10 Dinge, die mein Smartphone mit mir macht…

Nach zwei Jahren als Smartphone-Nutzer ist es mal Zeit, eine kleine Bilanz zu ziehen. Brauche ich das Ding überhaupt? Immerhin habe ich vorher jahrelang ohne gelebt und mich heftig dagegen gesträubt, so ein Teil in mein Leben zu lassen. Fakt ist: Ich möchte dieses Multitaskingwunder, das im Dezember 2014 von mir Besitz ergriff… äh… das im Dezember 2014 in meinen Besitz gelangte, nicht mehr missen. Aber: Es verändert mich auch. Also genauer gesagt: Mich und mein Onlineverhalten.

1. Ich sage noch schneller als bisher „Ich googele mal kurz“. Klar, muss ja nun nicht mehr mühsam den Laptop hochfahren. Ich warte auf den Tag, an dem ich das eigenständige Denken sowie Überlegungen jeglicher Art einstelle und auf wie auch immer geartete Fragen antworte: „Moment. Ich frage mal mein Smartphone.“ Denn mein Smartphone ist wie Chuck Norris – es kann alles, es weiß alles. Und es sucht nie, sondern es findet. Und wenn es – wie der große Chuck – die Niagara Fälle löst, die Formel 1 ausrechnet, die 100m in einer Sekunde läuft, weil es eine Abkürzung kennt oder Zwiebeln zum Weinen bringt und Bücher so lange anstarrt, bis sie ihm freiwillig verraten, was es wissen will, dann habe ich definitiv das coolste Smartphone der Welt und dann werde ich es Chuckie nennen und… na lassen wir das.

2. Ich speichere mir beim Surfen ständig kleine Inspirations- und Motivationsbildchen ab. Und bin der festen Überzeugung, dass ich mir all das später wieder und wieder anschauen werde und so zu einem durchweg positiven, hammermäßig motivierten und inspirierten Strahlewesen werde. Ich glaube sogar zu wissen, dass es all die Jahre immer wieder in verschiedenen Bereichen gehakt hat, weil mir ebendiese Inspirations- und Motivationsbildchen gefehlt haben! Das konnte ja nichts werden! Nun ja… Fakt ist: Ich schaue mir von dem superinspirierenden Motivationskram hinterher kaum mehr was an – abgespeichert und aus dem Sinn.

3. Ich lese anders. „Textwüsten“, wie ich sie bisweilen selbst gerne fabriziere [Liebe Smartphoneleser, bitte verzeiht mir! Ich hatte ja keine Ahnung, wie beschissen sich meine Texte auf so nem Winzdisplay lesen lassen und was ich euch damit antue! Es tut mir leid! Und ihr seid Helden, dass ihr euch das angetan habt…] schrecken mich ab und wenn ich sie überhaupt lese, tendiere ich dazu, sie eher grob zu überfliegen. Sehr grob. Unstrukturierte Texte ohne Absatz oder irgendwas ziehe ich mir eigentlich nur noch höchst selten rein.

4. Ich kommentiere anders. Und zwar weniger wortreich, weil das Tippen auf dem Smartphone echt mühsam und die Autokorrektur ein Mistbiest ist.  Manchmal kommentiere ich auch gar nicht, weil ein kurzer Kommentar mehr als unangemessen wäre und ich meinen Senf dann lieber später via Laptop dazugeben möchte. Dumm nur, dass ich das dann meist vergesse, weil schon wieder so viel neue Blogeinträge aus dem Feedreader ploppen, dass ich mit dem Lesen der aktuellen Post kaum hinterherkomme – geschweige denn mit dem Kommentieren der alten.

5. Der letzte Blick am Abend und der erste am Morgen gebühren meinem Smartphone, mit dem ich eine Online-Runde [Instagram, Blogs, Mails, Feeds etc.] mache. Könnte ja sein, dass ich innerhalb der letzten Stunden was wahnsinnig Wichtiges verpasst habe – möglicherweise dreht sich die Welt jetzt andersrum oder der Himmel geht eine Kooperation mit einem italienischen Modehaus ein und nun heißen die Wattewölkchen nicht mehr Wattewölkchen, sondern… äh… „Flausch! by Donnerteller Versace“.  Bis jetzt ist innerhalb von nur wenigen Stunden zwar noch nichts derart Spektakuläres passiert, aber weiß man das vorher?! Na eben…

6. Es hat sich ausgezwitschert. Obwohl das Tippen mit dem Smartphone mühsam ist und ich demzufolge Twitter aufgrund der Zeichenbeschränkung eigentlich lieben müsste, tue ich es nicht. Es ist nicht meine Welt. Und es ist auch relativ sinnlos, wenn man nur alle Jubeljahre reinschaut oder angesichts der genialen Ergüsse anderer Twitterer sofort eine Schreibblockade bekommt. Und im Sinne der Vermeidung von Informationsmüll… nun ja… ausgezwitschert.

7. App und hopp. Von all den enthusiastisch installierten Apps, die ich anfangs un-be-dingt haben musste, weil ich nie wieder ohne sie sein wollte, nutze ich kaum noch welche und die Hälfte flog wieder runter – darunter auch Quizduell und mein „super“ Mathetrainer.

