Lieblingsbücher: Prädikat #lesensWert

Leseverrückt? Sehr schön. Dann bekommt ihr jetzt ein paar Leseempfehlungen aus verschiedenen Bereichen, die ich eigentlich jedem aufs Auge drücke, der nicht rechtzeitig das Weite sucht. Und dazu gibt’s noch einen DVD-Tipp, der für alle interessant ist, die mal hinter die Kulissen der Vouge schauen möchten und die sich dafür interessieren, was es mit der legendären September Issue auf sich hat. Dieser Post erschien – wenn auch nicht in einem Stück – bereits imWeibsWort und wird jetzt hier nochmal zusammengefasst. Möge was Interessantes für euch dabei sein.

Belletristik: „Amber“ – Lesetipp für Fans von Scarlett O’Hara

Ich habe ein Faible für Historienschmöker und „Vom Winde verweht“ ist für mich eines der besten Bücher, das ich je gelesen habe. Ihr könnt euch vorstellen, wie begeistert ich war, als mir „Amber“ von Kathleen Winsor unterkam, bei der es sich gewissermaßen um eine Scarlett O’Hara in England um 1660 handelt. Die Handlung ist nach bewährtem Muster gestrickt: Einfaches Bauernmädchen kommt nach London, macht seinen Weg, indem es diverse Konventionen missachtet und wird u.a. zur Mätresse von König Karl II. und das auf knapp 900 Seiten (in der Originalausgabe). Wirklich toll geschrieben. Auf Wikipedia heißt es dazu:

Positive Kritiken heben den interessanten, zwiespältigen Charakter der Hauptperson hervor, die differenzierte, gleichzeitig nahe wie distanzierte psychologische Schilderung der Charaktere, sowie die gut recherchierte und dichte historisch-soziologische Darstellung. Der häufige Fehler von Autoren historischer Romane, Sichtweisen ihrer Zeit als Anachronismen in ihre Romane einzubauen, scheint Winsor nicht unterlaufen zu sein. Ihr wird bescheinigt, die Mentalitäten, den sozialen Habitus der verschiedensten sozialen Schichten und Milieus differenziert und auch sprachlich treffend wiedergegeben zu haben. Im Roman erfährt man viel über die 1660er Jahre in England, die Epoche der englischen Restauration. 

So ist es. Ich liebe das Buch und habe es schon mehrmals gelesen. Und weil die Erstausgabe so zerfleddert und zerlesen war, habe ich das getan, was Buchverrückte machen. Ich habe mir das Buch mehrmals besorgt. Sicher ist sicher. 😉

„Amber“ erschien übrigens erstmals 1944 und das zeigt mir mal wieder, dass mir die alten Historienschmonzetten oftmals besser gefallen als die neuen [große Ausnahme ist für mich Philippa Gregory und hier besonders „Die Schwester der Königin“, ebenfalls ein Buch, das ich mehrmals gelesen habe], weil es ja gar nicht nötig ist, alles en detail und teils drastisch zu schildern. Weniger ist oft mehr und die alten Bücher „können das noch“. Auch merkt man den Büchern eben an, ob sie mal eben im Schnellverfahren rausgehauen wurden, weil alle zwei Jahre was Neues verlangt wird oder ob sich der Autor/die Autorin richtig Zeit gelassen hat. Blöd ist nur, dass wirklich tolle Romane halt schwer zu toppen sind. Aber irgendwas ist ja immer… 😉

 

Links seht ihr die zerfledderte Taschenbuch Ausgabe von 1972. Da fallen mittlerweile die Seiten raus und sie ist unlesebar! Drama, Drama, Drama… aber Schlaufuchs sorgt vor udn mittlerweile kann ich in der gekürzten Ausgabe sogar mühelos die fehlenden Passagen einsetzen. Das ist Liebe! ;))

