Beauty| Die Handcremefalle. Eingeschmiert und ausgetrocknet.

An meinen Händen beobachte ich ein Phänomen, das ich „Großzügig eingeschmiert und doch ausgetrocknet“ nenne.  Die Hände sind knochentrocken. Ich creme sie ein und bin für eine halbe Stunde zufrieden. Dann spannt die Haut wieder. Mehr als zuvor. Und ich creme weiter und weiter und weiter. Aber nichts hilft richtig. Im Gegenteil.

Je mehr ich creme, desto schlimmer fühlt sich die Haut an…

 

Die einzig bleibende Erinnerung, die manche Cremes hinterlassen, sind juckende Pickelchen auf den Händen. Wenn’s ganz blöd läuft oder ich meine frisch eingeschmierten Hände versehentlich dem Sonnenlicht ausgesetzt habe. Aus Frust habe ich diesen Cremekreislauf kürzlich unterbrochen. Wenn eh keine Creme richtig hilft, creme ich halt nicht. Da der Zustand meiner Hände jedoch unerträglich reibeisenmäßig wurde, rieb ich die nassen Hände am Wochenende mangels Alternativen mit reinem Olivenöl ein. Das Resultat? Olivenöl steckt jede Handcreme in die Tasche.

Der Glycerin-Kreislauf…

Was hat das Öl, was die Handcreme nicht hat? Es hat vor allem etwas nicht. Werfe ich mal einen Blick die Inhaltsstoffe meiner Handcremes, fällt mir nämlich folgendes auf:

Überall ist Glycerin drin – das ist einer der Inhaltsstoffe, die an vorderster Stelle geführt werden. So weit kein Problem, dachte ich, weil Glycerin als guter Feuchtigkeitsspender gilt.  Das stimmt jedoch nur,  wenn nicht zu viel davon in der Creme enthalten ist. Anderenfalls trocknet es die Haut nämlich aus. [1,2] Und führt zu ebenjenem Effekt, den ich bei meinen Handcremes spüre: 

  • Meine Hände sind trocken, also creme ich sie mit Handcreme ein.
  • Die Haut fühlt sich besser an und ist vermeintlich bestens gepflegt, weil frisch eingecremt.
  • Kurz darauf spannt die Haut schon wieder. Was mache ich? Greife aufgrund meiner knochentrockenen Hände erneut zur Creme und schmiere weiter, womit der Kreislauf nur verstärkt wird.

 

Dummerweise hat der vermeintliche Feuchtigkeitsspender nämlich die Angewohnheit, Wasser an sich zu binden. Auch Hautfeuchtigkeit. Und während ich fleißig Cremeschicht um Cremeschicht auflege, zieht mir die Creme die letzte Feuchtigkeit aus der Haut – so die vereinfachte Wiedergabe dessen, was ich an verschiedenen Stellen gelesen habe. Es gibt sogar Fachleute, die die feuchtigkeitsspendende und feuchtigkeitsbewahrende Wirkung des Glycerins gänzlich anzweifeln, weil es sich lediglich als Film auf die Oberhaut legt, in tieferen Hautschichten also gar nicht wirkt. [3]

Dass es wohl auch ohne Glycerin geht, zeigen diverse Rezepturen für selbstangerührte Cremes, die sehr oft ohne diesen mit Fingerspitzengefühl zu dosierenden Feuchtigkeitsspender auskommen und stattdessen auf verschiedene Öle, Bienenwachs oder Sheabutter setzen.

 

Wie’s wirkt ist eine Frage der Zusammensetzung

 Wirkung hin oder her – es ist auf jeden Fall günstig, wenn Glycerin nicht gleich unter den ersten der aufgelisteten Inhaltsstoffe aufgeführt wird, weil dann halt weniger davon in der Creme steckt und auf die Menge kommt es eben an. Hier gilt wie bei den Lebensmitteln, dass umso mehr von einem Bestandteil im Produkt enthalten ist, je weiter oben er geführt wird. Noch mal in Zahlen: Die ersten 4-8 Stoffe machen bis zu 70% des vollständigen Produkts aus.[3] Wie genau das mengenmäßig aussieht, ist allerdings das Geheimnis der Hersteller.

