natürlich die üblichen karitativen Organisationen, die sich seit jeher über Sach- und/oder Kleiderspenden freuen. Beispielsweise Bahnhofsmissionen, Gute-Nacht-Cafés oder Sozialkaufhäuser.  Auch verschiedene Kirchengemeinden nehmen gerne gut erhaltene Sachen, um sie auf dem nächsten Kirchenbasar zu verkaufen und den Erlös dann sinnvoll einzusetzen. Wer sichergehen möchte, dass seine Spende auch tatsächlich einem guten Zweck dient und bei einem seriösen Sammler landet, kann hier vorbeischauen: FairWertung.  Interview mit dem Geschäftsführer von FairWertung findet ihr hier: Was passiert mit Altkleidern?

Kleiderspende: Warum gut gemeint nicht auch gut gemacht sein muss!

Kleiner Exkurs: Und wrum ist es nur bedingt emfpehlenswert, die ausrangierten Stücke in den nächstbesten Container zu werfen? Weil nicht alles, was gut gemeint ist, auch gut gemacht ist: Altkleiderdsammlungen: Das Geschäft mit dem Stoff. Und worauf ihr noch achten könnt, verrät dieser Artikel: Kleidung spenden: Wo es auch wirklich ankommt. In diesem Geo-Artikel [zu lesen nur ohne Adblocker!] wird auch eine entscheidende Frage gestellt:

Müssen wir Kleidung, deren Produktion wertvolle Ressourcen verschlingt und die wir eigentlich noch tragen könnten, wirklich so schnell wieder entsorgen, wie wir es heute tun?

Ich habe diese Frage für mich bereits beantwortet. Und sehe meine steinalte Lieblingsjeans seither mit anderen Augen. Witzigerweise war das gute Bootcut-Stück kürzlich sogar wieder angesagt. Aber ganz ehrlich… das ist  mir auch egal. Ich mag und trag sie trotzdem.  😉

Habe ich noch was vergessen? Eine Organisation, die unbedingt unterstützenswert ist? Dann setzt das gerne hier in die Kommentare rein.Und falls ihr nicht wisst, was ihr mit euren aussortierten Büchern anfangen sollte, dann schaut mal hier rein: Neues Leben für alte Bücher – Bookcrossing, Giveboxen und mehr.

 

P.s: Mit diesem Post nehme ich an der von Rostrose ins Leben gerufenen Aktion  A New Life teil.

[Beitragsbild: erstellt mit Canva u. privat]

3 Kommentare zu „Ausrangiert: Drei, zwei, eins – deins.

  1. aber gern doch nachdem ich deinen Post unter Rostroses Aktion gefunden habe!…
    Altes weggeben – neues erwerben und das für relativ kleines geld, eine tolle Idee der viele nachfolgen sollten, denn:es muss nicht immer nur NEUES sein! absolut nicht, das unterstreiche ich gerne…
    dein Post und die Tipps darain sind toll,, danke Angelface

    Gefällt mir

    1. Herzlichen Dank für dein Feedback! Dieser Post ist für mich nach wie vor aktuell, denn ich habe gerade zwei weitere Shops getestet, die Secondhandware nehmen und bin gespannt, wie das laufen wird. Darüber hinaus habe ich in ebendiesen Shops so viele tolle Sachen entdeckt, dass ich für mich beschlossen habe, beim nächsten Kauf erstmal online zu schauen. 😉

      Lieben Gruß!

      Gefällt mir

  2. danke für die Zusammenstellung
    ich trage meine Sachen bis sie auseinanderfallen 😉
    da ich aber von meinem Mann Kleidung habe und auch von meiner Mutter die mir nicht passt
    gebe ich diese entweder in die Kolpingsammlung oder noch lieber zur Diakonie
    die haben Werkstätten für behinderte Menschen in denen diese Kleidung wieder „aufbereitet“ wird und dann geht sie ins Kaufhaus
    in der Stadt haben wir auch ein „Rock und Blus “ Haus das ehrenamtlich geführt wird und dort kann man auch noch gut erhalten Sachen abgegebn
    alledings nur für Frauen..
    liebe Grüße
    Rosi

    Gefällt mir

Kommentare machen das Bloggen bunter und ich freue mich, wenn ich hier keine Selbstgespräche führen muss. ;)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s