Uma lernt fliegen: Ein bisschen wie „Eat, Pray, Love“…

… allerdings zwischen Deutschland, China, Nordindien (Poona) und Korfu und nicht so krampfhaft witzig geschrieben wie das Buch von Elizabeth Gilbert – darum spricht es mich vielleicht auch mehr an.  Uma lernt fliegen. Grenzenloser Mut zum Glücklichsein ist die autobiografische Geschichte einer Frau, die kompromisslos ihrer inneren Stimme folgt – und dafür alle Sicherheiten aufgibt. Die innere Stimme interessiert sich nie für den bequemen Weg oder die mehrspurig ausgebaute Autobahn, sondern immer nur für kleine Pfade, die erst gegangen werden wollen – von Uma. Und so verlässt sie ihren Mann – und das nicht, weil die Ehe schlecht ist, sondern weil sie die „die Liebe als erfüllt und die gemeinsame Reise als vollbracht“ betrachtet. Und vielleicht auch ein wenig, weil ein neuer Mann in ihr Leben tritt…

Fazit: Ein wunderbares Buch [auch wenn die Beschreibung bei amazon eher einen schlimmen Eso-Schinken vermuten lässt], aus dem sich lesenderweise viel mitnehmen lässt und das einem immer wieder die Gelegenheit gibt, sich selbst zu hinterfragen, da die Autorin ihre eigenen Gedankengänge und Handlungen schonungslos durchleuchtet. Interessant auch für alle, die Indien mögen  – jenseits der luxuriösen Hotelanlagen. Und ebenfalls lesenswert für alle, die sich für Osho interessieren, denn seine Zitate sowie das Leben im Osho-Resort Poona fließen immer wieder mal ins Buch ein.

Prädikat: Absolut lesenswert! Gehört definitiv zu meinem Lieblingsbüchern, die ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde – und das nicht nur, weil ich die Autorin sehr mag und sie dafür bewundere, dass sie ihren Eingebungen so kompromisslos folgt. Und im Gegensatz zu „Eat, Pray, Love“ (da hänge ich immer noch in Indien und ich komme einfach nicht weiter!) habe ich dieses Buch schon mehrmals gelesen. Uma, also Satsanga Sabine Korte könnt ihr übrigens auch auf ihrer Website besuchen – da gibt’s Bilder und den Lebensweg im Schnelldurchlauf: Satsanga’s Way.

Die Wolfsfrau – mein allerliebster Seelenklassiker

Die Wolfsfrau – Die Kraft der weiblichen Urinstinkte – ein Buch, um das ich lange rumschlich und das ewig ungelesen in meinem Regal stand, weil es für mich eher in die „Frauengruppen-Ecke“ gehörte und der fühle ich mich – Asche über mein Haupt – nicht wirklich zugehörig. Irgendwann war ich dann doch reif für die Wolfsfrau – und mittlerweile erwähne ich dieses Buch ständig und zu jeder passenden und leider auch unpassenden Gelegenheit. Komme mir dabei schon vor wie eine „durchgeknallte Missionarin“, aber von den „Groschen“, die da lesenderweise gefallen sind, hätte ich mir mittlerweile ein traumhaftes Cottage kaufen können. Die Wolfsfrau ist… wie lesen und nach Hause kommen. Irgendwie. Darum absolute Leseempfehlung von mir für diese Liebe auf den zweiten Blick, die ich nicht mal gescheit rezensieren kann, weil meine Worte diesem Buch nicht gerecht werden. Allerdings hat mich „Die Wolfsfrau“ zum Post „Meine Seele hat ein Sparkonto“ inspiriert.

Prädikat: Unbedingt lesen! Und zwar mehrmals! Lediglich die Einleitung ist ein bisschen öde und abeschreckend, darum fange ich immer gleich mit dem ersten Kapitel an – oder dem, das mir gerade passend erscheint. Also gebt dem Buch eine Chance, auch wenn euch die Einleitung auf die Nerven geht!