Öl-Kur hilft trockenen Händen auf die Sprünge

 Da das Olivenöl so gut geholfen hat, habe ich mich ein bisschen in die Hautölthematik eingelesen und siehe da: Olivenöl passt natürlich nicht nur sehr gut in die Küche, sondern auch prima in die Hautpflege. So heißt es und ich kann es bestätigen. Meine ultimative Hand- und Körperpflege zurzeit:

 

  • Kur für trockene Hände: Ein Schüsselchen mit Salz oder Zucker füllen, so viel Olivenöl dazugeben, dass eine streichfähige Paste entsteht. Damit ausgiebig die Hände massieren, abspülen – fertig.
  • Handkur: Mischung großzügig auf die Hände geben, ein Paar Plastikhandschuhe (vom Haarefärben) drüberziehen und alles für 20 Minuten oder länger einwirken lassen.
  • Körperpeeling: Schüsselchen der Mischung mit ins Bad nehmen. Nach dem Duschen den Körper damit abschrubbeln, gründlich abduschen – fertig.

Spannen die Hände trotzdem mal, weil lästige Putz- oder Reinigungsarbeiten dazwischenfunken, massiere ich einfach reines Olivenöl in die feuchten oder nassen (!) Hände. Handcremes habe ich seither nicht mehr benutzt und die Hände fühlen sich besser an denn je. Juckende Pickelchen gibt’s auch keine mehr.

Kleiner Minuspunkt: Einige Olivenöle riechen recht intensiv, wobei ich mit meinem Glück habe. Gute Alternative von Duft- und Pflegefaktor her ist Mandelöl. Mandelöl enthält u.a. die Vitamine A, B1, B2, B6 und E und ist nicht nur ein tolles Anti-Aging-Öl, sondern auch ein gutes Pflegeöl für spröde und trockene Haut. Für die Hände ist es mir derzeit zwar nicht reichhaltig genug, als Körperöl hingegen ist es gar nicht so übel. Außerdem ist es gewissermaßen mein Rescue Oil für Hände und Psyche. Na eher für Psyche und Hände – die Reihenfolge trifft es besser. Alter Handcremejunkie der ich bin, ist die Vorstellung, das Haus ohne Handcreme zu verlassen, einfach furcht-bar! Also habe ich ein Mini-Mandelölfläschchen in der Handtasche. Für den Fall, dass meine Hände unterwegs so trocken werden, dass ich cremen muss. Ich habe das Öl unterwegs bisher noch nicht anwenden müssen. Aber es ist gut zu wissen, dass ich es könnte… wenn ich es müsste. 😉

Ein weiteres tolles Öl, das ich euch unbedingt ans Herz legen möchte, ist Kokosöl! Dieses Öl ist ein Allrounder, der sich für die Körper-, die Haarpflege (ja, richtig gelesen) oder die Küche eigenet. Lecker riechen tut’s obendrein (leider verfliegt der zarte Kokosgeruch zu schnell) und wenn ihr ein echtes Multifunktionsöl als Ersatz für Handcreme und Bodylotion sucht, mit dem ihr auch noch lecker Essen anbraten könnt, dann seid ihr damit gut bedient. Manche geben das Zeug sogar in den Kaffee, tun noch ein bisschen Butter dazu und das nennt sich dann Bulletproof Coffe – was ich von diesem Trend halte, kann ich noch nicht sagen. Ich gönne mir derzeit den Luxus, dazu mal keine Meinung zu haben. 😉

 

Info & Leseklicks

  • Produktcheck im Netz: codecheck.info
  • Kräuterweisheiten.de: Olivenöl
  • [1 & 2], [3] Susanne Kehrbusch: Alles klar mit Haut & Haar


 

 [Beitragsbild: erstellt mit Canva u. privat]

 

3 Kommentare zu „Beauty| Die Handcremefalle. Eingeschmiert und ausgetrocknet.

  1. Leider sehr verkannt, Rapsöl. Ein tolles Hautöl. Ohne Eigenduft. Und wenn man an hochwertiges Rapsöl kommt, das duftet, ist dieser Duft wenigstens nicht mit „Salat“ belegt (wie beim Olivenöl 🙂

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