8. Ich habe Instagram für mich entdeckt. Und das, obwohl mein Leben eigentlich nicht wirklich instagramtauglich ist und ich mich in klaren Momenten schon frage, warum ich >>jeden Murks fotografiere<<, um ihn dann mit der Öffentlichkeit zu teilen. Normal ist das nicht, oder? Allerdings ist Instagram für mich auch eine wunderbare Inspirationsquelle und zudem kommt man kaum irgendwo so leicht mit wirklich zauberhaften Menschen in Kontakt. Also ich als kleiner Eigenbrödtler nicht. 😉

9. Mein Smartphone zeigt mir nicht nur Bilder, es macht ja auch welche! Nach ca. einem halben Jahr realisierte ich notorischer Spätzünder endlich auch, dass mein Smartphone eine gar nicht mal so üble Kamerafunktion besitzt und so greife ich bei kleinen Fotos (fürs Blog beispielsweise) seither nur noch zum Smartphone. An die zig Filter- und Bearbeitungsfunktionen musste ich mich zwar erst gewöhnen, nichtsdestotrotz macht es Spaß, damit herumzuexperimentieren und ihr werdet all das im Blog miterleben können. Ist das nicht super?

10. E-Reader? Nicht für mich. Es ist ja blöd über Dinge zu urteilen, die man noch nicht ausprobiert hat – siehe auch Punkt 6, „Ausgezwitschert“. Nach einer kurzen E-Reader-Testphase kann ich jedoch mit Gewissheit sagen, dass der E-Reader [in diesem Fall die Kindle-App] für mich nie, nie und niemals nie die „echten“ Bücher oder Zeitschriften verdrängen wird. Die App ist nicht unpraktisch und ich habe auch ein paar kleine Sachen runtergezogen, damit ich unterwegs immer ein „Lesenotfallpaket“ in der Tasche habe. Grundsätzlich finde ich es jedoch wesentlich inspirierender, sich durch Berge von Zeitschriften und Magazinen zu blättern, so in echter Handarbeit, als mal kurz über das Display zu wischen und das Leseerlebnis ist ein völlig anderes.

Mal ehrlich…

Soll ich die etwa allesamt auf’n Reader packen?!

Und das sind nicht mal alle…

    Wie sieht’s bei euch aus?

Was hat euer Smartphone mit euch gemacht?

[Beitragsbild: erstellt mit Canva u. privat]

6 Kommentare zu „10 Dinge, die mein Smartphone mit mir macht…

  1. Also ich habe mich inzwischen daran gewöhnt, auch vom Smartphone aus zu kommentieren, oder an Posts zu schreiben. Auch bei Insta kommentiere ich im Moment gern und viel. Blöd wird es nur, wenn ich auf Englisch schreiben will, weil mein Handy natürlich ne deutsche Autokorrektur hat.
    Ich bin ja immer noch der Meinung, dass Bilder, die mit einer richtigen Kamera aufgenommen wurden besser sind, als Handyfotos. Obwohl letztere manchmal irgendwie mehr Atmosphäre haben. (Mit Filter natürlich erst recht)
    E-Reader sind auch nichts für mich. Ich verbringe so schon zuviel Zeit vor Computer-, bzw. Smartphonebildschirm. Wenn ich ein Buch lese, dann bitte ein richtiges aus Papier!

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    1. Bilder, die mit ne richtigen Kamera aufgenommen wurden, sind schon besser. Aber nur, wenn du nicht so eine alte Kamera mit 5 Megapixeln hast wie ich. Das Smartphone hat 8. 😛

      Bei Insta kommentiere ich auch viel – eigentlich nur – per Smartphone. Aber während ich auf einen Blogbeitrag nicht einfach „mal eben“ einen Kommentar hinhaue, ist es bei Insta halt schnelllebiger. So kommt es mir zumindest vor. Und da schreibe ich dann tatsächlich mal „Tolles Bild“, während ich bei einem Blogkommentar weiter ausholen würde. *g* Und E-Reader? Nicht für mich. Ich liebe echte Bücher!

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  2. Ohne mein Smartphone fühle ich mich nicht mehr arbeitsfähig. Es ersetzt nicht den PC. Aber es ergänzt ihn perfekt. Ansonsten geht es mir in den meisten Punkten wie Dir. Nur dass ich bei allen Büchern ohne Bilder E-Books bevorzuge. Ich will diese Papierberge nicht mehr im Haus haben. Nur Fachliteratur, in der ich viel notiere, kommt weiter auf Papier ins aus. Fast alle anderen Papierbücher verkaufe oder verschenke ich nach dem Lesen oder werfe sie eiskalt ins Altpapier. Das Lesen über den Kindle ist gerade bei dicken Büchern viel angenehmer für mich. Die Gewöhnung daran ging bei mir nach langer Skepsis vorher sehr fix.

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    1. Die Papierberge…da sagst du was. Ich handhabe das so, dass ich meist gebrauchte Bücher kaufe und die anschließend wieder weitergebe/verkaufe. Aber so ganz ohne Bücher geht nicht, sonst hänge ich nur noch am Laptop/Smartphone und das macht mich wahnsinnig.

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  3. Ja , so ist das mit den Smartphones! Ich bin da allerdings immer zu faul, sondern bin mehr ein Laptopjunkie. Mein Handy brauche ih mehr zum Fotografieren. Das ist auch so eine Geschichte, wenn man die schönsten Dinge im Leben nicht ,,LIVE“ erlebt, sonder durchdas Display… Aber, seufz, zuüdk geht halt auch nicht mehr… Alles Liebe , Nessy (happyhealthytrendy.com)

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    1. Ein Laptopjunkie bin ich auch. Ganz schlimm. Darum wollte ich auch nie ein Smartphone haben. Und nun? Nicht mehr wegzudenken. Und ohne hätte ich heute z.B. nicht den „wunderschönen“ Weihnachtsmann fotografieren und auf Insta einstellen können. Überlege noch, ob das nun ein Verlust gewesen wäre oder nicht. Eher… nicht. 😉

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