 

Gesundheit: Körper, Seele, Selbstheilung…

Und das auch noch verständlich und spannend geschrieben, als ob es ein Roman wäre. Frauenkörper – Frauenweisheit: Wie Frauen ihre ursprüngliche Fähigkeit zur Selbstheilung wiederentdecken können ist ein großartiges Buch und mit das Beste im (frauen)medizinischen Bereich, was mir bisher unterkam und ich habe viel gelesen. War für mich ein Augenöffner und läuft gewissermaßen unter „Das, was Ihnen Ihr Arzt nie gesagt hat, weil er keine Zeit hat und Sie nur Kassenpatient sind.“

Nicht minder empfehlenswert oder eigentlich sogar noch ein bisschen beser ist der „Folgeband“ namens Weisheit der Wechseljahre: Selbstheilung, Veränderung und Neuanfang in der zweiten Lebenshälfte. Wusstet ihr, dass der regelmäßige Verzehr von Leinsamen alle Schleimhäute „schmiert“ und sogar Geburten „besser flutschen“? Oder dass Frauen, die regelmäßig 100 – 200mg Soja-Isoflavon verzehren, deutlich seltener an Hitzewallungen leiden? Und dass schon eine Tasse Kaffee am Tag die Neigung zu Hitzewallungen verstärkt? Dieses Buch ist eine Fundgrube an Tipps – nicht erst für die zweite Lebenshälfte, denn auch die Seele nimmt im Buch sehr viel Raum ein und Seelenthemen sind zweifelsohne lebenslang aktuell.

 Basics für Hormonflüsterinnen u. Kräuterhexen

Die folgenden Bücher haben mir bei außer Kontrolle geratenen Hormonen und allem, was damit zusammenhängt, maßgeblich geholfen. Ich habe mir nämlich (m)einen kleine Teesammlung zusammengstellt (echte Teekräuter aus dem Kräuterladen, nicht dieses Beutelzeug aus dem Supermarkt!) und völlig erstaunt festgestellt, dass es tatsächlich für jedes Wehwehchen ein Teechen gibt. 😉

 

 

  • Und last, but not least: Östrogen-Dominanz (eBook). Bisschen reißerisch geschrieben, aber trotzdem sehr lesenswert! War – gemeinsam mit den Büchern von C. Northrup! – mein Augenöffner als ich glaubte, mit Anfang 40 schon in die Wechseljahre geschlittert zu sein, was dann doch nicht so war. Zum Glück. Es ist ja nicht so, dass ich mich davor drücken möchte, aber ganz so eilig habe ich’s dann doch nicht damit.

 Was Heißhunger mit gesundem Essen zu tun hat…

Gelegentlich werde ich von merkwürdigen Heißhungerattacken befallen, die ich lange Zeit nicht so richtig deuten konnte. Ich habe es als Spleen abgehakt, dass ich halt 2 Wochen lang nur Blattspinat, Spargel oder Kartoffeln essen wollte und das wirklich exzessiv jeden Tag. Oder mich darüber gewundert, dass ich tafelweise Schokolade und tütenweise Cashewnüsse hätte verschlingen können, obwohl mich beides sonst normalerweise gar nicht besonders reizt. Bis ich dann auf das Buch Heißhunger is(s)t gesund. Vorlieben als Signalgeber für eine vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung(eBook) gestoßen bin. Und erfahren habe, dass Schokolade und Cashews u.a. hervorragende Zink-Lieferanten sind, ich in meiner damals veganen Phase allerdings überhaupt nicht darauf geachtet habe, Zink zu mir zu nehmen und das – außer in Nüssen oder Kakao/Schokolade – eher in tierischen Produkten steckt. Mittlerweile habe ich gelernt, besser auf meinen Körper zu hören und komische Ernährungsspleens wie einen rätselhaften Jieper auf Leberwurst oder Schokolade richtig zu deuten. Und wenn ihr plötzlich von merkwürdigen Heißhungerattacken befallen werdet, hört einfach mal genau hin, vielleicht möchte euch euer Körper etwas mitteilen, was über „heute war so ein richtig blöder Tag, der sich nur mit Schokolade, Torte oder Sockengespenstern retten lässt“ hinausgeht.

