Beauty| Das ist doch die Wasserhärte!

Habe vor einiger Zeit entsetzt festgestellt, dass man mir beinahe alles verkaufen kann. Gesunde Chips, fliegende Pferde oder aktuell: Shampoo mit Magnet-Technologie. Und was kann das Zaubermittelchen? Das im Wasser enthaltene Kupfer neutralisieren, heißt es, und das wäre wünschenswert, weil Kupfer die Haare mit der Zeit brüchig und porös macht. So habe ich es gelesen – in einer Zeitschrift. Gut. Es kam, wie es kommen muss: Das Shampoo ist weder besser noch schlechter als andere. Nebenbei bemerkt bescherte mir dieser Kupferbericht jedoch ein Aha-Erlebnis. Denn hätte ich, manchmal Mrs Arroganz in Person, je damit gerechnet, aus einer Frauenzeitschrift nochmal wirklich interessanten Input mitnehmen zu können? Nein.

 

Reden wir mal über Wasserhärte…

 

Und nun kommt, neben dem Kupfer, die Härte – nämlich die Wasserhärte. Dass es unterschiedliche Härtegrade gibt, war mir schon bewusst, aber ich habe ehrlich gesagt nie drüber nachgedacht. Es sei denn, die Kaffeemaschine wollte schon wieder entkalkt werden und beim Blick in den Wasserkocher drängt sich auch die Frage auf, wie unsere Rohre wohl aussehen mögen und ehrlich gesagt möchte ich das lieber nicht wissen. Was die Verbindung  von Haaren und Kalk angeht, habe ich lediglich irritiert festgestellt, dass meine Haare an der Nord- oder Ostee sehr viel weicher, fluffiger, weniger frizzig und auch glänzender sind. Dafür habe ich zu Hause mehr Haare auf’m Kopp, also mehr Volumen, und die Haare sind giffiger, aber auch spröder und superfrizzig. Und warum ist das so?

Hartes Wasse macht die Haare spröde…

Im Urlaub ist das Wasser schlicht weicher als zu Hause, wo es mit knapp 18°dH gewissermaßen steinhart ist. Hartes Wasser macht die Haare spröde und raut die Schuppenschicht auf – Glanz ade. Allerdings sind die Haare auch voluminös und griffig. Weiches Wasser hingegen zaubert mehr Glanz auf den Kopf, allerdings wirken die Haare auch schnell strähnig, weil sich die Pflegprodukte oft nicht rückstandslos ausspülen lassen. Die unterschiedlichen Härtebereiche:

  • Weich: bis 7,3°dH
  • Mittel: 7,3 – 14°dH
  • Hart: 14 – 21,3°dH

Wer wissen will, wie hart das Wasser ist, das zu Hause aus der Leitung kommt, surft die zuständigen Wasserwerke an, die wissen das. Online gibt’s auch verschiedene Übersichtskarten – aber die sollten idealerweise nicht von jemanden ins Netz gestellt worden sein, der Wasserenthärter vertreibt.

Tipps der Haarpflegeprofis

  • Bei hartem Wasser öfter mal eine Haarkur anwenden
  • Bei weichem Wasser eher mal zu Peeling-Shampoos greifen, um Rückstände zu entfernen.

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Kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Und das erklärt auch, warum ich hier mit gänzlich silikonfreien Shampoos und Pflegeprodukten absolut gar nicht hingekommen bin, während es jetzt mit einem nach dem Lustprinzip angewandten Shampoomix (und immer mal wieder ein paar Silikonen im Haar) deutlich besser läuft. Nach diesem Wasserhärte-Bericht habe ich mich auch von einem Traum verabschiedet: Einmal so eine Mähne à la Ghost WhispererMelinda zu bekommen oder es haartechnisch den perfekt gestylten New Yorkerinnen gleichzutun – die Wasserhärte bei denen beträgt angeblich nur um die 1,2°dH und ein Umzug der Haare zuliebe ist gar keine Option.

Haarpflege: So wird hartes Wasser weicher

Strohfaktor erkannt, Strohfaktor gebannt? Selbstverständlich habe ich es mehrmals mit Essigspülungen versucht, weil Essig und Kalk keine Freunde sind. Leider sind Essig und ich ebenfalls keine Freunde und das wird sich auch nicht mehr ändern. Der Einbau eines Wasserfilters kam nicht infrage. Stattdessen stieß ich irgendwo auf einen Tipp, den schon die Oma beherzigte: das Wasser mehrmals abkochen. Und das gestaltete sich bei mir wie folgt. Ich habe

  • den Wasserkocher bis zur Oberkante gefüllt (dicke Haare, ich brauche viel Wasser),
  • das Wasser  im Lauf des Tages mehrmals im Vorbeigehen aufgekocht,
  • nach 4 Kochvorgängen das abgekochte u. abgekühlte Wasser in eine Flasche gefüllt,
  • die Flasche natürlich mit meinem Namen beschriftet, damit niemand versehentlich mein kostbares Wasser mopst, sie für die nächste Haarwäsche im Bad deponiert,
  • am Nachmittag die Haare gewaschen wie üblich und quasi als letzten Spülgang den Inhalt der kompletten Wasserflasche benutzt.

Das Ergebnis…

Habe die Haare lufttrocknen lassen, abends in den Spiegel geschaut und konnte zum ersten Mal seit langer Zeit nachvollziehen, warum meine Friseurin sagt: „Sie brauchen kein Olaplex, Ihre Haare haben das nicht nötig.“ Recht hat sie. Die Haare glänzen. Sind nicht strohig oder stumpf und es gibt nur einen Hauch von Frizz. Ab sofort gibt es daher bei mir für den letzten Spülgang immer mehrfach abgekochtes Wasser und dann schau’n mer mal, wie das den Haaren gefällt.

Solltet ihr also in einer Gegend wohnen, in der das Wasser extrem hart/kalkhaltig ist, probiert’s erstmal mit abgekochtem Wasser, ehe ihr eine Haarkur nach der nächsten kauft. Und wenn’s nicht hilft, lege ich euch folgendes  ans Haar. Habe ich getestet und für weiterempfehlenswert befunden. 😉

Wasserspiele mit Muscheln und Filter…

Ein haargesundes Extra von  mir gibt’s heute auch auf Ginger:Happy hair- worauf eure Haare Appetit haben. Haargesundheit (und logischerweise nicht nur die!) fängt nämlich schon beim Essen an. 😉

P.S: Nebenbei frage ich mich: Habe nur ich den Spleen, dass ich bei jeder Haarwäsche ein anderes Shampoo nutze? Bin da konstant unbeständigt. Derzeit tummeln sich hier ca. zehn verschiedene Flaschen und die wichtigste Entscheidung nach „Stehe ich auf: ja/nein/wann/wie gelaunt?!“ ist die, welches Shampoo ich heute nutze. Und ja, da gäbe es schon dringlichere Fragen zu beantworten, aber morgen ist ja auch noch ein Tag und übermorgen …

[Beitragsbild: erstellt mit Canva u. privat]