Gelesen| How to be Parisian oder: Neverending PMS

Erwähnte ich schon mal, dass ich ein frankophiles Stück bin? Ja, ich glaube schon. Und ich kann förmlich spüren, wie einige von euch genervt mit den Augen rollen. 😉  Nun, einem Buch meiner „Die Französinnen sind die Überfrauen“-Reihe habe ich mich noch gar nicht gewidmet. Aus Gründen. Das hole ich hiermit der Vollständigkeit halber nach und es geschehen noch Zeichen und Wunder, denn dieses Buch …ähm… na lest selbst.

Als ich „How To Be Parisian“ zum ersten Mal las – oder eher: überflog, weil es ja nicht wirklich textlastig ist – fand ich es nett, allerdings war ich ein bisschen überrascht, weil ich wohl unterschwellig einen weiteren Style-Guide erwartet habe. Das ist „How To Be Parisian“ allerdings definitiv nicht. Das Buch ist nicht wirklich gehaltvoll, aber im Stil eines Frauenmagazins hübsch aufgemacht und schön anzuschauen. Die vier Autorinnen streifen alle Lebensbereiche und die kurzen Textbeiträge sind angenehm zu lesen und könnten so auch in einer Frauenzeitschrift oder in einem Blog stehen. Sprich: Kurzweilige Unterhaltung für die Kaffeepause – nett zu lesen, aber weder tiefschürfend noch gehaltvoll.

Und plötzlich wirkt es nur noch zickig…

Als ich einige Wochen später allerdings erneut zum Buch griff, um mir die Pause zu versüßen, stieß es mir plötzlich übel auf, weil meine Stimmung nun offenbar nicht mehr „How To Be Parisian“-kompatibel war. Plötzlich fiel mir auf, dass die Autorinnen – hoffentlich unbeabsichtigt oder kokettieren sie damit? – ja irgendwie ein Bild von der Pariserin zeichnen, das schlichtweg unsympathisch ist. Nämlich…

  • zickig,
  • anstrengend,
  • anspruchsvoll,
  • neurotisch
  • und egozentrisch.

Was an diesem Verhalten nun allerdings wieder so typisch „parisian“ ist, erschließt sich mir nicht, denn tatsächlich scheint mir jede Frau, wenn sie mal einen wirklich bösen Tag hat oder von heftigen PMS-Schüben gebeutelt wird, so „parisian“ zu sein, wie im Buch beschrieben.  Nur machen wir Nicht-Pariserinnen eben nicht so ein Bohei drum. Sondern kriegen am nächsten Tag wieder die Kurve und sind ein bisschen sozialverträglicher, anstatt zur überanspruchsvollen Dauerzicke zu mutieren, die selbst den Gang zum Briefkasten so inszeniert, als wäre sie auf einer Theaterbühne. Aber gut… vielleicht ist ja genau das unser Fehler und darum werden über uns keine Bücher geschrieben.

Gelingt es mir beim Lesen, das latente Unverständnis darüber auszublenden, dass dieses (für mich) schlichtweg zickige und unhöfliche Verhalten der Pariserinnen zum Kult erhoben wird, dann habe ich ein bisschen Spaß mit dem Buch. An anderen Tagen denke ich aber auch einfach nur: Die spinnen, die Franzosen – aber sie verkaufen ihre Spinnerei extrem gut. Und jeden Tag steht eine Blöde wie ich auf, die sich vom Hype um „die Französinnen“ einfangen lässt.

Mein Fazit: Hübsch anzuschauen ist es, das Buch, darum prangt es ja auch in meinem Header. Zu den Büchern, die frau gelesen haben muss, gehört es für mich  nicht und bleibenden (postiven) Eindruck hinterlässt es bei mir trotz netter Aufmachung auch nicht. Wenn man nicht viel erwartet und entspannt gestimmt ist, kann es Spaß machen. Überfrachtet man es jedoch mit Erwartungen und hofft, den Schlüssel für dieses „Je ne sais quois“ in die Hand zu bekommen, dann wird die Lektüre enttäuschend. Und wer Zicken generell nicht ausstehen kann, lässt bitte die Hände von diesem Buch.

P.S: Wenn ihr auch so frankophile Spinner wie ich seid, dann empfehle ich euch guten Gewissens folgende Bücher, von denen ihr wirklich mehr habt. Versprochen!

[Beitragsbild: erstellt mit Canva u. privat]

2 Kommentare zu „Gelesen| How to be Parisian oder: Neverending PMS

  1. Ich war eigentliich von Love Style Life enttäuscht. Bzw. eigentlich gerade generell von Garance. Ich dachte, dass man von ihr noch einiges über „die Pariserin“ erfährt, aber eigentlich mag sie Paris und die Pariser überhaupt nicht.
    How to be Parisian muss man einfach als etwas überzogen sehen. Aber die Essenz stimmt schon… 🙂

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    1. Vielleicht mag ich das Buch von Garance so, weil ich vorher einfach nichts von ihr gelesen habe. Skandal, ich weiß. 😛 So war alles neu und ich finde sie einfach sehr sympathisch. Hätte ich mich vorher durchs Blog gearbeitet, wäre mir das Buch wohl auch zu wenig gewesen. 😉

      Lieben Gruß!

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