Sehr empfehlenswert finde ich übrigens auch die anderen „kleinen eBooks“ von Werner Winkler. Es handelt sich – dem Preis (0,99 – 2,00€) angemessen – nicht um dicke Wälzer, sondern um kompaktes Ernährungswissen, verständlich verpackt. Und das von jemandem, der nicht nur theoretisch darüber schreibt, sondern sich als (allergiebedingt nicht ganz freiweilliger) Veganer selbst in die Materie eingearbeitet hat und die Sache ganz undogmatisch und sehr praxisorientiert angeht.

 

Und noch ein DVD-Tipp…

„The September Issue“ – auf Tuchfühlung mit Anna Wintour

90 Minuten lang darf der Zuschauer in dem Film von R.J.Cutler „der mächtigsten sowie polarisierendsten Person im Mode-Bereich“ (Zitat DVD) über die Schulter schauen und das erlaubt erstaunlich persönliche Einblicke – so persönlich man eben sein kann, wenn man ein Kamerateam im Schlepptau hat. Schon witzig, wie die große Anna Wintour ausgerechnet von ihrer eigenen Tochter abgekanzelt wird, die das Mode-Business für relativ hohl hält und lieber andere Wege einschlagen möchte. Und erstaunlich menschlich, wie Anna zugibt, dass ihre Familie wohl eher wenig mit dem anfangen kann, was sie da macht, weil es halt „nur Mode ist“. Der Zuschauer ist gefühlt hautnah dabei, während die legendäre Septemberausgabe der Vogue entsteht. Blatt für Blatt. Und zwar während der Meetings, während der Fotoshootings oder während der Fashion Shows. Und auch, wenn Anna Wintour den Designern einen Besuch abstattet und sich Stefano Pilati peinlich berührt windet, während er sich anhören muss, „dass ihm in dieser Saison wohl nicht nach Farbe war“.  Am Ende dieser 90 Minuten habe ich mein durch „Der Teufel trägt Prada“ geprägtes Bild von Anna Wintour revidiert. Die Frau ist für mich keine Zicke, sie weiß einfach nur sehr genau, was sie will. Und was nicht. Mein Highlight ist allerdings die großartige Grace Coddington, deren Bilder einfach eine Geschichte erzählen [scrollt mal ein wenig nach unten] und die wie eine Löwin für jedes ihrer Bilder kämpft. Da steckt Herzblut drin. Wer ein Faible für Mode, kreative Köpfe und einen Blick hinter die Kulissen hat, dürfte hier seinen Spaß haben.

Trailer auf youtube:The September Issue

Außerdem gelesen, ausführlich rezensiert und für empfehlenswert befunden: 

  • Garance Doré: Love x Style x Life:  Eine Mischung aus Biografie (die liebe ich ja ohnehin), Style-, Stil- und Lebensratgeber, die richtig Spaß macht. „Love x Style x Life“ gehört für mich zu den Büchern, die ich immer mal wieder in die Hand nehmen werde, zumal man es auch  nicht in einem Rutsch durchliest, sondern Stückchen für Stückchen. Eine Tafel Schokolade isst man schließlich auch nicht mit einem Happs. Klick zur Rezension. 
  • Ines de la Fressange: Pariser Chic. Für Fressange-Fans ein Muss. Und ich bin ein Fressange-Fan. Mehr über das Buch und dieses ominöse „Je ne sais quois“ findet ihr hier: Klick zur Rezension.
  • Maya Fiennes: Yoga for Real Life. Meine Mindstyle-Bibel, in der sich trotz des Titels gar nicht alles um Yoga dreht. Klick zur Rezension.

 

Shopaholic go home. Es lebe das, was ich blöd finde: Minimalismus im Kleiderschrank.
Love x Style x Life, Paris in Style, Pariser Chic, How to be Parisian

 

[Beitragsbild: erstellt mit Canva u. privat]

Ein Kommentar zu „Lieblingsbücher: Prädikat #lesensWert

Kommentare machen das Bloggen bunter und ich freue mich, wenn ich hier keine Selbstgespräche führen muss. ;)

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